Walther P 22 auf WBK im Schützenverein möglich?

  • Moin,


    ich habe eine Frage an die Sportschützen:
    Und zwar bin ich an der Walther P22 und allgemein am Schießsport interessiert. Nun haben die meisten (oder alle?) Schützenvereine jedoch immer diese KK-Pistolen oder Gewehre mit orthopädischem Griff etc. (ich sag mal kein "militärisches" Design), was ich neben Luftgewehr eher langweilig finde. Der örtliche Leiter sagte mir ich müsste dann zum Bund der Militär und Polzeischützen, wenn ich mit der P22 schießen wollte, aber deren nächster Stand ist zu weit weg.
    Kann man sich nach einem Jahr Mitgliedschaft im SV trotzdem z.B. besagte Waffe auf die WBK eintragen lassen, bzw. kommt es dabei nur auf das Kaliber oder wirklich die Waffe an sich für die jeweilige Disziplin an?


    Gruß

  • Laut Waffengesetz musst du zum Bedürfnisnachweis für den Erwerb 12x bzw. 18x mit einer erlaubnispflichtigen Waffe der beantragten Kategorie geschossen haben, also entweder Kurz- oder Langwaffe.
    ein genauer Typ ist nicht definiert, ebensowenig das Kaliber.
    Du müsstest in der Sportordnung deines Verbandes (ich schätze mal DSB) nachsehen, ob du mit der P22 deine Disziplin schiessen dürftest.
    Es zwingt dich keiner, eine Pistole zu kaufen, die von der Performance her mit den üblichen Verdächtigen mithalten kann, solange sie nach der Sportordung zugelassen ist.
    Wenn die P22 nicht zur Sportordnung passt, ist die Frage, was willst du mit einer Waffe, die du nicht schiessen kannst?
    Dann würde ich eher zur SSW- oder Airsoftversion greifen und mir für den Sport eine passende Waffe zulegen.


    P.S: Die zu erwerbende Waffe muss natürlich für die in Antrag genannte Disziplin zugelassen sein, sonst erwirbst du am Bedürfnis vorbei.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Neben dem BDMP gibt es auch noch den BDS da kannst du auch mal schauen, aber.... wenn du in deinem Verein glücklich bist und dir die Meinung anderer egal ist, schau doch in der Sportordnung des Verbandes nach dem dein Verein angehört. In der Sportordnung stehen die Spezifikationen die die Waffe haben muss damit du mit dieser in deinem Verband/ Verein schießen darf. Das dann einfach mit dem Datenblatt deiner Wunschwaffe vergleichen und Spaß haben.


    BDS und BDMP bieten sehr interessante KK Disziplinen da lohnt sich auch mal ne längere Fahrt zum Training/ Wettkampf.

  • Grundsätzlich kannst du eine Walther P22 auch auf einer WBK haben.
    In klassischen DSB Disziplinen (25m, einhändiger Anschlag, usw.) ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einer P22 allzu große Erfolge feiern wirst jedoch sehr gering...
    Bedingt durch den kurzen Lauf, die kurze Visierlinie, usw. KANNST du zwar halbwegs was damit auf 25m treffen, aber es ist jedoch deutlich schwerer als bspw. mit einer Walther GSP, FN Mod. 150 oder sonst einer richtigen Sportpistole.


    Korrigiert mich wenn ich falsch liege: Aber intuitiv würde ich behaupten, dass die P22 auch in der Disziplin 2.40 vom DSB (Sportpistole KK) geschossen werden darf?


    Ich habe es wie folgt gemacht: Meine Erstwaffe war eine klassische Sportpistole im Kaliber .22lfB. Mit der habe ich dann auch viel geschossen (u.a. auch Wettkämpfe). Danach habe ich mir eine Großkaliberpistole im Kaliber 9x19 gekauft. Bei den Großkaliberwaffen hast du was die Optik angeht viel größere Auswahlmöglichkeiten für deine Ansprüche. Mittlerweile habe ich mir zum günstigen Training aber auch das Wechselsystem für meine GK-Waffe gegönnt.
    Ausgehend von den Schiesskünsten in meinem aktuellen Verein, in welchem JEDER sofort mit GK anfangen kann, würde ich dir raten: fange wirklich mit KK an - auch wenn die Waffe vllt optisch nicht dein Ding ist, kaufe eine Sportpistole (du wirst sicher mehr Spaß damit haben, weil das Schiessen damit einfach besser funktioniert) - und wenn du irgendwann sagst, du beherrschst die KK jetzt richtig gut, würde ich mir eine GK-Pistole (ggf. auch mit Wechselsystem) kaufen, die dir optisch gefällt.


    Zusammenfassend:
    Du kannst dir alles in eine WBK eintragen lassen, wofür du ein Bedürfnis vom Verein & Verband bekommst. Das richtet sich nach Kaliber und Disziplin in Kombination. D.h. P22 -> 2.40 Sportpistole KK sollte gehen.
    In anderen Verbänden gibt es sicher auch entsprechende Disziplinen, nicht nur im BDMP

  • "Zugelassen sind hierfür Revolver und selbstladende Pistolen (halbautomatisch) mit einem Gesamtgewicht von maximal 1400 g und einem Abzugswiderstand von mindestens 1000 g. Die Gesamtabmessungen der Waffe muss so geartet sein, dass diese in einem Prüfkasten mit den Abmessungen 300 mm x 150 mm x 50 mm Platz findet. Die Lauflänge ist begrenzt auf 153 mm, die Visierlinie auf 220 mm. Es sind ausschließlich Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22lfb) zugelassen."


    Die P22 sollte nicht mehr als 1400g wiegen, sollte min. 1000g Abzugsgewicht haben (kann aber auch entsprechend optimiert werden), passt denke ich ohne nachzulesen in den Prüfkasten - wenn da sogar Prügel wie eine GSP reinpassen, hat nicht mehr als 153mm Lauf, nicht mehr als 220mm Visierlinie und verwendet das Kaliber .22lfb.


    Sollte also sogar im DSB passen :thumbsup:

  • Wenn die Waffen im Stil einer Walther GSP nicht zusagen, lohnt sich sonst vielleicht auch ein Blick auf die frühere Generation von Sportpistolen.
    Eine Hämmerli 208, S&W M41 oder Erma ESP 85 sind optisch deutlich näher an einer Gebrauchspistole wie der P22.
    Und die gibt es auch in Varianten ohne Formgriff.
    In neu wäre die Hämmerli Excesse einen Gedanken wert.
    Der Bonus wäre, man ist mit diesen Waffen einigermaßen konkurrenzfähig.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Eine für mich denkbare sportliche Disziplin, in der eine Waffe wie die P22 halbwegs Sinn macht, ist Fallscheibe beim BDS.


    Da muss man 5 Stahlplatten möglichst schnell auf 25 m umschießen. Das heißt, die Waffe muss nicht unbedingt Loch in Loch schießen, um da mitzumachen. Etwas Übung braucht es aber trotzdem, gerade bei einer Pistole mit recht kurzer Visierlinie wie der P22.


    Aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit, mit einem montierten Rotpunktvisier zu schießen.

  • "Zugelassen sind hierfür Revolver und selbstladende Pistolen (halbautomatisch) mit einem Gesamtgewicht von maximal 1400 g und einem Abzugswiderstand von mindestens 1000 g. Die Gesamtabmessungen der Waffe muss so geartet sein, dass diese in einem Prüfkasten mit den Abmessungen 300 mm x 150 mm x 50 mm Platz findet. Die Lauflänge ist begrenzt auf 153 mm, die Visierlinie auf 220 mm. Es sind ausschließlich Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22lfb) zugelassen."


    Die P22 sollte nicht mehr als 1400g wiegen, sollte min. 1000g Abzugsgewicht haben (kann aber auch entsprechend optimiert werden), passt denke ich ohne nachzulesen in den Prüfkasten - wenn da sogar Prügel wie eine GSP reinpassen, hat nicht mehr als 153mm Lauf, nicht mehr als 220mm Visierlinie und verwendet das Kaliber .22lfb.


    Sollte also sogar im DSB passen :thumbsup:

    Die Waffen sollen aber laut DSB Sportordnung nicht nur ein Mindestabzugsgewicht von 1.000g, sondern auch ein maximales Abzugsgewicht von 1.400g haben.
    Damit wäre die P22 leider raus. Walther gibt das Abzugsgewicht mit 1.800g im SA Modus und 4.900g im DA Modus an.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Die P22 ist eigentlich sportlich wenig geeignet. Alte KK Sportpistolen mit gescheitem Abzug gibt es für kleines Geld. Zum beispiel die Walther GSP.

    Geduld ist die Waffe des Gescheiten

  • Die Waffen sollen aber laut DSB Sportordnung nicht nur ein Mindestabzugsgewicht von 1.000g, sondern auch ein maximales Abzugsgewicht von 1.400g haben.Damit wäre die P22 leider raus. Walther gibt das Abzugsgewicht mit 1.800g im SA Modus und 4.900g im DA Modus an.

    Ok, das mit dem max. Abzugsgewicht habe ich dann überlesen. Aber ggf. gibt es ja auch Tuning-Kits mit deren Hilfe man das Abzugsgewicht senken kann. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass der Abzug einer P22 werksmäßig schon optimal passt. Aber das ist jetzt nur ins Blaue geraten.
    Meines Wissens nach ist das aber auch kein Grund die Waffe nicht für die Disziplin zu kaufen (also rein aus Antragssicht)


    Meine GK Waffe ist eine CZ Shadow 2 und mit ihrem Fiberglaskorn ist die auch nicht für die DSB Disziplin zugelassen für die ich sie beantragt habe. Genehmigt wurde sie ja trotzdem. Man muss dann eben - sollte man am Wettkampf teilnehmen wollen - das Korn austauschen. Somit sollte die P22 trotzdem über den DSB beantragbar sein, wenngleich nicht unbedingt im Wettkampf einsetzbar.