The Wonderful - Tennis Ball Crossbow

  • Ich nehme an, diese Dinger sind reine 3D-Vaporware-Exemplare?


    Die schweren Schlitten wären verheerend, es sei denn, die Schüsse würden superlahm ausfallen. Ein Spitzen-Tennisspieler erreicht ca. 70 m/s Geschwindigkeit beim Aufschlag, das wäre zumindest mein Maßstab bei so einer Waffe. Das wäre dann ja auch die Geschwindigkeit des Schlittens bei diesen Dingern. Die Schlitten haben natürlich ein beträchtliches Eigengewicht und würden entweder - wenn vorhanden - mit hoher Energie gegen den Anschlag knallen, oder aber nach vorn durchschwingen und dann wieder zurückfedern. Sowohl beim Bogen als auch bei der Armbrust sind katastrophale Beschädigungen und sogar Verletzungen zu erwarten.


    So eine AB wäre kein Spielzeug, 70 m/s bei 57 Gramm Geschossgewicht sind 140 Joule. Wir reden also von einer Armbrust in oberen Mittelfeld, keine Chance mit "Jaguar" und Co. - rechnet man jetzt noch das Schlittengewicht dazu (nehmen wir mal an, 20 Gramm) dann sind wir schon bei 190 Joule oder so. In der Top-Liga.


    Ein Bogen würde es nicht zulassen, Werte zu erreichen, die an den Aufschlag eines guten Spielers heranreichen. Kein Bogen, auch nicht die Top-Produkte mit neuester Compound-Technik, erreicht 140 Joule. Mit der sehr unkomfortablen, tiefen Handposition und dem schweren Ball-Halter des gezeigten Entwurfs ist nicht annähernd mit solchen Werten zu rechnen.


    Solche großen, runden Objekte lassen sich viel besser mittels einer Leder-Pouch (wie bei einer Zwille) beschleunigen. Dazu wird dann einfach eine Klemme als Verschluss verwendet, so wie bei den Slingshot Rifles aus China.


    Oder man nimmt gleich eine Zwille, vielleicht eines der vielen Hundespielzeug-Produkte am Markt. Wobei viele Modelle in D illegal sein dürften, wegen der Armstütze.

  • Ehrlich gesagt … KEINE AHNUNG :D !


    Ich weiß nur, dass dieser „Tennis Ball Crossbow“ tatsächlich einmal verkauft wurde, allerdings sicher nicht in 1.000er Stückzahlen.


    Zum „just for fun shooting“ kann ich mir das auch durchaus gut vorstellen, wobei es ja eben nicht um 100%ig Trefferzuverlässigeit etc. geht.


    Zudem sollte man nicht vergessen, dass als „Geschoss“ hierbei ein Tennisball verwendet wird, der eine Art Trampolin-Effekt beinhaltet !



    PS:
    Das mit der Illegalität einer Zwille / Schleuder mit Stütze, die Tennisbälle oder gar Pfeile / Darts verschießt, dürfte doch auch so eine fragliche bzw. strittige Sache sein … beim verschießen von Tennisbällen als Geschoss, kann man ein Verbot ggf. noch herleiten, da es keine große Rolle spielen dürfte, ob das Geschoss ein Stein, eine Kugel / Murmel oder eben ein runder Ball / Tennisball ist.


    Bei einem Pfeil / Dart sieht die Sache IMO aber schon wieder etwas oder gar ganz anders aus !


    PPS:
    Wir hatten dieses Thema glaube ich schon einmal, bei einer Art „Zwitter“ Produkt aus Amerika, welches fast wie eine Schleuder aussieht und auch eine Armauflage / Stütze hat, aber (nur) Pfeile verschießt und auch nur Pfeile verschießen kann.


    Finde den Link dazu nur leider gerade nicht ;-(

    Edited 3 times, last by Delphin ().

  • Ohne jetzt tiefer in Berechnungen o.ä. einzusteigen, fällt mir ergänzend gerade auch noch ein, dass man den obigen „Tennis Ball Crossbow“ auch als eine Art Kugelschnepper ansehen kann (der auch so auf der Homepage Seite 2 abgebildet ist).


    Diese wurden, wie wir heute nachweisbar wissen, im Mittelalter neben der Armbrust, u.a. zur Kleintierjagd verwendet !



    Produktinformationen "Mittelalterlicher Kugelschnepper, Balester-Armbrust"
    Spätmittelalterlicher Kugelschnepper, Balester-Armbrustaus Holz und Stahl


    Diese dekorative Rekonstruktion eines sog. Kugelschneppers aus dem späten Mittelalter bzw. der Renaissance (auch als Kugelschnäpper, Balester, Vogelschnepper oder Kugelarmbrust bekannt) besitzt einen ledergebundenen Holzbogen und einen Holzschaft. Der Schloss, der Abzug und alle weitere Beschläge sind aus Stahl gefertigt.


    Als leichterer, tragbarer "Ableger" der Armbrust war der Schnepper einfacher in der Handhabung und in erster Linie für die Jagd konzipiert. Hier wurde statt Bolzen kleinere Munition wie Tonkugeln (sog. Schusser), Steine und später auch Bleigeschosse verwendet. Somit war der Balester ideal für die Vogel- und Kleinwildjagd. Um ihn zu spannen, wurde die Doppelsehne mit beiden Händen nach hinten gezogen, bis die Rückseite der Kugeltasche in den Haken vom Abzugsschloss eingehängt werden konnte. Es reichte dann einfach aus, den Abzug zu betätigen, um den Haken zu lösen und das zuvor in die Tasche platzierte Geschoss anzutreiben


    https://www.battlemerchant.com…hnepper-balester-armbrust

  • Also, die Tennisball-Zwille aus meinem Bild ist in D ganz sicher ein verbotener Gegenstand, wegen der Armstütze. Sie wird auch nirgendwo in D angeboten.


    Ob ein "Slingbow" mit Armstütze ebenfalls illegal ist - keine Ahnung. Es gibt dazu weder Urteile noch BKA-Bescheide. Auf dem deutschen Markt werden solche Zwillen jedenfalls NICHT angeboten.


    Meine persönliche Einschätzung: Wenn es sich bei der Waffe insgesamt um einen Bogen handelt, der lediglich durch Gummi anstelle von federnden Wurfarmen betrieben wird, aber die typische Bogensehne aufweist, dann dürfte das keine Zwille sein. Ist es jedoch eine normale Zwille mit Armstützen, an die man lediglich ein anderes Band befestigt hat (mit einer Schnur für die Nocke anstelle einer Lederpouch) - dann ist das immer noch eine verbotene Zwille.


    Wir haben in letzter Zeit gesehen, dass das BKA zunehmend das "Erscheinungsbild" als Maßstab nimmt, nicht mehr die Zwecksbestimmung des Herstellers. Der "Massagestab" des bekannten Kaffeerösters wurde als Totschläger eingestuft, und die druckluftgetriebene Steambow-Excalibur als klassische Armbrust (nicht als Pfeilabschussgerät). Das ist eine recht neue Entwicklung.



    Ohne jetzt tiefer in Berechnungen o.ä. einzusteigen, fällt mir ergänzend gerade auch noch ein, dass man den obigen „Tennis Ball Crossbow“ auch als eine Art Kugelschnepper ansehen kann

    Die erste gezeigte Waffe aus dem OP ist NATÜRLICH rechtlich gesehen eine Armbrust. Sie verschießt bestimmungsgemäß feste Körper, ist muskelbetrieben und verfügt über eine Sperrvorrichtung.


    Beim Kugelschnepper haben die Konstrukteure natürlich alles richtig gemacht. Hier wurde kein schwerer Schlitten verwendet, sondern eine leichte Lederpouch. Diese Kugelschnepper waren jedoch recht schwach, wurde mit sehr leichter Mun verwendet. Einen schweren Tennisball (der wiegt in etwa so viel wie eine 24mm Stahlkugel) könnte das Ding nur in "Zeitlupe" verschießen.

  • Das sind ganz sicher keine Zwillen - sondern Bögen.


    Die wurden zumindest zweitweise auch in D angeboten. Fragt sich nur warum. Recht schlapp, kein Let-Of, größer als moderne Kompakt-Compounds (Gearhead T20, Liberty One) und ziemlich teuer.

  • Jetzt weiche ich selbst etwas vom eigenen Thread ab, aber bzgl. Schleudern mit Pfeilen habe ich folgendes noch eben finden können:


    Es gibt ja sonst auch diese „Punch-Beutel“ zum verschießen von Pfeilen mit einer Art Schleuder, auch wenn es hier eher ein Gummi-Sack ist.






    … und ansonsten „richtige“ Schleudern / Zwillen, mit denen man auch (oder zumindest durch einen kleinen / leichten Umbau) Pfeile verschießen kann.




    Edited 2 times, last by Delphin ().

  • Die schweren Schlitten wären verheerend, es sei denn, die Schüsse würden superlahm ausfallen. Ein Spitzen-Tennisspieler erreicht ca. 70 m/s Geschwindigkeit beim Aufschlag, das wäre zumindest mein Maßstab bei so einer Waffe. Das wäre dann ja auch die Geschwindigkeit des Schlittens bei diesen Dingern. Die Schlitten haben natürlich ein beträchtliches Eigengewicht und würden entweder - wenn vorhanden - mit hoher Energie gegen den Anschlag knallen, oder aber nach vorn durchschwingen und dann wieder zurückfedern. Sowohl beim Bogen als auch bei der Armbrust sind katastrophale Beschädigungen und sogar Verletzungen zu erwarten.

    Mmh, wie wäre es mit einem Schlitten aus Kunststoff, was würde der wiegen? Dazu zwei lange weiche Feder auf die beiden Rails vorne am Riser befestigt, dürfte den Schaden in Grenzen halten. Wo wir bei Bällen sind, ein Golfball wäre bei Gewicht/Querschnitt besser geeignet. Wiegt bei ~45 Gramm, die Dimples dürften aerodynamisch günstig sein. Würde ein Hop-Up was bringen?

  • Es gibt wirklich viele Pfeil-Zwillen, sowohl kommerziell als auch als Eigenbau. Die Zwillen-Foren sind voll von entsprechenden Berichten.


    Grundsätzlich gilt: Für Bögen ist Gummi als Antrieb nicht ideal, für Armbrüste ist es unbrauchbar. Lediglich für Harpunen kann man es verwenden.


    Bögen: Gummi hat keine Vorspannung, es sei denn, man verwendet eine riesige Verlängerung zur Front hin. Die Leistung eines Slingbows wird deshalb - bei gleichem Auszugsgewicht - immer sehr deutlich unter der Leistung eines herkömmlichen Bogens liegen. Wir reden hier von 150 fps, maximal 200.


    Armbrüste: Durch den Hysterese-Effekt verlieren gespannte Gummibänder schnell an Auszugsgewicht, beim Auskühlen. Dadurch sinkt der Treffpunkt laufend. Eine Schleuder muss man ausziehen und SOFORT schießen, sonst geht die Leistung verloren. Das ist bei einer Armbrust nicht akzeptabel.


    Harpunen: Hier sieht es anders aus, die Temperatur gleicht sich schnell der Wassertemperatur an und die Power bleibt weitgehend gleich. Noch dazu sind die Distanzen kurz (ca. 3 Meter max) und man verwendet überdimensionierte Bänder. Normale Wurfarme sind keine Option, wegen des hohen Widerstandes im Wasser. Die einzige Konkurrenz sind druckluftbetriebene Harpunen.