Weihrauch Rekord, Bin verwirrt...

  • Hallo,


    ich hatte mir ja von überall her Teile für ein HW 55 S besorgt, um
    einen alten, sehr schönen HW 55-Schaft wieder zu beleben.


    Habe so weit auch alles bekommen.



    Allerdings war die Rekord-Abzugseinheit nicht original von einem HW 55 S.
    Funktioniert hat es aber doch, nur Spannen musste ich mit etwas Nachdruck.
    Das Einrasten wollte nicht so geschmeidig ablaufen.


    Jetzt habe ich einen originalen HW 55 S - Abzug bekommen, diesen zerlegt,
    gereinigt, poliert und abgeschmiert.
    Was mir auffiel als ich die Abzugseinheit bekam war, dass über dem Rast-
    Haken der kleine Haltestift fehlte. Dieser war beim vorher verwendeten Abzug
    vorhanden. Also habe ich dem 55 S-Abzug so ein Stiftchen eingesetzt.



    Links die HW 35 Abzugseinheit, rechts die vom HW 55 S.




    Der einzige offensichtliche Unterschied ist die Einstellschraube. HW 35




    HW 55.


    Ausserdem ist der Rasthaken beim HW 35 dreiteilig ausgeführt:



    beim HW 55, massiv:



    Links vorne im Bild, sieht man auch den von mir nachgerüsteten Stift.



    Jedenfalls habe ich die HW 55 Einheit in das Gewehr eingebaut und siehe da,
    nicht für Geld und gute Worte lässt sich das Gewehr mehr spannen.
    Nicht mal unter Flüchen und Verwünschungen.


    Habe dann zurückgerüstet und Spannen ging problemlos.


    Irgendwann kam ich dann auf die Idee, ob die Fehlfunktion nicht mit diesem
    nachgerüsteten Stift zusammenhängt.
    Ich habe diesen entfernt.
    Dann sah das so aus, wie auf diesem vom Rekord-Abzug-Thread geliehenen
    Bild:





    Nach Entfernen des Stiftes, steht nämlich der Rasthaken steil nach oben aus dem
    Gehäude heraus.


    Zusammengebaut und siehe da, es flutscht einwandfrei.
    Keinerlei Hakeln, keine Spannprobleme, alles pico-bello.


    Hat jemand eine Erklärung, warum das so ist?
    Optisch unterscheiden sich die Abzüge nur wenig, Form und Größe der einzelnen
    Bauteile sind identisch.
    Warum geht der eine Abzug nur, wenn der Rasthaken nicht durch den Stift
    blockiert ist, der andere aber doch.
    Wo liegt der technische Unterschied bei diesen beiden Abzugseinheiten.


    Ich komm' nicht drauf. ?(


    liebe Grüsse ... Patrick

  • Ich kann nur raten. Die Unterschiede der Schrauben etc. sind meines Wissens "nur" Evolutionsstufen und haben auf die Funktion eigentlich nicht wirklich einen Einfluß.
    Ich könnte mir vorstellen, das der nachgerüstete Stift Spannungen im Gehäuse verursachen, die die Bewegung des Rasthakens verhindern. Bei so "filigranen" Bauteilen geht so etwas schnell.
    Wir kennen es alle wie unterschiedlich ein Abzug funktionieren kann wenn man nur einen Hauch an einer Schaube dreht oder Flächen poliert. Warum also nicht auch ne komplette Blockade? Ähnliches kennst du doch auch vom Haenel Feinabzug und zuweít gedrehter Schraube.

    Schönen Gruß
    Michael


    Sommer ist solange die Pfütze nicht zufriert!

  • Moin, Moin!


    Meines Wissens nach ist der Stift über dem Haken nur eine "Transportsicherung" damit der Haken nicht ohne Spannung ist.


    Wenn der ohne Spannung ist kann die Hülse im Haken rausrutschen.


    Das der eine Abzug trotz Stift funktioniert ist wohl dem Zusammenspiel verschiedener Toleranzen geschuldet!


    Viele Grüße,


    Thorsten

  • Genau das ist mir auch gerade aufgefallen. Meine vorherige Spekulation ist vermutlich falsch.


    Edit:


    Allerdings gibt es bei youtube ein Schlottmann Video bei dem definitiv ein Stift verbaut ist.... ?(



    External Content www.youtube.com
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    Schönen Gruß
    Michael


    Sommer ist solange die Pfütze nicht zufriert!

  • Ja, das ist so korrekt.


    Zitat aus dem obigen Link:


    Ich stecke da immer einen Draht o.ä. durch, wenn ich den Abzug in ausgebautem Zustand auslösen will. (Beim Einstellen) Dann schlägt die Klinke nicht ins Leere.

    Macht auch Sinn! 8o


    Aber im verbauten Zustand hat der da nichts zu suchen. ^^

  • Warum dieser Stift bei manchrn, meist älteren Gewehren mal verbaut ist und mal nicht kann ich euch leider auch nicht sagen.


    Eines weiß ich aber!
    Dieser Stift behindert häufig die Einrastfunktion!!!
    Dies v.a. wenn die Kolbenraststange und die Fangklinke mit etwas größerem vertikalen Versatz zueinander stehen, oder der Haken der Kolbenraststange durch Verkantung beim Spannvorgang minimal tiefer steht.
    Der Grund:
    Beim Einrasten drückt die Kolbenraststange gegen den Haken der Fangklinke, dabei wird automatisch der hintere Teil der Fangklinke nach oben verlagert. Wird dieser Teil durch den Stift blockiert, bevor die Fangklinke in die Kolbenraststange eingreifen kann, dann blockiert die Klinke logischerweise und das Gewehr lässt sich nicht spannen!


    Es gibt aber einen speziellen Fall, bei dem dieser Stift Sinn macht und auch nötig ist!


    Verbaut man die V-Mach Schwenkhebelsicherung, dann kann es ohne diesen Stift dazu kommen, dass der Abzug beim einrasten komplett blockiert!!!
    Das liegt an der Formgebung der Schwenkhebelsicherung, die dazu führt, dass sich ohne diesen Stift die Sicherung am höher stehenden Teil der Fangklinke verhakelt!
    Das ist nur mit deutlichem Kraftaufwand zu beheben!!!
    Meine HW77k ließ sich dennoch mit Stift spannen, man spürte jedoch das deutliche "Rucken" wenn die Kolbenraststange gerade eben so über die blockierte Fangklinke rutschte.
    Das hat mich dermaßen gestört - und bedeutet natürlich auch größeren Verschleiß - dass ich Stift und auch Schwenksicherung rausgeworfen habe!


    Ich besitze selbst einige Weihrauch Gewehre, aus Jahren von 1968 bis 2018 und in keinem, außer meiner 77 vom Schlotti mit Schwenkhebelsicherung war dieser Stift verbaut!
    Trotzdem funktionieren alle tadellos...


    Gruß
    Frederik

  • Vielen Dank für die Beiträge und Tips. :thumbsup:


    Prima.


    liebe Grüsse ... Patrick

  • Hatte ich auch mal. Mit diesem Stift, ging der Fanghaken wohl nicht weit genug
    runter. Ich hatte die Hakenfläche mit Edding markiert und konnte so erkennen,
    bis wo hin die Markierung abgetragen wurde. Ohne diesen Stift, ging der Haken
    dann weit genug auf und konnte dann so auch den Kolben aufnehmen und
    einrasten lassen. Manchmal ist das wohl eben so.

    Gruß, Ralf
    Alt, aber bewaffnet. :thumbsup:


    Orbis non sufficit quod Omnia tempus habent.