Werkstatt für VL Kentucky

  • Bei meiner Italy-PR-Kentucky gibts Probleme im Schloss. Ja gut, das Ding ist maximal mit zwanzig Schuss belastet worden, seitdem sie in meinem Besitz ist - und das ist auch schon über dreißig Jahre her. Das Gewehr selber ist noch viel älter, aber vormals nie geschossen worden, das war ein echter Kaminfund. Trotz Schmierung und Pflege gibt es allerdings Hakeleien.
    Gerade in letzter Zeit sind ja Anbieter und Rep-Shops für VL-Waffen komplett eingegangen, es gibt ja auch nur noch selten Neuwaffen und nicht mehr so inflationär wie vor, sagen wir, zwanzig Jahren, selbst in Shops, die das alles nicht im hauptsächlichen Programm haben. Ein paar Fabriktore in Spanien und Italien wurden geschlossen und das nicht erst seit Corona, VL ist ein bisschen tot.
    Daher meine Frage: kann mir jemand einen Büchsenmacher oder Shop empfehlen, wo auch noch Reparaturen ausgeführt werden?
    In meiner Region (Berlin/ Brandenburg) stößt das an unglaubliche Grenzen. Patronenwaffen können sie alle, mit VL haben sie nichts am Hut...

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    Waffen sind immer böse, Sex verwerflich und die Welt ist eine Scheibe... Ja nee, is klar

  • Es gibt ein paar Büchsenmacher, die VL reparieren und auch selbst überarbeiten oder bauen.
    Aber die sind regelmäßig überlastet und tun sich stellenweise schwer bei der Reparatur von solchen "Billignachbauten".
    Ein Schützenkollege hatte seinen VL mal bei Artax zur Reparatur und war eigentlich zufrieden.
    Mittlerweile mache ich viel selbst, dabei lernt man auch einiges über die Technik der Waffen.
    Geholfen hat mir dabei z.B. das Buch "Restaurieren von Vorderladerwaffen" von Peter H. Kunze.


    "Die Welt ist zu komplex für einfache Erklärungen!"

  • Frag doch mal beim "Sharps Doktor" an ob er dir helfen kann

    Guter Tipp, danke. Leider hat er derzeit sein Geschäft geschlossen wegen Krankheit usw, in diesen Zeiten hoffe ich mal, dass er uns erhalten bleibt. Es ist ja auch nicht so, dass ich meine Kentucky nun zum täglichen Hirsch- oder Scheibenschießen brauchen würde, aber ich möchte doch recht gern meine Kniften in einem vernünftigen Zustand erhalten. Daher also vielen Dank für die bereits erfolgten Meldungen. :) Möglicherweise schiebt sich ja da in absehbarer zeit etwas zusammen.

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  • Kannst du den Fehler bei ausgebautem Schloss lokalisieren?

    Das ist ja das komische an allem - ich bastle ziemlich viel und war auch schon bei komplizierteren Internals erfolgreich, ganz egal in welcher Sparte - aber bei diesem System mit gehärteter Feder und ein paar Mechanikgimmicks, was so einfach aussieht, streikt alles. Die Kentucky ist schon uralt, der italienische Hersteller PR (Pierino Ruschetta) scheint ja auch kein ganz schlechter gewesen zu sein, aber der Spannvorgang hakt mitunter, nicht immer, die erste Laderast wird nicht immer gehalten.
    Wenn ich das Schloss ausbaue, sehe ich dort hinein und ab und zu entfährt mir ein kleines Grunzen wie von einem bekannten Masttier vorm Uhrwerk. Ich kann dort keine Mängel erkennen und doch sind sie wohl da...

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  • ich hatte letztens das Phänomen, dass ein
    Teil vom Abzug etwas am Holz drückte

    Danke für diesen Hinweis, Pellet, genau daran lag es letztendlich auch bei mir. Vielleicht durch die langen Standzeiten/ Nichtbenutzung, aber irgendwas hatte sich da wohl im Holz getan und sei es nur im Mikrobereich.
    Also Schloss raus, die Schaft-Wandung in Richtung Abzug sehr leicht mit Dremel nachgearbeitet, Schloss gereinigt und neu gefettet - es funktioniert alles wieder wie ein Traum.
    So einfach kanns wohl sein und schön, dass es dieses Forum gibt. :thumbup:

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