Wartung bzw. Reinigung der Schlosskralle?

  • Hallo zusammen.
    Da ich in letzter Zeit neben dem Sehnen Wachs für die Mittenwicklung auch noch Lubricant von Horton raufgebe, und hierbei die Schlosskralle ganz schön schmierig wird wollte ich mal fragen ob es hier Bedarf zur Reinigung gibt?
    Das Lubricant gebe ich alle 5 bis 8 Schuss ganz fein auf die Mittenwicklung, weil die Abnutzung der Wicklung dadurch drastisch weniger wird. Aber mir ist eben aufgefallen, dass die Schloss Kralle ganz schön schmierig wird? Macht das was aus? Oder ist das völlig egal?
    Bitte um euer Wissen!

  • Schloß öffnen, reinigen und warten ist selbst bei regelmäßiger Nutzung allenfalls alle 1-2 Jahre nötig. Eine Arbeit für die Winterpause. --- Innerhalb der Saison kann man das Schloß auch von außen mit einem einfachen Malerpinsel reinigen.


    Um welche Armbrust geht es denn? --- Schiene oder Wicklung häufiger als einmal am Übungs- oder Turniertag zu schmieren ist mit Sicherheit zu viel. Einmal beim Einpacken nötigenfalls Schiene reinigen, Kabel oder Wicklung an den Reibungspunkten sparsam schmieren reicht. Nicht vergessen, daß zuviel Schmiermittel nur unnötig Schmutz binden und die Trefferlage beeinflussen.


    Einfache Schmiermittel wie Arrow Lube, Silikonöl, Stearinstifte und an beweglichen Schloßteilen und Verbindungsstellen Silikon- oder Waffenfett (wahlweise mit PTFE) reichen.


    Betonung liegt auf sparsam; bei der Schiene sogar extrem sparsam, je nach Sehnenandruck.



    Viele Grüße


    Andreas

  • Hallo Kreuzbogen.
    Erstmal danke für deine Tipps.
    Es handelt sich bei meiner Armbrust um eine Excalibur Equinox.
    Die Schiene wird gar nicht geschmiert! Lediglich die mittenwicklung wird alle 60 bis 70 Schuss mit Hartwachs eingerieben! So hat meine Wicklung im Schnitt 150 Beschleunigungen gehalten. Bis ich jetzt mit Lubricant angefangen habe. Und zwar ganz wenig Lubricant (ca. ein halber Stecknadelkopf groß) auf die Mittenwicklung und dann verreiben. Das mach ich alle 5 bis 8 Schuss. Seither komme ich mit einer Wicklung auf fast 300 Beschleunigungen. Nur ist mir aufgefallen, das sich lediglich auf der Schlosskralle ein kleiner Film mit Lubricant bildet. Sollte man den wegputzen? Oder ist der egal?
    Das Schloss selber reinige ich gar nicht. Da traue ich mir nix aufschruaben. Lediglich wenn ich bei feuchtem Wetter oder im Regen geschossen habe, sprühe ich hin und wieder einen kleinen Spritzer WD40 in das Schloss hienein. So wirds in der Anleitung der AB geschildert.


    Mfg


    Peter

  • Hallo Peter
    300 Schuss! alle achtung,da komme ich nicht mit und wir haben ja die gleich AB.Schaffe so 200 Beschleunigungen und mach das mit dem Lubicant auch so.Was hast du denn für ein Wickelgarn?


    MFG Uwe

  • Hallo Uwe.
    Ich benutze ein Brownell Crossbow Serving mit 0,36 Dia. Hat so eine Braun Goldene Blakette Seitlich aufgeklebt. Ich muss dazu sagen, dass das nur bei der Fast Flight Sehne geht. Mit der Original Sehne und diesem Garn komme ich gerade mal auf 100 Schuss.
    Auf der FFF mit dem Horton Lubricant funktioniert das super. Aber wie gesagt ich fette wenn auch nur ganz minimal alle 5 bis 6 Schuss....
    Was mir noch aufgefallen ist, wenn ich dauer Schiesse, ist die Wicklung schneller kaputt als wenn ich mal 50 Schuss mache, die Armbrust wieder ruhen lasse, nächsten Tag wider 50 Schuss, usw... Bei der Dauerbelastung ist die Wicklung um gefühlte 50 Schuss Schneller hin...
    Ich wickle mit dem Kartell Plastik Gerät so fest es das Gerät zulässt. Bringe die Sehne beim Wickeln in einen fast Paralellen Zustand. (Also aufdrehen) Danach wird die Sehne beim anbringen wieder in Wickelrichtung eingedreht.
    Mal sehen ob das mit dem Lubricant und dem Garn so wie es jetzt ist ein Dauerzustand bleibt. Bis jetzt habe ich einmal fast 300 Beschleunigungen geschafft. 294 um genau zu sein. Aber um 3 oder 4 habe ich mich vielleicht verzählt... Habe mitgeschrieben...


    Ps Uwe
    Ich schiesse jetzt auch das gleiche Setup wie du, den Firebolt mit den 125 Grain Field Points und bin sehr zufrieden. Du sagtest mal in nem Thread dass du da 335fps hast. Hast du das Gemessen, oder aus ner Tabelle?


    MFG
    Peter

  • Hallo Peter,



    hört sich alles okay an: Brownell .030, möglichst fest wickeln. Wie gesagt, ich würde lieber weniger schmieren und das Schloß nötigenfalls mit dem Pinsel reinigen.


    Einzig WD40 würde ich keinesfalls in Schloß sprühen, da es überall hinkriecht und auch Probleme wie gelöste Schrauben bereiten kann.



    Viele Grüße


    Andreas

  • Hey Andreas. Was würdest du mir anstatt dem WD40 empfehlen? Bzw. Wie oft sollte man das Schloss tatsächlich ölen? Auch nur alle 1 bis 2 Jahre? Bzw wenn man im Regen viel schiesst?

  • Hey Andreas. Was würdest du mir anstatt dem WD40 empfehlen? Bzw. Wie oft sollte man das Schloss tatsächlich ölen? Auch nur alle 1 bis 2 Jahre? Bzw wenn man im Regen viel schiesst?



    Du kannst eigentlich viel nehmen. Nur sehr wichtig ist das du guckst das das Öl nicht harzt. Also benutz Waffenöl oder Nähmaschinenöl.

  • Hey Andreas. Was würdest du mir anstatt dem WD40 empfehlen? Bzw. Wie oft sollte man das Schloss tatsächlich ölen?


    Hallo Peter,



    das Schloß am besten garnicht ölen, sondern allenfalls fetten. --- Konkret beim Excal-Mechanismus ist sogar das entbehrlich, und ich würde es nicht öfter als alle 1 bis 2 Jahre schmieren, und zwar an den seitlichen Kontaktflächen der Kralle und Wippe. Das geht zwar am besten, wenn das Schloß zur Reinigung und Wartung geöffnet ist, jedoch auch von außen mit einer Dosierspitze. Im normalen Freizeitgebrauch recht letzteres.


    Schmierung mit Öl ist im Schloß nicht effektiv und kann problematisch werden. Speziell WD40 ist nur ein Wasserverdränger mit geringer Schmier- und großer Kriechwirkung. Das Zeug ist viel zu dünnflüssig, kriecht überall hin, bindet dort Schmutz und kann Schrauben lockern, oder die Wippe verölen (letzteres ist eher bei Darton als bei Excalibur kritisch). Ähnliches gilt auch für Ballistol, Caramba und ähnliche Sprüh-mich-überall-hin-Öle ;)


    Die Hinweise in den Videos bei Excalibur oder TenPoint sind in diesem Punkt aus Kundensicht nicht wirklich hilfreich. --- Ich habe den Fehler anfangs auch gemacht, und dann nach einiger Zeit die diversen Probleme bekommen. Beim Warten der zerlegten Armbrust hat sich dann gezeigt, wo die ganze gallertartige Suppe überall klebt. Langfristig hat die Praxis gezeigt, daß die ganze Schmiererei garnicht nötig ist.


    Die Favoriten bei den Präzisionswettbewerben werden Dir übrigen immer sagen, daß sie grundsätzlich "trocken" schießen, und insbesondere vor Wettbewerben weder Schiene noch Schloß schmieren.



    Viele Grüße


    Andreas

  • Ich kann Andreas da nur beipflichten,denn selbst das Sehne wachsen ist nicht unproblematisch.Es gibt dann mit Gleitmittel und/oder zuviel Sehnenwachs nur zusätzliche Ungenauigkeiten.denn was ein oder 2Pfeilbeschleunigen Vorteile bringt ist dann ins Gegenteil verkehrt und man bekommt Streuungen in der Höhe zusätzlich zu den selbst verursachten seitlichen(welche sich teilweise durch Anhaftungen oder einseitiges abwerfen dieser Mittel verschlimmern) mit dazu.Wenn man die Mittelwicklung wachst sollte man dieses Wachs dann auch ab und an mal aus dem Schloß entfernen,sonst sind die Schlösser der mir bekannten Darton Armbruste sehr pflegeleicht bzw fast pflegefrei.

  • Hallo Peter


    genau das gleiche Garn benutze ich auch und der Verschleiß ist im dauereinsatz größer als wenn ich heut 50 Schuss und morgen wieder 50 Schuss abgebe. Ist bei mir also auch so.Hat wohl was mit der Hitzeentwicklung zu tun.


    Die 335fps hab ich mit einem Chrony Gemessen.


    Schön das Du auch mit dem Pfeilsetup zurecht kommst!



    MFG Uwe

  • @alle die gerne eine Excalschloß veroelen möchten


    Es gibt absolut keinen Grund ein Excalschloß mit Oel zu fluten!
    Allenfalls beim Zusammenbau eines Schloßes kann man ein einigen wenigen
    Stellen einen Oelfilm anbringen.
    Übermäßiges Oelen hat nur zur Folge, dass das Dämpfungskissen für die
    Schloßkralle angegriffen wird und sich lösen kann. Eine Zerlegung des Schloßes
    ist dann unumgänglich. Die Garantie ist dann auch futsch!
    Zweiter ungünstiger Nebeneffekt ist, dass sich Verschmutzung (z.B. Staub) an
    der Schloßmechanik festhält. Für den sich dann einstellenden Enderfolg braucht
    man dann auch nicht viel Phantasie.


    Deshalb: Kein Oel ins Schloß!


    Da gibt es leider auch keine zwei Meinungen!


    Gruß


    Carsten

  • Okay, das war eindeutig. Also werde ich das in Zukunft mit dem WD40 sein lassen...Und wenn ich euch richtig verstanden habe, würdet ihr auch die mittenwicklung lieber nicht zu viel mit Lubricant fetten, auch wenn sie dann schneller hinüber ist, aber dafür das Schloss nicht verdreckt!
    Danke für Eure Hilfe.
    Peter

  • Man kann an die Mittelwicklung schon mal etwas ran bringen um die Gleitfähigkeit zu erhöhen,aber es sollte so wenig sein das es möglichst keine Reste im Schloß hinterläßt und so selten das es die Genauigkeit nicht beeinträchtigt.Meistens ist weniger mehr!

  • ...Beim Warten der zerlegten Armbrust hat sich dann gezeigt, wo die ganze gallertartige Suppe überall klebt. Langfristig hat die Praxis gezeigt, daß die ganze Schmiererei garnicht nötig ist...




    Deshalb: Kein Oel ins Schloß!



    Womit wir mal wieder beim Thema: "Kaputt-pflegen" wären. Weniger ist oft mehr, vor allem an der richtigen Stelle!

    Tradition bedeutet nicht das Bewahren der Asche,
    sondern das Weitergeben des Feuers.
    (Thomas Morus)

  • Ich habe auch festgestellt, das weniger mehr ist...


    Ich habe am Anfang bis auf das Schloss meiner Darton Serpent LDT II viel zu viel Schmier- und Pflegemittel angedeihen lassen. Doch z.B. Schmiermittel auf der Peilführungsschiene oder Sehnenwachs auf der Mittelwicklung führen nur dazu, dass mehr Schmutz angezogen wird und man damit schlussendlich einen gegenteiligen Effekt erzielt.


    Seit einiger Zeit wird die Armbrust im Feld wenn nötig mit einem trockenen Tuch abgewischt und Zuhause mit einem angefeuchteten Tuch. Ansonsten wird von Zeit zu Zeit die Sehne und Kabel mit Sehnenwachs behandelt - nicht die Mittelwicklung.

  • Bei Tenpoint sagt der Hersteller man kann es occasionally, also gelegentlich ölen.
    Mit einem "small drop of lube"


    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Es geht los bei 1:57


    Gelegentlich ist natürlich keine messbare Größe. Besser wäre gewesen nach N Schuss.


    Das Thema Armbrust-Pflege ist einfach der Hammer. Hier macht jeder was anderes.


    EDIT:
    Auch interessant, ab 1:52 werden die Achsen der Cams geölt. Ich habe vor einiger Zeit mal bei Mathews, PSE und Bear nachgefragt, ob man die Cams bzw. die Achsen Ölen muss. Die Antwort war nein, das würde nur Staub/Dreck anziehen.
    Ok, wir reden hier von Compoundbögen, nicht Compound-ABs. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten.

  • Tenpoint sieht das anders. Wenn die AB nass geworden ist z.B. durch Regen, kann WD40 die Feuchtigkeit verdrängen und Rost vorbeugen. Es geht natürlich nur um einen "small amount." Zu sehen ist das ab 2:26





    Die Hinweise in den Videos bei Excalibur oder TenPoint sind in diesem Punkt aus Kundensicht nicht wirklich hilfreich. --- Ich habe den Fehler anfangs auch gemacht, und dann nach einiger Zeit die diversen Probleme bekommen. Beim Warten der zerlegten Armbrust hat sich dann gezeigt, wo die ganze gallertartige Suppe überall klebt. Langfristig hat die Praxis gezeigt, daß die ganze Schmiererei garnicht nötig ist.


    Die Favoriten bei den Präzisionswettbewerben werden Dir übrigen immer sagen, daß sie grundsätzlich "trocken" schießen, und insbesondere vor Wettbewerben weder Schiene noch Schloß schmieren.

    Ja, die Videos sind wohl wirklich nicht hilfreich.