Streukreis richtig messen

  • Mir ist aufgefallen, dass hier im Forum Streukreise teils nach dem äusseren Umfang der Einschusslöcher angeben werden und teils wird von Lochmitte zu Lochmitte gerechnet.


    Es wäre schön wenn über die Messmethode Einigkeit bestehen würde, denn die Wenigsten schreiben es dabei wie sie gemessen haben. Das ist dann wie mit den Äpfeln und den Birnen.


    Lt. Wikipedia wird von Lochmitte zu Lochmitte gemessen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Streuung_(Ballistik)
    Ergibt aus meiner Sicht auch mehr Sinn....und hört sich auch gleich viel besser an ;) .



    Andreas

    "Schusswaffen sind gefährlich. Doch in den richtigen Händen sind sie ein Quell ständiger Freude und Erbauung." Sledge Hammer

    Edited once, last by gilmore ().

  • Wenn ich das richtig im Kopf habe, wird bei den Fachzeitschriften der Treffergruppe außen gemessen. Das bedeutet, dass der Messwert immer größer als das Kaliber sein muss.
    Das ist auch eindeutiger zu messen, da man die Mitte eines Loches auf der Schießscheibe nur schätzen kann. Einen Messschieber kann man genauer am Rand anlegen.

  • Ich bevorzuge eigentlich auch die Angabe Lochmitte-Lochmitte um Aussagen über die Präzision zu machen, weil kaliberübergreifend aussagefähig.
    Und ich hatt auch vor einiger Zeit mal ne Diskussion dazu mit NC9210, denn im LG-Bereich ist die umschlossene Angabe üblich.
    Im Nachhinein muss ich sagen, es macht hier auch oftmals Sinn.
    Zum einen sind LGs im Matchbereich immer im Kaliber 4,5mm und es gibt keine Notwendigkeit, hier das Kaliber rauszurechnen. Zum anderen lassen sich 1 mm Differenz Mitte/Mitte, die ungefähr üblich sind bei Wettkampfwaffen auch schwerer messen als die Strecke zwischen den Aussenrändern und damit der umschlossene Streukreis.Gerade, wenn man keine elektronische Auswertung zur Verfügung hat. Subtrahieren des Kalibers birgt dann noch höchstens die sehr kleine “Gefahr“ von Rechenfehlern.
    Und etwa im Bereich Field Target ist der umschlossene Streukreis, in der Tat praxisrelevant. Denn das gesamte Geschoss muss innerhalb der Hitzone landen, damit das Ziel sicher fällt.
    Und am umschlossenen Streukreis wird dann deutlich, dass etwa eine Waffe in 5,5mm einer 4,5mm Waffe hier unterlegen ist beo gleicher Präzision, weil der umschlossene Streukreis halt größer ist.
    Von daher ist es nicht pauschal besser eine bestimmte Variante zu nutzen.
    Es kommt auf den Zweck an. Und wenn man bei der mm-Angabe dann noch die Messmethode angibt, kann jeder auch damit arbeiten.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Beim FT:
    Ziel fällt oder fällt nicht.


    Scheibe:
    Von Aussenrand nach Aussenrand der Löcher bzw des Loches (weiteste Entfernung).
    Bei von Mitte zu Mitte müßte man 4,5mm abziehen.


    Gruß Play

    Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)

  • Loch in Loch wäre demnach entweder ein Streukreis von 0mm oder 4,5/5,5mm. hmmm

    Ich habe auch schon von Leuten gehört, die eine aneinanderreihung von Löchern (also ein großes mit vielleicht 20mm Durchmesser) auch "Loch in Loch" genannt haben. Das wird wohl die unpräziseste Streukreisbezeichnung sein :-)


    Ich kenne es so, dass wenn man von "Streukreis von 12mm" redet, Lochmitte-zu-Lochmitte gemeint ist (da gibt es ja Tools für) und wenn man "Streukreis von 12mm umschlossen" redet, dann misst man halt von Rand zu Rand.

    Friendly fire - isn't

  • Ich habe auch schon von Leuten gehört, die eine aneinanderreihung von Löchern (also ein großes mit vielleicht 20mm Durchmesser) auch "Loch in Loch" genannt haben. Das wird wohl die unpräziseste Streukreisbezeichnung sein :-)

    Gerne auch in Verbindung mit den Worten “schiesst wie Gift!“. :D

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    Pippi Langstrumpf

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    Phil Robertson

  • Loch in Loch würde ich sagen, wenn es nahezu ein kreisrundes Loch (ca. 4,5 bis vieleicht 4,8mm) ist. Alles da drüber ist meiner Meinung nach nicht mehr Loch in Loch.


    Gruß Play

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  • Hallo,


    wenn man Lochkreise angibt, dann macht es primär nur dann Sinn, wenn man die Mitte des Loches bezeichnet und nicht den Außendurchmesser. Bei elektronischer Auswertung wird die erste Dezimalstelle hinter der Zahl noch mitgezählt. Es ergibt sodann einen Unterschied, ob ich eine 10,0 oder eine 10,9 getroffen habe. Es gab auch schon seit vielen Jahren Hilfsmittel, um die Lochmitte zu bestimmen. Wenn ich irgendwo zwischen dem 9. Ring und 8. Ring getroffen habe, dann hätte ich ja Entscheidungsprobleme wenn die Methode nicht klar definiert wäre. Es zählt die Mitte des Loches und danach wird ausgewertet.


    Eine Loch in Loch Aussage ist schwer ein zu grenzen. Eigentlich dürften hier nur die 10,9 Treffer gemeint sein.


    Bei einem Turnier mit Matchwaffen, bei dem elektronisch ausgewertet wird, entscheiden die Zehntel über die ersten Plätze. Hier wird auch nur ein Schuss pro Scheibe geschossen, damit die Auswertung klappt.


    Es macht einen Unterschied, ob ich bei 40 Schuss jeweils 10,0 treffe mit dem Ergebnis 400 Ringen, oder ob ich bei 40 Schuss jeweils 10,9 treffe mit dem Idealergebnis 436 Ringen.


    Gruß Viper1497

  • Die Frage ist, in welchem Umfeld man die Aussage macht. Im 10m LG Matchbereich anders als beim Plinken zu mehreren oder ob ich eine Aussage im Forum über ein LG machen möchte.


    Gruß Play

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  • Loch in Loch würde ich sagen, wenn es nahezu ein kreisrundes Loch (ca. 4,5 bis vieleicht 4,8mm) ist. Alles da drüber ist meiner Meinung nach nicht mehr Loch in Loch.

    Loch in Loch ist für mich ein Lesbenporno und keine Streukreisangabe, sorry ;)

    Friendly fire - isn't

  • Da sind die Löcher und das Diabolo aber auch flexibel. ;)


    Gruß Play

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  • Die Frage ist, in welchem Umfeld man die Aussage macht. Im 10m LG Matchbereich anders als beim Plinken zu mehreren oder ob ich eine Aussage im Forum über ein LG machen möchte.


    Gruß Play


    Hallo,


    deine Aussage kommt für mich so rüber, wie „kommt darauf an, welche Ansprüche man an sich selbst stellt“. Wer bescheiden ist, ist froh, dass er eine Colabüchse auf 10 m umwirft, wer Ansprüche hat, der ist nur froh, wenn er 10,9 Serien schießt und heult beinahe, wenn es nicht so ist.


    Gruß Viper1497

  • Richtig:
    Wenn Jemand bei einer Baikal 61 sagt. Wow. Ich habe heute mit Ihr Loch in Loch geschossen (mit einem ca. 4.9 bis 5mm Loch).
    Dann ist klar, daß es nicht ganz so ist als wenn Jemand sagt. Heute bei der Deutschen Meisterschaft im LG 10m Schießen habe ich mit meiner FWB 800 fast Loch in Loch (4,6mm) geschossen.


    Trotzdem ist dann das Ergebnis der Baikal 61 recht respektabel. Man sollte nicht Alles auf die Platin-Ultrafein-Waage legen. Man weis ja, was im Kontext gemeint ist.


    Gruß Play

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  • Bei Flachkopf-Diabolos und Wad-Cutter-Geschossen kann ich die Angabe des Außendurchmessers noch verstehen, aber bei Rund- und Spitzkopf und langsamen Geschossen auf dünnem Papier wird das Messen deutlich schwieriger. Da lässt sich die Mitte des ungefähren Loches deutlich einfacher Abschätzen. Bei der Angabe von Streukreisen wird immer die Messmethode mit angegeben; alles andere ist Pfusch.


    Ich hätte noch eine Dritte Methode: Der Innendurchmesser der äußeren Treffer. Damit wird angegeben, welches Ziel noch getroffen werden kann. Das ist z.B. bei Silhouetten und beim Scheibenschießen der Fall, wo der angerissene Ring zählt. Soweit ich weiß, gilt das auch für die ganzen 10-m-Disziplinen, bis auf die Finalrunde.

    "Je mehr Regeln und Gesetze, desto mehr Diebe und Räuber." Lao Tse (6. Jh. v. Chr.)


    Wegbeschreibung zum: :-D FT-Team :W: iesloch :-D


  • Soweit ich weiß, gilt das auch für die ganzen 10-m-Disziplinen, bis auf die Finalrunde.


    Hallo,


    heute wird im LG Matchbereich elektronisch getroffen und elektronisch ausgewertet. Der eine Monitor steht neben dem Schützen, der zweite steht bei der Jury zum Auswerten. Die Ergebnisse werden sofort angezeigt und man kann sich auch die Summe der Ringe sofort anzeigen lassen. Wenn du deine 40 Schuss im Zeitrahmen abgeben hast, siehst du sofort die Ergebnisse.


    Da gibt es keine Pappscheiben mehr. Höchstens im Training werden in dem einen oder anderen Schützenverein noch Scheiben benutzt.


    Gruß Viper1497

  • Ich bevorzuge eigentlich auch die Angabe Lochmitte-Lochmitte um Aussagen über die Präzision zu machen, weil kaliberübergreifend aussagefähig.

    Du vergisst aber dabei, dass kleine Streukreise so gar nicht ermittelbar sind.
    Stelle dir ein Schussbild einer Matchwaffe vor, dessen 5 Schuss ein 6 mm Loch gestanzt haben. Logischerweise gibt bzw. bleibt es dann nur bei einem Loch. Wie willst du da von welchem Schuss die Lochmitte messen? Dann kann man besser den gesamten Außendurchmesser messen und ggf das Kaliber abziehen. Letzterer Wert ist ja immer bekannt.

  • heute wird im LG Matchbereich elektronisch getroffen und elektronisch ausgewertet. Der eine Monitor steht neben dem Schützen,

    Nicht immer, aber immer öfter.
    Die Anlagen kosten richtig Schotter und auch mittelgroße Vereine scheuen die hohen Umbaukosten. Man muss auch wissen, dass selbst kleine Vereine meist schon 10 Bahnen haben. Daher wird auf Bezirksebene oft noch konventionell auf Pappe geschossen.
    Der Schütze sollte generell keine Ringe im Kopf zählen. Das lenkt nur ab. Ich kenne Anlagen, wo der Schützenmonitor nur mit Verrenkungen vom Schützen einsehbar ist. Das hat seinen Grund.
    Aber zum Auswerten von Streukreisen oder gar Geschossbestimmung in Sinne eines Schießtests braucht man Pappscheiben. Das ist mit elektronischen Anlagen schlecht bis gar nicht zu machen.

  • Du vergisst aber dabei, dass kleine Streukreise so gar nicht ermittelbar sind.Stelle dir ein Schussbild einer Matchwaffe vor, dessen 5 Schuss ein 6 mm Loch gestanzt haben. Logischerweise gibt bzw. bleibt es dann nur bei einem Loch. Wie willst du da von welchem Schuss die Lochmitte messen? Dann kann man besser den gesamten Außendurchmesser messen und ggf das Kaliber abziehen. Letzterer Wert ist ja immer bekannt.


    Hallo,


    bei einer Matchwaffe wurde früher jeweils ein Schuss pro Scheibe abgegeben. Fünf Schuss pro Karton wird heute nur noch beim Ostereierschießen gemacht. Normalerweise werden hier auch die Minischeiben in Streifen benutzt, damit man sieht was das Ergebnis ist.


    Seid ihr im Norden geiziger?


    Im Training, wenn man noch auf Karton schießt, kann man noch etwas sparsamer sein.


    Gruß Viper1497