FWB102 optimale Einstellung

  • Hallo zusammen!
    Heute hatte ich mal wieder meine 102 am Wickel. Das Gerät hat eine neue Ventildichtung und nach dem Zusammenbau habe ich festgestellt, dass sie sich nach ca. jedem 3. Schuss nur schwer öffnen ließ, weil nicht alle Luft aus dem Kompressionszylinder verbraucht wurde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, das Problem anzugehen: Vorspannung des Hammers erhöhen oder den Hubraum der Pumpe verringern.


    Gesagt getan: mit der Stellschraube die v0 erhöht und nachgemessen: ab 155 m/s aufwärts (0,53g) beginnt die v0 um bis zu 5m/s zu schwanken. Vermutlich nicht so toll. Also die angesaugte Luftmenge verringert. Zwischendurch immer wieder den Chrony bemüht und aus 10-Schuss-Gruppen Messwerte generiert. Als Diabolos habe ich 0,45g und 0,53g jeweils im Kopfmaß 4,50mm von TopShot verwendet. Die leichteren sind aus der Spitzenlinie (blaue Dose, 9€), die schweren die günstige Produktion (silberne Dose, 5€). Die v0-Schraube habe ich wieder zurückgedreht und dann nicht mehr verändert.


    Einstellung 1 (mehr Hubraum):
    0,53g,
    Mittlere v0=147,03m/s,
    Delta min/max=2,4m/s,
    Varianz=0,53.


    0,45g,
    Mittlere v0=151,4m/s,
    Delta min/max=1,3m/s,
    Varianz=0,18.


    Einstellung 2 (weniger Hubraum):
    0,53g,
    Mittlere v0=146,3m/s,
    Delta min/max=1,5m/s,
    Varianz=0,29.


    0,45g,
    Mittlere v0=150,8m/s,
    Delta min/max=2,5m/s,
    Varianz=0,5.


    Interessant sind die Varianzen. Das ist ein Maß für die Streuung um den Mittelwert. Scheinbar gibt es für leichte und schwere Diabolos unterschiedliche optimale Luftmengen im Kompressionsraum. Während die v0 annähernd gleich bleibt, ändert sich die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Messwert und auch die Streuung um den Mittelwert ändert sich signifikant.


    0,53g,
    v0: 147 zu 146,3m/s,
    ∆: 2,4 zu 1,5m/s,
    Var.: 0,53 zu 0,29.


    0,45g,
    v0: 151,4 zu 150,8m/s,
    ∆: 1,3 zu 2,5m/s,
    Var.: 0,18 zu 0,5.


    In diesem Falle würde ich bei den leichteren Dias eher mehr Hubraum hernehmen und bei den schwereren eher weniger. Natürlich ist die ganze Betrachtung eher theoretischer Natur für Perfektionisten, meine PCP Wettkampfpistole (FWB P44) hat ein ∆ von 4m/s auf 10 Schuss. So gesehen arbeitet mein Vorkomprimierer wesentlich gleichmäßiger.


    Wie hoch ist eigentlich die v0 einer 102 im Originalzustand? Bei Targettalk findet man Werte von 480-500fps (146-152m/s), dort ist auch ein Scan einer Anleitung verlinkt in dem FWB 150m/s vorgibt. Leider wird nie klar, welche Diabolos verwendet werden. Ich lasse sie jetzt erstmal auf 146m/s.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Ich habe den Kolben nur sparsam gefettet. Ein Miniklecks drauf und mit dem Finger einmal rundum verteilt. Da ist eigentlich nichts drauf zu sehen.


    Vielleicht zu wenig Fett drauf? Läuft die evtl. zu trocken? Ich habe auch keine Vergleichswerte für die Justage. Streukreise schießen kann ich erst wenn der hiesige Verein wieder öffnet.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Wenig ist gut .
    Ich habs mal übertrieben bei einer 601.
    Da hat das Ventil auch nicht mehr passend geöffnet.

  • Ja. Stützring und Dichtung sind neu. Der Kolben ist noch der alte. Das mit der Restluft hab ich jetzt soweit hingekriegt. Passiert nur noch selten. Vorher war das nie ein Problem.


    Möglicherweise hat sie früher schleichend Luft verloren, so dass der Kompressionsraum zusätzlich zum Luftverbrauch für den Schuss entlastet wurde. Die alte Dichtung war verhärtet und bröselig, der Stützring aufgeblüht. Die beiden waren schon lange schleichend am Desintegrieren.


    Was sagen denn die anderen Besitzer einer 100-103? Habt ihr manchmal Restluft im Kompressionsraum?

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Interessant. Hast du deine schon mal gemessen? Möglicherweise muss ich die v0 nochmals feinjustieren.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Danke dir! Mit den leichten scheint es bei >150m/s ein Optimum zu geben. Dann öffnet dein Ventil auch länger.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Nun gibt es zwei Möglichkeiten, das Problem anzugehen: Vorspannung des Hammers erhöhen oder den Hubraum der Pumpe verringern.

    Moin,
    könntest du mal erklären, wie du den Hubraum der 102er verändert hast ... :?:


    Gruß Wolf

  • Denke mal, nicht über Hubraum, sonder wie bei der 60x er auch, über Öffnungszeit (Schlagbolzen/Schlagstück)..
    Geht allerdings nur in sehr begrenzten Umfang.

    Grüße

  • Hallo!
    Doch ich meine schon den Hubraum. Wenn der Spannhebel bis zum Endanschlag gezogen wird, dann wird am Kolben eine Art Mutter sichtbar. Wenn man die z.B. mit einem kleinen Innensechskant dreht, dann wird der Kolbenboden weiter heraus (mehr Hubraum) oder rein (weniger Hubraum) gedreht. Das klappt tatsächlich und beseitigt das Problem mit der Restluft in der Pumpe nach dem Schuss. Die Verstellung muss aber immer mit der Vorspannung des Schlagstückes harmonieren.


    Hier scheint bei 145m/s mit 0,45g Diabolos alles zu passen. Mit der Ventilöffnung an meiner scheint bei etwas über 151m/s mit leichten Dias alles zu passen. http://www.targettalk.org/viewtopic.php?t=59997&p=294206


    Ich hänge noch Bilder vom Kolben und von meinen Messungen an, dann könnt ihr die mit denen im Targettalk Thread vergleichen :)


    Es grüßt der Ottokar :^)

    Edited once, last by ottokar ().

  • Hallo!
    Doch ich meine schon den Hubraum. Wenn der Spannhebel bis zum Endanschlag gezogen wird, dann wird am Kolben eine Art Mutter sichtbar. Wenn man die z.B. mit einem kleinen Innensechskant dreht, dann wird der Kolbenboden weiter heraus (mehr Hubraum) oder rein (weniger Hubraum) gedreht. Das klappt tatsächlich und beseitigt das Problem mit der Restluft in der Pumpe nach dem Schuss. Die Verstellung muss aber immer mit der Vorspannung des Schlagstückes harmonieren.

    Manchmal ist auch der Wunsch Vater eines Gedanken ... :whistling:


    Die Mutter dient ausschließlich zum Einstellen/Spannen des Schlagstückes
    (nebenbei zum Öffnen der Ladeklappe),
    man kann die Mutter vor und zurück bis Anschlag verstellen,
    der Kolbenboden bewegt sich keinen mm.


    Bei einer falschen Einstellung der Mutter wird der Spannschieber
    für das Schlagstück als Anschlag/Hubbegrenzung
    für den Druckluftkolben mißbraucht, wodurch dann zwar weniger Luft
    komprimiert wird und sich vordergründig Erfolg einstellt,
    welcher aber zu einer Überlastung/Beschädigung
    der Spannelemente für das Schlagstück führen kann.


    Der Kolben der FWB 100-103 geht bauartbedingt immer auf Block,
    der Spannhebel ist als Kniegelenk ausgebildet
    und braucht den Anschlag am Zylinderboden zum verriegeln.
    Dieses verrieglungs-Gnubbeln ist ist beim öffnen/schließen
    des Spannhebel ohne Last (bei gedrücktem Abzug) deutlich spührbar.


    Gruß Wolf

  • Danke für den Hinweis. Jetzt bin ich noch viel mehr an der korrekten Grundeinstellung interessiert als zuvor. Ich möchte natürlich nicht, dass das gute Stück Schäden nimmt.


    Wird der Endanschlag nicht immer vom Spannschieber begrenzt? Egal auf welcher Position die Mutter sitzt? So dass über die Mutter praktisch nur der Öffnungswinkel und damit das Volumen der Pumpe beeinflusst wird? Bei meiner 102 ist es jetzt so, dass kurz vor dem Ende des Hebelweges zuerst die Ladeklappe aufspringt und dann unmittelbar vor Anschlag das Schlagstück gespannt wird.


    Wie wäre denn eine richtige Grundeinstellung vorzunehmen? Hast du eine 100/102 in einigermaßen Werkszustand, die wir durch den Chrony scheuchen können?


    Mir fehlen da sämtliche Anhaltspunkte. Im Netz findet man alle möglichen Messwerte zwischen 460fps und 510fps (140-155m/s). Ich hatte meine so lange geschossen, bis sie undicht wurde und bin dann für Wettkämpfe auf Pressluft umgestiegen. Jetzt möchte ich die 102 aber mglw. fürs Auflageschießen einsetzen, weil mir da das vorderlastige ganz gut liegt.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Hallo ottokar
    Ich hatte eine der ersten 100er und momentan die 103er,
    aber auch die hat schon einige Dichtungwechsel hinter sich.
    Ich persönlich halte ehrlich gesagt die Chronymessungen für unwichtig,
    solange es nicht um die Einhaltung der 7,5 J geht.


    Ein Servictechniker hat mir folgendes geraten:
    Schlagstück so weit spannen, bis keine Restluft mehr,
    dann halbe Umdr. zugeben als Sicherheit,
    mit Nagellack sichern und gut.


    Als Beisp. mal die KK Sportschützen,
    da werden Chargen auf Schußbilder getestet,
    aber du wirst keine Hinweise auf V-0 Messungen
    oder Kopfmaße der Geschosse finden.
    Aber die schießen liegend Freihand 600 von 600 mögliche Ringe.


    Gruß Wolf

  • Vielen Dank für alle Antworten. Die LP läuft wieder zufriedenstellend. Für die nachfolgenden Generationen schreibe ich mal, wie es weiterging: Ich konnte die 102 etwas länger schießen und....war nicht zufrieden. Im Schuss sah alles gut aus, aber auf der Scheibe übers ganze Schwarze verteilt. DIE Abweichungen hätte ich sehen müssen.


    Also die Mutter ungefähr wie hier Wie Feinwerkbau FWB 100 / 102 richtig schmieren / Dichtung wechseln ? und hier https://forum.guns.ru/forummessage/96/151628.html gezeigt eingestellt. In der Hoffnung, dass das so ungefähr die Werkseinstellung ist. Dann die v0 Schraube so justiert, dass keine Restluft mehr bleibt plus ein bisschen weiter gedreht. Danke für den Tipp.


    Wieder aus der Hand geschossen und sieh da: richtig schöne enge Gruppen. Ausreißer nur dann und dorthin wo das Korn stand als der Schuss brach. Anschließend hab ich 10 Schuss mit 0,53g durch den Chrony gemacht: 151,5 im Mittel. Der schnellste 152, der langsamste 150. Sie war wohl vorher zu langsam einstellt. Hier werden auch ca. 150m/s gemessen http://www.luftvapen.info/view…dc577829f7a24325&start=25


    Also mein Fazit: bei knapp über 150m/s scheint die Wohlfühlgeschwindigkeit für die 102 zu liegen. Wahnsinn, was 5m/s mehr aus der Hand geschossen ausmachen. Mal schauen, wie sie sich macht, wenn die Auflagewettkämpfe starten ^^

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Wahnsinn, was 5m/s mehr aus der Hand geschossen ausmachen. Mal schauen, wie sie sich macht, wenn die Auflagewettkämpfe starten ^^

    Danke für die Rückmeldung ... :thumbup:


    Allerdings sehe ich für dein Vorhaben ziemlich schwarz,
    die Auflageschützen sind momentan auf einem sehr hohen Level
    und es ist ein völlig anderes Schießen.
    Zudem mußt du dich ja durch den "Pumpvorgang"
    bei jedem Schuß neu einrichten.


    Ich habe mich mal von 2 Kollegen belatschern lassen Auflage zu schießen.
    Alle drei Liga erprobt und: ... Auflage, pahhh, da gewinnen wir doch locker.
    Lange Rede,... wir haben uns bis auf die Knochen blamiert,
    ist mit frei Hand überhaupt nicht vergleichbar (Kopfsache) ... ;(


    Gruß Wolf