Jagdschein

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Bekanntlich wird im Herbst das WaffG den Zwängen der EU angepasst. Vielleicht ist auch bekannt, dass schon im Herbst letzten Jahres eine Novellierung des Bundesjagdrechts in letzter Minute abgesagt wurde. Aber dennoch wird das Bundesjagdrecht demnächst geändert werden (müssen).
      Zwar sind die Prüfungsordnungen für die Jägerprüfung Ländersache, aber natürlich muss sich die Prüfung bzw. dessen Inhalte mitunter an das Bundes und Landesjagdrecht, wie auch an das Waffengesetz orientieren. ich wage mal die Prognose, dass viele Prüfungsordnungen für die Jagd in naher Zukunft geändert werden müssen, weil zum Einen die Länder gerade selbst neue Landesjagdgesetze novellieren - Stichwort Schalldämpfer, Schieß(leistungs)nachweis, Bleiverbote u.a. und zum Anderen weil die Bundesgesetze sich auch in der Änderung befinden.
      Das kann nur bedeuten, dass die Prüfungsanforderungen steigen werden.
      Wer also schon mit dem Gedanken eines Jagdscheines schwanger geht, sollte kommende Angebote der Kreisjägerschaften oder Jagdschulen nutzen.
      Ich schreibe das auch, weil es bei den Kreisjägerschaften üblich ist die Kurse im Herbst/Winter beginnen zu lassen, damit die Abschlussprüfung zum Beginn des kommenden Jagdjahres Anfang April abgeschlossen sein kann. (Das Jagdjahr ist immer vom 01.04. - 31.03. eines jeden Jahres.)

      Kosten:
      Da die Kreisjägerschaften zwar wirtschaftlich arbeiten müssen, jedoch auch ein Interesse an gut gefüllten Kurse haben, sind die Preise moderat. Hier im Norden kostet der Kurs 850 €. Dazu addieren sich 180 € Prüfungsgebühr, Munitionskosten, Lehrmaterial. Jagdschulen haben weit höhere Preise, bieten aber flexiblere Kurszeiten an. Wer im Schichtdienst arbeiten muss, dem bleibt meist keine andere Wahl als seinen Jahresurlaub für einen solchen (Intensiv)Kurs zu nutzen.
      Die Kurse der Kreisjägerschaften bieten meist Abendkurse, jedoch über einen längeren Zeitraum.
      Das muss man selbst entscheiden.

      Noch etwas:
      Das Jagdzeugnis verfällt nicht. Man kann jederzeit damit den Jagdschein lösen. Hat man aber Waffen gekauft, so muss der Jagdschein auch fortwährend zum Bedürfniserhalt gelöst werden. Mit der Haftpflichtversicherung sind das grob 100 € im Jahr, wobei die Jagdscheingebühren der Bundesländer verschieden sind.

      Letztlich:
      Der Jagdschein ist nichts für Vegetarier und Veganer. Das klappt nicht und steht dem Jagdgedanken zuwider.
      Der JS darf auch nicht zur Waffenbeschaffung missbraucht werden.
      Wer einen Jagdschein hat, sollte auch willens sein die Jagd auszuüben.
    • Floppyk schrieb:


      Hat man aber Waffen gekauft, so muss der Jagdschein auch fortwährend zum Bedürfniserhalt gelöst werden.
      Das ist ja auch sowas :rolleyes: ,man hatte alle Kurse bestanden und wenn man nach Jahren mal 1 oder 2 Jahre Pausieren will muss man trotzdem einen Schein lösen damit man sein Bedürfnis behällt .

      Das Bedürfnis habe ich doch eigentlich schon automatisch da ich meine Jagtprüfung abgelegt und bestanden habe,was ein Käse!
    • Christian 1984 schrieb:

      Das Bedürfnis habe ich doch eigentlich schon automatisch da ich meine Jagtprüfung abgelegt und bestanden habe,was ein Käse!
      Nein, denn dann müsste der Beitritt in einem Schützenverein, bzw. die abgelegte Waffensachkundeprüfung eines Sportschützen analog dazu auch ausreichen. Das wäre sicherlich wünschenswert, ist aber nicht so.

      Hat man zum Pausieren der Jagd einen besonderen Grund, kann man das auch mit der Behörde absprechen, folgenlos seinen JS momentan nicht zu lösen. Eine gewisse Zeit lang toleriert die Behörde das. Aber generell besteht das Bedürfnisprinzip für die auf JS erworbenen Schusswaffen.
      Übrigens wird die Kündigung der Jagdhaftpflichtversicherung der Behörde gemeldet. Ohne bestehender Police ist eine Verlängerung des JS auch nicht möglich. Bei Verlängerung muss man eine gültige Police vorlegen.
      Die ist aber mit gut 30 €/a nicht teuer, denn sie beinhaltet auch den/die Jagdhunde. Vermutlich sind Versicherungen allein für Hunde teurer.
    • Christian 1984 schrieb:

      Floppyk schrieb:

      Hat man aber Waffen gekauft, so muss der Jagdschein auch fortwährend zum Bedürfniserhalt gelöst werden.
      Das ist ja auch sowas :rolleyes: ,man hatte alle Kurse bestanden und wenn man nach Jahren mal 1 oder 2 Jahre Pausieren will muss man trotzdem einen Schein lösen damit man sein Bedürfnis behällt .

      Das Bedürfnis habe ich doch eigentlich schon automatisch da ich meine Jagtprüfung abgelegt und bestanden habe,was ein Käse!



      Das hat schon seinen guten Grund.... Stell dir vor es geht jemand ohne gelösten JS und dadurch auch ohne Versicherung auf die Jagd weil er mal pausieren wollte und dann passiert sowas. Leicht abstrakt mein Beispiel aber nicht unrealistisch: m.tlz.de/startseite/detail/-/s…rtem-Projektil-1873924196
    • babbi schrieb:

      Wie sieht es aber aus wenn man die Prüfung geschafft hat und man einen Revier braucht? Ich höre immer wieder das es zunehmend schwierig wird Revier ezum jagen zu bekommen. Zumindest in Bayern.
      Revier???

      Bekomme ersteinmal eine Jagdmöglichkeit ;)

      Eine Einladung zur Drückjagd ist als Jungjäger das mittlerweile höchste der Gefühle.

      Ohne massives Vitamin B hat man in der Branche wenig Chance um die Jagd auszuüben.
    • Christian 1984 schrieb:

      Das Bedürfnis
      Nochmal dazu. Der Jäger mit Jagdzeugnis und vielleicht abgelaufenen JS hat aber einen entscheidenden Vorteil. Sollte die Behörde aufgrund eines Nicht-Lösen des JS anfragen, so kann dieser jederzeit seinen JS lösen. Wie gesagt, das Jagdzeugnis ist lebenslang gültig.

      babbi schrieb:

      Wie sieht es aber aus wenn man die Prüfung geschafft hat und man einen Revier braucht? Ich höre immer wieder das es zunehmend schwierig wird Revier ezum jagen zu bekommen. Zumindest in Bayern.
      Weder die bestandene Prüfung, noch das Lösen des Jagdscheins verpflichtet zur Jagdausübung. Ohnehin ist man als Jungjäger (das ist nicht altersbezogen gemeint!) erst mit Lösen des 4. Jahres-JS pachtfähig. Man ist somit auf Einladungen angewiesen. I.d.R. ergeben sich schon während des Kurses Bekanntschaften, die eine spätere, gelegentliche Jagd ermöglichen oder über den Hegering, den man beitreten kann. Aber generell muss man sich um Jagdmöglichkeiten selbst bemühen.

      Eine Jagdmöglichkeit ist z.B. eine mündlich ausgesprochene Einladung, im Sinne - gern kannst am .... mit zur Taubenjagd (Fuchsansitz, Treb- Drückjagd, Bockjagd....) kommen.
      Besser ist natürlich ein sog. Begehungsschein. Der erlaubt die alleinige Jagd in dem betreffenden Revier ohne Begleitung des Pächters. Den gibt es entgeldlich und unentgeldlich. Letzteren kann man z.B. gegen Revierarbeit oder wenn der Jäger seinen Abschüssen nicht mehr nachkommt, bekommen. Weitere Regelungen werden im BS vereinbart.
      Eine Pacht ist sehr teuer. Faktisch hat kaum noch ein Revier einen Einzelpächter. Man muss wissen, dass eine Mindestpachtdauer von 9 bzw. 12 Jahren besteht, je nach Art des Reviers. Jahrespachten von 5 - 15 tsd € sind üblich.
      Mann kann aber sich auf Staatsjagden "einkaufen". So kostet ein Bockabschuss 100 - 200 €. Für Gelegenheitsjäger durchaus ein gangbarer Weg.
      Wer ganz viel Glück hat lernt einen Pächter kennen, der vor Wild nicht gegen jagen kann. Der nimmt gern mal einen Jungjäger ins Revier.
    • Patronenkiste schrieb:

      Ohne massives Vitamin B hat man in der Branche wenig Chance um die Jagd auszuüben.
      Das halte ich für übertrieben. Vitamin B ist immer hilfreich, wie in jeder Branche auch. Aber wer die Ohren offen hält und sich in Jägerkreisen aufhält, wird seine Chancen bekommen.
      Ich habe schon auf dem Tontaubenstand Einladungen bekommen (ohne dass ich ein herausragender Schütze bin).
      Frau bekam mal (telefonisch) eine Einladung zum nächtlichen Fuchsansitz speziell nur für Frauen. Das hatte die damals neue Hegeringsleiterin mal ins Leben gerufen.
      Ach ja, als wir die Prüfung bestanden hatten, gab es eine Taubenjagd für die Jungjäger, organisiert von der Kreisjägerschaft, die auch den Kurs veranstaltet hatte.
    • 15.000€ für ein Jahr sind schon heftig,jetzt weis man auch warum früher dem Adel das Jagen vorbehalten war ;) .

      Aber ich hab auch mal mitbekommen das in so Trachtenvereinen der Schützenkönig meistens der ist ,der gut Kapital hat ,denn das soll auch nicht ganz billig sein.

      Wenn es so ist wär es ja mehr oder weniger auch Schmu ,dann wirds nämlich derjenige der es sich leisten kann und nicht derjenige der am besten trifft.

      Bekommt man das Geld durch den Verkauf des Wildes überhaupt wieder rein?
    • Christian 1984 schrieb:

      Bekommt man das Geld durch den Verkauf des Wildes überhaupt wieder rein?
      Meistens Wunschdenken, aber klar verkaufen die Pächter das Wildbret. Es kommt auf das Revier an, was es hergibt. Das erklärt auch die stark unterschiedlichen Pachtpreise.
      Aber das soll nun nicht vom Gedanken des JS bzw. einen Kurs davon abhalten. Es gibt nun bundesweit rund 370.000 Jagdscheininhaber und nur ein Bruchteil davon sind auch Revierpächter.
    • Christian 1984 schrieb:

      Floppyk schrieb:

      Hat man aber Waffen gekauft, so muss der Jagdschein auch fortwährend zum Bedürfniserhalt gelöst werden.
      Das ist ja auch sowas :rolleyes: ,man hatte alle Kurse bestanden und wenn man nach Jahren mal 1 oder 2 Jahre Pausieren will muss man trotzdem einen Schein lösen damit man sein Bedürfnis behällt .
      Das Bedürfnis habe ich doch eigentlich schon automatisch da ich meine Jagtprüfung abgelegt und bestanden habe,was ein Käse!
      Dass das Bedürfnis nur mit gültigem Jagdschein fortbesteht, finde ich jetzt nicht wirklich schlimm. Waffenrechtliche Erlaubnisse sind in Deutschland nun mal an Bedürfnisse geknüpft und aus rechtlicher Sicht ist man Jäger, wenn man im Besitz eines gültigen Jagdscheines ist.
      Hat auch den Vorteil, dass man nicht vergessen kann, sich zu versichern, denn einen Jagdschein lösen kann ich nur mit Versicherungsnachweis.
      Und dafür, dass man recht umfangreiche Erlaubniss hat, ist das Nachweisen des Bedürfnisses doch ziemlich einfach.
      Man darf nicht vergessen, als Jäger darf ich zuerst mal ohne Mengenbegrenzung oder 2/6 Regel jagdlich taugliche Langwaffen kaufen. Mittlerweile gibt es zwar Fälle, dass Behörden Einzelnachweise verlangen wenn jemand schon eine erhebliche Anzahl an Waffen hat und weiterkauft ( wir sprechen hier aber aber schon von um die Hundert Waffen), aber als normaler Jäger kommt man selten in die Verlegenheit in diese Regionen vorzustossen.
      Zwei Kurzwaffen werden auch als Grundbedürfnis anerkannt.

      Auch Jagdgelegenheiten sind kein Hexenwerk. Man muss sich halt blicken lassen und anfangen Kontakte zu knüpfen.
      Jagdhorn spielen lernen kann auch hilfreich sein. Nur die meisten Jäger suchen halt nach Leuten, auf die Verlass ist und laden nicht sofort Hinz und Kunz ins Revier ein. Bei den Aufgaben und der Verantwortung auch kein Wunder.
      Aber ich persönlich kann nun knapp 5 Jahre nach Beginn meines Jungjägerkurses sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat.
      Jagen gehen, Beute machen, selbst erlegtes Wildbret und damit ethisch einwadfreies Fleisch in bester Bioqualität geniessen zu können, Natur mal aus anderem Blickwinkel bewusst erleben, ist zumindest für mich eine wirkliche Bereicherung im Leben.
      Und es gibt noch x weitere Gründe, die Jagd ausmachen.
    • Floppyk schrieb:

      Eine Pacht ist sehr teuer. Faktisch hat kaum noch ein Revier einen Einzelpächter. Man muss wissen, dass eine Mindestpachtdauer von 9 bzw. 12 Jahren besteht, je nach Art des Reviers. Jahrespachten von 5 - 15 tsd € sind üblich.
      Darf ich hier anfügen dass man als "Jungjäger" noch nicht "Pachfähig" ist.
      Zu regionalen Unterschieden kann ich da aber auch nichts sagen.
      Jeder ist für seinen Schuss selbst verantwortlich
    • Esti schrieb:

      selbst erlegtes Wildbret und damit ethisch einwadfreies Fleisch in bester Bioqualität geniessen zu können
      Was ist "ethisch einwadfreies Fleisch"?
      Jeder Jäger muss einen Hygienenachweis Wildbret haben, um sein erlegtes Wild zu vermarkten. Die Jägerausbildungen der letzten Jahre schließen diesen Nachweis ein.

      Oldcrow schrieb:

      Darf ich hier anfügen dass man als "Jungjäger" noch nicht "Pachfähig" ist.
      Hatte ich erwähnt! Erst mit dem 4. Jahresjagdschein wird der "Jungjäger" pachtfähig.
    • Floppyk schrieb:

      Esti schrieb:

      selbst erlegtes Wildbret und damit ethisch einwadfreies Fleisch in bester Bioqualität geniessen zu können
      Was ist "ethisch einwadfreies Fleisch"?Jeder Jäger muss einen Hygienenachweis Wildbret haben, um sein erlegtes Wild zu vermarkten. Die Jägerausbildungen der letzten Jahre schließen diesen Nachweis ein.
      Ethisch einwandfrei meint hier:kein Tier aus zweifelhafter Massentierhaltung, bei desen Zucht unter Umständen große Mengen von Medikamenten nötig waren, sondern ein Tier, das artgerecht weil frei aufgewachsen ist.
    • Übrigens - den Kurs zum Jagdschein kann man ab 15 Jahren machen, aber den JS erst mit 16 beantragen. Aber kein eigener Waffenerwerb und keine Gesellschaftjagden, jagen mit Leihwaffe aber erlaubt. Mit dem 18. Geburtstag entfallen diese Einschränkungen automatisch.
    • Ist ja interessant, dass mal jemand das zusammenfasst, was das kostet.

      Das wäre für mich nix, zu teuer und viel zu zeitaufwändig, außerdem würde es mich davor grausen, diese Tiere zu zerlegen.

      Da reichen mir schon die Fische beim gelegentlichen Angeln, und am gepachteten Weiher haben wir auch genug zu tun.

      Waffen habe ich als Sportschütze schon genug erworben, da komme ich ebenfalls nicht so oft dazu, wie ich möchte.

      Aber ich habe nichts gegen die Jagd, sondern gönne jedem diese Passion, der die Zeit und Mittel aufbringt, diese zu erlernen und auszuüben, inklusive der für Außenstehende etwas archaisch-befremdlich wirkenden Rituale und der eigenen Sprache. Es gibt viele interessante Aspekte daran, und ich bin auch gerne in der Natur (Angeln und Pilze suchen z.B.).

      Deshalb verstehe ich euch absolut.
    • Interessant ist es allemal ,für mich wär es aber auch nichts ,so ein Tier zu erlegen das würde grade noch so gehen ,aber das was dann danach kommt da hört es bei mir nach dem Fisch auch auf *lol* .
      Davon ab das mir das Wild was ich schon mal Probiert hab alles viel zu streng schmeckt.