Einordnung SSW (Revolver)

  • Hallo,


    SSW ist so gar nicht mein Thema und ich halte mich da gerne auch
    in den entsprechenden Threads raus, da zu wenig Ahnung.
    Hat mich auch nie so richtig interessiert.


    Jetzt ist mir aber eine Arminius HW2 zugelaufen.
    Hatte so was mal als Kind. War eins mit längerem Lauf, ein .22, welches
    nicht mehr funktionierte. Heute undenkbar, damals nichts Besonderes.
    Für mich als Zwergl war das Ding natürlich das größte und ich habe das
    auch nie vergessen.
    Als ich neulich die HW2 günstig schießen konnte, habe ich einfach
    zugeschlagen.


    Interessenhalber habe ich nun mal auf eGun bei den freien Waffen
    umgesehen.


    Viele der angebotenen Revolver sehen sich sehr ähnlich, mit ihrem
    kurzen Lauf. erinnert mich an die alten amerikanischen Krimis, wo
    oft der Colt Detective zum Einsatz kam.


    Angeboten werden die SSW Revolver von diversen Herstellern.
    Erma, Reck, Röhm, ME (Melcher?), Mayer & Söhne, Umarex,
    Arminius (Weihrauch), Steel Cop und auch bekannte Namen, wie
    S&W, Colt, Luge und Mauser.


    Meine Frage ist, wie die einzuordnen sind.


    Steel Cop scheint besonders hochwertig zu sein, was sich auch im
    Preis niederschlägt. Uberti scheint sehr schöne klassische Sachen zu
    machen, auch nicht billig.
    Auffallend die Preise für SSW von Erma. Vernickelter Revolver ging
    da neulich für über 1.600.-- Euro raus.


    Was ist da hop, was top? Ist das inzwischen auch wie im LG-Bereich,
    dass hinter großen Namen Lizenznehmer stehen?
    Ich denke da z.B. an GSG/Diana oder Umarex/Walther.


    liebe Grüsse ... Patrick

  • Sammler(top), geht so, Alltag (SV), geht so, kenne ich nicht, Billig, Alltag(top, SV), SV (hochwertig), Rest eher Sammler/günstig

  • Mal zu ein, zwei Dingern, die ich habe oder hatte, was auf die Schnelle:


    Umarex Colt Detective Special, 9mm RK:


    Qualität durchaus OK, großer Trommelspalt, durch die "Markings" mit Lizenz wirkt er recht authentisch. Nicht zu teuer, da immer noch neu im Programm. Zum Sammeln eigentlich gut geeignet.


    Umarex Smith&Wesson Mod. 36, 6mm Flobert:


    Nachbau des Models 36 von S&W. 6mm, leider sehr hakelig und miese Oberflächenbehandlung (meiner jedenfalls). Nah am Original, aber insgesamt nicht überzeugend. Gibt es neu so nicht mehr.


    Umarex Python 9mm RK:


    "Nachbau" der Colt Python, aber absoluter Schmutz (wie Jugendliche heute sagen würden). Wackelig und zerbröselt nach einer Weile (hatte ich selber, meiner hat sich im Schuss zerlegt), bestenfalls für die Vitrine geeignet. Billigheimer aus Italien.


    Weihrauch Arminius HW 37 und 88, 9mm RK:


    Sehr nah am Smith&Wesson Mod. 36 dran, es passen sogar die Griffe der echten Waffe (J Frame Round Butt), keine echten Markings, Qualität ist top! Die älteren Modelle mit alten PTBs haben oft ein schöneres Finish, die neue 37er hat z. B. eine hässliche weiße Schrift außen am Lauf, bei alten war das eingelassen. Viele Stahlteile und für die SV sehr gut geeignet (HW 88).


    Erma 66 und 77, 9mm RK:


    Hochwertige Waffen, die heute sehr sehr teuer gehandelt werden. Lohnt sich aber immer, wenn man eine gut erhaltene bekommt. Viel Stahl und top Finish. Waren schon neu eher teuer. Die EGR 66X ist eine Stainless-Version, die in der Tat mit über 1000 € gehandelt wird, wenn sie vollständig und neuwertig ist. Vorbild für die 66 ist ebenfalls der kleine Smith&Wesson Mod. 36, also J-Rahmen, für die 77 der Mod. 19, also K/L Rahmen. Echte Griffe passen.


    Luger Revolver, 9mm RK:


    Handelsname für in der Tschechischen Rep. hergestellte Revolver, kein reales Vorbild (obwohl es die auch in scharf gibt, also irgendwie doch), viele Stahlteile und absolute top Qualität. Gibt es neu meines Wissens nicht mehr. Es gab viele versch. Versionen und auch andere Handelsnamen.


    Melcher-Revolver hatte ich auch ein paar, die ähneln z. T. einigen Ruger-Waffen (GP 100?), sind qualitativ aber nicht so schön gemacht, aber immer noch OK.


    Jens



    Umarex Colt Detective Spec.


    Umarex S&W Mod. 36 6mm


    Umarex Python



    HW 37



    Erma ER 66 (hier in 4m20, der Gaser ist aber fast baugleich)


    Erma ER 77 (hier in 4m20, der Gaser ist aber fast baugleich)



    HW 88



    Luger R 93 (9mm und 3-Zoll Lauf)

  • Ich habe einen Röhm RG89, eher einen Umaröhm von AK 2009.
    Der müsste direkt aus der Übergabezeit stammen und kommt im Röhmkarton, aber hat die Aufschriften in weiss und nicht eingelassen.
    (kommt vom Fachhändler um 2010 und daher Variation aus Röhm Karton und Umaröhm RG89 zur Preissteigerung ausgeschlossen)
    Der war im Familienkreis unterwegs und kam vor etwa 5 Jahren zu mir. Wurde auch davor viel geschossen.
    Jedenfalls hat der bei mir was zwischen 900-1100 Schuss gesehen, dazu kommen auch zahllose Patronen vom Büchser in der Nähe (allein 900 Schuss kann ich aus meinem Bestellverlauf nachvollziehen).
    Der ist absolut zuverlässig und hat nur mal eine neue Spannfeder für den Hahn bekommen. Damals wusste ich nicht womit dass zusammenhängt dass manchmal Patronen nicht abschlagen (Zündhütchen, Charge etc), und hab mehrere Faktoren ausgebessert. In diesem Zuge wurde der leicht getunt, vor der Trommel liegt eine angepasste Unterlagscheibe aus Automatenstahl, welche die Trommel unmessbar gering dem Schlabo näher bringt, aber absolut zuverlässig alles zündet.


    Kann das hier einstellen, falls Interesse besteht; ich glaube Weihrauch liefert sowas serienmässig mit, meine ich mal gelesen zu haben.


    Top Silvestertier, ich führe keine Schreckschüsser, aber würde mir wohl den in die Jackentasche stecken, einfach weil er sich nicht nur einmal tadellos bewiesen hat und treue Dienste leistet.

    Komplett gereinigt, die Einbrände kriegt man leider so nicht mehr weg. Griffschalen sind vom Schneider.


    Vielleicht ist das hier nicht ganz das richtige Thema, aber welches Revolverfinish wäre für Silvester ratsam?

  • @thisissparta : wäre sicher interessant, wenn Du das einstellen könntest. :thumbup:


    Ach ja, eine Frage hätte ich noch:


    Als ich für die HW2 Patronen bestellt habe (9mm) fiel mir auf, dass für die
    Revolver nur die kurzen, zugekrimpten Patronen gehen, nicht die etwas
    längeren, die mit dem grünen Kunststoffdeckelchen vorne, die für die
    Pistolen verwendet werden. (Auch 9mm)


    Warum? Sind die zu lang für die Trommeln, oder hängt das mit der Ladung
    zusammen?

  • Das hängt damit zusammen dass es sich um zwei verschiedene Kaliber handelt! Wir haben einmal 9mm RK (Revolver Knall) und einmal die mit dem grünen Deckelchen, 9mm PAK (Pistole Automatik Knall)
    Vereinzelt gibt es aber RK mit grünem Deckel, und auch Revolver in die 9mm PAK passen

  • Luger = Brand von Alfa-Proj. Mit der beste Schloßgang bei einem S-Revolver.
    Leider fast nur (Ausnahme Alfa 2/4) mit Korkenzieherlaufsperre.


    Arminius: Auch die älteren Modelle basieren auf "scharfen" - erklärt den höheren Gebrauchtpreis.
    Wen das altbackene Design nicht stört, kauft durchweg gute Qualität.


    Röhm: Die grösseren Modelle bieten durchweg gute Qualität zu bezahlbaren Preisen.


    Rhöner / Melcher: Alltagsrevolver mit relativ viel ZDG die aber funktionieren.


    H. Schmidt / Mayer & Söhne: Bezahlbare Westernrevolver aus vergangener Zeit


    Zoraki / Ekol: Gutes Preis-Leistungsverhältnis mit kleinen Schwächen im Finish. Röhm Clone.


    Steel Cop: SSW Umbau eines Real Steel (Alfa-Proj). Hochwertiger geht es aus aktueller Produktion nicht.

  • Was macht die teilweise sehr hohen Preise der Erma aus?


    Sind die sehr hochwertig gearbeitet, oder einfach nur selten?


    Ich meine über 1.000 Euro, für eine Waffe die 'nichts' kann
    ist schon ein Wort. So was wird doch auch sicherlich nicht mehr
    geschossen?

  • Der extrem hohe Preis für eine Erma EGR66x (Edelstahlfeinguss) lässt sich rational nicht erklären,
    besonders im Vergleich zu den noch erhältlichen Steel Cop. Nostalgische Verklärung?
    Die Ermas waren damals so hochwertig, dass die Teile nummerngleich verbaut wurden.
    Quasi der Rolls Royce der SSW. Als Vorlage dienten extra eingekaufte Smith & Wesson.
    Die SSW waren die Ausgangsmodelle für die später folgenden scharfen Revolver.
    PS: Erma wollte eigentlich nie Revolver bauen - der Vertieb hat gequengelt . . .

  • Was macht die teilweise sehr hohen Preise der Erma aus?


    Sind die sehr hochwertig gearbeitet, oder einfach nur selten?


    Ich meine über 1.000 Euro, für eine Waffe die 'nichts' kann
    ist schon ein Wort. So was wird doch auch sicherlich nicht mehr
    geschossen?

    Erkläre ich mir persönlich so (wenn jemand da mehr dran ist wie ich bitte korrigieren).
    Als es nach dem Domplattendisaster zum Jahreswechesel 2015 2016 dazu kam dass viele Leute sich ne Gaser zur Selbstverteidigung holen wollten/geholt haben.
    Da die Ermas eben nunmal aus Zeiten stammen wo das Waffenrecht noch anderst gestaltet war, haben die keine aufdringliche Laufsperre, sind robust(er). Da damals Knappheit an Schreckschusswaffen herrschte, und diverse Waffen die sich gut zur SV eignen wochenlang bei den üblichen Bekannten vergriffen waren (logisch Angebot und Nachfrage), ist das auch auf den Gebrauchtmarkt übergeschwappt.
    Da dann bei eGon jeder dahergelaufene alles eingestellt hat was er bei seiner Schwiegermutter im Keller gefunden hat und dazu noch schöne Worte und n Eimer Farbe in der Beschreibung ausgeleert hat, haben seit dem die Preise kontinuierlich angezogen.


    Im grossen und ganzen ist das eine Mischung aus "Alt, haltbar, bewährt" und "wird nicht mehr hergestellt", Kenner und Sammler wissen Bescheid!!!
    Und mehr werdens ja nicht mehr, da steigt manchen das haben wollen zu Kopf.

  • @Verodog@ In den 80ern habe ich mir einen Arminius HW1 Revolver gekauft, der wurde mir vom Büchsenmacher als sehr hochwertig empfohlen und das ist er auch. Für einen Erma EGR66 hatte ich als Student nicht genug Kohle. Den Arminius hatte ich dann (bedauerlicherweise) viele Jahre später verschenkt.


    2020 begann wieder mein Interesse an einer SSW. Eigentlich für Silvester, aber auch zur SV. Nach unüberlegten Schnellkäufen einiger SSW habe ich alle wieder verkauft und mich auf wenige beschränkt.
    Ein ERMA EGR 66 Revolver (nicht die Edelstahlversion) komplett in Neuwertigem Zustand und die Krönung eine ERMA EGR77 in 2.5 Zoll. Da kann mir einer Sagen was er will, da sieht man hochwertige Verarbeitung, kaum sichtbare Laufsperren und Trommelspalt. Ich finde der Arminius HW37 mit älterer PTB ist auch sehr gut.


    Einen Röhm Revolver hatte ich auch mal, OK aber der Trommelspalt!?


    Qualität hat halt seinen Preis, das gilt auch für andere Produkte. Hier im Forum gibt es einige ERMA Spezialisten welchen ich gerne folge, aber vergleiche mit Zora... Recor...u.a. möchte ich nicht im Zusammenhang mit ERMAs lesen.

  • Es sind hauptsächlich Sammlerstücke, kaum oder nie beschossen.
    Also eher etwas für die Vitrine oder den Tresor. Manche sehen es auch als Wertanlage ähnlich wie Kunst oder hochwertige Armbanduhren.


    Mein Onkel hatte die berühmte Luftpistole vom James Bond Foto mit Sean Connery. Die gab es damals auch für nen "Spottpreis" und heute wird die mit 250-400 Euro gehandelt.


    Totaler Wahnsinn wenn man bedenkt, dass es "nur" eine relativ schwache Knicker-Luftpistole ist.


    Sammlerwahn gepaart mit Nostalgie...

  • Ich habe für meinen mal, für heutige Begriffe, lächerlichen Betrag bezahlt
    und es kam mir damals schon viel vor, soviel für so ein Knalldingens auszugeben.
    War aber auch Nostalgie im Spiel, da ich mal ne Zeit lang das Original hatte.


  • Und hier der Beweis, daß andere Griffschalen auf die Ermas passen...



    Und es gibt sogar einen Mauser-Vierzöller...



    Und wenn's etwas dicker sein soll, gäbe es da noch...



    ...den Sechszöller von Zoraki. Äußerst gelungen.


    We have the Fossils - we win!

  • Man sollte auch nicht die Harrington & Richardson Kipplaufrevolver ausser acht lassen. Für mich persönlich neber den Ermas und den Steel Cops die schönsten und stabilsten Schreckschussrevolver. 2015 konnte man den noch zwischen 400-500€ auf eGun ergattern, heute bekommt man kaum noch einen unter 800€, wenn er denn mal angeboten wird.


    mfg


    Es macht keinen Sinn, mit einem Dummkopf zu diskutieren.


    Er zieht dich auf sein Niveau runter und besiegt dich


    dort unten durch seine Erfahrungen!

  • Die Patronenlager (Trommelbohrungen) von 9mmR Revolvern sind kürzer (bzw. innen begrenzt) als die 9mm P.A.(K.) Kartuschen lang sind.
    Daher passen diese nicht.

    Nicht nur die Länge ist entscheidend, sondern auch die Bauform. Revolverpatronen ( R.K.) haben einen Rand, an dem der Trommelkranz die lehren Hülsen aus den Trommelbohrungen herausschieben kann. Pistolenpatronen (P.A.K.) haben den nicht, sondern nur eine Rille für die Auszieherkralle am Verschluss, welche die Hülse herauszieht und gegen den am Rahmen feststehenden Ausstoßer haut, damit sie dann gezielt durchs Schlittenfenster entfleucht.

    freischütz