Pinned Warst du bei der Bundeswehr?

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  • Als Metaller zur Bundeswehr zu kommen ist ein Einschnitt - vor allem frisurmäßig. Dachte mir aber, wenn ich da schon aufschlagen muss, dann richtig. Ich hatte den eckigsten Flat Top, den man in List auf Sylt und in Kiel jemals sah. Habe bei der Musterung sogar T-2 geschafft, womit ich selber am wenigsten gerechnet habe.
    Und dann noch genügend Schwein gehabt auf ein schickes, großes Schiff zu kommen. Als Wehrpflichtiger auffen Schiff hat man auch noch echt Knete bekommen - 2500 Mark bar auffe Kralle. Verwendungsreihe 81 - Schiffmedizinmann. Dan kann man wenigstens noch was Nützliches lernen. Und man ist nicht ganz so der Depp - denn sie wissen alle: Wenn sie krank werden, müssen sie zu DIR.
    Bekennender Jason-King-Fan.
  • satwor wrote:

    Einige Sprüche meiner Vorgesetzten habe ich noch im Ohr:

    - Die Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied
    - Sie hocken aufeinander wie ein Haufen schwuler Ratten
    - Ich reiß Ihnen der A*sch auf bis Bagdad
    - Die Wand steht auch von alleine
    - Sie hocken da wie ein kackender Fuchs
    - Los runter aufn Sack

    Trotzdem wars ne geile Zeit.
    Jaaaaa, die Sprüche, richtig! Ich glaube, da kann jeder was dazu sagen! Ich habe die Worte von unserem Spieß
    in der Grundausbildung nie vergessen. Gerade eingezogen, in Northeim angekommen, noch in Zivil.

    Alles auf! Spieß tritt ein.

    "Guten Abend, meine Herren! Mein Name ist Norden. Norden wie Süden.
    Man nennt mich auch das Rohr - von mir erhalten Sie Drall, Geschwindigkeit
    und Richtung!"

    Damit war alles gesagt und alle Unklarheiten beseitigt (Er war aber gar nicht so schlimm)

    Etwas fieser war da unser Zugführer. Den haben wir aber zeitnah außer Gefecht gesetzt. Bei einem Fußballspiel
    Mannschaften gegen Dienstgrade hatte ihm ein Kamerad (versehentlich!!) gegen den Fuß gebolzt - Bänderriss!
    Ach waren wir traurig. Die Uffze haben dann vertreten und mit denen haben wir uns gut verstanden.

    Der Witz: Etwa 6 Jahre später habe ich den auf einer Reservisten-Wehrübung in Euskirchen zufällig wiedergesehen!
  • Urtica wrote:

    Na dann guck dir das mal an:
    Uiii, ja, ne Spiegel TV Reportage... Ich weiß ja nicht, ich war 2009/10 in Hammelburg, da war das einzige "gurkige" die Verwaltung. War aber wohl schon immer so. Die ach so schwachen Milchbubis werden auf echte Einsätze vorbereitet und sehen dann Krieg in Afghanistan. Dagegen ist halt NATO Alarm mitten in der Nacht Kindergartenkram. In Gesprächen mit Leuten, die länger dabei waren, habe ich gelernt, dass vom Bullshit wegrationalisiert wurde. Aus Stundenlangem Waffenputzen wurde sinvolles, zielführendes Waffenputzen (is in unter ner Stunde erledigt) und irgendwelchen Dreck von der Wand wegradieren fällt halt aus, die Zeit, die man damit gewinnt wid halt in die Ausbildung gesteckt.

    Aber mit Schule und Bundeswehr is es ja immer so: Jeder glaubt, total gut zu wissen, was gut und richtig ist, weil man ja auch da war, und da war ja alles besser, weil früher war.
    Friendly fire - isn't
  • Ich war von 1969 bis 1971 noch als W18er dabei, allerdings mit dem Makel das die, die ein Quartal nach mir eingezogen wurden gleichzeitig mit mir entlassen wurden weil die Wehrpflicht dann nur noch 15 Monate dauerte. DAS WAR DEPRIMIEREND!!!


    ... ich war auch einer der letzten mit W18 , Mitleid mit uns .. ;(

    MC - 81 Forever
  • Nunja, eigentlich find das AGSHP ziemlich cool, man spart viel Munition und es ist ne gute Art, bestimmte dynamische Szenarien zu üben oder eben Anfänger da ranzuführen. Und man kann eben durch die Munitionsersparnis viel öfter schießen gehn... Warum es schlimm sein soll, wenn man seine Augen schützt und sich schon mal an die Splitterschutzweste gewöhnt erschließt sich mir auch nicht...

    Das einzige, was mich in den Videos irritiert, ist der Umgangston. Is aber auch Marine, die haben ja schon immer einen etwas weichgespülten Ruf gehabt. Hab eh das gefühl, dass die bei deisen Dokus ganz gerne etwas Kindergartenflair durchscheinen lassen, um den Nachwuchs nicht zu erschrecken. In echt sieht das alles (zumindest in Hammelburg) ganz anders aus :)
    Friendly fire - isn't
  • Klar, mit der Doku soll ja der Nachwuchs geworben werden, da wird dann auch sicher Wert auf korrekte Umgangsformen gelegt und wenn etwas nicht passt, kann man immer noch rausschneiden. Das die Rekruten eine Schießbrille tragen finde ich nicht schlimm, es war nur eine Feststellung. Immer mehr Sicherheit ist ja heutzutage, auch im zivilen Leben, Trend. Ausnahme bildet jedoch die "Bereicherung durch Fachkräfte".
  • Was für ein Trara... ist ja inzwischen wie mit´m Radfahren - mit´m Skateboardfahren - mit überhaupt allem, auch Legp spielen. Jeder hat `nen Helm und zig Protektoren an die bucklige Figur geschnallt. Wie haben wir bloß die Kindheit überlebt?
    Bei uns gab´s noch die P1. Und ich war gut mit ihr. Sowohl im Ballern (nur in Klamotten ohne Helm) als auch im Zerlegen, Putzen und Zusammenfriemeln. Unser Ballerchef, Maat Schrader (Verwendungsreihe 76) hat nicht schlecht gestaunt. Und alles ohne Überrollbügel und Airbag.
    Bekennender Jason-King-Fan.
  • Hallo erstmal ich war im Jahr 2000 mit 16 bei der Bundeswehr hatte mich freiwillig verpflichtet da ich eigentlich Berufssoldat werden wollte doch das konnte ich dann nach einer Übungs Verletzung leider abschminken habe meine normalen damals noch neun Monate Wehrpflicht noch mitgemacht es ist wirklich eine prägende Zeit gewesen und ich muss MC 81 zustimmen die Soldaten von heute sind alles Weicheier was mir nun heute daran gefällt ist das auch viele Frauen dabei sind zu meiner Zeit waren wir von knapp hundert Soldaten vielleicht gerade mal zehn Frauen
    Thomas
  • moin . man csollte vielleicht nicht vergessen, das man bis mitte der 80er immer noch einen kalten krieg hatte, der hätte ausbrechen können, und dann gesamte truppe in den einsatz gebracht hätte.

    insofern ist der härtere grundton und die ausbildung auch einer andren lage geschuldet gewesen.
    ich war im oberharz stationiert, der große gepäckmarsch hatte 30 km berge hoch und runter.
    das ist schon härter wie flachland.
    einmal kamen wir zu einwem zugefroreren see so 1cm eis noch oben drauf. der wurde als abkürzung genommen mit dem holuzstab zerhakt die eisschicht in brustiefe durch das eiswasser 200 meter waffe abc mske und rucksack auf dem kopf. danach bei minusgraden noch 5 km bis zur kaserne.
    traut sich das heute noch einer zu befehlen?
    das ergebnis waren übrigens nächsten tag 80%krankenstand reilweise lungenentzündung sogar
    bei 150 mann kannste dir ja alles vorstellen.
    der sanitätzsbereich mußte zu unserem wohnblock umziehen, damit die bettenmenge passt.

    klar war das völlig unnötig und und unsinnig. aber es wurde mit uns halt so gemacht.

    ein andern mal mit waffe und abc maske nen berg stürmen. da kriegste gar nicht genug luft.
    wird sowas heute mit einfachen soldaten in der grundausbildung gemacht?
    die reportage gibt das nicht her.

    gruß edwin
  • edwin2 wrote:

    klar war das völlig unnötig und und unsinnig. aber es wurde mit uns halt so gemacht.

    ..zu unserer Zeit gab es auch Hindernisbahnen , die wurden im nach hinein von der Nato gesperrt wegen Lebensgefahr...oder in der "Gaskammer" da wurden alle Gasmaskenfilter abgeschraubt , und ein Filter wurde am anderen Ende der Halle hin gelegt - alle stümten natürlich dahin - wurde auch von der Nato verboten...
    Aber Wir haben alles überlebt :thumbup:
    MC - 81 Forever
  • CBär wrote:

    Und für sowas halte ich nicht meinen Hintern vor fremde Kanonen.
    Vor 40 Jahren hatte ich kein Problem damit weil ich mich mit meinem Land identifizieren konnte und es ein klares Feindbild gab. Heute kann ich mich weder mit diesem Land noch seinen beliebig austauschbaren Werten identifizieren. Von erkennbaren Zielen kann überhaupt keine Rede mehr sein. 56 Gefallene in Afghanistan. Für was? Für nichts! "Die Heimat wird am Hindukusch verteidigt!" war ein gängiger Slogan um die Soldaten bei der Stange zu halten. Mehr Hohn und Spott kann man für seine eigenen Kämpfer kaum noch aufbringen...
    Das Böse begleitet die Humangeschichte. Es ist nicht heilbar, nicht umerziehbar, nicht wegfinanzierbar. Es ist die tragische Bedingung der menschlichen Freiheit, man kann es nur abschaffen, wenn man den Menschen abschafft.
    Eugen Sorg