FT-Anfängerfragen

    • FT-Anfängerfragen

      Moin zusammen,

      so, habe nun meine erste Lane-Luft geschnuppert und noch eine Menge Fragen. Vielleiht kann mir der ein- oder andere Profi weiterhelfen.

      1) Sitzend-Anschlag: Die meisten benutzen einen Hamster, den sie dann auch dem (rechten) Knie abstützen. Mir scheint dies, aus kinematischer Sicht eher ungünstig, da ein weiteres Gelenk / Scharnier zustande kommt (Übergang Knie / Hamster) was doch eigentlich ungünstig ist.

      1.1) Warum machen es dann alle? Oder worin liegt mein Denkfehler?

      1.2) Ich versuche derzeit den Anschlag über die Ellenbogenbeuge ohne Hamster. In dieser scheint das Gewehr rel. stabil zu ruhen und gut gebettet zu sein, niedriger Schwerpunkt, kein weiteres Gelenk. Worin seht ihr die Nachteile dieses Anschlages (im Vergl. zu oben)?

      1.3) Klar, ich spüre jeden Pulsschlag "wie blöd". Spiele mit dem Gedanken, mir einen Ellenbogenschoner (Handball, Volleyball etc.) als Dämpfer zu besorgen. Ideen dazu?

      1.4) Für den Anschlag über die EBB brauche ich zwingen eine Erhöhung der Schaftbacke so 1cm, sonst kann ich nicht durch das ZF sehen bzw. müßte den Kopf dafür "frei halten". Damit lässt sich stehend und knieend aber gar nicht schießen. Jemand ein Vorschlag für eine schnellverstellbare Schaftbacke / Umrüstung an der LGU?

      1.5) Oder lohnt evtl. doch der Anbau eines (verstellbaren) Hamsters?? Würde ungern meine Flinte damit verunstalten und das Ding ist eh schon schwer genug.

      Muchas Gracias!

      Walt
    • Da hat Markus30S wohl Recht und er weiss ganz gut, wovon er spricht.
      Ich mag die Position in der Ellenbeuge auch sehr gern. Wenn man da eine gute Position gefunden hat, sitzt man gefühlt wie zementiert.
      Mit einer dämpfenden Auflage kann man den Puls im ZF reduzieren und/oder lernen mit dem Takt des Pules zu schiessen. Funktioniert auch gamz gut. Noch etwas Atemtechnik dazu, damit der Puls nicht zu hoch geht...
      Eine Hinterschaftauflage bekommt man leicht improvisiert.
      Goggel mal nach Beartooth Hinterschafterhöhung oder schau mal, wie man die Dinger aus Kydex machen kann.
    • Der Hamster kommt von hamstern!
      Alte dicke Schützen die nicht mehr so gelenkig sind um sich so gekonnt zusammen zu falten nutzen deshalb diese Prothese um unüberbrückbare auswüchse der eigenen Figur zu kompensieren.

      Das war natürlich Quatsch!
      Wenn du so stabil schießen kannst ist es doch super.
      Bei weiteren Trainingseinheiten wirst Du die Vorteile die ein Hamster bietet schon erkennen.

      Hab Spaß
    • Die Ellenbeuge-Position geht bestimmt gut, wenn das Ziel horizontal entfernt ist. Aber auf der Ellenbogenbeuge bei Hoch- und Tiefzielen stelle ich mir verenkungstechnisch etwas kniffelig vor. Ein verstellbarer Hamster ist daher nicht verkehrt. ;) :D

      Im Grunde ist eine entspannte, feste Position wichtig. Wie man die erreicht (z.B. durch Handstand ;) ) ist egal.

      Gruß Play
      Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)
    • Das ist doch mal ein Ansporn fürs Abnehmen. Dann kann man seinen Hamster verkaufen und sich für das Geld eine kleine, günstige Luftpuste kaufen. ;) ;) ;) Trotzdem geben viele, z.T. viel Geld für den (unnützen) Kram aus. Auch ich war am Anfang skeptisch. Genau so wie bei einem guten ZF.

      Mitschießen kann man auch mit ungeeignetem Equipment. Aber man wird dann nicht so viele Treffer landen.

      Gruß Play
      Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)
    • @Air_Walt


      Air_Walt wrote:

      1) Sitzend-Anschlag: Die meisten benutzen einen Hamster, den sie dann auch dem (rechten) Knie abstützen. Mir scheint dies, aus kinematischer Sicht eher ungünstig, da ein weiteres Gelenk / Scharnier zustande kommt (Übergang Knie / Hamster) was doch eigentlich ungünstig ist.

      Gerade aus "kinematischer" Sicht ist ein passender Hamster an einem Preller m. M. n. auf alle Fälle besser!!!
      Dazu kurz etwas aus meiner eigenen Erfahrung: Ich habe angefangen FT zu schießen mit einer Art "Improhamster" aus einer zerschnittenen Schaumstoffmatte. Das ging auch ganz gut; 40 waren mit dem "Ding" drin. Als ich dann auf einen richtigen Hamster umgestiegen bin, hatte ich auf Anhieb ca. 3 bis 4 Treffer im Schnitt mehr, was fürs FT eine Menge Holz ist! Und "Holz" ist hier auch schon das passende Stichwort!
      Weshalb ein richtiger Hamster (aus Holz z.B.) und weshalb übers Knie?
      Der in meinen Augen wichtigste Faktor für Präzision und so auch Erfolg beim FT ist die Konstanz bzw. Reproduzierbarkeit! Erst Recht, wenn du Preller schießt! Und das ist der große Vorteil von einem (fest eingestelltem) Hamster in Verbindung mit einem halbwegs rigidem Knieschoner!!!
      Man kann auch gut über die Ellenbeuge schießen, aber ich wette fast, dass du nie ganz die Reproduzierbarkeit von einem Setup mit einem Hamster erreichen wirst! Bei einem Preller ist hier auch das große Problem, die minimale Verschiebung bzw. Verkippung, die der erste Impuls beim Beschleunigen des Kolbens verursacht, womit wir wieder bei deiner "Kinematik" wären! Da wird das Gewehr auf einer guten Knieauflage mit einem Hamser schon deutlich besser stabilisiert!


      EIn weiterer Vorteil von einem Hamster:

      Air_Walt wrote:

      1.5) ... Würde ungern meine Flinte damit verunstalten und das Ding ist eh schon schwer genug.
      Sieh es mal aus einer anderen Perspektive: Du wirst relativ schnell merken, dass ein ausbalanciertes Gewehr mit einem passendem Hamster auf der richtigen Knieauflage gefühlt "leicht wie eine Feder" wird! Über die Ellenbeuge lastet das komplette Gewicht des Gewehres auf einer eigentlich neuralgischen Körperstelle! Wenn du erst einmal mit einem Setup über 6 Kg schießt, dann wird sich das relativ schnell bemerkbar machen! Mit einer HW 30 bspw. kann ich persönlich sehr gute Ergebnisse über die Ellenbeuge erzielen. Das Gewehr ist aber auch kompakt, leicht und hat einen sehr geringen Prellschlag! Mit einer 3 Kg schwereren HW 97 oder meinetwegen LGU musst du dann aber auch die ca. 2 bis 3 Stunden im Wettkampf aushalten. Das würde sich bei mir relativ schnell in negativer Weise auf die Konzentration auswirken...
      Meine momentanen 6,5 Kg auf dem Knie merke ich gar nicht und ich kann mein Gewehr mit dem jetzigen Setup sogar freihändig auf dem Knie sicher liegen lassen. Field Target wird auf Zeit geschossen, da sind beide Hände beim Messen, korrigieren der Position etc. sehr hilfreich!
      Über die Parallaxe zu messen, während das Gewehr auf dem Arm liegt ist für mich recht umständlich.
      Ganz nebenbei kommt noch hinzu, dass ein Federdruckgewehr mit mehr Masse (sofern sie sich noch händeln lässt) spürbar ruhiger liegt und auch schießt!
      ;) Da wären die "paar Gramm fünfzich" vom Hamster sogar noch Vorteilhaft...

      Air_Walt wrote:

      1.3) Klar, ich spüre jeden Pulsschlag "wie blöd". Spiele mit dem Gedanken, mir einen Ellenbogenschoner (Handball, Volleyball etc.) als Dämpfer zu besorgen. Ideen dazu?
      1.4) Für den Anschlag über die EBB brauche ich zwingen eine Erhöhung der Schaftbacke so 1cm, sonst kann ich nicht durch das ZF sehen bzw. müßte den Kopf dafür "frei halten". Damit lässt sich stehend und knieend aber gar nicht schießen. Jemand ein Vorschlag für eine schnellverstellbare Schaftbacke / Umrüstung an der LGU?
      Beides Punkte, die sich m.M.n. beim Schießen übers Knie deutlich angenehmer gestalten!

      Zu 1.3): Dein Puls macht sich deshalb schon deutlicher bemerkbar, da du dich "näher" am Gewehr befindest und dadurch zwar einen schönen niedrigen und stabilen Schwerpunkt bekommst, aber auch jede Pulswelle und jede Muskelaktivität sofort aufs Gewehr überträgst!
      Die Stabilisierung mit Hamster über Becken-Knie-Fuß (mit festem Schuhwerk) ist vielleicht minimal instabiler, aber du entkoppelst auch in einem gewissen Maße deinen Körper vom Gewehr, was v.a. wieder beim Prellerschießen eher von Vorteil ist!

      Zu 1.4): Wenn du übers Knie schießt und der Hamster eine entsprechend passende Höhe besitzt, dann kannst du recht einfach über das Herabsetzen der Schaftkappe den Blick durchs ZF verbessern! Das ist zwar "gemogelt", da sich dadurch auch deine Arm-Hand-Griff-Position verändert, aber es funktioniert defintiv und ist auch für den Anfang die einfachere Lösung, als eine verstellbare Schaftbacke!


      Den Vorteil bei bergauf/bergab Zielen hatte 'Playstation' ja bereits erwähnt...


      Noch ein letzter Punkt:

      20% der Ziele beim Field Target sind Sonderziele, sprich: stehend/kniiend. Spätestens hier wird bei Gewehren mit relativ schmalem / jagdlichem Vorderschaft der Vorteil von einem Hamster sehr deutlich!!!
      Es ist um ein Vielfaches einfacher den Arm, der das Gewehr stützt, nah am Körper zu stabilisieren und so auch die Haltemuskeln zu entlasten! (Es sei denn man ist anatomisch mit eher affenartigen Armproportionen gesegnet! :D )

      Air_Walt wrote:

      1.5) Oder lohnt evtl. doch der Anbau eines (verstellbaren) Hamsters??

      Wenn du mich fragst: Defintiv!!! Bei der Verstellung scheiden sich die Geister, ich habe die Erfahrung gemacht, dass beim Preller(!) eine Verstellung nur Sinn macht um die optimale Höhe zu ermitteln. Beim Verstellen der Höhe während man einen Parcours beschießt, hatte ich Treffpunktverlagerungen! Das muss aber nicht zutreffen... Ich kenne andere Prellerschützen, die da weniger Probleme hatten!


      Letztendlich ist es aber trotzdem alles "graue Theorie" und im Endeffekt ist es so wie 'Markus30S' schon schrieb: Ein guter Schütze, der sich an den Anschlag über die Ellenbeuge gewöhnt hat, der schießt auch so gut!!!
      Vieles ist Training und Adaptieren an den persönlich angenehmsten Anschlag!

      Ich empfehle dir trotzdem dich auch mal intensiver mit dem Anschlag übers Knie in Verbindung mit einem Hamster zu beschäftigen! Du wirst auf Dauer merken was dir am besten liegt!


      Gruß und weiterhin viel Spaß beim FT-Training! :thumbup:

      UCh
      :W: eihrauch - Always on the Target!

      " It don't mean a thing if it ain't got a spring! " :thumbup:

      - Field-Target-Team Kölschhausen -
    • Markus30S wrote:

      Sehr viele Welt- und Europameister schießen ihren Preller vom Ellenbogen aus. So viel können die also nicht falsch gemacht haben.
      Das ist sehr schmeichelhaft! Habe mal ein paar Bilder gescannt - nicht repräsentativ! - das sieht eher nach Hamsterfreunde aus, z.B.:
      tapatalk.com/groups/yellow/wor…pt-long-pics-t552752.html



      Bitte kein Missverständnis: Das ist kein "ich weiß es aber besser als Du" - tu ich nicht - ich find sie nur nicht...

      Esti wrote:


      Eine Hinterschaftauflage bekommt man leicht improvisiert.
      Goggel mal nach Beartooth Hinterschafterhöhung oder schau mal, wie man die Dinger aus Kydex machen kann.

      Beartooth: sieht definitiv besser aus als mein zurechtgeschnitztes Heizungsrohrisolierteil...


      SPA68 wrote:


      Wenn du so stabil schießen kannst ist es doch super.
      Bei weiteren Trainingseinheiten wirst Du die Vorteile die ein Hamster bietet schon erkennen.

      Hab Spaß
      Stabil: Naja, geht so... schön wärs...


      the_playstation wrote:


      Im Grunde ist eine entspannte, feste Position wichtig. Wie man die erreicht (z.B. durch Handstand ;) ) ist egal.

      Gruß Play
      Ist klar, nur kann mann aus Unwissenheit sicher ganz viel falsch machen und sich wundern, warum man kaum was trifft. Bestes Bsp. sind da sicherlich die 10m Schützen: Haben die Socken die falsche Farbe, treffen sie nichts mehr (oder so ähnlich).
      Ich meine: Ich kann mich jetzt 2 Jahre mit der EB-Position abmühen um dann zu sehen, dass es mit nem Hamster doch viel besser geht - oder umgekehrt. Das würde ich gerne vermeiden.


      the_playstation wrote:

      Das ist doch mal ein Ansporn fürs Abnehmen. Dann kann man seinen Hamster verkaufen und sich für das Geld eine kleine, günstige Luftpuste kaufen. ;) ;) ;) Trotzdem geben viele, z.T. viel Geld für den (unnützen) Kram aus. Auch ich war am Anfang skeptisch. Genau so wie bei einem guten ZF.

      Mitschießen kann man auch mit ungeeignetem Equipment. Aber man wird dann nicht so viele Treffer landen.

      Gruß Play
      Abnehmen: Ich fahre keine MTB-Rennen mehr.
      Günstige Puste: Hab ich schon
      Unützer Kram: So wie LGs im allgemeinen??
      ZF: Habe ein Sidewinder. Gut genug?

      :D

      Unfallchirurg wrote:

      @Air_Walt


      Air_Walt wrote:

      1) Sitzend-Anschlag: Die meisten benutzen einen Hamster, den sie dann auch dem (rechten) Knie abstützen. Mir scheint dies, aus kinematischer Sicht eher ungünstig, da ein weiteres Gelenk / Scharnier zustande kommt (Übergang Knie / Hamster) was doch eigentlich ungünstig ist.
      Gerade aus "kinematischer" Sicht ist ein passender Hamster an einem Preller m. M. n. auf alle Fälle besser!!!
      Dazu kurz etwas aus meiner eigenen Erfahrung: Ich habe angefangen FT zu schießen mit einer Art "Improhamster" aus einer zerschnittenen Schaumstoffmatte. Das ging auch ganz gut; 40 waren mit dem "Ding" drin. Als ich dann auf einen richtigen Hamster umgestiegen bin, hatte ich auf Anhieb ca. 3 bis 4 Treffer im Schnitt mehr, was fürs FT eine Menge Holz ist! Und "Holz" ist hier auch schon das passende Stichwort!
      Weshalb ein richtiger Hamster (aus Holz z.B.) und weshalb übers Knie?
      Der in meinen Augen wichtigste Faktor für Präzision und so auch Erfolg beim FT ist die Konstanz bzw. Reproduzierbarkeit! Erst Recht, wenn du Preller schießt! Und das ist der große Vorteil von einem (fest eingestelltem) Hamster in Verbindung mit einem halbwegs rigidem Knieschoner!!!
      Man kann auch gut über die Ellenbeuge schießen, aber ich wette fast, dass du nie ganz die Reproduzierbarkeit von einem Setup mit einem Hamster erreichen wirst! Bei einem Preller ist hier auch das große Problem, die minimale Verschiebung bzw. Verkippung, die der erste Impuls beim Beschleunigen des Kolbens verursacht, womit wir wieder bei deiner "Kinematik" wären! Da wird das Gewehr auf einer guten Knieauflage mit einem Hamser schon deutlich besser stabilisiert!


      EIn weiterer Vorteil von einem Hamster:

      Air_Walt wrote:

      1.5) ... Würde ungern meine Flinte damit verunstalten und das Ding ist eh schon schwer genug.
      Sieh es mal aus einer anderen Perspektive: Du wirst relativ schnell merken, dass ein ausbalanciertes Gewehr mit einem passendem Hamster auf der richtigen Knieauflage gefühlt "leicht wie eine Feder" wird! Über die Ellenbeuge lastet das komplette Gewicht des Gewehres auf einer eigentlich neuralgischen Körperstelle! Wenn du erst einmal mit einem Setup über 6 Kg schießt, dann wird sich das relativ schnell bemerkbar machen! Mit einer HW 30 bspw. kann ich persönlich sehr gute Ergebnisse über die Ellenbeuge erzielen. Das Gewehr ist aber auch kompakt, leicht und hat einen sehr geringen Prellschlag! Mit einer 3 Kg schwereren HW 97 oder meinetwegen LGU musst du dann aber auch die ca. 2 bis 3 Stunden im Wettkampf aushalten. Das würde sich bei mir relativ schnell in negativer Weise auf die Konzentration auswirken...Meine momentanen 6,5 Kg auf dem Knie merke ich gar nicht und ich kann mein Gewehr mit dem jetzigen Setup sogar freihändig auf dem Knie sicher liegen lassen. Field Target wird auf Zeit geschossen, da sind beide Hände beim Messen, korrigieren der Position etc. sehr hilfreich!
      Über die Parallaxe zu messen, während das Gewehr auf dem Arm liegt ist für mich recht umständlich.
      Ganz nebenbei kommt noch hinzu, dass ein Federdruckgewehr mit mehr Masse (sofern sie sich noch händeln lässt) spürbar ruhiger liegt und auch schießt!
      ;) Da wären die "paar Gramm fünfzich" vom Hamster sogar noch Vorteilhaft...

      Air_Walt wrote:

      1.3) Klar, ich spüre jeden Pulsschlag "wie blöd". Spiele mit dem Gedanken, mir einen Ellenbogenschoner (Handball, Volleyball etc.) als Dämpfer zu besorgen. Ideen dazu?
      1.4) Für den Anschlag über die EBB brauche ich zwingen eine Erhöhung der Schaftbacke so 1cm, sonst kann ich nicht durch das ZF sehen bzw. müßte den Kopf dafür "frei halten". Damit lässt sich stehend und knieend aber gar nicht schießen. Jemand ein Vorschlag für eine schnellverstellbare Schaftbacke / Umrüstung an der LGU?
      Beides Punkte, die sich m.M.n. beim Schießen übers Knie deutlich angenehmer gestalten!
      Zu 1.3): Dein Puls macht sich deshalb schon deutlicher bemerkbar, da du dich "näher" am Gewehr befindest und dadurch zwar einen schönen niedrigen und stabilen Schwerpunkt bekommst, aber auch jede Pulswelle und jede Muskelaktivität sofort aufs Gewehr überträgst!
      Die Stabilisierung mit Hamster über Becken-Knie-Fuß (mit festem Schuhwerk) ist vielleicht minimal instabiler, aber du entkoppelst auch in einem gewissen Maße deinen Körper vom Gewehr, was v.a. wieder beim Prellerschießen eher von Vorteil ist!

      Zu 1.4): Wenn du übers Knie schießt und der Hamster eine entsprechend passende Höhe besitzt, dann kannst du recht einfach über das Herabsetzen der Schaftkappe den Blick durchs ZF verbessern! Das ist zwar "gemogelt", da sich dadurch auch deine Arm-Hand-Griff-Position verändert, aber es funktioniert defintiv und ist auch für den Anfang die einfachere Lösung, als eine verstellbare Schaftbacke!


      Den Vorteil bei bergauf/bergab Zielen hatte 'Playstation' ja bereits erwähnt...


      Noch ein letzter Punkt:

      20% der Ziele beim Field Target sind Sonderziele, sprich: stehend/kniiend. Spätestens hier wird bei Gewehren mit relativ schmalem / jagdlichem Vorderschaft der Vorteil von einem Hamster sehr deutlich!!!
      Es ist um ein Vielfaches einfacher den Arm, der das Gewehr stützt, nah am Körper zu stabilisieren und so auch die Haltemuskeln zu entlasten! (Es sei denn man ist anatomisch mit eher affenartigen Armproportionen gesegnet! :D )

      Air_Walt wrote:

      1.5) Oder lohnt evtl. doch der Anbau eines (verstellbaren) Hamsters??
      Wenn du mich fragst: Defintiv!!! Bei der Verstellung scheiden sich die Geister, ich habe die Erfahrung gemacht, dass beim Preller(!) eine Verstellung nur Sinn macht um die optimale Höhe zu ermitteln. Beim Verstellen der Höhe während man einen Parcours beschießt, hatte ich Treffpunktverlagerungen! Das muss aber nicht zutreffen... Ich kenne andere Prellerschützen, die da weniger Probleme hatten!


      Letztendlich ist es aber trotzdem alles "graue Theorie" und im Endeffekt ist es so wie 'Markus30S' schon schrieb: Ein guter Schütze, der sich an den Anschlag über die Ellenbeuge gewöhnt hat, der schießt auch so gut!!!
      Vieles ist Training und Adaptieren an den persönlich angenehmsten Anschlag!

      Ich empfehle dir trotzdem dich auch mal intensiver mit dem Anschlag übers Knie in Verbindung mit einem Hamster zu beschäftigen! Du wirst auf Dauer merken was dir am besten liegt!


      Gruß und weiterhin viel Spaß beim FT-Training! :thumbup:

      UCh
      Vielen Dank für Deine wie immer sehr fundierten und ausführlichen Antworten und Anregungen!

      Da bleibt wohl nur eins: mal mit einem improvisierten Hamster probieren...

      Winterzeit = Trainingszeit.

      Grüße

      Walt
    • Zur Position:
      Man muß in sich fühlen. Sitzt man richtig (und entspannt) ist alles gut. Den Fehler den viele und auch ich machen. Sie schießen, obwohl Sie eigentlich wissen, daß ihre Position gefühlt Mist ist (und Sie sich zusätzlich verbiegen müssen).

      Sidewinder:
      Habe ich auch. Funktioniert gut.

      Gruß Play
      Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)
    • Ja, der entscheidende Punkt ist tatsächlich, dass du dich mit deiner Schießposition wohl fühlst.
      Schau dir mal YouTube Videos von Weltmeisterschaften an. Da sieht man die unterschiedlichsten Stile und alle reichen für WM Niveau.
      Die Südafrikaner sind da auch sehr sehenswert, wenn auch aus orthopädischer Sicht nicht zur Nachahmung empfohlen :D .
      Die Beartooth Erhöhung ist in der Tat recht okay. Geht etwas stramm über den Hinterschaft aber sitzt dafür dann auch ganz ordentlich.
      Noch etwas besser und auch schnell gemacht finde ich die Variante aus Kydex (es geht auch mit Bastelkunststoffplatten aus dem Baumarkt). Im groben musst du die Platte grob auf Größe zuschneiden, mit dem Heissluftfön auf die Form des Hinterschaftes bringen, so dass die Platte wie ein umgedrehtes U über dem Hinterschaft liegt, sauber in Form bringen und dann mit selbstklebendem Klettband am Hinterschaft festmachen. So lässt sich auch die Höhe immer mal nachjustieren, wenn auch nicht so fein und komfortabel wie eine Schraubversion.
    • Moin, der richtige Sitz ist das A & O. Immer, wenn man die Waffe in Richtung Ziel bewegen muss, sitzt man nicht richtig zum Ziel gewandt. Die linke Hand hält nicht nur den Hamster oder den Vorderschaft, sondern stützt auch zusätzlich das Knie. Der rechte Arm liegt auf dem rechten Oberschenkel auf, das gibt zusätzliche Stabilität im Sitz. Die Position des Hamsters ist auch sehr wichtig. Am Besten lose montieren, den Sitz einnehmen und dann erst den Hamster richtig positionieren. Das geht am Besten mit einer zweiten Person, die den Hamster verschiebt, bis die Waffe gefühlt von alleine liegen bleibt. Dann erst den Hamster in der Rail festziehen.
      Gruss Ralph
      ***16 Joule für alle. Europa, nicht nur auf der Autobahn.***
      Mitglied im 1.DFTC2000 e.V. FWR #30598
    • Unfallchirurg wrote:

      Beim Verstellen der Höhe während man einen Parcours beschießt, hatte ich Treffpunktverlagerungen! Das muss aber nicht zutreffen... Ich kenne andere Prellerschützen, die da weniger Probleme hatten!
      Das ist aber auch größtenteils Prellerabhängig. Manche Waffen sind da sehr empfindlich. Meine 97ziger eher nicht. Deshalb habe ich mich für einen verstellbaren Hamster am Preller entschieden. Ich nutze auch in Wettkämpfen die Verstellung, aber... (jetzt kommt das große aber)
      Ich nutze es so wenig wie möglich bzw. nur in drei Stellungen. Eine für sitzend, eine für stehend und Bergabschüsse, und eine für Bergaufschüsse.
      Damit bin ich bisher auf jedem Parcours zurecht gekommen. In 90% der Fälle verwende ich die sitzend Einstellung.

      Mann muss halt entscheiden was das kleinere Übel ist. Fehlschüsse durch Trefferverlagerung, oder Fehlschüsse durch unbequeme Sitzhaltung. ;)
      Auf carfanatics Avatar kann man schon sehen mit welchen Tricks man arbeiten muss, wenn man eine festen Hamster hat und Bergaufschüsse meistern muss. ;)

      Zum "Hamster auf Knie" Anschlag.
      Ich habe lange Zeit noch eine "weichere Version" praktiziert.
      siehe Foto


      Wer meint, das der Hamster auf dem Knie aufliegt der irrt.
      Der Hamster liegt nur auf dem Handballen und Zeigefinger auf.
      Somit habe ich die Vorteile dieser Sitzposition (meine Bauchmuskel sind zu groß), aber auch einen weichen Übergang von Waffe zum Körper.
      Dieser Anschlag hat auch Nachteile (etwas wackeliger).

      Gruß
      Gerold

      PS: Man bin ich grau geworden. tstststs
      Wolf Creek Field Target Shooting Club 2002 Ebern e.V.

      Es gibt ein unfehlbares Rezept, eine Sache gerecht unter zwei Menschen aufzuteilen:
      Einer von ihnen darf die Portionen bestimmen, und der andere hat die Wahl.
    • Danke schonmal / nochmals für die vielen guten Tipps!

      Gestern noch mal ein bisschen paktiziert und auf das geratene geachtet:

      Meine LGU wiegt mit SideWinder - ohne sonstigen Kram knapp 6kg - über die EBB geschossen, matscht es da ganz ordentlich. Geht, aber nicht sehr angenehm. Eine HW 30 mit 3-9 Vantage wiegt da ca. die Hälfte.

      Den Puls kann man in dieser Position durch das ZF schauend (10m, 32fach) toll verfolgen. Wie Wellen am Strand, da ist immer was los, sprich Bewegung.
      Da kommt schon der Wunsch nach einem Polster, am besten beidseitig, oder eine Ellenbogenorthese, oder Knieorthese mit Bajonettverschluss für eine Gewehrlafette... Exoskelett...

      Werde mir nachher mal einen Hamster aus hartem Schaumstoff improvisieren und nachher ein paar Probeschüsse machen.
      Wie oben erwähnt, sehe ich auch ein Problem bei suboptimalen Sitz-Verhältnissen oder Schusswinkeln, da man rel. unflexibel ist.

      So Long.

      Grüße

      Walt
    • Mein erster Hamster war ein Bündel aus Werkstatt-Lumpen das Ich mit einem Kettenschutz aus'm Fahrradzubehör am Gewehr fest gemacht habe :D Damit habe Ich sogar meinen ersten Wettkampf geschossen 8)
      Initiative "Mut zu unterdurchschnittlichem Equipment im Field Target" :rolleyes: Und mehr Knicker... Pressluft.
    • Anfängerfragen Teil 2:

      Unfallchirurg wrote:

      ...halbwegs rigidem Knieschoner!!!...


      Über die Parallaxe zu messen, während das Gewehr auf dem Arm liegt ist für mich recht umständlich.



      Wenn du übers Knie schießt und der Hamster eine entsprechend passende Höhe besitzt, dann kannst du recht einfach über das Herabsetzen der Schaftkappe den Blick durchs ZF verbessern!

      Vieles ist Training und Adaptieren an den persönlich angenehmsten Anschlag!

      Ich empfehle dir trotzdem dich auch mal intensiver mit dem Anschlag übers Knie in Verbindung mit einem Hamster zu beschäftigen! Du wirst auf Dauer merken was dir am besten liegt!
      Leider zur Zeit viel zu viel um die Ohren, um mich intensiv damit auseinanderzusetzen. Denke, ich werde im Jan mir einen starren Hamster unter die LGU schrauben.
      Ein wesentliches Argument für mich ist, dass ich über die EBB eigentlich nur gut (?) schießen kann, wenn der Boden einigermaßen gerade ist, so dass ich optimal sitzen kann - ist er aber meist nicht.

      Das mit dem leichten Gewehr (HW30, H5A) macht sehr viele Sinn - das geht wirklich sehr viel angenehmer als mit der "Elefantenbüchse" (LGU).

      Paralaxieren über die EBB: Richtig, das geht eigentlich gar nicht. Ich mache das so: LG aus Knie, alle Ziele in der Lane ausmessen, Werte merken, dann über EBB schießen, neue Entfernung einstellen ohne nochmals zu messen.

      Was welche verstellbare Schaftkappe - für nen Preller - und Knieschoner könnt ihr empfehlen?

      Danke und Grüße

      W
    • Esti wrote:


      Noch etwas besser und auch schnell gemacht finde ich die Variante aus Kydex (es geht auch mit Bastelkunststoffplatten aus dem Baumarkt).
      Moin zusammen,
      hoffe, ihr hattet einen guten Start in 2020!

      Habe mir für meine 30er eine Kydex Backe gebastelt. Geht recht schnell und einfach. Die Verstellbarkeit ist aber nicht so gut (Klettband), so dass ich den Schaft der LGU heute unter die Kreissäge legen und eine verstellbare Bache realisieren werde. Kostet mich ein bisschen Überwindung aber was solls?

      In dem Zuge habe ich gestern eine verstellbare Bisley Schaftkappe montiert. Zumindest auf die LGU passen sie nicht vernünftig uns sehen eher sch..ße aus, keine Empfehlung.

      Werde dann auch gleich zwei Bohrungen für die Montage eines Hamsters vorsehen, ob ich sie / ich dann nutze, sei dahingestellt. Meine Vorversuche mit einigen Lagen Isomatte waren jedenfalls ernüchternd ?( .

      Dann kommen noch die Homing-Dias und die Saison kann starten!

      Grüße

      Walt
    • Air_Walt wrote:

      Habe mir für meine 30er eine Kydex Backe gebastelt. Geht recht schnell und einfach. Die Verstellbarkeit ist aber nicht so gut (Klettband), so dass ich den Schaft der LGU heute unter die Kreissäge legen und eine verstellbare Bache realisieren werde. Kostet mich ein bisschen Überwindung aber was solls?
      Willst du wirklich die Kreissäge nehmen? Wäre für mich die letzte Sägenvariante, die mir in den Sinn käme. Bandsäge ist das Optimum.
      Wenn nicht vorhanden, ginge noch die Dekupiersäge oder zur Not und wenn man damit umgehen kann, die Stichsäge.
      Ansonsten würde ich alles vorbereiten und mal beim nächsten Schreiner vorbeischauen, ob der das gegen Spende in die Kaffeekasse sägt.

      Air_Walt wrote:

      In dem Zuge habe ich gestern eine verstellbare Bisley Schaftkappe montiert. Zumindest auf die LGU passen sie nicht vernünftig uns sehen eher sch..ße aus, keine Empfehlung.
      Was passt denn nicht an der Schaftkappe?
      Normalerweise haben Nachrüstschaftkappen Übergröße und werden mit dem Bandschleifer auf die Schaftform angepasst.
    • Air_Walt wrote:

      In dem Zuge habe ich gestern eine verstellbare Bisley Schaftkappe montiert. Zumindest auf die LGU passen sie nicht vernünftig uns sehen eher sch..ße aus, keine Empfehlung.
      An meiner LGV Competition so eine Bisley-Kappe angepasst und montiert. Null probleme und sieht nicht schlecht aus.