Snider Enfield 1864 WBK frei?

  • Hallo an alle! ;^)


    Ich habe eine Frage an die, die sich mit unserem schönen WaffG etwas besser auskennen. Ist das Snider Enfield 1864 in Deutschland frei ab 18 oder WBK-pflichtig?


    Ich weiß, dass einläufige Vorderlader frei sind, aber wie sieht es mit diesem "breech loading" Gewehr aus?


    Snider Enfield:
    http://www.museumoftechnology.org.uk/expand.php?key=448

  • Das dürfte in die gleiche Kategorie fallen wie die Sharps oder Zündnadelgewehre. Die Forderung der Modellvorlage von 1871 ist ja gegeben. Sind also frei.
    Verbindlich kann ich nicht sagen, da ich diese Dinger zum ersten Mal sehe. Aber vlt. können die bekannten Vorderlader-Shops genauer Auskunft geben. Die müssten sich genauer auskennen.

  • Das ist eine Conversion auf "normale" Munition, also nicht mehr frei.
    Leicht am Schlagbolzen im ehemaligen Piston zu erkennen.


    Vor der Änderung (die schon im 19.JH erfolgte) war es tatsächlich ein Vorderlader, der hier frei wäre.
    Nach dem historischen Umbau ist das nicht mehr der Fall.


    Danke für die Info. Also sobald Hülsenmunition und nix mehr mit frei... Schade. :rolleyes:


    Wobei das eigentlich egal ist, weil das Schwarzpulver eh nicht "frei" erwerbbar ist, aber egal. Ich habe die Gesetze nicht gemacht.

  • Da bei Sportschützen der Erwerb von Munition über die WBK geregelt ist, kann es eigentlich auch keinen freien Waffenerwerb geben, der erlaubnispflichtige Munition erfordert. Einzig Vorderlader sind da im gewissen Sinn eine Ausnahme.

  • Da bei Sportschützen der Erwerb von Munition über die WBK geregelt ist, kann es eigentlich auch keinen freien Waffenerwerb geben, der erlaubnispflichtige Munition erfordert. Einzig Vorderlader sind da im gewissen Sinn eine Ausnahme.


    Vermutlich weil Antriebsmittel und Geschosse getrennt sind. Schade ist es trotzdem. Die Munition ist kommerziell für dieses Gewehr gar nicht zu haben. Die Munition müsste von Hand mit Wiederladerzubehör und eben SP hergestellt werden. Deswegen verstehe ich diesen ganzen Heckmeck hier nicht. Aber sei's drum.

  • Das ist eine Conversion auf "normale" Munition, also nicht mehr frei.
    Leicht am Schlagbolzen im ehemaligen Piston zu erkennen.


    War mir auch suspekt.
    Allerdings ist diese Konvertierung tatsächlich 1867 passiert.


    http://www.enfield-snider.com/Snider.htm


    im gegensatz zu diversen vorderladern wird man sowas hier aber nicht neu als nachbau kriegen.
    wer will schon wirklich mit nem historischen 2000eur gewehr schiessen?

    Gruß,
    Martin

  • .
    wer will schon wirklich mit nem historischen 2000eur gewehr schiessen?


    Die gibt es schon für 750+ Euro und geschossen wird damit eigentlich oft. Es sind noch genug Originale vorhanden, die billiger als z.B. Pedersoli Nachbauten sind. Schussfähig natürlich.

  • Ich durfte mal mit so einem konvertierten Ding schießen. Es war im Rahmen des Wiederlade / Schwarzpulver Lehrganges. Der Dozent meinte das sei echt nur was für Hardcore Schützen und Wiederlader, da praktisch alles selbst hergestellt werden muß. Die Hülsen die am nächsten an den Abmessungen dran waren, mußte gekürzt, gestaucht, geweitet und umgeformt werden. Sie können dann maximal dreimal widergeladen werden, bevor sie endgültig Schrott sind.

  • Das ist wahr. Völlig neue Munition bauen ist Arbeit und teuer. Das geht über das normale Wiederladen weit hinaus, wenn man bedenkt, dass eine Gewehrhülse innerhalb von zwei Minuten wieder neu befüllt und wieder scharf ist. Aber Hülsenumformen ist eine ganz andere Liga. U.U. muss man sich auch die Umformmatrizen anfertigen lassen.

  • Ist frei
    Nur generell sollte man mit Breechloadern warten bis man Pulverschein hat,weil das Laden der Patronen auf dem Schießstand verboten ist und zuhause Laden kannste ja nicht.
    Wenn du jemanden hast der deine Patronen bei sich zuhause lädt und dann mitbringt geht es.
    Papierpatronen sind eigentlich auch fast überall verboten
    Daher wer noch kein Pulverschein hat und drauf angwiesen ist das irgendwer so nett ist und das Laden für mindestens 8 Monate oder so übernimmt......der sollte sich ein einfachen guten Vorderlader wo das Pulver einfach reingeschüttet werden kann kaufen....


    Ich denke das beste was sich Anfänger kaufen können ist das neue leichtere Hawken Gewehr.Hat voll verstellbare Visiere,ist über 1 Kilo leichter als orginale Hawken und generel ein gutes Gewehr und es kostet nur so 600-700 Euro was wirklich billig ist für das Gewer was man da kriegt ;).Mit dem neuen leichten Pedersoli Hawken Gewehr könnt ihr echt nichts falsch machen,Hawken sind sehr sehr weit verbretet und das von Pedersoli hat hervoragenden Lauf und voll einstellbare Visierung.
    Schießen tut es allerdings nur Rundkugeln soweit ich weiss also Reichweite ist dadurch schon was begrenzt,was aber in Deutschland keine Rolle spielt...ob ihr 300 Meter wie mit nem Hawken oder eine Meile wie mit nem Creedmoor Gewehr schießen könnt,wir haben ja eh nur 25 und 50 meter Bahnen ;(

  • Weedburner
    Danke für den Kommentar. Ich habe zurzeit noch nicht vor, einen Pulverschein zu machen. Mir geht es einfach (erstmal) darum, meine Räumlichkeiten etwas aufzuhübschen und wenn es mit dem Bonus kommt, mit diesen Objekten irgendwann auch mal schießen zu können, umso besser.
    Ich habe mich jetzt seit einiger Zeit etwas intensiver mit den Waffen aus dem 19. Jahrhundert beschäftigt und mir gefallen vor allem diejenigen, die aus der Bürgerkriegszeit der USA stammen. Dieses Breech Loading Rifle ist auch eine billigere Variante um an diese Gewehre zu kommen. Ich habe eine günstige Quelle gefunden, die diese Gewehre eben zu einem kleineren Preis anbietet, als neue Pedersolis kosten.

  • Ist frei


    Wie kommst du zu dieser kühnen Behauptung ?


    Während Sharps und Co vom vorhandenen Perkussionsgewehr zur Patronenwaffe konvertiert wurden,
    waren die Sniders von Anfang an für Patronen gedacht. Auch wenn diese zu Anfang nur aus einem
    Messingblech mit Pappvoratz bestanden. Diese Patronen haben mit Ladehüsen oder Papierpatronen
    nichts gemein.


    Erklär mal mit Fakten deine Aussage...


    Gruß Klaus

    Edited once, last by Pellet ().

  • Ich lag mit meiner anfänglichen Vermutung wohl auch falsch. Aber das Alter suggeriert einen eher herkömmlichen VL.

  • Nunja, es ar ja auch mal ein herkömmlicher Vorderlader, welcher dann allerdings massenhaft auf einen Patronenhinterlader konvertiert wurde.
    Bei den ersten Umbauten wurde der originale Eisenlauf weiterverwendet, bei den späteren Modellen wurde diesee dann gleich gegen einen Stahllauuf ausgetauscht.
    Bei den ersten fand noch der originale Hahn mit Vertiefung Verwendung, die späteren hatten eine flache Schlagfläche.



    Das Enfield-Gewehr stammte ursprünglich aus 1853, der Umbau wurde ab 1866 durchgeführt, in den 1870er und 1880er Jahren wurden die Gewehre dann endgültig ausgemustert.


    Steht übrigens alles beim ersten Link mit dabei.




    Stefan

  • Sorry. Habe ich eben erst entdeckt und möchte es noch mal kurz hochholen. Meines Wissens ist nicht die Tatsache das Papier oder Metallpatrone im eigentlichen Sinn verwendet wird, sondern der Umstand wie deren Ladung gezündet wird. Das Sharp z.B mit Metall/Papierpatrone aber mit Perkussitionszündung sprich Zündhütchen ist frei ab 18. Ein Zündnadel oder Konvertiert auf Schlagbolzen wie das Snider ist dann wieder WBK. Snider war glaube ich schon immer WBK. Zündnadel war früher mal frei ? Frei sind auch die Hülsen und Geschosse. Einzig das SP. An die Wand hängen darf man diese Gewehre aber auch nicht mehr.


    Unter Aufsicht mit einem Schießleiter der die Hülsen lädt würde auf dem Stand gehen. Man könnte seine eigene Flinte dann mitbringen. Gut wenn man einen aktiven SP Schützen/Schießleiter kennt der regelmässig mit auf den Stand fährt. Weil nur der das Ladeprozetere durchführen darf. Übrigens ein sehr schönes Hobby wenn es um das Schießen geht. Fast schon eine kleine Wissenschaft. Aber auch nicht billig. Etwas was mich mit meinen 58 Lenzen und zig Jahren Metallpatrone aus der Schachtel noch mal reizen würde. Hätte noch eine unbenutzte 1860 Volunteer von Pedersoli im Schrank.

  • Du bringst ein par Dinge durcheinander. Also Zündnadel sind immer noch frei und die Papierpatronen
    sind nicht so einfach auf dem Stand zu laden. Das muss man zumindest aufwendig vorbereiten.
    Snider Patronen auf dem Stand zu laden ist unnötig. Es sind normale Patronen, die man mitbringen kann
    genau wie fertige Papierpatronen für Zündnadel. Lediglich einen normalen Vorderlader darf man nur auf dem
    Stand laden. Und wenn man alles mal hat, insbesondere die Hülsen fürs Snider ist es nicht kostspielig.
    Ich schieße beides. Snider und Zündnadel. Die Sniderhülsen habe ich mir aus Messingschrotpatronen
    umkalibriert und die Papierhülsen für Zündnadel wickel ich mir natürlich selbst aus Papierklebeband.


    Snider Mk1 + 2 sind konvertierte Vorderlader Mk3 wurde ab Fabrik mit Snidersystem gefertigt. Die Mk3
    haben auch, wie Stefan schon erwähnt hat, eine bessere Laufstahlqualität.


    Für den Umgang mit Schwarzpulver braucht man den SP Schein(§27). Ich denke aber, dass er, wenn man
    fertig geladene Sniderpatronen verwendet, nicht nötig ist.
    Bei Zündnadel bin ich mir nicht sicher, denk aber da braucht man für den SP Schein. Sofern man die Waffe
    nicht auf dem Stand von einem Berechtigten , geladen bekommt. Da ich alle Scheine habe, hat mich das noch
    nicht interessiert. Übrigens muss man sich auf dem Pulverschein extra eintragen lassen, wenn man normale
    Patronen mit Schwarzpulver füllt. (Snider, Kropatschek, 45/70Gov.)

  • Bei Zündnadel bin ich mir nicht sicher, denk aber da braucht man für den SP Schein.

    Logisch, denn man muss ja die Papierpatronen mit Schwarzpulver herstellen können.
    Ich empfehle aber Anfängern mit Perkussionsvorderladern anzufangen, egal ob lang oder kurz. Steinschloss oder insbesondere Papierpatronen sind da schon spezieller und brauchen da schon erweitertes Wissen. Perkussion ist da deutlich einfacher, unproblematischer, auch was die Waffenauswahl betrifft.

  • Danke für die Infos. Ja ist nicht ganz einfach da den Überblick zu behalten. Snider hatte mich auch mal Interessiert früher. Schon wegen dem System. Waren aber selten gute Gewehre auf dem Markt. Oder gibt es da Repliken.