Vintage-Knicker beim Field-Target.

  • Ihr Lieben.


    "...interessiere ich mich fürs Field-Target, weiß aber nicht was ich mir kaufen soll. Habe hier zu Hause nur einen alten Knicker..."


    Das ließt man hier eigentlich sehr regelmäßig. Nun bewegte mich die Frage, ob man mit so einem Oldi den Hauch einer Chance hat, gegenüber den Hightechgeräten, die da sonst so am Start sind. Also meldete ich mich einfach mit einer ca. 70 Jahre alten Diana 27 und offener Visierung beim Indian-Summer-Shooting an.


    Die Antwort vorweg:


    Nein! So schwer hätte ich es mir nicht vorgestellt, mit 0 Punkten (FT Klasse 4) ging es wieder nach Hause. Anders sieht es bei HFT aus. Hätte ich mich dafür gemeldet, wären es locker 45 Punkte oder mehr gewesen, denn die Silhouette wurde fast immer getroffen. Aber für FT gilt halt leider: Knapp vorbei ist auch daneben.


    Woran lag es?
    Schütze: In erster Linie am Schützen. Meist bin ich mehr motiviert als trainiert. Als Gastschütze ziehe ich gelegentlich los um unter andere -normale- Menschen zu kommen, praktisch Abschalten vom Alltag, vergleichbar autogenem Training. Eine echte FT-Karriere zu starten, war nie mein Sinnen. Und trotzdem schaffte ich es schon aufs Treppchen. Auch mit dieser schönen alten Diana 27 holte ich immerhin beim Gartenflintenschießen 2013 schon 82 von 144 Punkten. Allerdings hatte ich da auch noch keine Gleitsichtbrille.


    • Ohne Brille nur Ziel scharf.
    • Mit, Kimme verschwommen usw.
    • Beim nächsten Schuss besser wo hin halten? Keine Ahnung, denn ohne ZF siehst Du ja nicht wo Du getroffen hast.
    • Ich ließ auch andere Schützen ran: "Oh, mein Gott!" einhelliger Kommentar.


    Gewehr:


    An dem hänge ich ganz besonders, denn es war mein erstes:



    Vor dem Wettbewerb wurde die V0 gemessen. Die schwankt nur um 3,5 m/sek. Auch wenn es mit seinen vielleicht 70 Jahren kein :F: hat, übersteigt sie die 7,5 Joule nicht. In Dorsten habe ich sie mit Zeugen nochmals durch den Chrony geschossen, mit JSB Heavy 147m/sek = 7,0 Joule. Außerdem malte ich das Korn von hinten an, was sich bewährt hat beim Anvisieren von dunklen Zielen:



    Als die Diana die Werkshallen verließ, war sie wohl eher gedacht damit im Garten Büchsen zu schubsen und das könnte sie heute noch allemal. Wie bereits erwähnt, wäre HFT auch noch halbwegs gegangen.


    Grundsätzlich würde ich jedem FT-Besucher raten so ein Ding einfach mit zu nehmen. Viele haben Plinkingzonen mit Spaßzielen, wo man sich damit austoben kann.


    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
    Udo

    Die friedlichsten Menschen,
    die mir bis jetzt begegneten,
    waren bewaffnet!

    Edited 3 times, last by BMP I ().

  • Vermutlich wären mit einem einfachen 4x20 Zielfernrohr, welches es für 11,95 € gibt, doch schon ein paar Blechtierchen gefallen.
    Ich denke, wer einfach Spaß haben, und zusammen mit anderen Schützen ein wenig schießen möchte, benötigt nicht unbedingt eine teure neue Ausrüstung.


    Wenn man aber die Ambitionen hat, das man an der Spitze mit schießen möchte, muss man wohl etwas tiefer in die Tasche greifen und sich entweder ein altes Matchgewehr herrichten oder ein anderes präzises Gewehr zulegen. Dazu noch ein brauchbares Zielfernrohr, eine passende Munition und regelmäßiges Training.

    Mitglied im Europäischen Bundesrat für verbastelte Druckluftwaffen.
    Planlos geht mein Plan los.


    !!! Bitte keine Anfragen mehr, ob ich etwas fertigen kann !!!

    Edited once, last by Ferrobell ().

  • Vermutlich wären mit einen einfachen 4x20 Zielfernrohr, welches es für 11,95 € gibt,

    Das Schätzchen hat ja nicht einmal eine Schiene. Es war eine bemerkenswerte Erfahrung, vor allen Dingen wenn so gar nichts umkippt. Ich hätte die Flinte jedoch niemals ins Korn geworfen, es war ja auch keins da... :D;);)


    Liebe Grüße Udo

    Die friedlichsten Menschen,
    die mir bis jetzt begegneten,
    waren bewaffnet!

  • Udo, mit der alten Diana 27 mit offener Visierung an einem FT-Wettkampf teilzunehmen war doch ganz schön ambitioniert.
    Und stelle dir mal vor, du hättest damit viel getroffen! Ohne Fokussieren, Messen, Dotten, Türmchendrehen, ohne Optik, ohne Hamster und sonstige Anbauteile! Du würdest die Grundlagen einer Sportart zerrütten ;)
    HFT? Schon eher! Wenn du denn mit der Hälfte der möglichen Punkte plus einige Zusatz- oder auch Zufallstreffer zufrieden bist, und damit schlechter als der „normale“ bzw. normalausgerüstete Teilnehmer.
    Für Spaßwettbewerbe, wie der von dir genannte, ist die Diana allerdings absolut geeignet. Ich erinnere mich da gerne an Wiesloch und Dossenheim. Da war ja nicht nur meine Will im Einsatz, sondern da habe ich auch andere „übelste“ Konstrukte gesehen, z.B. ist mir da ein Stick rangetackertes Holz als „Griffstück“ an einem LG in Erinnerung.
    Ich verstehe, das die „Szene“ mit FT und HFT ein ernst zu nehmendes Hobby mit ernst zu nehmenden Wettkampfbetrieb gefunden hat.
    Leider bin ich da mit meinen körperlichen Beschwerden nicht gut aufgehoben, 50 mal auf und ab geht nicht mehr, leider. Und außerdem hat die Waffenspezialisierung oder -Optimierung in beiden Disziplinen schon wieder den Gebrauch von vielen Hobby-LG aber auch der meisten „antiken“ Schätzchen unsinnig gemacht. Was bleibt, ist sich auf Möglichkeiten des Plinkens zu freuen, gern auch in Wettkampfform.

  • Beim HFT erging es mir ähnlich! Beim Einschießen auf dem Kissen war noch alles ok und dann :S nahm das Elend seinen Lauf. Nach 4 Volltreffern und 45 Shiloettentreffern wars dann auch schon vorbei.


    Das Gewehr ist eigentlich technisch super ( Standartabweichung unter 1m/s) aber ich glaube meine Fähigkeiten im knien und liegen und stehen taugen einfach nix.


    Zuhause auf 19m vom Kissen war es eigentlich nich so schlecht. Schnelle Karte zuhause danach!



    Lg Mirko

  • HFT? Schon eher!

    Die hälfte der Punkte? Nicht wirklich. :D


    Bei der WM in Polen waren tatsächlich zwei verrückte die mit offener Visierung geschossen haben. Einer mit einer HW35 glaub ich und der andere hatte die Diana K98. Die haben natürlich nichts gerissen. Aber ich war trotzdem erstaunt dass sie es überhaupt geschafft haben ein paar Ziele zu legen. Zusammen mit einigen Silhouettentreffern kamen sie so auf vielleicht 15-20%. Was trotzdem noch echt respektabel ist, für eine offene Visierung.

    Gruß Patrick

  • Ich hatte in Dossenheim nicht ganz die Hälfte der möglichen Punkte erreicht und dabei ca. 10 2er, also eine entsprechende Anzahl Ziele gar nicht getroffen. Mit dem Bügelspanner und einem „montierten“ 4 x 32 ZF. Ich denke, daß ein guter Schütze, wie du z.B., mit einem KuK-Knicker auf ein ähnliches Ergebnis kommen kann. Aber vielleicht unterschätze ich da auch einen echten HFT Pacours. Und vielleicht probiert das Udo mal.

  • Also wenn jemand ein gutes Gewehr hat, seit geraumer Zeit oft damit schießt und sich vollends an die Waffe gewöhnt hat, dann denke ich schon dass so jemand ganz gut abschätzen kann wie weit er bei welcher Entfernung drüber halten muss. Gut möglich dass man so alle Silhouetten mitnehmen kann und ein paar vielleicht sogar fallen.


    Bei internationalen Meisterschaften kommt noch erschwerend hinzu, dass sich die Leute welche die Parcours aufbauen sehr ausgiebig damit beschäftigen wie sie uns das Leben schwer machen können. Das sind mitunter kranke Sadisten. Die platzieren ein Ziel z.B. so, dass du durch einen Tunnel aus Ästen und Zweigen zielen musst. Durch solche Tricks ist es extrem schwer die Distanz richtig zu schätzen. Die arbeiten gern mit optischen Täuschungen.


    Das ist was ganz anderes als wenn man schön lineare Lanes auf einer ebenen Wiese hat.

    Gruß Patrick

  • So fing es doch damals an!!! Da saßen Leute an den Lanes, wie z.B. @Musashi, @theSpy die haben nicht tausende von DM investiert, sondern haben tolle Ideen gehabt und an ihren Werkbänken umgesetzt!


    Bis dann diejenigen kamen, die merkten, dass man aus den Ideen Anderer, viel Geld machen kann!


    Es gibt Sie aber noch, diese freien Wilden und ein paar ganz Wenige habe ich kennenlernen dürfen!

    Gruß Dirk

    Toujours en vedette - Allzeit bereit

  • Das Schätzchen hat ja nicht einmal eine Schiene.
    Liebe Grüße Udo

    DAS ist ist nur bedingt ein Makel, wenn man es wirklich so sehen möchte.
    Da gibt es aber sehr gute Nachrüstschienen, zum Löten oder Verschrauben.
    Meist muß man sie noch ein wenig in der Auflage nachschleifen, aber mit
    ein wenig aufgelegtem Schmirgel, ist das schnell getan.


    Verschrauben:
    Das Einfachste Weg von Allen.
    Auflegen, anzeichnen, bohren, schneiden, verschrauben, fertig.
    Die Vorteile liegen hier darin, daß man nicht neu brünieren muß,
    und man kann diesen Umbau auch jederzeit rückgängig machen.
    Das empfehle ich jedoch nur bei Systemen die fast bis gar keinen
    Prellschlag haben. Habe ich bei meiner Diana 6G T01. Bombe!!!


    Verkleben:
    Geht mit beiden Versionen.


    Der Kleber sollte hier nicht aus der Grabbelkiste sein. Förch-2K
    hat eine wirklich sehr hohe Adhäsion, wird aber dann in der Kohäsion
    nicht so fest, daß er bei Beanspruchung bricht. Hat sich bewährt.
    Der hält sogar bei Gewehren, die wie Maulesel treten.
    Hierfür muß die Oberfläche jedoch vorbehandelt werden. Die Stelle
    muß dafür leicht rauh sein. Möglichst passgenau oder später die
    Stellen nachbrünieren, die zu weit behandelt wurden. Läßt sich nur
    bedingt wieder lösen und rückgängig machen. Lohnt sich aber.


    Verlöten:
    Eine Verbindung für die Ewigkeit!!!
    Sollte man können oder aber können lassen.
    Wenn man eh eine Komplettrestauration geplant hat, kann man sich
    das nun auch noch gönnen. Danach ist es egal, ob man nun gleich
    das Hubble montieren will oder einen Prellschlag hat, der ganze
    Kontinentalplatten verschiebt. Fest ist fest. Hält faktisch ewig.


    Außerhalb der Reihe, gibt es noch das Fräsen. Habe ich schon,
    gesehen, würde ich selbst aber nicht machen wollen. So eine
    Systemhülse fräst man nur einmal durch oder schief oder ungenau.
    Hat aber den unbestechlichen Vorteil, daß es noch am Ehesten so
    aussieht, als wäre es original auch so gewesen. Für alte Schätze.

    Gruß, Ralf
    Alt, aber bewaffnet. :thumbsup:


    Orbis non sufficit quod Omnia tempus habent.

  • Ich würde an ein altes Liebhaberstück keine Schiene nachträglich ranflanschen. Das ruiniert den Vintage-Charakter.


    Dann lieber gleich ein LG mit Schiene suchen.

    If G is the number of guns you currently own and N the number of guns you desire, then: N = G + 1

  • Für meine Diana 22 habe ich damals eine zweite Systemhülse besorgt, die eh neu brüniert werden musste.
    Dort habe ich dann die erwähnte Aufschraublösung gewählt. Evtl. wäre das eine Option für dich, ohne den Originalcharakter zu zerstören?
    Dann könntest du dir das billige 6-24x50 Chinaglas drauf machen und ich bin mir sicher, dann fällt auch das eine oder andere Ziel!

  • Ich würde das LG auch so lassen.
    Das Teil hat Charakter, und eine nachträglich angebrachte Montagemöglichkeit verschlimmbessert meiner Meinung nach nur den Erhaltungsgrad.
    Fürs Schiessen mit ZF gibt es ja nun ausreichend andere Knicker.


    Gruß Ralf

  • warum denke ich da spontan und ausschließlich mich betreffend an drei schwarze Punkte auf gelben Untergrund?

  • Ihr Lieben.

    DAS ist ist nur bedingt ein Makel, wenn man es wirklich so sehen möchte.

    Grundsätzlich ist es gar kein Makel. Stellt Euch vor Ihr habt eine schöne alte Pagode oder sonst ein Oldtimer, nicht restauriert aber gut erhalten. Dann schraubt Ihr auf den Kofferraumdeckel einen Heckspoiler im Format Frittentheke, den es seinerzeit in der Form niemals gab. Ich glaube da würden mir eher die Finger abfallen.


    Und genau so ist es bei der 27er Diana. Eben das sie keine Schiene hat, ist Erkennungsmerkmal für ihr Baujahr. Es ist für mich ein Stück Kulturgut, was genau so erhalten wird. Den Schulterriemen kann man wieder entfernen ohne Rückstände.


    Für meine Sehschwäche und das eine Kimme keinen Dioptrienausgleich hat, dafür kann die Diana nichts.


    Liebe Grüße Udo

    Die friedlichsten Menschen,
    die mir bis jetzt begegneten,
    waren bewaffnet!

  • Zu blind zum KuK-Schießen? Trotzdem voll des Wunsches, ein "Vintage-Schätzchen" auszuführen, ohne es langfristig zu beschädigen? Schamlos und voller Freude am Schießen?
    Dann gibt es eine Lösung:

  • Lieber Schütze&Sammler.

    Zu blind zum KuK-Schießen? Trotzdem voll des Wunsches, ein "Vintage-Schätzchen" auszuführen, ohne es langfristig zu beschädigen? Schamlos und voller Freude am Schießen?

    Ich hoffe Du glaubst keine Sekunde daran, dass ich je Deine Sanitärmontage vergessen hätte...


    Liebe Grüße Udo

    Die friedlichsten Menschen,
    die mir bis jetzt begegneten,
    waren bewaffnet!

  • Zu Udos Ehrenrettung muss ich sagen, dass der Parcours in Dorsten auch sehr schwer war. Kleine Killzonen auf weite Entfernungen. Nahezu jede Lane bestand stets aus einer 15 mm Killzone auf 14 m (+/-1m) und einer 20 mm Killzone auf 24 m (+/-1m). Manche bezeichnen das als eintönig, einfallslos oder langweilig; extrem schwierig war es auf jeden Fall.


    Meine beiden HFT-Squadpartner habe ich richtiggehend bedauert, da die Ziele trotz hervorragenden HW30S mit Ferrobell-Tuning und präzisen Zielfernrohren einfach nicht fallen wollten. Viel mehr Treffer als Udo hatten die auch nicht. Hätte Ralf nicht ab und zu eine größere Killzone in den Parcours gemischt, wäre es wahrscheinlich noch schlimmer ausgefallen. Die Hauptsache war jedoch, dass Alle Spaß am Schießen hatten.

    "Je mehr Regeln und Gesetze, desto mehr Diebe und Räuber." Lao Tse (6. Jh. v. Chr.)