Posts by Musashi

    Ich habe mir als Ingenieur das Video von Frank oben - insbesondere in einzelnen Szenen mehrfach angeschaut.


    Meistens hat er aus meiner Sicht recht, aber halt auch nicht immer. Z.B. ist der Abstand zwischen Paddel (was zum Umfallen des Ziels getroffen werden muss) und der Hitzone (dem Loch in der Silhouette) solange kaum von Bedeutung, wie ein Diabolo, das den Weg durch die Hitzone findet nicht seitwärts am Paddel vorbeifliegt. Ob da 0,5 oder zwei Zentimeter zwischen liegen, mag vielleicht bei Splits eine Bedeutung haben, bei Treffern nicht.

    Auch die Neigung des Paddels (in eingeschränktem Rahmen) gegenüber der Silhouette ist nicht so riesig wichtig bei vollen Treffern - bei Splits durchaus.

    Die frontseitige Torsionsfeder an der Silhouette unterstützt deren Umfallen bei einem Treffer. Es schadet also nicht, wenn sie etwas stärker ist.


    Aber nicht nur ein paar mal hat Frank in seinem Video absolut recht! Und das halte ich auch aus der Entfernung für unhaltbar bei einer FT-Weltmeisterschaft:


    - bei einem Ziel verhakt sich der untere Abstützhebel in dem "Loch" der Unterlegscheibe. Das ist maximal unprofessionell! So kann man verhindern, das ein Ziel überhaupt umfällt, auch bei .308. Ein absoluter "Verschlimmbesserungsfehler"! Ansonsten sollten die aufgeklebten Unterlegscheiben wohl dazu dienen, das "Umfallen" der Silhoutte zu erleichtern. Da hätte man dann wohl besser glatte, schlüpfrige Edelstahl-Blechstreifen nehmen sollen.

    - ein Hebelmechanismus, der zunächst dazu dient, die Geschossenergie des Diabolos in ein energieaufwändiges "Aufrichten" der Silhouette zu verwenden, statt sie umfallen zu lassen ist mehr als absurd.

    - fragwürdige "Holzkästen", die durch Eigenbewegung Energie aufnehmen, anstelle sie ans Paddel weiterzugeben sind unprofessionell.

    - Aufrichtschnüre, die sich extrem dehnen oder gar reißen sind absolut inakzeptabel und völlig unüberlegt.


    Ich kenne zwei italienische FT-Schützen aus vergangenen Jahren und auch aus Weltmeisterschaften. Das waren unheimlich sympathische Kumpels.


    Ich verstehe nicht, warum diese WM so lieblos organisiert (freundlicher Begriff) wurde.


    Es macht mich wirklich traurig. Am schlimmsten in dem Video fand ich eine Kleinigkeit: Der zerfetzte Knoten der Schnur an der Silhoutte. Vor ca. 20 Jahren haben wir dieses Problem für Vereinsmeisterschaften gelöst.


    Eine WM auf einem Stoppelfeld ........


    Musashi

    Tut mir leid, dass du die LED getroffen hast. Vielleicht baust du einen Schutzring vor der hinteren LED ein, mit einer Anwinkelung von 45° oder mehr, so dass der Diabolo abgelenkt wird. Nicht ins Rohr hineinragen ist natürlich auch eine gute Idee.


    Ein sehr schöner Thread! Spannend zu lesen.


    Ich habe vor vielen Jahren mal zwei kommerzielle Chronys getestet und verglichen:



    Manche Gedanken aus dem alten Thread könnten vielleicht auch bei dem Selbstbau-Projekt hilfreich sein.


    Für wichtig halte ich, dass ein Chrony kalibriert wird. Sobald man eine Referenz hat, ist es ja mit dem Arduino ein Klacks.

    Ich fand die Idee mit den "durchfallenden" Diabolos nicht schlecht, würde hierzu aber zu ca. 9mm Kugellagerkugeln raten, bei denen ist es egal, ob sie sich im Fall drehen. Die Zeit kann man unter Vernachlässigung der Luftreibung ausrechnen. Wenn dann die Fallhöhe konstruktiv 100% konstant ist, hat man eine schöne Referenz zum Kalibrieren.


    Gruß

    Musashi

    Vielen Dank für die Ergebnislisten.


    Und meinen Glückwunsch an alle Schützen, egal wie die Plazierung ist. Eine WM ist immer eine extreme Erfahrung.


    Naja, ich gebe zu, dass mir die Ergebnisse von Jan und Konstantin schon besonders viel Freude machen. Bin halt ein überzeugter und ewiger Federdruckschütze. Jahre ist es her, dass Alex hier auf dem Treppchen stand ... und noch viel länger her, dass Andreas ganz oben auf dem Treppchen stand. Besonderer Glückwunsch also an Jan und Konstantin.



    Viele Grüße

    Bernard

    Danke Gerold für diesen geradezu salomonischen Beitrag.


    Tatsächlich galt für mich "Einmetern" und "Einschießen" als ein und dasselbe, wenn es um FT geht und um die Generierung einer Skala auf dem ZF, was auf einem bestimmten Luftgewehr sitzt, mit dem man mit bestimmten Diabolos Ziele treffen möchte.


    Eine zusätzliche "Klicktabelle" wäre für mich nur Stress im Wettkampf gewesen, auch wenn ich immer nur über MilDots geschossen habe.


    Wie ich lernen durfte, hat sich der Begriff "Einmetern" = "Einschießen" (auf bestimmte Entfernungen) wohl geändert in "ZF-Einmetern" PLUS "Einschießen".


    Ich bin froh, dass ich nicht persönlich geworden bin in dieser Diskussion und dass Gerry aufgeklärt hat.


    Musashi

    .....

    Das Einmetern hat doch nichts mit der Flugbahn des Diabolos zu tun. Oder hast du bei Diabolo Wechsel jedesmal neu Eingemetert?

    Das Meterweise Einmetern ab 35m birgt Fehlerquellen, die nicht einfach oder garnicht eliminiert werden können. Wenn die Sonne Passend steht gibt es da Kuriose Ergebnisse, die einfach nicht stimmen können.

    Daher habe ich jeweils in 5m schritten gemessen, und die abstände dazwischen jeweils Interpoliert. Das funktioniert, ich habe keine nennenswerte Abweichungen zu anderen Schützen.

    Hallo,


    natürlich muss man die Kombi - Gewehr - ZF -Diabolo - Neu "Einmetern", wenn man die Diabolosorte wechselt, selbst bei der gleichen Sorte aber unterschiedlicher Charge ist das sehr empfehlenswert. Daher kaufen sich FT-Schützen in der Regel direkt ein paar Stangen ihrer bevorzugten Marke / Sorte aus einer Charge. 5 Stangen a 10 Dosen sind ein guter Anfang.


    Da "Einmetern" (muss nicht 1m sein, können auch 2,5m oder 5m sein) hat sehr wohl etwas mit der Flugbahn der Diabolos zu tun. Ein schwereres Diabolo hat eine andere Flugbahn als ein leichteres. Auch der BC (ballistische Koeffizient) - vereinfacht Luftwiderstand - spielt eine große Rolle. Und leider reagiert jedes Luftgewehr etwas anders auf eine Veränderung des Geschosses, sehr viele Faktoren spielen hier eine Rolle.


    Wenn du mit deiner Skala zurechtkommst und triffst, ist andererseits alles wunderbar. Dann musst du dich nicht mehr um die Theorie kümmern.


    Gruß

    Musashi

    Ich habe bis 35m alles eingemetert. Dann von 35-50‘ alle 5meter gemessen und die Entfernungen zwischen den 5Meter Schritten interpoliert. Das hatte beim Sightron damals auch so funktioniert.


    Hier dürfte ich mich eigentlich angesichts der überragenden, aktuellen Ergebnisse deutscher FT-Schützen nicht mehr einmischen. Außerdem trägt es nichts zur Fragestellung des TS bei.


    Aber:


    Wenn es keinen Wind gäbe, keine Temperatureinflüsse, keinen Einfluss der Luftfeuchtigkeit oder des Luftdrucks, keine minimalen Unterschiede (Unregelmäßigkeiten) der Diabolos und am besten auch nur eine waagerechte Linie zwischen Mündung und Ziel. Dann folgt das Geschoss im optimalen Fall einer rein ballistischen Flugbahn. Deren "Krümmung" nimmt aber ab etwa 40 bis 45 Meter Abstand von der Mündung entfernt massiv zu. Sie ist nicht mehr gleichmäßig linear von 40 bis 50m Entfernung.


    Andererseits spielt auch die Optik und Mechanik des ZFs eine entscheidende Rolle. Die ist nämlich auch keineswegs perfekt. Somit kommt es bei der Abschätzung der Zielentfernung zwingend (zusätzlich zu den o.g. Umwelteinflüssen) zur Überlagerung von zwei Größen: Der theoretischen, ballistischen Flugbahn und der bei jedem einzelnen ZF einmaligen Schärfeerfassung. Durch letztere kann es tatsächlich (und richtig!) zu absurden Abstandsveränderungen der Markierungen auf einem Seitenrad / Parallaxenring führen.


    Individuelles Einmetern von Waffe und ZF sind somit unverzichtbar, besonders bei Entfernungen oberhalb 30m.


    Nichts ersetzt aber darüberhinaus das Gefühl, das Gespür und die Erfahrung des Schützen.

    Die Kunst besteht also darin, ab einem gewissen Schwierigkeitsgrad des Ziels auf die Zahlen zu verzichten und sich nach Gespür zu richten.


    Reimt sich sogar.


    Gruß

    Musashi

    Erst durch diesen Beitrag habe ich erfahren, dass Steve Pope schon vor fast zwei Jahren verstorben ist.

    Andere Beiträge hier sind an mir vorbeigegangen, leider!


    Schon zu "Venom"-Zeiten hatten wir Kontakt, zu "V-Mach"-Zeiten auch.

    In britischen Foren habe ich gestern auch einiges zu seinem viel zu frühen Tod gelesen.


    Den ersten Kontakt hatten wir, bevor hier in Deutschland irgendein Händler etwas von "Venom" gehört hatte.

    Bestellungen waren damals ziemlich schwierig. Nur direkt von ihm und seiner Firma aus UK. Bei Federn und Tuningskits ging das ziemlich einfach. Beim Abzugstuning für den Weihrauch-Matchabzug wurde es etwas schwieriger ... der Original-Abzug musste erst einmal hin, der getunte dann zurück. Das hat immer funktioniert! Auch bei einer "Sammelbestellung" für FT-Freunde.


    Wir haben 4-5-mal telefoniert. Besonders schön war ein Anruf, wo er sich dafür entschuldigte, dass er gerade in der Werkstatt war - sehr laut - ich konnte ihn kaum verstehen.


    Er war einer der wenigen Könner und auch einer der wenigen Guten.

    In meiner Reservekiste liegt noch ein bisschen "Venom" und V-Mach". Ich werde diese Besonderheiten ehren. Und irgendwann einbauen / verwenden.


    Musashi

    Vor 10 Jahren .....



    Gruß

    Musashi

    Hallo Bernard,


    was hat dich denn abgehalten mal vorbei zu schauen.

    Ich hätte dich alten Hasen gerne mal persönlich kennen gelernt.

    Gute Frage und vielen Dank für diesen zweiten Satz.

    Ich bin durch eine WM gehumpelt. Mit Krücke und Hilfe guter Freunde habe ich noch ein DM mitgeschossen.

    Mit Krücke hätte ich auch letzten Sonntag nach Dorsten kommen können.

    Es hätte mir aber psychisch nicht wirklich gut getan. Ich hätte gelitten, anderen live dabei zuschauen zu dürfen, wie sie die Ziele beschießen. Das was ich so intensiv gelebt habe.


    Es gibt Wendungen im Leben. Manche liegen an einem selbst - durch Alter oder Krankheit. Andere liegen an veränderten äußeren Bedingungen. Ich war Jahrzehnte engagierter Sporttaucher: Europa, Asien, Afrika, Amerika. Wunderschöne Schwerelosigkeit in wunderschönen Unterwasserlandschaften. Langsam veränderte sich alles unter Wasser, starb ab. Es war nur noch deprimierend anzuschauen, wie ein wunderschönes, korallenbuntes Riff mit tausenden von Fischen sich in eine kahle, leblose Einöde verwandelt. Also habe ich den Tauchsport aufgegeben. Aber meine Erinnerungen im Kopf behalten.


    So halte ich es auch mit FT.


    Und zur Klasse 2: Nö, das sind nicht nur die ZFs mit höherer Vergrößerung, das sind auch nicht nur die inzwischen deutlich "zahmeren" Federdruckgewehre. Ich glaube, es liegt daran, dass die jüngeren Schützen aus den Erfahrungen der älteren gelernt haben ... und vor allem, dass sie jünger, ruhiger, trainierter und vielleicht auch selbstbewusster sind.


    Ich hatte mal ein 50x Big Nikko auf meiner 97k, es passte für mich nichts zusammen. Keinen Wettbewerb mit geschossen, wieder verkauft .... und es war ein speziell nachgemessenes, ausgewähltes Exemplar.


    Gruß

    Bernard

    Alles zeitgesteuert, ist eh nur für den Privatgebrauch gedacht.

    Hmm,


    ich könnte mir vorstellen, dass deine Lösung durchaus auch für den "professionellen" Einsatz geeignet ist - mit Fernsteuerung.

    4 Kanäle für 4 Ziele pro Lane im FT. Das natürlich dann für viele Lanes, ohne gegenseitige Beeinflussung.

    Der Arduino benötigt kaum Leistung. Den Servo etwa 100-mal (pro Tag) zu aktivieren dürfte auch keinen Riesen-Akku erforderlich machen.


    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass den Zugschnüren nicht mehr die Zukunft gehört.

    Es gibt da ein Unternehmen, das FT-Ziele für nationale und internationale Wettbewerbe leihweise zur Verfügung stellt, samt Funktionsgarantie.


    Gruß

    Musashi

    Sehr interessant!


    Bei dem Aktor scheint es sich um einen Servo aus dem Modellbau zu handeln?


    Geschieht das Aufstellen zeitgesteuert oder per Fernsteuerung?


    Zeitgesteuert hätte den Nachteil, dass das System wahrscheinlich nicht für Wettkämpfe zugelassen würde.

    Ferngesteuert hätte den Nachteil, dass das System ziemlich teuer würde.


    Die kleine Elektronikbox sieht nach IP 67 aus, funktioniert also bei jedem Wetter. Was ist mit dem Servo?


    Auf jeden Fall eine sehr schöne Arbeit, Glückwunsch!


    Gruß

    Musashi

    Hallo Heiko,


    vielen Dank für deine Mühen und die schönen Fotos.

    Das Wetter hat heute ganz gut mitgespielt, ich wohne ja Luftlinie nicht allzuweit weg.


    Viele Schützen auf den Ergebnislisten kenne ich noch persönlich, noch viel mehr aber nicht ;-)

    Adam und Alexander mit wirklich sensationellen Ergebnissen in Klasse 1 sind ja eigentlich keine Überraschung.

    Was mich wirklich umhaut ist Bianca mit 43 Punkten! Ein besonderer Glückwunsch!


    Mein Respekt gilt natürlich besonders den Prellerschützen, die mit leichtem Auf und Ab Resultate in Klasse 2 und 4 erzielen, wie sie vor einiger Zeit noch undenkbar waren.


    Sehr schöne Inspiration, danke nochmals dafür.


    Gruß

    Bernard


    P.S. Kurt, 24 sind nahezu 50%, mehr wollten wir eigentlich nie :marder:

    Nun bin ich ja schon seit geraumer Zeit kein aktiver FT-Schütze mehr.


    Aber Morgen startet die FT-DM in Dorsten. Nicht ganz soviele Schützen, wie ich heute erfahren habe ... aber es könnte vom Wetter her spannend werden.

    Wie sagt es ein sehr geschätzter Freund von mir : "Field Target ist wie Sportschießen - nur schöner."


    Ich würde mich sehr freuen, wenn auch hier auf co2air einige Fotos und die Tagesergebnisse gepostet würden. Vielleicht schafft es ja jemand, trotz Wettkampfstress.


    Gruß

    Musashi