Meine erste große Restauration - Diana 25 Bj. 1955

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    • Meine erste große Restauration - Diana 25 Bj. 1955

      Hallo Zusammen,

      angefixt von den ganzen tollen Bautagebüchern von @Sakrileg1606 und @Ferrobell, möchte ich als Trittbrettfahrer auf diesen Zug aufspringen.

      Ich habe ende letztes Jahr bereits eine Haenel III-60 wiederbelebt, hier war es aber kein so doller Aufwand. Lauf und System hatten auf Grund der guten Lagerung meiner Schwiegeroma nur Flugrost der mit Stahlwolle und Ballistol schnell Geschichte war. Ich glaube das Gesamtergebnis war nicht ganz das was die "Haenel-Fetischisten" sehen wollten, da es keine Aufbereitung auf Originalzustand war. Den Schaft hatte ich grün gebeizt und die Schaftkappe und den Abzug in Hammerit-Hammerschlag-Grün lackiert. Die Verschleißteile hatte ich auch getauscht. So sah das Ergebnis dann aus:



      Jetzt war ich länger auf der Suche nach einer komplett verranzten FWB300S, leider gehen auch solche Exemplare nicht für unter hundert Euronen raus. Das war mir eindeutig zu viel, wenn man bedenkt wieviel Aufwand man rein steckt und was man auch an Ersatzteilen investieren muss.
      Über Ferrobells Tagebücher bin ich auf @RS100 aufmerksam geworden. Er hat da ein Konvolut an alten Gewehren gezeigt. Außerdem war er sehr aktiv in dem 3D-Drucker bereich.

      Ihn hab ich also angeschrieben mit der Frage ob er mir ein Parallaxenrad gegen einen Obulus drucken würde und ob ich ein "Projekt" von ihm ergattern könnte.

      Es enstand eine tolle Konversation mit tollem Informationsaustausch. Gestern kam dann mein "Projekt" an. Eine Diana 25 aus 1955. Ein einfaches Gewehr ohne Schnick-Schnack. Aber mit mehr Potential zum restaurieren. So sah es aus:



      Da es nicht das erste mal ist, dass ich ein LG auseinander nehme ging es recht flott von der Hand. Nach nicht mal zehn Minuten war alles zerlegt und sauber in meine Sortimentsboxen einsortiert.



      Toll finde ich bei diesem Teil, dass der Spannbügel nicht genietet ist, sondern geschraubt. Da fällt das Zerlegen leichter und man läuft nicht Gefahr etwas zu zerstören.

      Mein Anspruch und was ich hier zeigen bzw. diskutieren möchte:

      - Austausch der Verschleißteile (Feder - ca.3 cm gesetzt, Kolbendichtung - zwei tiefe Risse und Laufdichtung - die ist platt)
      - entrosten von Lauf, Spannbügel und Systemhülse mittels Elektrolyse - ist für mich das erste mal
      - neu brünieren des Systems - das soll eine Brüniererei in meiner Umgebung übernehmen
      - aufbereiten des Schaftes - soll ein Ölschaft werden, ohne Beize

      Mit dem zeitlichen Ablauf habe ich mich nicht festgelegt, aber in zwei Wochen beginnt meine Elternzeit, in der ich unter anderem dem widmen möchte.

      Ich hoffe hier nun, dass ich niemanden langweile und auf nützliche Tipps für alle die ähnliche Projekte vor haben.
      Gruß Chris


      Perfecta 32 --- Feinwerkbau 300S --- Haenel III-60 --- Diana 25 (BJ 55) --- Diana 75 --- Weihrauch HW 40, in der Reihenfolge eingetrudelt :thumbsup:
    • Chris770 wrote:

      angefixt von den ganzen tollen Bautagebüchern von @Sakrileg1606 und @Ferrobell, möchte ich als Trittbrettfahrer auf diesen Zug aufspringen.
      Hallo Chris,

      es freut mich sehr, das ich dich mit meinen Beiträgen zu meinen Umbauten ermuntern konnte, selber eine Restauration in Angriff zu nehmen! :thumbup:
      Mit der Diana 25 hast du auch gleich ein schönes Gewehr, was für die erste Restauration bestens geeignet ist.
      Ich freue mich schon darauf, was du daraus machst.

      Schöne Grüße

      Heiko
      Planlos geht mein Plan los.
    • Schon mal ein Elektrolyse Bad zum entrosten angesetzt ?
      Ich habe da mit 30g Kaisernatron auf 1 Liter Wasser ganz gute Ergebnisse erzielt .
      Der Stromverbrauch in KW ist aber auch nicht ganz ohne.
      Habe selbst gerade ein Diana 30M & ein Mars 100 komplett wiederbelebt.
      Wichtig ist die Teile vor der Behandlung im Bad richtig zu entfetten .

      Grüße
      Jens
    • Ja das geht gut . Das Mischungsverhältnis muss aber stimmen und das Opfermaterial sollte auch vom Verhältnis ( Größe ) her zum zu entrostenden Teil passen.
      Der Raum natürlich wegen der Gasentwicklung auch gut belüftet sein .
      Grüße
      Jens
    • jowald wrote:

      Schon mal ein Elektrolyse Bad zum entrosten angesetzt ?
      Ich habe da mit 30g Kaisernatron auf 1 Liter Wasser ganz gute Ergebnisse erzielt .
      Der Stromverbrauch in KW ist aber auch nicht ganz ohne.
      Habe selbst gerade ein Diana 30M & ein Mars 100 komplett wiederbelebt.
      Wichtig ist die Teile vor der Behandlung im Bad richtig zu entfetten .

      Grüße
      Jens
      Hi Jens,...klingt ja richtig gut, das mit der Elektrolyse. Kannst mal ein Foto rein stellen..vorher..nachher ..
      Gruß Heinz

      ...Willenskraft, Wege schafft !...
    • Na dann wünsche ich dir viel Erfolg und viel Spaß mit deinem Projekt. :)
      Es freut mich, wenn auch meine Berichte dazu beigetragen haben, das du dich an ein solches Restaurierungsprojekt wagst. :)

      Werde gespannt deinem Verlauf hier folgen.

      Bei mir ist momentan absolut die Luft raus und ich muss bei meinem 49a-Projekt eine kleine Pause einlegen. Hatte in letzter Zeit einfach zu viel mit privaten Dingen den Kopf voll, aber da ist jetzt alles geregelt und es geht demnächst wieder in der Garage weiter. ;)

      Viele Grüße
      Sascha
      Man kann nie genug Haenel haben :D
      Immer auf der Suche nach den heiligen Q1-Modellen.

      Restaurationsberichte:............Haenel III-284............Haenel 310-3............Haenel XX
    • Moin, Moin!

      jowald wrote:

      Schon mal ein Elektrolyse Bad zum entrosten angesetzt ?
      Ich habe da mit 30g Kaisernatron auf 1 Liter Wasser ganz gute Ergebnisse erzielt .
      Der Stromverbrauch in KW ist aber auch nicht ganz ohne.
      Habe selbst gerade ein Diana 30M & ein Mars 100 komplett wiederbelebt.
      Wichtig ist die Teile vor der Behandlung im Bad richtig zu entfetten .

      Grüße
      Jens
      Ich habe seinerzeit eine rostige Diana 60 mittes 3 Liter Wasser und 6 Beuteln Backpulver elektrolyse entrostet.

      Opfermaterial war ein Edelstahlwinkel mit 20cm Länge.

      Ich habe anfangs ein 24v 10A Netzteil genommen. Ging super! :thumbup:

      Mit dem danach verwendeten 48V 20 A Netzteil ging es nicht viel schneller.

      Das lustige dabei war, das sogar Fett und Farbreste vom System gelöst wurden. ;)

      Viele Grüße,

      Thorsten

      The post was edited 1 time, last by RS100 ().

    • Danke für das viele Feedback bis hier her. Es wird auch für mich das erste Mal mit der Elektrolyse. Aber darin liegt ja der Reiz. Mit jedem Projekt den Horizont etwas zu erweitern.

      Heute war es nun soweit, ich musste mich für eine weitere Woche bei meiner Family verabschieden. Dienstreise nach Belgien. Aber nach der Woche bin ich ja erstmal zwei Monate daheim. Als ich an den drei gleichen auf der A4 war kam mir eine Idee. Ich komme doch direkt an Gotha vorbei... Also...



      Mal im Jagd- und Sportwaffencenter Gotha vorbei geschaut. Leider habe ich vergessen was ich einmal auf der Seite gelesen habe...
      "AUS GEGEBEN ANLASS
      möchten wir Sie darauf hinweisen, dass der Großteil unserer Ersatzteile wegen Platzmangels nicht im Ladengeschäft vorrätig ist, sondern sich in unserem Außenlager befinden."

      Heißt also ich habe meine Bestellung Offline im Geschäft aufgegeben und bekomme meine Sachen zugeschickt. Es war trotzdem schön Mal in dem Geschäft zu schlendern.

      Von mir gibt es jetzt erstmal eine Woche nichts zu hören, da ich nicht Zuhause bin. Aber dann wird es sicher mit dem Schaft losgehen :)
      Gruß Chris


      Perfecta 32 --- Feinwerkbau 300S --- Haenel III-60 --- Diana 25 (BJ 55) --- Diana 75 --- Weihrauch HW 40, in der Reihenfolge eingetrudelt :thumbsup:
    • Hallo Zusammen,

      viele werdne gedacht haben, das war sicher eine Ente hier... Aber es ging beschwerlicher los als ich gedacht habe...

      Ich habe die letzten Tage nur kleinere kurze Arbeitseinsätze gemacht. Ich hatte begonnen den Schaft mit Abbeizer abzubeizen. Das stellte sich als sehr schwer heraus. von der Haenel war ich es nicht gewöhnt, dass sich der Lack derartigt wehrt. Ich brauchte teilweise 5 Anstriche um bis auf die Holzfasern durchzukommen. Thorsten (@'RS100') meinte das liegt daran, dass es gute Verdünnerbasierter Lack ist. Den hatten wir wohl hier hüben nicht ;)



      Nachdem ich damit fertig war, sah das ganze dann so aus und musste trocknen, damit mit dem Schleifen begonnen werden konnte.



      In den Zeiten als der Abbeizer eingezogen ist und wirken sollte habe ich noch folgende Kleinigkeiten gemacht.

      Die Laufdichtung mit einem Montagedorn heraus gekratzt.



      Das Korn mit WD40 angelöst und mit einem Splinttreiber ausgeschlagen.

      Da jetzt schon fast die maximale Anzahl der Bilder erreicht ist, neuer Abschnitt ;)
      Gruß Chris


      Perfecta 32 --- Feinwerkbau 300S --- Haenel III-60 --- Diana 25 (BJ 55) --- Diana 75 --- Weihrauch HW 40, in der Reihenfolge eingetrudelt :thumbsup:
    • Heute war es dann endlich soweit, wir fuhren zu meinem Schwiegervater und ich konnte endlich das große Grundstück und die örtlichen Gegebenheiten nutzen.

      Es steht die Entrostung von Lauf, Systemhülse und Abzugsbügel an.

      Dafür hatte ich letzte Woche bei dem Discounter mit L am Anfang und l am Ende einen Satz Gripzangen und Drahtbürsten besorgt. Ich wollte die Teile im Vorfeld abbürsten um groben Rost zu entfernen und im Nachinein die Teile sauber bürsten.

      Folgender Aufbau



      An Systemhülse eine Gripzange und mit einer Gripzange den Lauf und den Abzugsbügel verbunden. Ich wollte beide Teile gleichzeitig entrosten, das stellte sich aber als schlecht heraus, weill nur die dem Opferblech nahe Systemhülse reagiert hat. Darum ist die Systemhülse nun Fertig und der Lauf gerade noch in der Reaktion.

      Mit solchen kleinen Styroporteilen habe ich die beiden Rohre aufgelegt.

      Nun ging es daran Wasser einzufüllen.


      Aus den Maßen des Füllstandes und der Kiste ergab sich

      0,5dm * 3,6 dm * 5,6 dm = 10,08dm³ --> 10,08l

      In dem "Rezept" das ich verwendet habe wurde angegeben 1EL Natron/Backpulver auf 5l Wasser. Da ich ich im Vorfeld vergessen habe Natron zu organisieren, bat ich meine Frau um Backpulver und habe auch die benötigen 2 15g-Päckchen erhalten. Danke dafür ;)

      Das Pulver wurde nun eingebracht und gut vermischt.

      In Aktion sah das ganze dann so aus:

      Gruß Chris


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    • Während der Sut vor sich hin köchelte, habe ich mich dem Schaft gewidmet. Ihn geschliffen und mehrfach gewässert und wieder geschliffen.



      Leider sind in der Schaftkappe größere Schläge drin, da ich aber den Stempel mit dem Baujahr erhalten möchte bleiben diese Fehler als Patina erhalten.


      Auch das Schleifen dieses Buchenschaftes, war beschwerlich, da das Holz in der oberen Schicht viele schwarze Einschlüsse hatte.

      Nach Fünf Stunden kam auch die Systemhülse aus dem Bad und sah nach dem Bürsten wie folgt aus



      Ich finde das Ergebnis sehr stark, da jetzt nur das schleifen und polieren kommt, ohne den Rost mit dem Schleifpapier entfernen zu müssen.

      Das soll es für heute Abend gewesen zu sein.

      Bis bald.
      Gruß Chris


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    • Hallo ihr Lieben,

      Hier noch ein kleines Update.

      Ich habe heute früh den Lauf aus der Brühe genommen und er sieht ähnlich gut aus wie die Systemhülse. Das Opferblech sah folgendermaßen aus


      Den Schaft habe ich heute das erste Mal gestrichen. Anders als geplant habe ich Holzwachs genommen, anstatt Leinöl Firnis. Ich wollte das schon länger Mal ausprobieren und mein Schwiegervater hatte noch eine Dose farbloses Wachs. Mal schauen, aber eig müsste es von der Wirkung her werden wie mit Leinöl nur weniger aufwändig.


      
      Da ich noch nicht so viel Erfahrung mit Metallbearbeitung habe, habe ich mit dem Abzug begonnen ihn zu schleifen. Er soll nun noch poliert werden. Ich hoffe es wird wie ich mir das vorstelle...


      Den Schaft werde ich weiter bearbeiten wenn ich wieder zu meinem Schwiegervater fahre. Dann wird der erste Anstrich mit Stahlwolle 0000 poliert und wieder gestrichen. Das möchte ich noch zwei Mal so wiederholen.

      Zuhause will ich nun die weiteren Metallteile schleifen und polieren die zum brünieren sollen.

      Zudem müssen auch die Innereien wieder auf Vordermann gebracht werden. Etwas Respekt habe ich noch vor dem Kolben. Da die Dichtung mit einem Splint gesichert ist und dieser sich auch mit Wärme nicht lösen ließ, muss ich den ausbohren. Das weiß ich noch nicht genau wie ich es anstelle...

      Hier habe ich die Dichtungen und die Feder aber schon. Die waren schon 5 Tage nach meinem Besuch in Gotha da.
      
      Gruß Chris


      Perfecta 32 --- Feinwerkbau 300S --- Haenel III-60 --- Diana 25 (BJ 55) --- Diana 75 --- Weihrauch HW 40, in der Reihenfolge eingetrudelt :thumbsup: