Haenel Suhl Modell III-56 Hilfe

  • Hallo liebe Community,


    ich als blutiger Neuling brauche dringend Eure Hilfe bei der Pflege / Aufbereitung eiines alten Haenel Suhl Modell III-56, da ich dieses von meinem Vater geschenkt bekommen habe (Erbstück der Familie).
    Ich habe euch mal ein paar Bilder angefügt und wüsste gerne von euch:
    1.) ob ich den Zustand so belassen kann oder ob Handeln von Nöten ist.
    2.) der äußerliche Rost zu entfernen ist bzw. geht?!?
    3.) ich wüsste abschließend gerne wie Ihr den Lauf reinigt und pflegt?


    Besten Danke schon mal im Voraus fürs evtl. Lesen und Tipps geben.


    Gruß
    Marcus

  • Hallo Marcus,


    an Deiner Stelle würde ich das alles mal sauber machen und
    dann das System mit Ballistol und Stahlwolle 0000 abreiben.


    Tränke einfach die feine Stahlwolle mit dem Oel und geh mal
    kräftig ran.
    Du wirst staunen, was da runter kommt.
    Wenn Du durch bist, reibe das System mit Gunex ein.
    Danach siehst Du, was das noch hergibt.
    Wenn Dir das Ergebnis gefällt, reicht das eigentlich schon.
    Alles weitere bedarf dann größere Anstrengungen.


    Wie sieht denn der Schaft aus?
    Muss ja auch zusammenpassen.
    Vorne fehlt noch der Korntunnel.


    liebe Grüsse ... Partick

  • Danke für die rasche Antwort! Der Korntunnel fehlt leider schon solange wie ich das LG selbst kenne. Aber habe schon gesehen das man sowas nachbestellen kann.


    Ok, Drahtwolle habe ich noch und Ballistol ist schnell geholt. Gunex müsste ich erstmal besorgen gehen :rolleyes: .


    Die Frage ist nur, ob ich das System komplett zerlegen muss oder nicht? Die lag halt gute 10 Jahre im Keller.

  • Hallo,
    auf dem Bild:
    IMG_9947.JPG
    sieht es so aus, als ob der Abzug innerlich gewaltig Rost angesetzt hat, den würde ich zumindest dann mal rausholen und wieder aktiv machen.



    Bye
    Ralph
    edit: wegen zerlegen, schau mal hier und folgende Posts: Haenel - Gemeinschaft

    ... Haenel halt...

    Edited once, last by ertz ().

  • Hallo Marcus,


    Ich würde das System komplett zerlegen und schauen was alles getauscht werden sollte. Du wirst sicher die Feder noch tauschen und die alte Lederkolbendichtung, wenn an dem Gewehr noch nie etwas gemacht wurde.


    Ich habe vor meiner Dienstreise eine III-60 bekommen und zerlegt. Wenn ich wieder zuhause bin soll die auch wieder schön werden. Ich werde die Feder, die Laufdichtung und die Kolben Dichtung erneuern. Der Rest wird auch erstmal mit ballistol und Sthlwolle abgerieben und mit dremel und wattepad nachpoliert. Ob ich noch nachbrünieren werde weiß ich noch nicht... Wenn du die Feder täuschst, Pass auf dass du keine Export erwischst.


    Ich bin auch noch blutiger Anfänger und betreibe das Hobby seid ca. 3 Monaten. Aber ich habe mich schon mit einigem beschäftigt. Wir können uns gern dazu weiter austauschen, zumal III-56 und III-60 sich nicht viel unterscheiden sollen.


    Ersatzteile bekommst du hier:


    https://www.waffencenter-gotha…::11_12_614_27_32_36.html


    Gruß Chris

    Gruß Chris



    Perfecta 32 - Feinwerkbau 300S - Haenel III-60 - Diana 25 (BJ 55) - Diana 75 - Weihrauch HW 40 - Diana 75 T01 - Smith & Wesson 79 G - Umarex Legends S40 - Beretta PX4 Storm, Diana 35, in der Reihenfolge eingetrudelt :thumbsup:

  • Das System zu zerlegen und die evtl. Verschleißteile zu
    erneuern sollte natürlich gemacht werden.


    Ist auch keine große Sache.
    Hast Du auch Fotos vom Schaft?

  • Ich bin echt dankbar für die vielen tollen Antworten hier. Ich bin sehr positiv überrascht so viele Antworten zu erhalten!


    Chris770:
    gerne können wir bezüglich des Themas in Kontakt bleiben. Ich habe noch ein Suhl 310 als Geschenk bekommen, wo ich erstmal Magazine bekommen muss. Die hat mein Vater leider nicht mehr gefunden... Aber auch diese möchte ich reparieren bzw. wieder in Stand setzen, da der optische Zustand ähnlich dem Modell III-56 ist.


    Bilder vom Schaft kann ich gerne einstellen, dass mache ich morgen Nachmittag in einer ruhigen Minute dann.

  • Also Stahlwolle muss ich tatsächlich doch erst bestellen, meine noch vorhandene ist vom Toom mit der Bezeichnung "sehr geringer Abrieb", aber es gibt keinen Verweis auf 000 oder 0000, so dass ich lieber neue besorge. Ballistol ist schon mal vorhanden :) .


    Bilder vom Schaft habe ich gestern noch schnell fertigen können. Jedoch würde ich den Schaft gerne so belassen wie er ist. Ich möchte das LG meines Opas lieber so belassen wie ich es aus meiner Kindheit noch kenne (im Falle des Schaft). Der Rest gehört natürlich wieder ordentlich hergerichtet. Kriegt man nach dem Abschleifen des Systems dieses wieder so dunkel hergerichtet? Handelt es sich dabei um das hier oft genannte brünieren?!? 8|

  • Guten Morgen Marcus,


    Das schwarze ist die Brünierung. Wie diese nach dem rost entfernen aussieht, will ich auch erst noch abwarten. Sollte es zu schlecht sein, möchte ich die teile auch neu machen lassen. Eine Brüniererei in meiner Nähe möchte 10€ nach Emailauskunft dafür. Das erscheint mir recht günstig, daher würde ich mit den Teilen nochmal hin gehen, wenn es soweit ist. Auch meinten sie ich brauche die Teile nicht sonderlich vorzubehandeln. Nur der Rost muss ab.


    Da ich die Splinte vom Spanngelenk nkcht lösen möchte, wäre auch da noch abzuklären ob das geht...


    Gruß Chris

    Gruß Chris



    Perfecta 32 - Feinwerkbau 300S - Haenel III-60 - Diana 25 (BJ 55) - Diana 75 - Weihrauch HW 40 - Diana 75 T01 - Smith & Wesson 79 G - Umarex Legends S40 - Beretta PX4 Storm, Diana 35, in der Reihenfolge eingetrudelt :thumbsup:

  • Hallo,


    Wenn Du den Schaft im Zustand erhalten möchtest, würde ich
    empfehlen, das System nur mit den empfohlenen Produkten
    zu entrosten und zu konservieren, es technisch zu überholen und
    ansonsten so zu belassen.


    Ein perfektes System passt nicht so Recht in einen optisch an-
    gegriffenen Schaft.


    Das System ist brüniert. Diese zu entfernen (falls Du doch weiter
    gehen möchtest) würde ich chemisch machen und nicht durch
    Abschleifen. Du solltest jede Form von Kratzern vermeiden, wenn
    Du wieder brünieren möchtest.
    Danach kannst Du eine Kaltbrünierung verwenden. Diese ist recht
    gut zu verarbeiten, jedoch nicht so hochwertig, wie eine Heißbrünierung.
    Diese müsstest Du in einem Fachbetrieb machen lassen.


    Alles was Du brauchst, von der feinen Stahlwolle, bis zur Brünierung,
    findest Du hier:


    https://www.ballistol-shop.de/Waffenpflege_B_S_44.html


    liebe Grüsse … Patrick

  • Schaft und System passen perfekt zusammen. Wenn beides gereinigt ist
    ist das ein ganz toller Zustand. Authentisch und wertig.
    Rostpickel kann man mit einem Messingblech gut abreiben oder abkratzen.
    Dabei geht nichts von der umliegenden Brünierung abhanden. Wenn die
    Rostpickel abgelöst sind, ist oft nicht mehr viel von Rost zu sehen.

  • ...zumal der Schaft doch einige Eigenheiten aufweist,
    die im Laufe der Zeit entstanden sind.


    Gerade desshalb würde ich den so lassen und das
    System entrostet und konserviert wieder montieren.


    Dann hast Du ein schönes authentisches Erinnerungs-
    Stück.


    liebe Grüsse ... Patrick

  • Erbwaffe = Erinnerungen erhalten
    Gebrauchtwaffe = Komplett aufarbeiten

    Gruß, Ralf
    Alt, aber bewaffnet. :thumbsup:


    Orbis non sufficit quod Omnia tempus habent.

  • Ok, ich habe die Feder und den Kolben entnehmen können. Wie komme ich nun an das Innere System im Lauf, wo die Feder sich sonst befindet. Dort sind etliche Fett Reste die ich gerne entfernen würde.


    Die Feder habe ich mal nachgemessen und bin auf 19,5cm gekommen. Mein Vater meinte, dass mein Opa diese mal gegen eine stärkere getauscht hatte (zu Ostzeiten noch).


    Ist es erforderlich den Lauf weiter zu zerlegen und wenn ja, wie funktioniert das ganze ?(

  • Ich nehme an, du meinst nicht den Lauf, sondern die Systemhülse. Der Lauf ist das, was du beim Spannen abklappst; die Systemhülse ist das, worin sich Feder und Kolben bewegen. ;)


    Das Innere der Systemhülse kann man gut reinigen, indem man einen Holzstab mit ca. 1,5 cm Durchmesser mit einem Lappen umwickelt, den Lappen mit Aceton tränkt und das Bündel unter ständigen Drehbewegungen in die Hülse quetscht. Den Lappen muss man so oft falten, dass beim Drehen ordentlich Reibung herrscht und der Dreck rausgelöst wird. Am Ende braucht man nur den Holzstab rausziehen und kann den Lappen einfach wieder entnehmen.


    Die Systemhülse kannst du nicht weiter zerlegen. Allenfalls könntest du den Verschlussbolzen und die Verschlussfeder entnehmen, dazu müsstest du aber die Madenschraube auf der Unterseite rausdrehen. Diese Madenschraube ist bei vielen Exemplaren der IIIer-Reihe so "festgebacken", dass man sie nicht mehr zerstörungsfrei entfernen kann.


    Zur Feder: Wenn sie noch gut aussieht und kräftig erscheint, kannst du sie lassen. Solltest du eine neue einbauen wollen, nimm keine verstärkte Version. Erstens ist das nicht erlaubt und zweitens produzieren die Haenels damit z.T. extreme Tiefschüsse.



    Edit: Moment ... meintest du mit "Lauf" gar das Federlager, also das Teil, was du zuletzt fotografiert hast? Das kann man nicht zerlegen. Wenn du es reinigen willst, dann wirst du mit einer kleinen Bürste darin herumstochern müssen. WD-40 bzw. Aceton helfen. ;)

    If G is the number of guns you currently own and N the number of guns you desire, then: N = G + 1

  • Hallo Marcus,


    Die Innereien sehen alle ordentlich aus.


    Wie ist die Kolbendichtung?


    Alles schön entfetten und sauber machen.
    Kolbendichtung auffrischen, oder erneuern.
    Dann das Ganze neu fetten und wieder
    zusammenbauen.
    Tip: Die Kolbenfeder gut mit Motorrad-Kettenfett
    einsprühen. Nimm Gutes, mit hoher Haftung.
    Danach klappert nichts mehr im System.


    Den Lauf würde ich nicht ausbauen. Die Gefahr
    die Achsenschraube zu vergnaddeln ist da immer
    recht groß.


    liebe Grüsse ... Patrick