All the Shebang You can get

  • Okay, wir haben Threads über handgefertigte Klamottage, über die utopischsten Hülsenausstosser, ja sogar darüber, wie man Traumfänger, Friedenspfeifen und Anderes herstellt: "Sitting Bull, lass' Zöpf' Dir flechten, sprach die alte Squaw..."


    Mir fehlt Background. Okay, mag ein Rollenspielertick sein, aber ich überlege mir, was ich 'intime', also wenn ich Doc Slade bin, so von mir gebe, wie ich meinen Humor zeitgemäß verpacke und bla und quak... Daher nun ein Testlauf...


    "Ja, von Vancouver runter um Kap Hoorn und rauf an die Ostküste. Unterwegs 'nen Haufen Klipper gesehen, die nötig nach Kalifornien wollten. In San Francisco waren die Häfen schon dicht - Hinz und Kunz ging von Bord, um nach ScheiBgold zu suchen, überall leere Schiffe...
    Yeah, wir gingen dafür in New Orleans von Bord, weil der Kahn da in die Werft musste wegen Bohrwürmern, so kleine ScheiBerchen, die Dir den ganzen Kahn zerlöchern. Das kann dauern. Was macht man also als Kanadier in New Orleans, außer sich darüber zu freuen, daß man französisch versteht?
    Erst mal amüsiert man sich nachts über Idioten in weißen Bettlaken, die irgendwelche Reinheitsphantasien hinauskrakelen und auf die Schwarzen fluchen. Hornochsen, als ob die freiwillig hier wären... Die Schwarzen sind nur deshalb hier, weil diese peinlichen Clowns da unten alle entweder zu blöd, oder zu faul waren, ihre ScheiBbaumwolle selber zu pflücken. Oder beides, weshalb sie auch den verdammten Krieg verloren haben.
    Trottel in weißen Kutten, die echt unterhaltsam und witzig sein könnten, wenn sie nicht mehr Knarren als Verstand hätten.
    Dann aber kann man damit Geld machen, wenn man Alligatoren jagt. Neben meinem Hotel wohnte ein Typ, dessen Hund hatte drei Beine. Der fiel immer auf den Arsoh, wenn er pinkeln musste. Der Alte meinte, dass der Hund früher gerne am Flussufer war, bis er festgestellt hatte, daß Alligatoren auch gerne am Flussufer sind.
    Teilweise werden die Viecher'ne echte Plage. Aber hey, im Gegensatz zu meiner sonstigen Kundschaft schießen die nicht zurück... "


    Das ist der Perfektionist in mir - zu Slade gehört nun mal eine krasse Geschichte.


    Wie ist das bei euch?


    We have the Fossils - we win!

    Edited once, last by Magnum Opus ().

  • Ich habe ja auch schon mal was geschrieben (nicht hier, ganz anderes Thema), da bin ich auch detailverliebt, manchmal sogar bei Beschreibung des Gebäude, wo gerade was stattfindet.
    Und jede Figur hat selbstverständlich ihre eigenen, gerne auch komplexe Gedanken und oft auch eine spezielle Geschichte.


    An deine tollen Wortschraubereien komme ich aber nicht ran!



    Stefan

  • Wortschraubereien...


    "Wusstet ihr, dass die Leute echt Kohle hinlegen für 'nen Alligator? Ja, mann... die machen da Leder von. Andere stehen auf den Schädel, die packen den in so bestimmte Ameisenhaufen und wenn sie abends wiederkommen, ist das Ding blank. Oder sie wollen die Zähne und Krallen... Oder Du zerrst das komplette Vieh nach Chinatown. Die brauchen da alles von, keinen Plan, wofür. Sind allerdings etwas knauserig.
    In Mexico heißen sie Kaimane und sind etwas kleiner und schlanker. Wie dem auch sei, einen richtig ausgewachsenen Alligator zieht man nicht so vom Fleck... Da braucht es Kumpelz für. Musst aber sicher sein, daß der Deubel auch hinüber ist... Denn wenn so ein Vieh das Zappeln anfängt, nix wie weg. Mit einem Schwanzschlag bricht der Dir das Kreuz.
    Und ja, wenn die da so am Ufer rumlungern, sehen sie sehr gemütlich aus. Aber wenn die mal in Wallung kommen, solltest Du besser schnell laufen können. Also, sicher sein, daß er kaputt ist. Der Härteste brauchte acht Pillen .45-70,bis er krepiert ist..."


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  • ...Dein Erzählstil erinnert mich irgendwie an Douglas Adams. Klar, anderes Metier, aber es flutscht bei Dir verbal genauso geschmeidig dahin... muss wohl am Brit-Gen liegen :whistling:

  • "Der Strom ist gewaltig. Man sieht oft das andere Ufer gar nicht. Auf den Steamern kann man ein nettes Leben haben. Allerdings muss die Besatzung Ausschau halten nach Baumstämmen, Ästen oder Sandbänken. Und das ist schwer, denn der Strom ist trüb und manche Stämme sind faulenzende Alligatoren.
    Nicht nur, daß der Mississippi gerne mal blitzschnell den Pegelstand ändert, nein, im Delta gibt's tatsächlich sowas wie kleine Piratenbanden. Nun schön. Der Haufen da im Südosten ist ja recht lebhaft. Da muss man sich ab und zu etwas bremsen. Im Saloon werden Falschspieler oftmals nach Strich und Faden vermöbelt und dann rausgeworfen, so'n Teer-und-Federkrams machen die da nicht. Auf'nem Dampfer kannze das nicht machen, denn wenn man den Typen aussenbords schmeißt, kriegt man womöglich nur die Hälfte wieder.
    Wegen der Alligatoren.
    Man kann die Viecher natürlich da platt machen, wo man sie findet, also auch im Wasser. Ist nur'n bisschen blöd, denn man muss sie ja irgendwie an Land zerren... Ausserdem sind im Wasser ja noch mehr von den Biestern und die haben da alle Heimvorteil. Okay, manchen Typen ist das egal, die schießen auf die Viecher, weil sie einfach Lust drauf haben. Oder weil sie stinksauer sind, daß ihre dämliche Töle nur noch drei Stelzen hat...
    Boote oder Kanus sind also nicht nur unnütz, weil unprofessionell, sondern auch gefährlich, denn ein ausgewachsener Alligator kippt das Ding mit Dir drin schnell einfach mal um.
    Man kann in einem Boot die Viecher aber tatsächlich 'hören'. Ein ganz tiefes Brummen. Dann wird's höchste Zeit, sich hektisch umzusehen, denn DU könntest gemeint sein. Wenn man eine Stelle im Fluss sieht, die aussieht, als würde es nur dort regnen, hast Du ihn entdeckt. Da knurrt er rum. Und das heißt soviel wie: "Das hier ist meine verdammte Flussbiegung. Also verzieh Dich, sonst helfe ich nach."
    Würde ich in dem ScheiBboot sitzen, würde ich mich schnell verkrümeln, denn die Jungz können ganz schön hastig werden.
    Wer also schlau ist, bleibt an Land und jagt die Kameraden, die da gerade am Ufer rumlungern. Aber wie gesagt : Aufpassen, daß die Viecher auch wirklich tot sind, sonst kannste Dich demnächst neben den dreibeinigen Hund packen.
    Ich meine, hey, wenn man einen Büffel schießt, kippt der wenigstens um. So'n Alligator aber liegt ja schon am Boden rum..."


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  • "Mein Vater war ein Arsohloch allererster Güte. Und ich war... 'n bißchen langsam. Was so Dinge wie Lernen anging, Mathe und so'n ScheiB. Als ich 11 war, kam ich mit' nem Zeugnis nach Hause, das ihm nicht gefiel. Nein, Sir, es gefiel meinem Vater kein Stück. Mir hingegen gefiel nicht, wofür der alte Sack seinen Gürtel alles verwenden konnte.
    Okay, aufrecht sitzen fiel die nächsten Tage schon mal flach. Aber hey, Worte können auch wehtun. Wisst ihr, was der Dreckskerl dann von sich gab? Ich werde es nie vergessen...
    Er fluchte: "Es ist nicht möglich, ich wiederhole für zum Auswendiglernen und Mitsingen, es ist ganz und gar unmöglich, daß DU... in irgendeiner Art und Weise von mir abstammen sollst. Wenn wir nach Hause kommen, werde ich mir Deine Frau Mutter greifen und ihr kräftig eine auf's Maul hauen."
    Dumm nur, daß er dies schon bei anderen Gelegenheiten fleißig praktiziert hat. Denn als wir nach Hause kamen, war sie in weiser Voraussicht schon futsch. Und die kam auch nicht wieder. Da war der Ofen natürlich kräftig aus.
    Ich denk, er hatte vor, mich zu der Mounted Police zu schicken, den sogenannten Mounties. Die solltet ihr mal kennenlernen. Typen, die so stinklangweilig sind, daß alleine ihre Anwesenheit schon jeden einschläfert. Zudem tragen sie weiße Hüte und knallrote Jacken, ich bitte euch... Von meinem ersten Gehalt kaufte ich mir 'nen schwarzen Hut.
    Die nehmen da aber nicht jeden. So Typen wie mich, der zu blöd ist zum rechnen, nehmen sie garantiert nicht. Und deshalb war mein Vater sauer. Der wollte nämlich Bürgermeister werden und wenn Sohnemann da bei den Mounties rumgluckt, schindet das mächtig Eindruck.
    Irgendwann aber stellte mein Dad fest, daß Kinder wachsen. Und manchmal werden sie größer und breiter als ihr Vater. Und so blöd war ich offenbar nicht, denn ich habe nichts vergessen. Und was gewisse Dinge angeht, habe ich ein Gedächtnis wie ein verdammter Elefant. Also zeigte ich ihm mal, zu was ich ohne Gürtel in der Lage war.
    Und seit dem Tag war ich in Westkanada unterwegs. Oh, man kann mit allem Möglichen Kohle machen. Aber wenn man dabei noch ein wenig rumballern kann, um so besser."


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  • Oh, das ist ein echter Text.


    So mit Buchstaben, die, wenn man sie nacheinander liest, tatsächlich einen Sinn ergeben.


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  • Kein Akt. Wie anhand der anderen Beiträge ersichtlich, alles ausse Finger gesogen.


    Mein Charakter braucht schließlich auch einen lagerfeuertauglichen Background...


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  • "Cowboy sein ist nix für mich. Wenn ich mit'nem Lasso rumhantiere, kann ich mich gleich selbst aufhängen. Und es stellte sich noch etwas heraus, das Dad's Plan mit den Mounties von Vornherein ordentlich ruiniert hätte. Ich und große Tiere, speziell Pferde und Kühe, mit denen... hab' ich Probleme. Aber ich kann ja nicht auf jedem Riesenvieh rumballern, das mir zu nah auffen Pelz rückt. Zumindest nicht auf Pferden und Kühen, denn die gehören zumeist irgend einem...
    Bei Bären, Pumas, Elchen und Anderem aus der Gewichtsklasse allerdings sieht die Sache schon anders aus...
    Zudem... Ich bin nicht gerade fragil gebaut. Kann also auch größere Artillerie nutzen, ohne daß es mich gleich rückwärts aus den Stiefeln bläst.
    Mein erstes Gebläse mit sechzehn war ein Blunderbus im Kaliber .68, den kein anderer haben wollte. Aber der machte ordentliche Löcher. Mit der Zeit stellte sich dann heraus, daß ich mit Kanonen wesentlich mehr anfangen konnte, als mit Seilspringen und Kunstreiten. Zudem macht es echt Spaß. Okay, ein Scharfschütze bin ich sicher nicht, aber bisher hab ich noch immer ungefähr das getroffen, worauf ich gezielt hab. Und um vom Fleck zu kommen, gibt's Schiffe und Kutschen, richtig? Ist auch wesentlich gemütlicher, denn ich bin von Natur aus'n fauler Hund. Nur nicht mit drei, sondern mit zwei Beinen.
    Nun könnte man sagen, ich sei ein schießwütiger Bastard. Mag stimmen, aber ich habe einen Trick gefunden, der mich nicht als kompletten Trottel dastehen läßt.
    Bei Bedarf überdimensional große Viecher plätten ist das Eine.
    Ich bin aber ein schießwütiger Bastard, der gerne auf anderen schießwütigen Bastarden rumballert. Ein Bounty Hunter also. Wie wird man das? Es hilft, in einer Postkutsche zu hocken, die gerade überfallen wird. Sozusagen als Ansporn. Nun, die übliche Zeitung unserer Profession sind die Stapel aktueller Steckbriefe, ein gutes Personengedächtnis ist auch nicht von Nachteil und wenn man wie ich so gebaut ist, daß man mir abnimmt, auch Paul Bunyan den Arsoh versohlen zu können ist das eigentlich der Superjackpot.
    Dazu noch Kanonage, die was taugt und das eine oder andere brauchbare Messer und schon kann's losgehen. Der Walker war eine Offenbarung. Und der 1860 Army. Gleiches Kaliber, aber dennoch... Kleiner Tip: Geh zum Gunsmith Deines Vertrauens und lass' Dir für den Walker eine neue Trommel machen. Und zwar aus demselben Stahl, aus dem der Army gemacht wurde. Dann immer brav 48 Grains in die Kammern und ein Minie-Geschoss drauf und das Baby wird Dich nie im Stich lassen. Es gibt Dinge, das hat die Vergangenheit gezeigt, die macht man mit Revolvern einfach nicht. Hält man sich an simple Grundregeln, wird einem ein Walker stets ordentlich den Weg freimachen."


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  • "Ich brauch nicht mehr viel zum Glücklich sein in meinen Leben, nur den Wald, das Wasser und die Tiere."


    Hier nun meine Geschichte.


    Man nannte mich in der alten Welt Willy Schwert. Nachdem ich meine Frau mit unserem Herren auf dessen Hof ich Knecht war, in unserem Bett erwischt habe, war ich auf der Flucht.
    Meine Faust traf ihn sehr unglücklich, so das seine rote Rübe gegen den Gusseisernen Ofen schlug. Er hat sich nicht mehr geregt. Anstatt das die Alte zu mir hielt, wollte Sie mich bei unseren Dorf eigenen Schutzmann anzeigen. Das hätte mir den Hals gekostet. Also schlug ich mich durch den Harz bis hoch zur Küste nach Oldenburg. Diese Flucht dauerte gute 10 oder 11 Tage, ich weiß es nicht mehr genau. Ich aas was ich unterwegs klauen konnte und ab und an einen Fisch aus örtlichen Teichen.


    Durch Zufall kam in eine kleine Kneipe welche ihren Namen alle Ehre machen sollte. Der Name war "Hexenkessel".
    Am nächsten Morgen sollte ich wissen warum.


    Mittellos, Dreckig und ohne einen Groschen in der Tasche irrte ich durch die Gassen der Stadt. Als ich an der Kaschemme mit ihren unheimlichen Namen vorbeikam sprach mich ein Weib von bezaubernder Schönheit an, welche mich ihren Freunden vorstellen wollte, welche kräftige Arbeiter suchten. Ausgehungert und Hundemüde lies ich mich auf Sie ein. Wir gingen in die Hütte welche von innen einer Absteige gleich kam. Ihre "Freunde" musternden mich beim ersten Treffen, dann luden Sie mich zum Bier ein, und spendierten mir ein Essen. Nach einigen Bieren dann geleitete mich die Metze in ein Zimmer in dem ich einschlief.


    Am nächsten morgen wurde ich unsanft von den 2.Gestalten geweckt. Sie hielten mir einen Wisch mit meiner Unterschrift unter die Nase.
    Es waren Menschenjäger. Ich sagte das sie mir den Buckel runter rutschen könnten. Einen Augenblick später hatte ich einen Kolben im Gesicht, ich war benommen. Dann wurde ich hochgezerrt und zu einer Kutsche geschliffen. Die beiden Gestalten meinten das ich nach Kiel zu einem Sammelpunkt gebracht würde wo Sie ihre Prämie erhielten. Ich war verloren.....


    Als ich von dem Schlag wieder zu mir kam merkte ich das etwas Spitzes in der Tasche meiner Zerlumpten Hose war.
    Ich Tastete mit meinen Fingern danach und da war etwas was einem kleinen Messer gleich kam. Das Weib aus der Kneipe musste es mir zugesteckt haben. Die beiden Engländer lachten mir gegenüber ins Gesicht und tranken Gin. Mit etwas Fingerfertigkeit durchschnitt ich die Fesseln, und wollte aus der Kutsche springen. Die beiden waren erschrocken und wollten mich halten. Den ersten habe ich das kleine Messer in seinem Hals versenkt, röchelnd sank er zu Boden. Der zweite zog blitzschnell eine Pistole, da kam mir ein Huckel in der Straße zu Hilfe und ich fiel auf ihn wobei er überwältigt wurde. Der Schuss löste sich und er sank vorn über. In dem Moment stoppte der Kutscher. Ich sprang raus und rannte im zick zack über ein Feld und schlug mich in die Büsche.


    Nach 5.Tagen Marsch durch die Pampa kam ich nach Hamburg. Hier fand ich im Hafen einen Holländischen Schoner welcher über das große Wasser wollte. Um dort anzuheuern bedarf es aber einiger Bauernschläue. Der Käpten brauchte einen Smutche, und ich bot mich an. Er meinte ich solle in die Kombüse gehen und ihn einen Grog machen.


    Frei nach dem Motto Rum muss Zucker kann Wasser brauch nicht, braute ich ihn einen Trunk und machte etwas schwarzes Pulver rein, es war Pfeffer, keine Ahnung was dieses macht, bei uns auf dem Land gab es sowas nicht.


    Wie dem auch sei, er fand es gut und ich hatte meine Überfahrt in die neue Welt, wo ich nie hinwollte.


    Es war das Jahr 1735, und Ich ein Knecht aus dem Mitteldeutschen Raum auf den Weg nach Amerika, auf einem Holländischen Schoner mit Namen "Zwarte Prins"....

  • "Alleinunterhalter ist man nur, wenn man eine Kutsche ausgeraubt und alle Mitfahrer in die ewigen Jagdgründe geschickt hat. Dann bleibst nur noch Du und die Käule welche immer ein langes Gesicht machen" :D:D:D


    Das Thema wurde meinerseits übersehen, da ich viel zu tun hatte, handwerklich und nervlich. :|:|


    "Früher als ich noch nicht so grau war verfasste ich Verse, Gedichte und kurze Geschichten, heute da ich alt und Grau bin, berichte ich lieber von Schnapsweisheiten"

  • Okay...


    Dies ist ein wahrlich gesegnetes Land. Das Problem ist, daß hier so viele Arsohlöcher rumrennen. Und manche dieser Ärsohe haben noch nicht genug Löcher. Deshalb gibt's Typen wie mich. Wir helfen da gerne mal nach... Wir haben immer einige Löcher in Reserve, falls man mal Interesse hat.
    Es gibt auch Leute, die gerne mit Messern hantieren. Sollen sie. Gibt Messer für jeden Zweck. Nur verstehe ich Messerwerfer nicht... Egal.
    Deren Sache.
    Mein erstes Messer war irgend ein Teil, das vielleicht mal neben einem Bowie gelegen hat. Damals war ich jung und blöd und das Ding war groß, blank und schindete mächtig Eindruck. Also her damit. Nun, es schnitt recht gut und machte den Job.
    Rostete nur ziemlich schnell. Zudem stellte ich fest, daß es dazu neigte, sich bei etwas groben Arbeiten zu verbiegen. Da dämmerte es mir, dass das Ding vielleicht doch nicht so das Gelbe vom Ei war.
    Tatsächlich haben viele Indianer dasselbe Problem, weshalb sie zumeist recht kurze Klingen bevorzugen. Bevor es die Eisenbahn und so Zeugs gab, hatten sie oft Knochen- oder Steinmesser. Da ist selbst weiches Eisen wie von Stollennägeln ein Schritt nach Vorne.
    Klar, kaum einer wollte denen vernünftige Hardware verkaufen...
    Also lernten sie, indem sie Hufschmiede beobachteten - und ab und an einen Stollennagel aus dem Gleisbett zogen. Was soll schon passieren? Sind ja noch jede Menge andere Nägel da...
    Und dann bin da noch ich.
    Überschüssiges Equipment, das in meinem Job anfällt, überlasse ich gerne den Indianern. Denn von denen kann man im Gegenzug viel lernen. Habe ich kein Problem mit. Im Gegensatz zu einem nicht unbeträchtlichen Teil meiner sauberen Landsleute halten sich Indianer an Abmachungen.
    Schätze, das ist in einer Welt wie der unseren ihre größte Schwäche...
    Mein momentanes Arbeitsmesser ist auch nicht sehr lang, aber sehr stabil. Wurde eigentlich zum Zerlegen von Alligatoren gemacht, kriegt aber auch anderes Viechzeugs klein. Kann ich nur empfehlen...


    We have the Fossils - we win!

  • Na, ich würde ein Obsidianmesser sicherlich schärfer ansehen als 99% aller Messer aus Eisen oder Stahl. Eine Klinge aus Obsidian ist schärfer als Chirurgenstahl

    Erik - the master of desaster


    BDS-Western #2970
    FROCS #44
    Red River Trail Crew e. V. 1968



    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet (Samuel Langhorne Clemens)

  • Und bricht wie Glas, wenn man sich dumm anstellt.


    Da verzeiht selbst Baustahl mehr Fehler.


    Ansonsten hätten wir jetzt alle solche Messer...


    ...und die Flughafenscanner ein Problem.


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  • Weshalb sich Obsidian dennoch nicht als Standardmaterial für Messer etabliert hat - ein Mysterium, das ich mir einfach nicht erklären kann...


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  • Doch, der wurde hier um die Jahrtausendwende für die Küche neu entdeckt, bei der Zerspanung sind Schneidkeramiken schon lange üblich.
    Aber jetzt Schluß mit dem OT, mach bitte weiter, Magnum! :thumbsup: