etwas Baumkunde

  • Nabend zusammen.
    Neben dem Armbrustschießen beschäftige ich mich zurzeit etwas mit dem traditionellen Bogenschießen / Bogenbau. Hab nun meinen ersten Bogen (Hasel) fertiggestellt und bin soweit auch zufrieden mit dem Ergebnis. Macht mir auf jeden fall Spaß und das wird auch sicherlich nicht mein letzter Bogen sein den ich baue. Da ich leider kein trockenes Holz hatte, hab ich also eine ca. 1 Monat abgelagerte nassen Nudel bearbeitet. War nicht so optimal. Heut war ich mal bei mir im Wald schauen, welches Holz ich im Winter / Frühjahr schlagen und einlagern könnte. Ein paar Holzsorten in ausreichender Dimension stehen mir zur Verfügung (z.B. Esche, Holunder, Weißdorn, Schwarzdorn, Kirsche, verschiedene Ahornsorten). Bei einem Baum bin ich mir aber nicht sicher was das sein könnte. Vielleicht könnt Ihr mir sagen, was das für ein Baum ist (siehe Bilder). Der Baum schimmert von weitem silbrig. Vielen Dank im Voraus. Gruß Heinz

  • Lieber Kaltschuss.
    Bogenholz? Da kenne ich eigentlich nur die Eibe. Meistens in der Nähe von Burgen angebaut und oft als Militärbaum bezeichnet, gerade deswegen.


    Aber Vorsicht, der ist giftig wie die Nacht. Manche tragen beim Bearbeiten einen Mundschutz deswegen.




    Liebe Grüße Udo

    Die friedlichsten Menschen,
    die mir bis jetzt begegneten,
    waren bewaffnet!

    Edited once, last by BMP I ().

  • Ahorn eignet sich vermutlich nicht. Wenn ich dessen Zweige in den Schredder befördere zersplittern die, wie Glas, Egal, ob frisch oder abgelagert.


    Vorzugsweise Eibe, aber auch Haselnuss, werden immer wieder beim Bogenbau genannt. Wobei ich mir das bei Eibe nur schwer vorstellen kann. Die haben so viele Verästelungen, wie bekommt man da ein knastfreies Stück Holz raus?


    Mit beiden Hölzern hat aber mein Schredder so seine Probleme, das zerfasert mehr, als dass es klein gehackt wird. Das spricht für die Eignung zum Bogenbau, es ist sehr elastisch.

  • das ist alles so nicht richtig, ich hab mehrere bögen gebaut, historische nachbauten steinziet bis wikinger zeit....


    grundsätzlich kann man aus jedem holz einen bogen bauen. aber da jedes holz eine andre eigenschafdt hat, müßte die form des bogens den möglichkeiten des holzes entsprechen, und nicht andresherum.


    ich habe einen aus birke gesehen und einen aus ulme


    wenn du mit steinzeitbögen anfängst , in dänemark , dann wuchs nach der eiszeit dort ulme und um ca 6,500 +v.chr gabs den holmegardbogen der sieht im querschnitt habrund aus , das halbrunde nach aussen , natürlich wie bei allen naturholzbögen durchgehende nicht angeschnittene jahresringe einmal längs , das ist grundsätzlich so bei allen holzbögen....


    wenn du einen bogen biegst , werden zugkräfte an der aussenseuite entstehen , und stauchungskräfte an der innenseite des holzes so knackt der boegen entweder aussen oder innenweg .


    um das zu verhindern sind diese ersten bögen weit übermannslang gebaut .. stärke etwa 60 lbs und mehr und sehr treffgenau, ohne das die wurfarme extrem gebogen werden, so hält der bogen länger


    1000 jahre später haben wir den holmegard 2, da wuchs inzwischen auch eibe in der steppe


    der selbe bogen ist jetzt aus eibe und man hat außen 1 drittel splintholz und den kern 2 drittel hartholz der eibe


    wieder geht der bogen im querschnitt, der splint also halbruhnd außen um den bogen


    eibe ist das einzige holz das im splintholz zugstabil ist und im kern druckstabil.


    deswegen ist das holz ideal..


    du kannste auch mit kiefer einen bogen bauen, der hätte sehr breite und dünne wurfarme...


    was ich damit sagen will die holzart bestimmt immer die bogenform, die einen bogen macht, der länger hält


    niemals nimmt man einfach ein holz und baut den bogen der wahl, der bogen wird mittelmäßig sein und sich schnell verabschieden


    auch hier wieder ein ganz eigenes thema . übrigens hab ich mit dem ulme holmegard der steinzeit sehr sauber und treffsicher geschossen
    solche antiken bögen sind ausgereift und das high tech ihrer zeit, kein schrecklicher anfängerversuch

  • Wer einen Bogen baut, investiert auch eine Menge seiner Zeit. Wäre schade, diese an einem Stave zu verschwenden, der nix taugt.


    Günstig und gut ist Manau. Eine Lianen-Art. Lässt sich sogar sehr einfach mit Wasserdampf bearbeiten ( reflex&deflex).
    Im Netz findet man einige Bauanleitungen zu Manau.


    Gruß bolzenschuss

    dort wo mein sofa ist , fühle ich mich wohl.

  • Zum Thema geeignetes Bogenholz bin ich raus. Kenne auch Eibe und Hasel aber die wurden ja schon genannt.
    Bei deinem Baum könnte es sich um eine spätblühende Traubenkirsche handeln.
    Die ist giftig, daher würde ich sie nicht benutzen.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Dem Aufbau der Frucht nach könnte das auch eine Vogelkirsche sein.

  • Den Früchten nach ist das eher eine Mehlbeere. Die Blätter sprechen auch nicht für irgendeine Kirsche, vor allem wegen der Unterseite.

  • Den Früchten nach ist das eher eine Mehlbeere. Die Blätter sprechen auch nicht für irgendeine Kirsche, vor allem wegen der Unterseite.

    ... ich habe es nicht recherchiert, sondern on the fly. Wenn du dir sicher bist, ist es gut und das Rätzel gelöst! :thumbup:

  • Stimmt, sieht tatsächlich mehr nach Mehlbeere aus.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Ich hatte damals einen Vogelbeerbaum bzw Eberesche im Garten, sah sehr ähnlich von den Blättern aus, auch die unreifen Früchte haben Ähnlichkeit, reif waren die dann Rot.

  • Aber Vorsicht, der ist giftig wie die Nacht. Manche tragen beim Bearbeiten einen Mundschutz deswegen.

    Ach du meine Güte-das Ding ist giftig, wenn man es ISST !
    Wenn man es anfasst oder bearbeitet passiert gar nichts.
    Als Kind hatten wir eine Baumhütte in einer Eibe-alle meine Kumpels von damals leben noch :D

  • eibe ist in allen teilen giftig, deswegen arbeitet man daran im freien und mit atemschutz mund nase. aber nicht sone kagg coronamaske bitte ...


    eibe besitzt nebenbei noch schwebegase die in größüerer menge zum tod führen können, das tritt nur in eibenwäldern , solche gibts heute kaum noch.... würde es diese wälder geben und die sonne scheinen würde das schwebegas austreten und schweben, der wanderer atmet das ein schläft ein und alles an kreislauf verlangsamt sich , bis das herz aufhört....
    deswegen war bei den germanen und wikingern die eibe , der vermittler zwischen den lebenden und toten


    das ist geschichte und passiert einem bei nem stamm zum bogenbau nicht, aber eibe ist nebenbei noch kregserrwegend, wenn du feinstäube einatamet, also beim schleifen


    bei meinem ersten eibenbogen hab ich den endgeschliffen ohne maske hab das zeug eingeatmet und bekamm extremes halskratzen, schweioßausbrüche und fühlte mich ktreislaufmäßig angeschlasgen und krank.


    so hobelspäne sind natürlich ungefährlich , es geht nur um feinstaub


    ansonsten 1 a bogenhiolz und selten zu bekommen, und unter naturschutz.


    richtig dran gearbeitet passiert nichts.


    übrigens genauso giftig sind die nadeln mann kann aus fast allem gestrüpp einen tee machen. hier verbietet sich das .


    also nicht bange machen lassen sondern mundschutz und glücklich sein...

    INVICTUS

  • wikipedia sagt dazu:

    "Holz, Rinde, Nadeln und Samen enthalten toxische Verbindungen, die in ihrer Gesamtheit als Taxane oder Taxan-Derivate (Diterpene) bezeichnet werden. Im Einzelnen lassen sich unter anderem Taxin A, B, C sowie Baccatine und Taxole nachweisen.[32] Der Gehalt an toxischen Verbindungen ist in den unterschiedlichen Baumteilen verschieden hoch und schwankt in Abhängigkeit von der Jahreszeit und individuellem Baum. Der Samenmantel des Baumes ist hingegen nicht giftig und schmeckt süß.[33] Der Taxolgehalt des Holzes ist allerdings sehr gering und liegt bei 0,0006 %.[34]
    Die toxischen Verbindungen werden beim Menschen und anderen Säugetieren rasch im Verdauungstrakt aufgenommen. Vergiftungserscheinungen können beim Menschen bereits 30 Minuten nach der Einnahme auftreten."


    Von Einatmen und Holz anfassen steht da nix...
    Aber jeder wie er meint.
    Ich habe jedenfalls nie Probleme gehabt.
    Habe auch nie davon gehört, dass die Bogenhersteller im Mittelalter besonders hohe Sterblichkeitsraten hatten...

  • wenn mann eh nur 25 wird, ist das eh schon erledigt mit der zählung der sterblichkeitsrate.


    eiche staub ist übrigs nicht nur kregserregend , sondern auch krebserzeugend ....
    ich rate generell von holzstaub in schleifender form ab.


    probleme die man e ben erst seit der industrialisierung kennt.

    INVICTUS

  • Das mit den „giftigen Ausdünstungen“ der Eibe ist eine Mär.
    Niemand stirbt im Eibenwald. Zumindest nicht an Eibengift, so er denn nicht zwei Hand voll Beeren vertilgt.

  • @edwin2 denke du meintest im Letzten Post Eibe und nicht Eiche? Dann Editiere das doch mal bitte bevor es zu Missverständnisen kommt.


    Was ich zum Thema Bogenbau empfehlen kann ist Adamusminor.
    Der zeigt detailliert wie Bogen, Köcher und Pfeile selbst gebaut werden können.
    Ich find Haselnuss ganz geil da man wenn man es Jährlich zurückschneidet und die Hölzer dann ein Jahr trocknen lässt man jedes Jahr Rohlinge zum Bogenbau hat.
    Geht natürlich auch Nass aber nur als Survivalbogen da er beim Trocknen dann Risse bildet.
    LG.
    https://www.youtube.com/user/Adamusminor

  • nein eichenstaub ist krebserzeugend.


    der schleifstaub.


    gruß edwin


    davon krieg ich ohne schutzmaske nasenjuckreiz und kopfschmerzen, der abend ist dann im popo.


    mußte ich auch erst lernen am eigenen leib.



    wikipädia über holsstäube..


    Nach den Technischen Regeln Gefahrstoffe 905 (TRGS 905 – Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe) gehört Buchen- oder Eichenholzstaub zur Kategorie 1 (Stoffe, die beim Menschen Krebs erzeugen, gesicherte kanzerogene Wirkung). Andere Holzstäube sind in der Kategorie 3 eingeordnet (Stoffe, die aufgrund unzureichender Information Anlass zur Besorgnis geben, mögliche kanzerogene Wirkung). Eine beruflich bedingte Erkrankung an einem Nasen- oder Nasennebenhöhlenkarzinom durch Buchen- oder Eichenholzstaub ist eine anerkannte Berufskrankheit (Hauptgruppe IV, BK 4203).[1]