Bekomme Weihrauch HW 100 nicht vernünftig eingeschossen.

  • Hallo zusammen,


    ich habe folgendes Problem. Wie vor kurzem berichtet, habe ich mir ein Weihrauch HW100 T F.S.B. Luftgewehr neu gekauft. Bin absoluter Anfänger.


    Dazu zum ausprobieren ein Hawke Vantage 4-12X50 bestellt. (Eigentlich wollte ich mir das Hawke Sidewinder 8-32X56 bestellen, war mir dann aber doch zu groß).


    Der Schalldämpfer, den ich dazu bestellt hatte war leider verkehrt und ging erst mal wieder zurück. Eingeschossen habe ich das ganze dann mit einem günstigen Einschießbock
    auf ca. 15 Meter Entfernung. Hat auch alles super geklappt, ich war von den Ergebnissen als Anfänger echt begeistert. Das ganze funktionierte so gut, dass ich mit aufgelegtem
    Gewehr auf 20 Meter kleine Bambusspieße halbiert habe.


    Ein paar Tage später habe ich das Zielfernrohr gegen ein Hawke AIRMAX 30 SF 8-32X50 getauscht, (wollte jetzt doch ein große Zielfernrohr) dazu noch den richtigen Schalldämpfer von Weihrauch und eine neue No-Name Montage installiert.


    Leider bekomme ich jetzt nicht mehr die gleichen guten Ergebnisse wie mit der vorherigen Konfiguration. Auf 15 Meter, Gewehr im Einschießbock bin ich mal 1cm weiter links, mal 1cm weiter rechts oder 1cm weiter oben. Das hatte ich vorher nicht. Ich vermute fast, dass es ich das Zielfernrohr nicht richtig montiert habe.
    Irgendwie war der Blick durch das kleine Zielfernrohr angenehmer, egal bei welcher Vergrößerung. Habe hier im Forum auch gelesen das es an der Montage liegen kann, bin da als Anfänger aber leider überfordert und würde mich über ein paar Tipps und Ratschläge freuen.


    Noch eine Zusatzfrage: Beim Montieren des Schalldämpfers ist mir aufgefallen, dass sich beim entfernen der Mündungskappe, die Laufverkleidung mit dreht. Ist das normal, dass sich
    dieses Außenrohr so einfach drehen lässt und wie fest muss das wieder aufgeschraubt werden ??


    Vielen Dank Manfred

  • Als Hauptfehlerquelle vermute ich die Montageteile.
    Schau mal bei Benke-Sport, da gibt es einige Ringmontagen die sehr gut sind (Serie "Match")


    Eine andere Fehlerquelle könnte die Art der Montage selbst sein. Durch ein übermäßiges, kräftiges Anziehen der Schrauben kann es zu Verspannungen kommen.
    Eine große Gefahr beim Festschrauben der Montageringe besteht darin , dass das ZF beschädigt wird.


    Warum das große, klotzige 8-32X50 Glas ?
    Gute Erfahrungen babe ich mit den Hawke- Gläsern der Baugruppe 13310, 4-16X50 gemacht.


    P.s.: Meine Weihrauch HW100 habe ich mit dem Hawke Kompaktglas, #13220, 6-24X50 gemacht.

  • ... bitte gehe systematisch vor!


    Bitte den Zustand wieder herstellen wie am Anfang. Und nur schrittweise Änderungen.


    Als erstes nehme das große Glas wieder runter. Dann entferne den Schalli.


    Dann ziehe bitte das FSB Rohr handfest wieder an und drehe den Stopfen - der für den Schalli raus musste - wieder rein. Nun das alte Glas mit der alten Montage wieder montierten. Und danach prüfen, ob das Ergebnis wieder passt.


    Hinweise zur Montage beim HW100: es empfiehlt sich eine Einteilige Montage oder eine Erwin-Schiene zu verwenden. Die HW100 besteht aus zwei Teilen und eine Schiene oder einteilige Montage wirkt sich positiv aus.


    Wenn das Ergebnis wieder passt, den Schalli dran und wieder prüfen. Prüfe am Besten Indoor, damit der Wind dich nicht ins Boxhorn jagt.


    Mehr Infos zur HW 100 gibts im speziellen Fred dazu HW100 Gemeinschaft hier im Forum.

  • Ich würde auch sagen, da kommen eine ganze Reihe von denkbaren Fehlerquellen zusammen. Da du Anfänger bist, hier meine Gedanken als Liste:
    Schützenfehler, Abzugsfehler?
    Ungünstige Auswahl Diabolos - mit einfachen Standarddiabolos testen, keine Billigware
    Fehler bei der Montage ZF. Verspannt verschraubt, zu locker verschraubt?
    ZF defekt
    LG dieselt

  • Vielen Dank, für die vielen Tipps und Ratschläge. Werde sie der Reihe nach ausprobieren. Leider kann ich aber das alte Zielfernrohr nicht mehr montieren, weil ich es schon zurück geschickt habe. Habe mir aber schon eine Weaver-Schiene AR20 mit neuen Montagen bestellt. Hoffe das ich die morgen bekomme und gleich mal montieren. Den Schalldämpfer habe ich auch zwischendurch mal abgeschraubt, hat aber auch nichts gebracht. Außer mehr Lärm.


    Ich habe doch das große Zielfernrohr in Verdacht. Irgendwie habe ich bis jetzt noch keinen optimalen Abstand dafür gefunden. Mal ist es zu weit mal zu nah. Ich habe echt Probleme damit ordentlich zu zielen. Hoffe das sich das durch die Erhöhung mit der Weaver-Schiene verbessert.

  • Soll das auf der HW 100? Die hat eine 11 mm Prismenschiene!

    ... er meint sicher ArtNr 466.700 bei Benke Sport. Das ist ne Schiene von 11mm auf Prismen für AR20 die auch auf der HW100 passt

  • ... er meint sicher ArtNr 466.700 bei Benke Sport. Das ist ne Schiene von 11mm auf Prismen für AR20 die auch auf der HW100 passt

    Sorry, habe mich etwas blöd ausgedrückt. Aber genau diese Schiene habe ich bestellt. Hatte hier irgendwo im Forum gelesen, dass man die als Alternative zur Erwin-Schiene nehmen kann.

  • Hallo,


    du hattest zuerst nur den Laufmantel, mit dem alles gut war und hast dann zusätzlich den passenden Weihrauch Schalldämpfer montiert ?
    Dann könnte es einfach daran liegen, das dass Zusätzliche Gewicht die Präzision negativ beeinflusst.
    Verschiedene Schalldämpferfabrikate erzeugen alle ein unterschiedliches Trefferbild bzw können die Schussgruppengröße beeinflussen.
    Einige cm unterschied sind da keine seltenheit :)


    Bzgl. Augenabstand zum Okular:
    Wie stellst du es eigentlich ein ? Nicht das da schon ein Fehler passiert, wie zB. ein Paralaxfehler. Springt dein Absehen wenn du aus leicht unterschiedlichen Winkeln durchschaust ?

  • Normalerweise werden Zielfernrohre möglichst dicht über dem System montiert. Das Objektiv sollte so knapp wie möglich über dem Lauf sein, idealerweise um die 5 mm, damit man noch mit dem Putzlappen darunter kommt und die Kappe gut sitzen kann.
    Ein Adapter bringt nur zwei Verschraubungspunkte mehr in die Kombination Waffe und ZF.
    Wenn man eine Adaptierung der Schienenart oder eine Vorneigung nicht unbedingt benötigt, würde ich nur Ringe, ggf. in höherer Ausführung wählen.
    Zwar hat die HW 100 als Presslüfter keinen Prellschlag, aber bei Federdruck kommt ja noch zusätzlich das Problem der zwingenden Verwendung des Stoppstifts in der Montage, was bei Verwendung eines Adapters schwierig wird, weil dann eben zwei Trennstellen vorhanden sind, die gesichert werden wollen.

  • Hallo Thiel,


    ich habe jetzt schon mit und ohne Weihrauch Schalldämpfer geschossen. Konnte kein Unterschied feststellen. Habe aber auch im Forum gelesen, dass der Schalldämpfer noch mehr Präzision bringen soll.


    Muss noch dazu sagen, dass ich z.Z. alle Einschießversuche aus einem Einschießbock mache, deshalb schließe ich mich als Fehlerquelle weitgehend aus.


    Aber was ich festgestellt habe, ist dass das Absehen aus verschiedenen Blickwinkeln immer etwas wandert. Das Problem hatte ich mit dem kleinen Hawke 4-12X50 Fernzielrohr nicht. Es wird schlimmer, bei hohen Vergrößerungen. Hoffe nicht, dass ich mich wirklich nur zu blöd anstelle mangels Grundwissen.


    Scheint doch komplizierter zu sein als man denkt.


  • Zwar hat die HW 100 als Presslüfter keinen Prellschlag, aber bei Federdruck kommt ja noch zusätzlich das Problem der zwingenden Verwendung des Stoppstifts in der Montage, was bei Verwendung eines Adapters schwierig wird, weil dann eben zwei Trennstellen vorhanden sind, die gesichert werden wollen.

    Hallo Floppyk, wo ist denn der Stoppstift in der Montage? Oder benötigt man dann speziell Montagen für das HW 100?

  • dass der Schalldämpfer noch mehr Präzision bringen soll.

    Ein SD kann die Präzision steigern, muss aber nicht. Da die Präzision maßgeblich von der Güte der Ausführung bzw. Beschaffenheit der Laufmündung abhängig ist, war ich früher der Ansicht, dass alles was man vor der Mündung schraubt, die Mündung nicht verbessern kann und sich in Folge die Präzision nicht verbessern lässt. Sie bliebe bestenfalls unberührt.
    Nun gebe ich zu, das ist komplizierter, weil sich die Strömungsbedingungen der Treibgase auch noch nach dem Geschossaustritt ändern und einen Einfluss haben. Daher kann ein SD durchaus die Präzision verbessern. Aber man muss mit einer Treffpunktverlagerung rechnen.
    Allerdings muss der SD auch genau zentrisch gefertigt und auch zentrisch auf dem Lauf montiert sein. Sitzt er schief besteht die Gefahr, dass das Geschoss irgendwas im Inneren oder am Austritt berührt, auch wenn es nur einen Hauch ist. Dann ist sofort mit der Präzision Essig und dann wird das auch nichts mit dem Einschießen. Im Extremfall liegen dann Geschosssplitter im SD drin. Ich hatte schon einen Fall in der Hand, wo bei aufgeschraubten (nicht gestecktem!) SD nicht mal mehr ein Putzstab in den Lauf passte, so schief war das Gewinde an der Eingansmuffe geschnitten.
    Daher sollte man mindestens mit einem kalibergroßen Putzstab den zentrischen Sitz prüfen.

    alle Einschießversuche aus einem Einschießbock mache

    Das kann man auch falsch machen. Der Lauf muss frei schwingen können und vor deutlichen Abzusgfehlern bewahrt der Bock auch nicht.

    Aber was ich festgestellt habe, ist dass das Absehen aus verschiedenen Blickwinkeln immer etwas wandert.

    Parallaxenfehler nennt man das. Das ZF sollte eine Einstellung dazu haben. Da ist dann eine Enfernungsskala in Metern bzw. Feed drauf.

    Scheint doch komplizierter zu sein als man denkt.

    Logisch. Wenn das Schießen einfach wäre, würde das ja jeder machen :rolleyes:

  • Hallo Floppyk, wo ist denn der Stoppstift in der Montage? Oder benötigt man dann speziell Montagen für das HW 100?

    Üblicherweise hat mindestens ein Montagering an der Basis eine Madenschraube oder man kann das Gewinde der Basisschraube umdrehen. Dann kommt ein Stift zum Vorschein (Walther Montage). Die meisten Federdruckwaffen haben dazu mehrere Bohrungen am Anfang der Schiene, so dass man den ersten Montageringe - das ist der dem Auge zugewandte - mit dem Stift in diese Bohrung sitzt. Das verhindert zuverlässig ein Wandern nach hinten. Fehlt das, wird das ZF mit seinen beiden Ringen mit jedem Schuss ein paar hundertstel Millimeter nach hinten rutschen. So fest kann man die Montagebasis gar nicht verschrauben, um das zu verhindern.
    Wie geschrieben, ist das für Federdruckwaffen und ihren zwangsläufig auftretenden Prellschlag wichtig. Bei Co² und PCB Waffen ist das entbehrlich, weil diese keinen Prellschlag haben.
    Generell sollte man aber sicher stellen, dass die Ringhälften einen gleichmäßigen Spalt haben und die Schrauben auch möglichst gleichmäßig angezogen sind. Ich benutze dazu einen Drehmomentschrauber. Siehe:
    Wera Drehmomentschraubendreher 1,2 – 3,0 Nm (#7441)


    Auch wenn nun keine freie Druckluftwaffe, aber hier sieht man bei meiner CZ gut wie knapp das ZF über dem System sitzt, wobei ich noch eine nach vorn gekröpfte Montage verwendet habe. Das ZF ist für Großkaliber und hat deswegen einen mit 100 mm üblich großen Augenabstand.
    Minox ZE 5i 5-25x56 SF #4 - Testberichte - Optik - CO2air.de


    Hier sieht man neben dem Walther ZF die dem ZF beiliegende Montage mir dem Stoppstift. Man sieht auch gut, warum speziell beim Weihrauch LG und der eingerästen Prismenschiene diese Montage zu niedrig ist. Inzwischen habe ich die Walthermontage gegen eine einteilige Chinamontage getauscht, die ein paar Millimeter höher ist. Nun passt auch die Kappe wieder richtig auf dem Objektiv.
    Walther 6x42 - Testberichte - Optik - CO2air.de

  • Noch einmal tausend Dank an alle Tippgeber und Erklärer.


    Ich glaube ich habe echt alles falsch gemacht was man so falsch machen kann. Die Montage habe ich einfach auf der 11mm Schiene des Gewehres geschraubt. Allerdings schon sehr vorsichtig, praktisch nur Handfest. Das wird aber wahrscheinlich schon der erste Fehler sein. Kann mir gut vorstellen, dass sich das deutlich schwerere ZF dadurch schon mehr nach hinten bewegt hat.


    Als weiteren Fehler vermute ich Parallaxenfehler. Ich habe mir jetzt mal alles hier im Forum dazu an Informationen durchgelesen.
    Und ja ich habe festgestellt, dass auch genau das mein Problem ist. Bei dem ersten ZF Hawke Vantage 4-12X50 waren die Auswirkungen nicht so gravierend. Vermute mal, dass es an der geringeren Vergrößerung und der damit größeren Schärfentiefe liegt. Vielleicht sollte man als Anfänger doch nicht gleich zu den Riesengläsern tendieren.


    Da ich nebenbei noch viel Wildlife fotografiere bin ich große Gläser und Gewicht in der Hand gewohnt, ist beim Luftgewehrschießen aber doch etwas anderes.
    Hier gibt es leider keinen Stabilisator im Abzug. :D


  • Aber was ich festgestellt habe, ist dass das Absehen aus verschiedenen Blickwinkeln immer etwas wandert.

    Da haben wir doch den Fehler!
    Zuerst stellt man den Dioptrien-Ausgleich für das eigene Auge ein.
    Dazu richtet man das Glas auf eine weiße Wand und dreht am Okular
    (das ist hinten) bis das Absehen scharf ist. Wenn man das Auge für
    einige Sekunden schließt und dann wieder öffnet soll das Absehen
    sofort scharf sein, ebenso wenn man zwischendurch mal aus dem
    Fenster schaut.
    Erst jetzt das Glas auf das Ziel richten und scharf stellen. Wenn man
    jetzt hinter dem Glas das Auge etwas hin- und her bewegt soll sich das
    Ziel nicht mehr bewegen. Evtl. muss man dazu noch ein klein wenig
    nachstellen. Wenn das nicht klappt ist das ZF fehlerhaft -> Austauschen.

    Weise einen intelligenten Menschen auf einen Fehler hin und er wird sich bedanken.
    Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.

  • @NC9210 genau so habe ich das ZF eingestellt. Das Absehen sehe ich auch immer scharf. Da stimmt schon mal alles.


    Was ich aber auch noch nicht erwähnt habe, dass ich das Gewehr an der rechten Schulter habe und mit dem rechten Auge durch das ZF blicke, aber links mein dominates Auge ist. Deshalb muss ich das linke Auge auch immer zukneifen, sonst sehe ich einfach nichts.


    Danke auch für den Tipp, dass das ZF fehlerhaft sein kann. Darauf währe ich nie gekommen. Dachte immer, Fehler würden sich nur durch Unschärfe oder mechanische Probleme bemerkbar machen.