Feinwerkbau 300S Junior überarbeiten - zum mitverfolgen

There are 19 replies in this Thread which has previously been viewed 1,949 times. The latest Post (August 4, 2023 at 6:57 PM) was by Luftikus68.

  • Hallo Zusammen,

    Ich habe mir kürzlich eine FWB 300S Junior zugelegt. Wurde im Verein für die Jugend genutzt und ist gut gebraucht. Das wollte ich so, denn ich habe noch eine andere 300S "Classic" und empfinde mittlerweile Skrupel, an ihrem schönen Originalzustand etwas zu verschlimmbessern, beispielsweise den wunderbaren Laufmantel abzuziehen. Beschreibung des Jugendgewehrs war, dass es einwandfrei schießt und überholt werden muss, u.a. auch Rost. Nicht gelogen.

    Der Schaft erscheint mir als eine sehr schöne Basis. Die Maserung sieht vielversprechend aus (finde ich). Die Punzierung ist teilweise hinüber. Am Handgriff unten wurde mal was angespaxt.

    Der Spannhebel ist leicht verbogen, und am System um die Lademulde, wie am Hebel befindet sich dicker Rost. Ja, ist wohl so.

    Technik innen, Kolbenpuffer ist am zerbröseln, die Spannratsche ratscht nicht.

  • Das Gewehr ist zerlegt und der Schaft ist abgeschliffen und gedämpft. Habe spezielle Flüssigkeit zur Lackentfernung benutzt, damit geht es viel schneller. Ansonsten einen Schleifklotz mit Papier drüber und ein Bügeleisen. Der Lack war erstaunlich weich.

    Essentiell ist innen drinnen noch alles in Ordnung. Einfach die Standardteile, was man so ließt und auch im Kit enthalten ist, Federn, Dichtung , Kolbenpuffer. Ersatzteile bei Waffencenter Gotha bestellt, die kleine Feder für die Ratsche auch.

  • Das arme Ding hat offenbar viel erlebt. Dagegen waren meine beiden ehemaligen Vereinswaffen, die 150 und die 300s, ja noch richtig gut! Schön, dass du die rettest.

  • Hey Thorsten, retten ist gut...

    Der Dampf war nicht wirklich gut und musste das ganze nochmal schleifen. Leider hat sich die Maserung unschön verfärbt. Also...nicht dämpfen. Lektion gelernt. Ich warte auf meinen Holz-Mann, der mir hoffentlich hilft. Möchte eine höhenverstellbare Schaftbacke, das ist nicht ganz trivial.

    Der untere Teil des Schaft ist recht hinüber, dort würde ich gern eine Punzierung aufbringen, ähnlich der Universal. Hoffe das kaschiert das.

    Das System hab ich mal angeschliffen, die Rostpickel sind teilweise recht tief. Möchte hier nicht zu viel kaputtmachen. Mal sehen wann es weitergeht, werde leider demnächst wenig Zeit haben. Werde es mal mit einen Rohr-Bandschleifer probieren, damit werden Treppengeländerrohre geschliffen.

  • Hm ... Das geht mir alles viel zu schnell. Man sollte - klar, nach meiner Meinung, andere müssen sich da natürlich nicht anschließen - zunächst entscheiden, was man will. Soll das Schätzchen zeigen, was es erlebt hat? Oder soll es annähernd wie neu aussehen. Das, was ich da sehe, sieht aus wie altes Fischerboot übergepönt.

    Die Holzsachen lassen sich leichter wieder richtig gut herstellen. Das sind ausserdem die Sachen, welche man anfasst,über die man mit der Hand streicht. Also würde ich mich zunächst darauf konzentrieren. Die Metallteile? Bei meinen FWB, speziell der 150, welche richtig mitgenommen aussah, habe ich das Metall sehr vorsichtig mit Öl und Stahlwolle glattgeschliffen. Schwach geölt sieht das ansehnlich aus, man sieht die Gebrauchsspuren beim Hinschauen. Aber es ist nichts übertüncht, nur gepflegt. Die Alternative wäre, es spiegelblank zu schleifen und heißbrünieren zu lassen. Das habe ich bei meinem ersten Luftgewehr, der Diana 25, so gemaucht. Sentimentalität kann teuer sein.

  • Hallo Thorsten, keine Angst, da geht nix schnell. Momentan liegt das ganze auf Eis. Ich hatte jetzt gerade mal "Zeit", aber es stehen demnächst ganz große und wichtige Projekte ins Haus. Der Garten ruft auch, es hatte bis jetzt nur so schrecklich nasses Wetter. Ich wollte bei dem Gewehr einfach mal sehen, wie ich dran bin. Schießen kann man es in diesem Zustand eh nicht. Ich "brauche" es auch nicht. Die Brünierung hatte ich versucht zu retten, aber da ist nix zu retten gewesen. Entweder polieren und oder heißbrünieren. Dazu muss es erst mal ordentlich geschliffen werden.

    Beim Schaft warte ich jetzt einfach ab, ich bin nicht der Holzexperte und derjenige, der das mal machen soll, ist auch mit meinem Garten betraut ;) Aber ein Rentner findet öfter mal eine Stunde Zeit als ich, und ich kann ja meine Ideen äußern.

    Thema "Erlebt"...der Schaft ist unten so stark beschädigt, das bekommt man so nicht mehr hin. Man könnte z.B. die Radien mit der Oberfräse nachfräsen, allerdings passen dann die UIT-Schiene und der Abzugsbügel nichtmehr. Das möchte ich also nicht machen. Besser/ schöner wäre es, eine Punzierung aufzubringen und schwarz zu beizen. Ich fürchte, das klingt viel leichter, als es ist!

  • heißbrünieren zu lassen. Das habe ich bei meinem ersten Luftgewehr, der Diana 25, so gemaucht. Sentimentalität kann teuer sein.

    Wo kann man denn so etwas machen lassen und mit welchen Kosten muss man rechnen?

  • Nun ja, ich habe die Diana bei Diana (GSG) machen lassen. Das kostete vor ca. 5 Jahren um die 130 Euros. GSG selber macht das aber wohl nicht mehr. Anyway, dieses ist eine Feinwerkbau, keine Diana, und Feinwerkbau sollte das wohl auch machen. Die Kosten? Je mehr du selber vorarbeitests (auf Superhochglanz polierst), desto günstiger wird es. Denn genau wie beim Lackieren ist die Vorarbeit das entscheidende und teure. Ein (echter) Büchsenmacher wird das Brünieren aber auch machen können.

    Es gibt hier einige threads, welche die Vorarbeiten gut beschreiben.

    Das Holz? Mach es wie beim Flugzeug - oder Holzschiffsbau. Was kaputt ist, wird weggenommen (gerade weggesägt), Ersatzstücke aus derselben Holzart maserungsorientiert sauber angeschäftet. Das sollte bei flächigen Verleimungen nicht das Problem sein. In Form bringen, punzieren (auch da gibt es hier threads), beizen, ölen oder lacken. Was du willst. Wenn du Zeit brauchst, nimm sie dir doch einfach. Schieb sie ein. Im Winter zum Beispiel ist Gartenarbeit doof ... Und ein Gewehr zu haben, das man nicht braucht, ist ein wunderbarer Luxus. Meine 300s brauche ich. Mit der schieße ich am liebsten auf dem Stand. Die muss funktionieren. Jede andere brauche ich nicht, sondern besitze sie nur gerne. Ist also egal, wann sie fertig sind. Stück für Stück ... (gilt im Moment für meine 603 und die Diana 1)

  • Hier im Forum "Basteln,Reparieren etc. an vierter Stelle von oben, bietet der User Chris770 das Heissbrünieren an. 35.- plus hin- und her Versand.

    Günstiger wird es wohl nirgends sein. :thumbup:

  • Heute kamen die Ersatzteile und ich bin nach näherer Betrachtung doch etwas enttäuscht. Original Feinwerkbau, insofern können die in Gotha da nix für. Lieferung war schnell. Aber für das Geld??? Der Puffer kostet 16 Euro und ist ein billiges Plastikteil mit schönen Graten dran, die Dichtung für 13 Euro ist ein simpler Plastikring aus dem gleichen harten Zeug. Ich hatte ehrlichgesagt vorher keinen Vergleich, habe aber eher etwas aus Gummi erwartet...da hätte ich den blauen drin lassen können.

    Das Zwischenstück der Federn kostet einzeln auch 12 Euro und es sieht so grottig abartig mies aus, ich überlege echt, das einzubauen. Ein Spritzgußteil, das wahrscheinlich Ausschuss wäre und zwei Federn dazu - ich habe schon ein paar Federn gesehen - aber die sind echt richtig schlecht. So schlecht und lieblos angelegte und geschliffene Enden habe ich noch nie gesehen. Die sehen viel minderwertiger, als die alten Federn aus.

  • Die Feder steht nicht mal grade, sie fällt um!

    Liegt das an dem "Gleitstück"/Zwischenstück oder sind die Federenden nicht winklig? Denn im zweiten Fall kann man die ja nicht verbauen, sitzen dann gebogen im System.

    Ich warte noch auf meine Teile aus Gotha. Wenn die Federn nix sind, hilft mir das auch nicht. Das Gleitstück alt ist bei mir noch in Ordnung, könnte ich zur Not wiederverwenden. Dein neues sieht wirklich grottig aus.

    btw: wie lange muss man da auf Lieferung warten bzw. bekommt man mal ne Mail, wenn die Lieferung raus geht? Hab am Mittwoch bestellt und direkt bezahlt, bisher noch nix weiter gehört.

  • Lieferung ging schnell, leider sind die Feder- enden nicht winklig angelegt. Das Zwischenstück sieht nur nicht schön aus, technisch würde es funktionieren, finde es aber dafür viel zu teuer. Einbauen kann man das schon, bei meiner Classic hab ich darauf verzichtet weil die alten Teile gut waren.

  • Danke. Fände ich echt schade, wenn "original Feinwerkbau" Federn in so schlechter Fertigungsgenauigkeit kommen. Auch die anderen Teile. Nur wegen der erhofften guten Qualität sind wir ja bereit, diese Preise zu bezahlen. Sehr bedauerlich, dass deine Erfahrung da ne ganz andere ist. jetzt hab ich Schiss, wenn mein Zeug kommt...

  • Es sind Nachfertigungen und das heißt eben nicht, dass es original Qualität wäre. Man kann sich bei zig Lieferanten Federn und Spritzgussteile machen lassen. Hier hat man die falschen gewählt, wahrscheinlich den günstigsten. Wir reden auch von durchaus sportlichen Preisen.

    Siehst dann ja selbst, lass dich überraschen.

  • Heute endlich kamen auch meine Teile. WCG hat urlaubsbedingt Lieferverzug.

    Offenbar hast du die Übungsstücke eines Praktikanten erwischt. Ich kann nicht meckern, das sieht deutlich besser aus.

    Das Gleitstück ist genauso glatt wie das alte. Die Federenden sind ebenfalls genauso plan geschliffen, wie die alten.

    Allerdings sind die Federenden nicht exakt angelegt. Die Federn stehen nicht ganz gerade, fallen aber auch nicht um.