Sind Angaben von Herstellern bei Munition ehrlich?

  • Mir ist aufgefallen dass auf den Packungen von einigen Munitionsherstellern(hauptsächlich amerikanische) oft sehr hohe Werte angegeben werden, vor allem bei der Vo stehen da manchmal Zahlen wo ich mich frage ob der Hersteller da ehrlich ist.


    Beispiel: Unlängst habe ich eine Packung 12/70 Buckshot light mag vom Hersteller Hornady gekauft wo der Hersteller als V0 1500fps angibt.

    Ich bin mir nicht sicher ob man dieser Angabe trauen kann.


    Meiner Erfahrung bewegt sich die V0 von Flinten-Munition dieser Art eher so im Bereich von 1200fps.


    Selbst die stärkere 12/76 Magnum Buckshot Munition von Remington erreicht nur eine Geschwindigkeit von 1225fps.


    Kann es sein, dass manche Hersteller absichtlich zu hohe Angaben machen indem sie ihren Produkten eine Leistung zuschreiben die sie nicht besitzen?


    Wenn ja wäre das doch streng betrachtet Betrug, oder nicht? Wenn ein Hersteller etwas bewirbt und den potentiellen Käufer dabei bewusst mit falschen Angaben zum Kauf locken will, das kann doch nicht legal sein?


    Oder irre ich mich und diese Angabe mit 1500fps stimmt?


    Wie seht ihr das?

  • Ja, die Angaben scheinen oft mit extrem langen Läufen erzeugt worden zu sein.

    Großzügiges aufrunden ist wahrscheinlich auch sehr beliebt.


    Das gibt es in allen Branchen. Siehe Benzinverbrauch oder Leistungsangaben auf Hifi Lautsprechern.


    Wenn jetzt einer aufhören würde zu lügen, sähe das sehr schlecht aus :D


    Deshalb hören Politiker auch einfach nicht auf damit.

  • Wie lang müsste ein Flintenlauf sein damit die auf solche Werte kommen? Würde mich generell interessieren mit welchen Tricks die solche Werte messen können.


    Ja das Hersteller ihre Produkte verherrlichen ist in der Wirtschaft nicht neu, aber hier geht das in meinen Augen eine Stufe höher, hier werden Zahlen angegeben. Zahlen sind messbar und können überprüft werden. Das ist was anderes als wenn z. B ein putzmittelhersteller den besonderen Glanz verspricht weil Glanz einfach nur eine Eigenschaft ist die sich nicht messen lässt, es ist subjektiv . Solche Aussagen sind nicht überprüfbar und sie vermitteln auch keine überprüfbaren Werte weil diese Beschreibungen meist Eigenschaften beschreiben die im Blickwinkel des Betrachters liegen. Eine Geschwindigkeit hingegen ist physikalisch messbar und somit keine Ansichtssache, sie ist somit objektiv und nicht subjektiv. Entweder gebe ich richtige Werte an oder nicht, so ist das mit Zahlen nun mal.

  • Guter Scherz. Sämtliche Marketingabteilungen lachen gerade herzlich :D


    Du kannst ja mal den Inverkehrbringer dieser Munition fragen:


    Helmut Hofmann GmbH

    Scheinbergweg 6 – 8

    D-97638 Mellrichstadt

    Tel.: +49-9776-606-0

    Fax: +49-9776-606-21

    E-Mail: info@helmuthofmann.de

    Internet: https://www.helmuthofmann.de


    Oder bei deinem Verkäufer die Munition reklamieren, da die v0 nicht erreicht wird. Hast eine schlechte Charge erwischt.


    Achja, du bist aus aus Österreich... dann ist der Helmut eventuell nicht dein Ansprechpartner.


    Hier in Deutschland müsste man sich bei einer Reklamation erst an den Verkäufer wenden. Das ist gesetzlich so festgelegt.

  • Die offiziellen Messläufe der CIP sind längenmäßig definiert.

    Für Kaliber 12 sind das 70±1cm ohne Choke.

    Bei Büchsenkaliberrn 60±1cm und bei Magnumkalibern 65±1cm.

    Inwiefern die Packungsangaben mit den Werten deiner Waffe übereinstimmen, musst du selber testen.

    Optimismus kann man den Gestalten der Verpackung aber sicher unterstellen.

    Nur Schrot lässt sich meines Wissens nach nicht so einfach messen.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Wäre doch interessant wenn einer so einen Hersteller mal wirklich mit dem Thema ganz offiziell konfrontiert, wie die dann wohl reagieren würden? Wahrscheinlich erstmal verwirrt weil ich denke nicht das jemand sowas bei einem Munitionshersteller schon mal probiert hat.


    Ich meine, es ist auch gar nicht mal so ungefährlich wenn man sich auf falsche Herstellerangaben verlässt. Zum Beispiel für Leute die an Orten leben wo es auch Tiere gibt die dem Menschen gefährlich werden können.


    Jetzt nehmen wir mal Person xy lebt an so einem Ort, hat Munition im Laden gesehen und sie erworben weil die Angaben auf der Packung fantastisch aussehen.


    Diese Person ist vielleicht nicht die hellste und testet die Munition nicht selbst.


    Eines Tages gibt es einen Vorfall mit einem gefährlichen Raubtier, die Person stellt sich mit geladender Waffe dem Biest und der Showdown beginnt.


    Das Ende der Geschichte: Person xy hat diesen Kampf nicht überlebt, die Munition war nicht stark genug für das große Tier. Laut Packungsangaben hätte sie dem Biest mit einem guten Treffer den Garaus machen sollen, tat sie nur leider nicht.


    Ich kann mir gut vorstellen dass irgendwo auf dieser Welt sich bereits ähnliche Geschichten wie mein fiktives Beispiel abgespielt haben.

  • Mal ganz ehrlich:

    Jetzt konstruierst du doch arg zusammen.

    DIe Hersteller lügen nicht einfach das Blaue vom Himmel und verdoppeln die reellen Werte auf der Verpackung.

    Sollte sich mal wieder jemand gegen eine gefährliche, blutrünstige Bestie verteidigen müssen und zieht aufgrund der zu kleinen Waffe den Kürzeren, so liegt das sicher nicht an zu hohen Werten auf der Packung, sondern an mangelnden Fertigkeiten, Pech oder der Nichtbefolgung des Grundsatzes "Use enough Gun!"

    Könnte natürlich mit 7x64 bei einem Grizzly passieren... ;)

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Bei mir gibt's solche Viecher nicht, ich muss mir da keine Sorgen machen...wobei das gefährlichste & tödlichste Raubtier auf diesem Planeten läuft bekanntlich auf 2 Beinen.


    Da ist jeder Grizzly ein Teddy verglichen mit dem Homo sapiens auch der weiße Hai ein Hering dagegen. Tiger? Ein Schmusekätzchen verglichen mit uns. Ich persönlich kenne keinen Tiger der Wasserstoffbomben baut oder in einen heiligen Krieg ziehen würde.


    Nein meine 7x64 habe ich nur zur Sicherheit falls die Marsianer mal wieder angreifen, oder für die Zombie Invasion. Ehrlich gesagt wären mir Zombies sogar lieber als Aliens ^^


  • Bitte doch einfach deinen Verkäufer um eine Stellungsnahme und gleichzeitig auch den Importeur der Munition in Österreich.

    Zuvor ermittelst du noch verlässliche Werte deiner verschossenen Munition :)

  • Wenn mir einmal so richtig fad im Schädel ist mach ich das, versprochen. Da muss mir aber wirklich extrem fad sein ^^

  • Bitte doch einfach deinen Verkäufer um eine Stellungsnahme und gleichzeitig auch den Importeur der Munition in Österreich.

    Zuvor ermittelst du noch verlässliche Werte deiner verschossenen Munition :)

    Und berücksichtige bitte die möglichen Differenzen, die durch die Unterschiede zwischen Labormessläufen und eigener Waffe entstehen....

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Bitte doch einfach deinen Verkäufer um eine Stellungsnahme und gleichzeitig auch den Importeur der Munition in Österreich.

    Zuvor ermittelst du noch verlässliche Werte deiner verschossenen Munition :)

    Und berücksichtige bitte die möglichen Differenzen, die durch die Unterschiede zwischen Labormessläufen und eigener Waffe entstehen....

    Okay, Labor ist bei Flinte 70cm, habe ich weiter oben zumindest gelesen. Meine Flinte hat 64cm,also müsste ich zumindest laut Hersteller beim testen fast auf 1500fps kommen. Weiß ich jetzt schon das es nicht so schnell sein würde.


    Dieses Phänomen wird doch sicherlich nicht nur auf Flinten Munition beschränkt sein dass da mehr oben steht als die patronen können.

  • Ich kann mir die V0 von 435m/s (1427fps) bei nur 28g Ladung und dicken 8,4mm Kugeln bei einer Mag schon vorstellen, zumindest bei einem 70cm Lauf ohne Choke.

    Wobei das auch 2650J an der Mündung sind, nach 20m immernoch die Hälfte.

  • Okay, Labor ist bei Flinte 70cm, habe ich weiter oben zumindest gelesen. Meine Flinte hat 64cm,also müsste ich zumindest laut Hersteller beim testen fast auf 1500fps kommen. Weiß ich jetzt schon das es nicht so schnell sein würde.


    Dieses Phänomen wird doch sicherlich nicht nur auf Flinten Munition beschränkt sein dass da mehr oben steht als die patronen können.

    Da deine Flinte weniger als 70cm Lauflänge hat, wirst du wohl auch etwas unterhalb der Angaben liegen.

    Hornady gibt auf seiner Website für die TAP light Magnum Buckshot übrigens 1442m/s an, also ca. 440m/s.


    Um wirklich zu wissen, wie es sich mit der Qualität der V0 Angabe verhält, müsstest du die Patronen z.B. bei der DEVA messen lassen.

    Dann erst könntest du den Hersteller mit dem Ergebnis konfrontieren und auch rausfinden, wieviel Leistung bei deiner Waffe gegenüber einem Messlauf"verloren" geht.

    Ob da dann nennenswerte Unterschiede zwischen Labor und Realität, bliebe noch abzuwarten.


    Mehr Sorgen würde mir der Begriff Magnum bereiten.

    Ist auf der Packung irgendwo eine Druckangabe von 740 oder 1050bar abgedruckt? Bei einer 12/70er Flinte , die üblicherweise nur Normalbeschuss hat, darfst du nichts verschiessen, das mit 1050bar gekennzeichnet ist, denn das ist der zulässige Gasdruck für Magnumpatronen.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Bis jetzt hätte ich beim Einsatz der Flinte hier Verteidigung gegen gefährliche Tiere in unserer Region noch keine Probleme mit zu wenig Leistung .


    Angreifende Feldhasen und tiefliegende Stockenten könnten erfolgreich abgewehrt werden 😂