Weihrauch HW 50, Tagebuch von einer Restauration.

    • Weihrauch HW 50, Tagebuch von einer Restauration.

      Hallo,

      ich habe eine Weihrauch HW 50 geschenkt bekommen, die sich in einem sehr schlechten Zustand befindet.
      Man stellt sich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, das Gewehr zu retten, weil gut erhaltene Exemplare recht preiswert zu bekommen sind.

      Ich habe mich aber entschlossen, das Gewehr noch einmal ein 2. Leben zu schenken und werde versuchen es wieder Schussbereit und in einem brauchbaren Zustand zu bekommen.

      Ein paar Arbeitsschritte sind auch für mich Neu. Ich bin also selbst gespannt, was aus dem Projekt wird.
      Zumindest werden wir alle ein paar Erfahrungen sammeln können. ;)

      Wie immer in meinen Tagebüchern, sind Kommentare erwünscht.
      Gerne fügt eure Erfahrungen mit ein.

      Hier der aktuelle Zustand der Weihrauch HW 50:
      Wie man sehen kann befindet sich die Weihrauch HW 50 ein einem sehr schlechten Zustand!
      Alle Metallteile sind stark verrostet, der Schaft ist stark verwittert und hat sogar schon Wurmlöcher.
      Das wird ein ordentliches Stück Arbeit.
      Als erstes habe ich die HW 50 auseinander gebaut.
      Wo man auch hinschaut ist Rost.

      Glücklicherweise war das System aber schön dick mit Fett vollgeschmiert, so das die Innereien zwar nicht mehr schön sind, aber auch nicht verrostet.
      Der Kolben hat noch eine alte Leder- Dichtung, die ich gegen eine neue Kunststoff- Dichtung ersetzen werde.
      Die Metall- Federführung wird auch gegen eine 2- Teilige Federführung aus POM ersetzt werden.
      Die Laufdichtung wird natürlich auch erneuert.

      Jetzt muss aber erst einmal der Rost von den Metall- Teilen entfernt werden.
      Dazu möchte ich ein Elektrolyse- Bad nutzen, welches @Luftpuster66 für mich gebastelt hat! Vielen Dank dafür! :thumbup:
      Bevor ich aber die Teile in das Bad werfe, habe ich alles mit einer weichen Messing- Bürste leicht entrostet und entfettet.
      Auch den Lauf habe ich von Innen mit einem Messing- Putzstock und Ballistol gereinigt.
      Dort kam ordentlich braune Brühe raus.

      Jetzt habe ich die Teile in das Elektrolyse- Bad gelegt. Als Flüssigkeit nutze ich Wasser mit Kaiser- Natron.
      Ich habe die Teile in dem Becken aufgehangen, eine Opfer- Anode mit hineingelegt und dann eine Batterie- Ladegerät angeschlossen.

      Leider kann man es auf dem Bild nicht erkennen, das die Teile schon leicht am sprudeln sind.

      Jetzt muss das Elektrolyse- Bad erst mal seinen Dienst erweisen.
      Vielleicht kann ich Morgen Abend schon die ersten Bilder vom Ergebnis liefern.

      Ich bin selber gespannt .....
      Planlos geht mein Plan los.
    • Je mehr : "das lohnt sich nicht" und "das wird doch nix gescheites" kommen, je mehr wird der Ehrgeiz geweckt und angestachelt... ich kenn das :)

      Laß es Heiko....vergebene Liebesmühe... und denk an das arme Holzgewürm daß kurz vor Weihnachten obdachlos wird....herzloser Kerl :D
      "don`t eat the yellow snow" (Frank Zappa) .... "why not? it could be beer" (Chrissikofski)
      Rechtschreibfehler dürfen gern behalten werden... bin Ausländer :)

      FX-Royale 400 .22,
      FWB 300 .177, FWB 300S .177
      Diana 35 .177, 2x Diana 75 T01
      HW35E .177,
      Air Arms EX88 .22, Air Arms TX 200 .177,
      Walther LGR, 2x Walther LG 55
      2x Webley Tracker .22
      BSA Mercury .177
    • Chrissikofski wrote:

      Laß es Heiko....vergebene Liebesmühe..
      Du willst mich also anstacheln? :D


      Ich sammel mit dem Projekt Erfahrungswerte!
      Ein Elektrolyse- Bad habe ich vorher noch nicht genutzt.
      Vielleicht bekomme ich irgendwann mal ein Gewehr, welches "Erhaltungswürdig" ist und kann dann durch meine jetzt erlangten Erkenntnisse ein besseres Endergebnis abliefern oder Fehler vermeiden.

      Gerade habe ich das Elektrolyse- Becken besucht.
      Die Lauge hat sich schon bräunlich verfärbt und ist trübe geworden.
      Ich habe das "Opfermetall" jetzt parallel zu der Kolbenhülse und dem Lauf positioniert.
      Jetzt sprudelt es schön gleichmäßig, auf voller Länge.

      Das 12V Ladegerät zeigt jetzt 3 Ampere an.
      Ich werde in ein paar Stunden mal wieder schauen.
      Planlos geht mein Plan los.
    • Also ICH würde nach der Grundreinigung/Entrostung erst mal alles wieder mit neuer Dichtung und Feder zusammensetzen und Schusstests machen. Wenn der Lauf innen genauso aussieht wie außen, ist das Ding ein Fall für die Tonne.

      Wenn sie brauchbar schießt, hat sie sich den Rest deiner Behandlung verdient.
    • der leipziger wrote:

      Kann man für das Elektrolysebad auch eine normale Autobatterie benutzen ?
      Vielleicht kann das ja jemand beantworten?
      Ich selber habe da noch keinerlei Erfahrungswerte.

      yacuza wrote:

      Also ICH würde nach der Grundreinigung/Entrostung erst mal alles wieder mit neuer Dichtung und Feder zusammensetzen und Schusstests machen. Wenn der Lauf innen genauso aussieht wie außen, ist das Ding ein Fall für die Tonne.

      Wenn sie brauchbar schießt, hat sie sich den Rest deiner Behandlung verdient.
      Restaurieren werde ich sei jetzt eh!
      Zum Plinken wird sie schon taugen. ;)
      Planlos geht mein Plan los.
    • der leipziger wrote:

      Kann man für das Elektrolysebad auch eine normale Autobatterie benutzen ?
      Im Kurzschlussfall sehr fatal, siehe auch der Schraubenschlüssel über beide Pole bei youtube, von mir ein klares Nein!
      Das Ladegerät ( elektronische sollen nicht gehen, Labornetzteile aber sehr gut) begrenzt den Stromfluss und schaltet je nach gerät über eine Sicherung ab.
      Go Heiko Go :thumbup:
      Grüsse Luftpuster :johnwoo:
    • Kleiner Zwischenbericht von dem Elektrolyse- Bad! :)

      Das Bad scheint gut zu funktionieren!

      Hatte die Teile mal kurz vorsichtig heraus gehoben und die Opferanonde auf die andere Seite parallel positioniert.
      Da ist tatsächlich schon einiges an Rost runter!
      Planlos geht mein Plan los.
    • Luftpuster66 wrote:

      der leipziger wrote:

      Kann man für das Elektrolysebad auch eine normale Autobatterie benutzen ?
      Im Kurzschlussfall sehr fatal, siehe auch der Schraubenschlüssel über beide Pole bei youtube, von mir ein klares Nein!Das Ladegerät ( elektronische sollen nicht gehen, Labornetzteile aber sehr gut) begrenzt den Stromfluss und schaltet je nach gerät über eine Sicherung ab.
      Go Heiko Go :thumbup:
      Kannst Du bitte eine Art Bauanleitung liefern?
      Gruß Dirk

      Toujours en vedette - Allzeit bereit
      FWB 150, 300, 300s, 300su u. Junior, HW 30, 35, 97K, Diana 20, 27, 35, 60, 75, 75(T01) Chaser, Chaser Rifle, Walther LG 55, UMA Mod. 80, Stoeger X20, Hämmerli Hunterforce(Dr. Sofa) 750, Gamo Expo, Milbro Perfecta Mod 79, Umarex Mod 62, Norica Mod 73, Ruger Air Scout Rancher, Slavia Mod 630
    • Ich bin gerade wieder zu meinem Elektrolyse- Becken gegangen.

      Da schwimmt voll die Braune Brühe oben und das Wasser ist so grün, wie ein zerquirlter Frosch.
      Richtig ekelig.

      Ich habe die Weihrauch Teile mal aus dem Becken geholt, zur Kontrolle.

      Sehen schon deutlich besser aus aber halt noch nicht gut.
      Also habe ich sie wieder versenkt und lasse es weiter bruzzeln.

      Ich hoffe, das Morgen Abend der Rost runter ist.
      Planlos geht mein Plan los.
    • Was verwendet ihr als Opferanode und welches Batterieladegerät eignet am besten?

      Das hier:

      ebay.de/itm/Profi-Intelligente…cde594ab285f3e7e8046dbcaf
      Gruß Dirk

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    • Ich habe einen alten Blechwinkel genommen!
      Manche empfehlen auch Edelstahl.
      In einen Video habe ich gesehen, wie jemand 2 alte Konservendosen genommen hat.

      Als Ladegerät habe ich ein altes 12V / 5 Ampere Auto- Ladegerät genommen, was noch keine Elektronische Regelung hat.



      Ich habe meine Teile aus dem Elektrolyse- Becken geholt!

      Sieht schon ganz gut aus.

      Gleich werde ich es erstmal richtig reinigen, schleifen und polieren.
      Planlos geht mein Plan los.
    • Den Spannhebel würde ich entfernen zum weiterbearbeiten, jedoch vermute ich,
      es fehlt dann eine Antwort wie man ihn später am besten wieder befestigt, wenn der Hohlstift dabei zerstört wird.
      Mein Beileid zur bevorstehenden Schleifarbeit.
    • Ballistic wrote:

      Den Spannhebel würde ich entfernen zum weiterbearbeiten, jedoch vermute ich,
      es fehlt dann eine Antwort wie man ihn später am besten wieder befestigt, wenn der Hohlstift dabei zerstört wird.
      Mein Beileid zur bevorstehenden Schleifarbeit.
      Der ist ja noch lieferbar Stift 2535.

      Erst Funktion testen oder erst schleifen?
      Grüsse Luftpuster :johnwoo: