Pflaster und Verbandszeug immer in erreichbarer Nähe vorhalten !!! 
Ich hab natürlich hin und wieder mal Messer für Bekannte geschliffen. Da hab ich schnell gelernt dass ich jedes mal eine Packung Pflaster mit dazu legen muss. Viele sind es so sehr gewöhnt mit stumpfen Messern zu hantieren, dass sie sich fast automatisch verletzen wenn sie mal eine wirklich scharfe Klinge in die Hand bekommen. Da kann man noch so oft warnen, es muss trotzdem auf die Schneide gefasst werden... 
Jetzt lesen hier bestimmt auch Leute mit die sich fragen was der Aufwand soll, ein Durchzugschärfer tuts doch auch. Ich hab mal einen Schleifprozess Mikroskopiert um zu zeigen was an der Schneide passiert wenn man diese bösen Durchzugschärfer benutzt. Erfahrene Messerschärfer sollten jetzt weg schauen. 
Also nehmen wir mal an man hat ein Messer das noch eine sichtbare Fase hat, aber nicht mehr gut schneidet. Man nimmt einen Durchziehschärfer und zieht die Klinge da ein paar mal durch. Mit bloßem Auge alles super, aber... Dann sieht das 20fach vergrößert erst mal so aus:

Erstmal sieht man den sehr groben Grat gespickt mit Spänen. Will man damit jetzt Lebensmittel schneiden? Ich glaube nicht. Dann erkennt man dass der Winkel des Durchziehschärfers überhaupt nicht zur Schneide passt. Da wurde jetzt quasi eine zusätzliche Fase reingefressen. Der Winkel eines Durchziehschärfers ist nämlich ein Kompromiss, ein Mittelwert aus allen die es gibt damit alle so halbwegs bedient werden. Zu stumpf für Küchenmesser und zu spitz für Outdoormesser.
Das Mindeste was man jetzt machen kann, ist die Klinge auf Leder abzuziehen damit der Grat halbwegs ab geht. Dann sieht das so aus:

Eine völlig zerfressene Schneide, immernoch mit kräftigem Grat. Dieser sägt jetzt das Schneidgut und verliert dabei nach und nach kleine Splitter. Ja, es schneidet erst mal, aber nur so lange bis der Grat weg ist. Das ist im Grunde eine vorgegaukelte Schärfe.
Nun schauen wir uns mal an was passiert wenn man einen Festwinkelschärfer benutzt, bei welchem nicht nur geschabt sondern geschliffen wird, sich der Winkel optimal einstellen lässt und die Körnung variabel steigern lässt. Nach dem letzten Durchgang mit einem 3000er Diamant sieht das so aus:

Ein perfekter Winkel und ein feiner Grat der hauchdünn ist und sich wie eine Folie verhält. Der muss noch ab. Das machen wir wie gesagt auf Leder mit Polierpaste. Hier hab ich mittendrin mal ein Bild gemacht, gerade als sich der Grat beginnt abzulösen.

Wenn es fertig abgezogen und gereinigt ist, sieht es so aus:

Absolut perfekte Kante, rasiert und spaltet Haare. Die Oberfläche ist spiegelnd, was unter dem Mikroskop aber nicht sichtbar ist. Das zeigt eher wie rau die Oberfläche tatsächlich noch ist. Diese Schleifspuren sind mit bloßem Augen nicht zu sehen.
Wie überall im Leben gilt: Wer das eine will, muss das andere mögen. Eine gute Schneide kostet einmal Zeit und im Nachgang regelmäßige Pflege. Oder man zieht die Klinge einfach jedes mal fix durch und lebt mit den Spänen im Essen. Muss jeder für sich entscheiden.
