Vernünftiges Zielfernrohr

  • Ich bin neu hier und möchte nicht gleich als Klugscheisser da stehen, jedoch möchte ich meine Meinung zu einigen Dingen sagen. Ich möchte niemand damit auf den Schlips treten. Auch nehme ich mich selbst eigentlich nicht zu ernst, also schonmal ein dickes Sorry im Vorraus!;o)))



    @ Stereo: Ich gehe definitiv davon aus, dass man seine Garantie verliert.


    Es wurde hier schon erwähnt, dass man Modifikationen an einem Abzug SELBST vornehmen kann. Ich halte davon nicht all zu viel, wenn man nicht genau weiss was man tut. Ich komme ursprünglich aus dem Gewehr Schiessen und ich habe einmal bei einem Steyr SSG Kal. 308 den Abzug nacharbeiten lassen.


    Dabei wird von einem Büchsenmacher der Abzug ausgebaut und sich berührende bzw. ,,reibende" Teile poliert. Das Ziel ist es den Reibungswiederstand dieser Teile zu verringern. Danach wird der Abzug wieder eingebaut und der erfahrene Schütze merkt einen deutlichen Unterschied. Das Abzugsgewicht verinnger sich. In meinem Fall von 1,5kg auf 0,9kg, wenn ich mich richtig erinnere. Der Abzug ist kein Direktabzug. Er hat einen Vorweg bei dem ein Teil des Abzuggewichtes bereits überwunden wird. Das heisst, wenn man den Druckpunkt erreicht, hat man zB. nur noch 0,6 kg. Um ehrlich zu sein weiss ich es nicht mehr genau... wieviel Gramm der Abzug beim Druckpunkt hatte.


    Auf einen solchen Umbau kannst du eine Garantie vom Büchsenmacher bekommen.



    Zur Sicherheit: Man sollte sich drüber bewusst sein was man tut, wenn man selbst an so einen Abzug Veränderungen vornimmt... Das ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil von einem tödlichem Sportgerät!!! Ich denke es gibt bestimmt einige, die Wissen was sie tun. Ich selbst habe davon immer die Finger gelassen.


    Zur Schussabgabe und zum Duckpunkt:


    (Ich lasse jetzt bewusst den Beginn des technischen Ablaufes einer Schussabgabe weg, da es mir um den Abzug geht)


    Man kontolliert seinen Nullpunkt und korriegiert entsprechend. Während dessen ist die Atmung noch aktiv.
    Stimmt der Nullpunkt beim Ausatmen, stellt man die Atmung ein und geht zum Druckpunkt des Abzuges.


    Man lässt den Schuss langsam kommen und dabei spielt der Druckpunkt eine sehr große Rolle beim sportlichen Schiessen! Nach der Schussabgabe kommt eines der wichtigsten Dinge: Das NACHHALTEN!!!


    Lange Rede kurzer Sinn: Mir ist der Abzug einfach sehr wichtig!;o)))


    Sooo, jetzt könnt ihr mich demontieren..in Deckung geh! lol

  • @joepepper


    Ist doch alles nachvollziehbar und sachlich , von mir Dank für den Beitrag :thumbup:


    In einem anderen Forum (glaube ich) habe ich mal gelesen das man seine AB wie eine gespannte Bärenfalle behandeln sollte , das ist ein gutes Bild finde ich.

  • Ich denke, du irrst da! Denn wenn ich mal wieder meine Tenpoint benutze,merke ich was es ausmacht dort keinen Trigger Tech zu haben.Besonders die 1,5er.Beim letzten AIA Turnier wurde es mal wieder sehr deutlich. Es kommt gar nicht so sehr darauf an,mit welcher last, die Sehne im Schloss liegt. Es ist wichtiger, wie der Punkt überwunden wird, bis der Schuss bricht.
    Gruß Uwe

    Naja, ein leichterer Abzug ist nicht zwangsläufig besser. Ich fand den Triggertech an der Bd 400 nicht besser als an meinen Tenpoint. Ist sicher ach eine Sache der persönlichen Vorliebe.

  • @joepepper


    Ist doch alles nachvollziehbar und sachlich , von mir Dank für den Beitrag :thumbup:


    In einem anderen Forum (glaube ich) habe ich mal gelesen das man seine AB wie eine gespannte Bärenfalle behandeln sollte , das ist ein gutes Bild finde ich.

    Mit AB‘s wurden früher tatsächlich manchmal Fallen aufgestellt !

  • Das mit dem vernünftig wirst du nie objektiv hin bekommen weil es jeder subjektiv für sich entscheidet und dann noch dem eigenen Wandel unterliegt.


    Ich besitze zwei Feldstecher einen von Aldi für 90 Euro und einen für Canon für 1300 Euro. Beide haben erst mal auf dem Papier die selben Werte. Wenn du durchschaust liegen Galaxien dazwischen. Schon bei guten Lichtverhältnissen. Na gut das Canon hat eine Bildstabilisierung die das beobachten auch ohne stativ zulässt - aber auch wenn man das weglässt.
    Von der Anwendung erfüllen beide ihren Zweck. Wenn ich durchschaue erkenne ich auf die selbe Entfernung das der braune fleck ein Hase ist. Will ich z.B. auch astronomische Beobachtungen machen ist das Aldiding nur sehr bedingt einsetzbar.
    Bei Kameras ist das noch krasser. Für den Normalnutzer reicht eine Handykamera. Will ich in spezielle Bereiche brauch in ne vernünftige Kamera und es wird sehr schnell sehr teuer.


    Ein kluger Mensch hat mal gesagt für die letzten 10% an Qualitat bezahlst du 90% des Preises.


    Wenn du Dosen auf 20m umschubsen möchtest reicht so gut wie jedes ZF. Ansonsten musst du schauen was du brauchst und was du ausgeben möchtest. Oft kommt man halt nicht drum rum Lehrgeld zu bezahlen weil man zwar höhren kann wie sich etwas auswirkt aber es ist immer was Anderes es wirklich zu erleben. Nur mal durchschauen reicht dafür übrigens oft auch nicht.

    LG Oliver


    CR600W, Airbug, H&K G3 6mm, Glock 17 Gen5 6mm, P320 4,5mm
    HW30S, HW35
    Stormrider


    ... und ich lächelte und es kam schlimmer!

  • Hallo Oliver,


    du hast mit dem was du sagst sehr recht und es läuft auf das Testen hinaus! ;)
    Da kommt man nicht drum rum.


    Viele Grüße,
    Jochen

  • Hallo Kriegshammer,



    Bei den meisten Sachen gebe ich dir recht. Man kriegt was man Zahlt. :thumbup:
    Nur ist ein Zielfernrohr nicht der Hauptbestandteil einer Waffe. Heißt also, dass man mit einem besseren Zielfernrohr nicht automatisch besser treffen wird, genauso wenig wird man mit teureren Laufschuhen nicht automatisch schneller oder ausdauernder laufen können. Ich habe im leben auch schon zu oft gehört, dass meine Fotos sehr gut sind und meine Fotoausrüstung entsprechend teuer gewesen sein muss. ;( Sag mal zu einem Koch, dass er bestimmt einen guten Herd hat, weil sein Essen so gut schmeckt ... :cursing:


    Worauf ich hinaus möchte ist, dass falls jemand diesen Thread als purer Anfänger entdeckt und meint, dass es nur an der Ausrüstung liegt, dass man gut schießen kann, sollte er sich nicht zu euphorisch und naiv in die Materie stürzen.



    P.S.
    Dem Threadersteller empfehle ich auch auf jeden Fall sich mit gleichgesinnten zusammenzusetzen und mal ein Paar Zielfernrohre zu betatschen. Würde aber bei seiner Anforderung auf feste Entfernungen zu schießen, auf jeden Fall zu einem Mildot Absehen greifen oder die Turmverstellung nutzen. Alles Andere ist für bestimmte Aufgaben zu ungenau und verallgemeinert (Ballistisches Absehen). Gerade was AiA ZF´s angeht. Bis 50 Meter Absehen auf Vergrößerung x,x ab 70 Meter muss diese wiederum angepasst werden. Ist nicht zielfördernd.



    Gruß,


    Walde

  • Um noch mal bei der Analogie der Kameras zu bleiben. Jede Kamera macht (technisch) gute Bilder unter perfekten Bedingungen und dann kommt es nur daruf an wie gut du fotografieren kannst... da geb ich dir recht. Interessant wir es wenn du spezielle Anforderungen stellst. Nur als Beispiel die Makrofotografie. Da nutzt dir alles können nicht wenn die Kamera es einfach nicht vernünftig kann.
    Genau so ist es bei Zielfernrohren. Beispiel: FT. Nicht bei jedem Parallaxe ZF kannst du diese auch wirklich zu einer Entfernungsmessung nutzen.
    Oder die Schärfe am Ziel. Bei einigen sieht man bei den Zielen nur noch eine undeutliche Masse an Einschlägen aber keine Trefferzone mehr. Beim Anderen ist alles klar erkennbar. Schieße ich nur auf einen schwarzen Kreis mit viel Kontrast durm rum wird mir das nie auffallen. Also es kommt auch sehr darauf an welche Anforderungen du von Anfang an stellst.


    BTW ein Anfänger sollte sich immer eine brauchbare Ausrüstung kaufen gerade damit er schlechte Ausrüstung als Fehlerquelle ausschießen kann. So ist das Erlernen wesentlich frustfreier.

    LG Oliver


    CR600W, Airbug, H&K G3 6mm, Glock 17 Gen5 6mm, P320 4,5mm
    HW30S, HW35
    Stormrider


    ... und ich lächelte und es kam schlimmer!