Wasser im Lauf - problematisch?

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    • Wasser im Lauf - problematisch?

      Tach zusammen,

      endlich habe ich "No country for old men" gesehen. Ein feiner Film, das. Wie der eine oder andere hier sich bestimmt erinnert, kommt darin eine Szene vor in der der Protagonist auf der Flucht vor einem Hund durch einen Fluß schwimmt. Da der Hund ihm weiter folgt, rettet er sich ans Ufer und zückt seine Pistole, eine 1911 - bevor er sie jedoch benutzt um damit in letzter Sekunde den angreifenden Hund zu erschießen, entlädt er sie und pustet bei geöffnetem Verschluß in den Lauf, scheinbar um das beim Schwimmen eingedrungene Wasser zu entfernen.

      Meine Frage: Tut das Not, oder haben sich die Filmschaffenden da bloß was spannungserhöhendes ausgedacht? (Das jedenfalls hat funktioniert... :) ) Was würde passieren, wenn man mit einer nassen Pistole handelsüblichen Kalibers schösse? Daß es Auswirkungen auf die Präzision gäbe, kann ich mir ja vorstellen - in der dargestellten Situation wären die aber nicht ins Gewicht gefallen. Kann Wasser im Lauf einer Kurzwaffe dem Schützen gefährlich werden? Gerade Militärwaffen wie die 1911 sollten doch auch unter anderen als Laborbedingungen verläßlich und sicher funktionieren?

      Interessieren würden mich weniger Spekulationen oder Urban Legends dazu als vielmehr fundierte Informationen von Leuten, die sich mit sowas auskennen. Weiß jemand was?
      Ideen werden von Meistern gemacht, Dogmen von Jüngern. Und der Buddha wird immer unterwegs erschlagen.
    • Was ich jetzt sage ist lediglich eine Vermutung:

      Moderne Kriegswaffen macht es definitiv nichts aus wenn die mit nassem Lauf geschossen werden.
      Die werden sogar darauf getrimmt wie dieses Video schön zeigt:
      de.youtube.com/watch?v=BsWy_bosdKk

      Jetzt könnte man natürlich böse sein und behaupten, dass eine amerikanische Waffe sowas nicht aushält. Wie sich das bei einem etwas betagteren (um nicht zu sagen veraltet) Modell wie dem 1911er verhält weiß ich nicht.
      Ich denke mal im film wird das hauptsächlich Show sein um die Spannung zu erhöhen.
      www.realaction.de

      Diligentia, Vis, Celeritas
    • Ich kenne nur die Geschichte einer Schrotflinte:
      Der Jäger hatte sich im winterlichen Wald gebückt, dabei drückten sich ein paar Zentimeter lockerer Schnee in die Mündung.
      Beim kurze Zeit später erfolgten Schuss entstand dann eine schöne Blume.
      Offensichtlich war ein Teil des Schnees innen an der Wandung angefroren und wurde nicht von der Luftsäule vor dem Geschoss bzw. Schrotbecher rausgeschoben.

      und von einer leichten Jagdbüchse (.222 oder 223):
      Im Grunde wie oben, nur da war es ein wenig Dreck.
      Nach dem Schuss war der Lauf kurz vor der Mündung etwas geweitet, aber nicht gerissen.
      Der Büma konnte noch kürzen.

      Beide Storys sind vom gleichen Waffenhändler/Büma.


      Stefan
    • RE: Wasser im Lauf - problematisch?

      . moin .
      eine moderne waffe hält schießen komplett unter wasser aus, also auch beim tauchen, macht nur keinen sinn.
      außerdem hält ein lauf das auf eine im lauf steckengebliene kugel zu schießen bis zu 5 mal durch nacheinder, nur ist der lauf dann doppelt so dick an der stelle, wo die 5 kugeln ineinandergeknalt sind und reißt langsam auf. verständlich.
    • Das kommt echt auf die Waffe an und wieviel Wasser noch im Rohr ist. Das G36 und das HK416 haben weniger Probleme damit wenn man die Waffe vorne kurz nach unten hält um den Lauf zu leeren.

      Bei einigen anderen Modellen kann es aber passieren das einem der Verschluss um die Ohren fliegt. Bei Youtube fliegt auch irgendwo ein Video umher wo das bei einem M4 passiert.


      Hier ist es:
      de.youtube.com/watch?v=AGwkHktkTxU&feature=related
      Samael
    • Eine im Lauf befindliche Wassersäule setzt dem Geschoss soviel Druck entgegen, dass die Beschleunigung sanft und gleichmäßig erfolgt.

      Ein Fremdkörper am Ende des Laufes wird hingegen mit annähernd E0 getroffen, da kann es dann evtl. Bruch geben.

      Ein steckengebliebenes Geschoss in einem modernen Revolverlauf macht spätestens beim nächsten Geschoss Probleme, dann hat der Lauf eine Beule, trotz 4mm Wandstärke.
      Der Rest vom Revolver bleibt voll funktionstüchtig, solange die Trommel den höheren Innendruck aushält.

      Bei einer Pistole, wo der Schlitten eng um den Lauf läuft oder von diesem geführt wird, ist eine Aufweitung desselben von 1-2 Zehnteln schon zuviel und die Waffe klemmt.
      Bei vielen Pistolen, vor allem im .45er Bereich, ist die Laufwandung auch deutlich dünner als beim Revolver.


      Warum wurde aber hinten gepustet?

      Ist die Schlagbolzenbohrung mit Wasser gefüllt, so könnte dies je nach Konstruktion den Schlagbolzen etwas bremsen (bei der P08 wurde irgendwann ein gefluteter Schlagbolzen eingeführt, damit sich davor kein bremsendes Luftpolster mehr aufbauen konnte).



      Stefan
    • Für Glock-Pistolen gibt es auch einen speziellen Schlagbolzen der für Unterwasserschießen bzw. "nasses" Schießen gemacht ist.
      Der Unterschied zum normalen Bolzen ist nur, daß Einfräsungen vorhanden sind und so eventuell eingedrungenes Wasser der Bolzen nicht bremst.


      Gruß K.
      Only a government that is afraid of its citizens tries to control them.

      Die Feder ist mächtiger als das Schwert. Vorausgesetzt natürlich sie ist als Verschlussfeder in einer Glock 17 verbaut! :lol:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kentucky ()

    • Original von HWJunkie
      Eine im Lauf befindliche Wassersäule setzt dem Geschoss soviel Druck entgegen, dass die Beschleunigung sanft und gleichmäßig erfolgt.

      Ein Fremdkörper am Ende des Laufes wird hingegen mit annähernd E0 getroffen, da kann es dann evtl. Bruch geben.

      [...]

      Warum wurde aber hinten gepustet?

      Ist die Schlagbolzenbohrung mit Wasser gefüllt, so könnte dies je nach Konstruktion den Schlagbolzen etwas bremsen (bei der P08 wurde irgendwann ein gefluteter Schlagbolzen eingeführt, damit sich davor kein bremsendes Luftpolster mehr aufbauen konnte).



      Stefan


      Das klingt doch mal logisch. Zumal ein Fremdkörper passender Größe einem stark ogivalen Büchsengeschoß schlecht ausweichen kann - würde ich vermuten.

      In der erwähnten Szene aus "No country for old men" wurde allerdings, wenn ich mich recht erinnere, der Lauf "trockengeblasen", nicht der Schlagbolzen. Anyway, spannend wars schon, zumal es nur knapp gutgegangen ist. :)
      Ideen werden von Meistern gemacht, Dogmen von Jüngern. Und der Buddha wird immer unterwegs erschlagen.
    • Schlammbad... oh mein Gott, da haut der mit der Schaufel noch drauf...

      Aber ansonsten, die machen ja den gleichen Job wie ich in dem Video, die Endmontage, nur halt mit Waffen... ob ich denen mal nen Lebenslauf schicke... :ngrins:
      Sollte ich mich in einer meiner Behauptungen irren,
      nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil.