Plinking und Western Action Shooting

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    • Plinking und Western Action Shooting

      Hallo an alle Forenmitglieder,
      ich möchte hier einmal ein neues Thema anschneiden.

      Man kann airsoft-Waffen nicht nur zum IPSC schießen, sondern auch prima zum Western Shooting einsetzen. Das wissen zum einen die eigenen Ohren zu danken ( sie müssen nicht die Großkaliber-Knallerei aushalten ) und man ist nicht unbedingt auf die wenigen Vereine mit ihren Schießständen angewiesen.
      Western Action Shooting ist eine offizielle Disziplin der amerikanischen Single Action Shooting Society ( SASS ) und wird bei uns in Deutschland vom Bund Deutscher Sportschützen ausgerichtet. Der Schütze verwendet dabei immer sowohl Kurz- als auch Langwaffen. Da die Schusswaffen damals im Wilden Westen einer sehr schnellen Entwicklung unterworfen waren sind Unterklassen eingerichtet worden:
      1870er ( die Zeit der Perkussionsrevolver )
      1880 ( periodisch korrekt )
      1890 ( die geringsten Einschränkungen )
      Bei diesen Klassen tritt der Schütze jeweils mit zwei Revolvern, einer Flinte und einer Büchse an. Das wäre für uns Airsoftler natürlich dumm, da hätten wir bei Single-Action-Revolvern ein richtiges Beschaffungsproblem. Zum Glück gibt aber es noch die Klasse 97-11 ( in den USA „wild bunch“ genannt ) Sie ist zeitlich von 1910 bis 1920 angesiedelt und wird bei uns meist mit der Flinte Winchester 97 ( oder Winchester M12 ) und einer Pistole Colt 1911 Government ausgetragen. ( Es kann aber auch mit einer Büchse geschossen werden ) Da haben wir natürlich die Auswahl.

      Ich persönlich setze eine Marui M870 als Ersatz für die Winchester M12 ein, als Pistole die Colt 1911 Government Vollmetall von WE. Eigentlich wird bei Western Action Shooting mit der Stoppuhr im Rücken geschossen, aber das sehe ich nicht so eng. Ich wohne in Kassel und habe in der Nähe eine legale Möglichkeit gefunden wo ich im Grünen schießen kann. Ich bin also nicht in eine Halle oder Schießbahn eingesperrt.
      Im Grunde ist dies die ideale Konstellation für alle Leute die gerne plinken, gern auf bewegliche Ziele schießen ( Kipphase, laufender Keiler, Pendelscheiben usw. ) die Natur schätzen, Romantiker sind, sich
      gern locker organisieren ( bis zu Vereinshassern ) und als Airsoftschützen das Militärische nicht mögen, ihren Mitmenschen nicht auf „den Pelz“ schießen wollen.

      Hat schon einmal jemand anders damit experimentiert?
      Gibt es weiteren Informationsbedarf?
      Schreibt mir bitte eure Meinung dazu.
      Falls jemand Interesse hat, hier im Raum Kassel mitzumachen, kann er sich gerne bei mir melden.

      Grüße
      Rodriguez

      ( Beim Western Action Shooting wählt der Schütze ein Western-Pseudonym unter dem er beim Turnier antritt. Meines ist Rodriguez el seco. )
    • Hallo Rodriguez!

      Die Idee finde ich persönlich sehr gut.
      Doch siehe AIPSC wird es sich nicht lohnen, es werden sich nicht genug Leute finden
      die mit machen.
      Hatte mir in der ersten Euphorie Ausrüstung für AiPSC geholt die nun ungenutzt herum
      liegt.
      Bei AIPSC sind dann die meisten auf scharfe Waffen umgestiegen, was bestimmt über
      kurz oder lang auch beim Western schießen so sein wird.
      Und ich glaube ein Großkaliberschütze wird sich nicht mit sogenannten Spielzeug
      abgeben.
      Ich würde mich freuen wenn sich irgendwas von dem durchsetzen würde, doch hier ist der
      Verband gefragt der sich aktiv einbringen müsste.

      Gruß Boris
      1. Weihrauch HW 40, Baikal MP 61
    • Hallo Boris,
      dieses Problem sehe ich auch.
      Western Action Shooting ist ja irgendwie auch Historie-IPSC.
      Du schneidest das Verhalten des BDS an, das ist mir in dieser Hinsicht rätselhaft. Normalerweise versucht doch jeder Sportverband Nachwuchs zu gewinnen. Von daher wäre es nur logisch für airsoft als „Einstiegsdroge“ heftig die Werbetrommel zu rühren. Western Action Shooting wird ja auch im Großkaliber nur auf relativ kurze Entfernung geschossen, mit airsoft durchaus zu bewältigen.
      Ich habe es oben im meinen Beitrag schon erwähnt: üblicherweise kauft sich der Westernschütze zwei Revolver, eine Flinte und eine Büchse. Wenn du sportlichen Ehrgeiz hast wirst du etwas hochwertiges kaufen und das noch zum Tuning geben müssen. Und dann die Munitionskosten! Welcher 18-Jährige kann das denn bezahlen? Da wird es recht übersichtlich. Mit airsoft könnte jeder anfangen den das interessiert. Man könnte ihm die nötige Sicherheitsausbildung zukommen lassen ohne das dem Ausbilder gleich immer der Schweiß auf der Stirn steht und dann kann er ja später auf Großkaliber umsteigen. Dagegen ist doch gar nichts einzuwenden. Aber vielleicht ist die Nachwuchsförderung ja gar nicht so interessant. Es entstände dann ja weitere, lästige Konkurrenz....
      Du solltest dich einmal umhören wie viele von denen die von AIPSC zu Großkaliber gewechselt sind heute noch IPSC schießen. Ein Arbeitskollege von mir, ein sehr engagierter und hochqualifizierter Sportschütze hat es mal eine Zeit lang gemacht. Er war es dann aber ziemlich schnell Leid.
      Du beklagst dich, das deine AIPSC-Ausrüstung nutzlos herumliegt. Sieh es mal so: du hast noch einen relativ geringen Schaden. Mein Arbeitskollege hat da einen ganz anderen Verlust gehabt.

      Boris, ich mache das nur zu meinem persönlichen Spaß. Siegerehrungen interessieren mich nicht. Ich habe früher einmal Bogen geschossen, das Geknalle von Kaliber 12 und .45 brauche ich nicht unbedingt. Diesen ständigen Tunnelblick in die Schießbahn kann ich auch entbehren. Ich habe jetzt wieder die Weite die ich früher beim Bogenschießen hatte – und ich habe Freiheit, sehr viel persönliche Freiheit.
      Wer ähnliche Bedürfnisse hat, dem kann mein Beitrag als Anregung dienen. Wer hier in der Region wohnt sollte wissen, dass diese Möglichkeit hier besteht.
      Ich fühle mich jedenfalls in meinem Winkelchen recht wohl und ich werde so weitermachen.

      Viel Spaß bei deinen Aktivitäten und beim Field Target ( fand ich auch sehr interessant ).

      Grüße
      Rodriguez

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rodriguez el seco ()

    • Hallo Rodriguez!

      Dem was du geschrieben hast stimme ich voll und ganz zu.
      Ich würde sofort mitmachen wenn ich in der Nähe wohnen würde.

      Field Target mache ich auch nur zum Spaß. Ich kann in dem Verein als
      Gastschütze mitschießen( auch wenn ich beruflich bedingt) nicht oft dazu komme.

      Ich würde ich mich freuen wenn mehr Softairaktivitäten vom Verband angeboten werden
      würden. Weil es kostengünstig ist und man sich selber dann nicht nur auf eine Sache beschränken muss.

      Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß, und vielleicht findet sich ja der ein oder andere Interessierte.

      Mach weiter so.

      Gruß Boris
      1. Weihrauch HW 40, Baikal MP 61
    • Hallo Wicasa,
      ganz abgesehen davon, das eine airsoft auch knallt – das Problem liegt ganz wo anders: du müsstest exakt detailgenaue nachbauten historischer Westernwaffen in KK kaufen können.
      Es genügt nicht, dass du einen Revolver besitzt. Der komplette Satz ( 2 Revolver, eine Büchse, eine Flinte ) ist vorgeschrieben. Was machst du mit der Flinte? Eine historische Westernflinte mit Hähnen(!) und dann noch in „KK“? Wo kannst du die kaufen? ( Nur bei wild bunch kommst du mit einer Colt 1911 Pistole und einer Winchester Repetiereflinte 97 oder M12 davon / eventuell noch eine Büchse. ) Wenn Westernshooting in anderen Kalibern angeboten würde, werden die Regel eine authentische historischen Visiere mit Sicherheit vorschreiben. Der Markt müsste solche Waffen überhaupt anbieten, die dann zum Wettkampf zugelassen werden.
      Wenn man sich die Option eines Umstiegs auf Großkaliber offen halten will, muss man sich auf exakte historischen Nachbauten und authentische Visiere einlassen. Heutige Waffen haben ein wesentlich verbessertes Absehen, das Zielen ist deutlich vereinfacht. Die historischen Visiere der Colt- und SW-Revolver aber auch der Colt 1911 Pistole sind eine ziemliche Erschwernis und verlangen Sportgeist.
      KK wäre für mich keine Alternative gewesen. Welche geeigneten Waffen hätte ich kaufen sollen? Noch viel wichtiger: wo hätte ich dann schießen können? Da wo ich aktuell schießen kann wäre KK nicht erlaubt!

      Grüße
      Rodriguez
    • Hallo,
      ich möchte doch noch einmal eine Ergänzung anfügen.
      Wicasa hatte ja übersehen, wie stark man beim Westernshooting in Bezug auf die Waffen reglementiert ist.

      Erst einmal ein Link zur Single Action Shooting Society:
      sassnet.com/About-What-is-SASS-001A.php

      Hier ein Link zur offiziellen deutschen Übersetzung der allgemeinen Regeln:
      sassnet.com/Downloads/Shooters…hVers19_2_2014_German.pdf

      Dann noch die offiziellen Regeln für 97-11 / wid bunch in deutsch:
      sassnet.com/Downloads/RO/WBAS%…0German%20Translation.pdf

      Wenn man diese Dokumente einsieht wird klar, dass ein Ausweichen auf andere Kaliber sehr schwierig ist. Bei airsoft ergeben sich die größten Probleme bei dem Versuch einen geeigneten Single-Action-Revolver für die klassischen Disziplinen zu beschaffen. Nur wild bunch ist aktuell in airsoft gut realisierbar.

      Ich hoffe das hilft bei der Einschätzung der Möglichkeiten.

      Grüße
      Rodriguez
    • Ein Vorteil der freien Waffen ist, das weder die Sportordnungskonformität noch "nur auf´m Stand, der fürs CAS (Cowboy Action Shooting) zugelassen ist" relevant sind.

      Beim hier erwähnten Fast Draw ist das noch krasser, da es wohl unter das Verbot des kampfmäßigen Schießens fällt. Die Amis machen das mit Platzpatronen oder Schlappladungen mit Wachsgeschossen auf Luftballons u.ä. . In Visier 05/2014 gabs dazu einen Artikel.

      So verkehrt ist wicasas Einwand nicht. Nen SAA, 1911er und ´nen Unterhebler gibts in KK. Nicht nur die Mun-kosten wären ein Vorteil, da dabei ja einiges durchgeht, sondern auch kein Streß mit der GK-Altersgrenze. Sonst bleibt nur die Querflinte ;)

      Klar, es ist eine Nischendisziplin und man sollte nicht darauf hoffen, das es genug junge Leute vom Computer weglockt, um eine komplette Sparte zu etablieren. Aber es würde die Möglichkeiten erweitern.

      Rodriguez, ich finde Deinen Ansatz gut. Ggf. mal gucken, was in Asien so auf dem Airsoftmarkt abgeht. Da gibts auch Softair Lever-Actions. Wenn man schon so nah an der Materie ist wie Du, ist der Weg über Verbringungserlaubnis und :F:-Stempeln zwar nervig, aber machbar. Du wärst nicht der erste, der sich sein spezielles Schätzchen privat importiert.

      Andreas
    • Hallo John Matrix und Andreas ,
      vielen Dank für eure Beiträge.

      Ein wichtiger Grund warum ich diese Diskussion losgetreten habe ist doch die Frage: wenn reines Pappe lochen zu langweilig ist, was für Alternativen gibt es für F-Waffen? Wenn ich vielleicht sowieso schon eine airsoft-Waffe habe?
      Westernschießen, oder ein daran angelehntes, wäre eine solche.

      Wenn man auf den Nervenkitzel des Großkalibers ( und die Akustik ) nicht verzichten mag, dann hindert einem doch absolut nichts dieses zu tun. ( Nur ist dafür waffen-online.de als Internet-Forum zuständig.) Bei F-Waffen über die wir ja hier diskutieren ist das natürlich immer ein Kompromiss. Es ist eine Anregung, der Einzelne muss immer für sich selbst entscheiden ob für ihn die Vorteile oder Nachteile überwiegen. Wie aus informierten Kreisen verlautet, sollen Großkaliberschützen zu vorgerückter Stunde und unter Alkoholeinfluss immer wieder einmal zugegen haben, sehr wohl auch airsoft-Waffen (für Übungen zu Hause) zu besitzen.

      Was das Westernschießen bei uns angeht ist die Situation doch so: der BDS hat vom SASS eine Lizenz erhalten diese Disziplin in Deutschland auszurichten ([url]http://www.bdsnet.de/westernschiessen.html[/url] und bds-western-schiessen.de/). Der SASS ist der bestimmende Dachverband. Da die Amerikaner z.B. auch auf Silhouetten schießen dürfen ergeben sich für uns natürlich Abweichungen. Großkaliberschützen nehmen oft auch an Turnieren in unseren Nachbarländern teil. Die SASS-Regeln sind daher, was die Bestimmungen über erlaubte und verbotene Waffendetails angeht, nun einmal das Maß der Dinge. Der SASS hat eine eigene Unter-Site für "wild bunch" ( sassnet.com/wildbunch/ ). Der BDS hatte bis vor kurzem unter www.bds-western-schiessen.de noch Informationen dazu, die jetzt aber nicht mehr auffindbar sind. Auch die Informationen im Standard-Regelwerk sind völlig unzureichend. Wie ihr gesehen habt, gibt es dafür aber beim SASS ein eigenes umfangreiches Regelwerk ( auch in deutscher Übersetzung ). Vielleicht will der BDS "97-11 / wild bunch" zurückfahren? Wer sich für diesen speziellen Unterwettbewerb interessiert kann sich nur am SASS orientieren. ( Für die ganz Wilden gibt es bei denen auch noch eine Untergruppe Westernschießen zu Pferd )

      Wenn "wild bunch" vom BDS ausgehungert wird kann man es vielleicht in Zukunft sowie so nur noch als airsoft-Spaß-Schütze ausüben. Die Frage ist ohnehin, wie eng will man sich z.B. als Airsoftschütze an die Großkaliber-Regel halten? Wer airsoft nur als Einstieg für einen späteren Umstieg auf Großkaliber sieht wird sich vermutlich so genau wie möglich daran halten. Wer das lediglich zum persönlichen Spaß-Schießen betreibt mag es locker sehen. Die amerikanischen Regeln kann man durchaus kritisch diskutieren, ich habe da auch meine private Meinung dazu. Ein Cowboy hätte vermutlich entweder nur eine Kurzwaffe oder nur eine Kurz- und eine Langwaffe dabei gehabt. Wäre ein Pionier neben seinem Revolver gleichzeitig mit zwei Gewehren herumgelaufen? ( Büchse und Flinte? Über jede Schulter eine? Vielleicht mal in Einzelfällen am Sattel! ) Warum darf man sich nicht zu Revolver/Pistole oder Büchse oder Flinte einzeln anmelden, sondern muss alles zwingend im Paket schießen? Dem Airsoftschützen ergeben sich hier ganz andere Freiräume.

      Wenn der örtliche Schützenvereins-Vorsitzende vielleicht den vollen Kotau erwartet, dann kann das Ausweichen auf ein airsoft- paintball-Gelände eine Alternative sein.

      Wir können hier anregen, wir werden gerne weitere Vorschläge sammeln, aber der einzelne Forenteilnehmer hat glücklicherweise das Privileg eine eigene Entscheidung zu treffen. Es kann immer nur eine subjektive Entscheidung des Einzelnen sein. Er wird Entscheiden ob ihm so etwas vielleicht nicht gefällt oder wenn doch, wie er es im Detail machen wird. Wir haben das selbstverständlich zu akzeptieren, das sollten wir uns immer bewusst machen.

      Grüße
      Rodriguez

      PS: Vielleicht fürchten sich auch die Schützenkönige zu sehr vor dem wilden Haufen.
      Es gibt da ganz ganz böse Buben :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rodriguez el seco ()

    • Die Informationen über 97/11 sind nach wie vor auf der Seite des BDS
      bds-western-schiessen.de/html/sidematch_97-11.htm
      Auch wird 97/11 vom BDS nicht ausgehungert, der BDS forciert 97/11 wie kaum ein anderer Verband in Europa.

      Das was ich verlinkt habe ist nicht das Standardsporthandbuch sondern das SHB Teil Westernschießen, hier nochmal:
      bdsnet.de/downloads/shb_western_06.09.2010.pdf
      Du wirst diverse Unterschiede in den Regeln finden, gerade bei 97/11 hält sich der BDS wesentlich näher an diese Zeit und die Regeln sind somit strenger.
    • Hallo John,
      genau diese Seite habe ich vermisst. Wenn sich jemand auf bds-western-schiessen.de informieren will, der weiß aber doch zunächst einmal gar nichts davon. Wie kommt der dort hin, wo ist das Link dazu? Es gibt 1870, 1880 und 1890 als Link aber nirgendwo ein Hinweis auf Sidematch. Jedenfalls gab es das früher und jetzt kann ich es nicht mehr finden und jemand anders wohl auch nicht. Man müsste auf der Seite "Was ist eigentlich Westernschießen" wieder ein Link einbauen.

      Weiterhin schneidest du ein ganz gefährliches Thema an: wer hält sich näher an die jeweilige Zeit.

      Ich muss jetzt hier einen Einschub machen.
      Auch wenn ich seit längeren in einem anderen Bereich arbeite, eigentlich bin ich von meiner ursprünglichen Ausbildung her Filmregisseur. Ich habe daher, was die Westernklischees angeht und die Mythen die die Filmindustrie etabliert hat, ein tiefes Insider-Wissen.
      Aus diesem Grund wollte ich auch unbedingt wissen, wie sich die damalige Realität wirklich darstellte und habe intensive historisch Studien betrieben und alles authentische Fotomaterial gesichtet, das ich in die Finger bekommen konnte ( und ich habe eine Menge aufspüren können ). Ich habe also auch ein fundiertes historisches Wissen.

      Das gesamte Westernschießen ist sehr stark von Filmklischees durchsetzt, was man ja durchaus akzeptieren kann wenn die Leute nur dazu stehen. Schließlich haben sie ja ihren Spaß dabei. Ich möchte daher an alle Parteien appellieren das Thema "wer hält sich näher an die jeweilige Zeit" zu meiden und sich da nicht aus dem Fenster zu lehnen. Es führt nur zu Grabenkriegen die eigentlich niemanden etwas nützen. Die Stages des Westernshootings sind Filmszenen, aber die Realität war eine andere. Ich möchte mal an einigen Stichpunkten klarmachen wie heikel das Terrain ist:

      Die amerikanische Bevölkerung war gar nicht in diesem Ausmaß bewaffnet und statistisch auch mit anderen Schwerpunkten ( Die Masse Schrotflinten! Erst nach 1900 setzte der riesige Verkaufsboom der Schusswaffen ein. ) Der Cowboy verdiente, wenn er sehr gut war einen Dollar am Tag, er hätte sich dieses Waffenarsenal gar nicht leisten können. Die Waffen die hier protegiert oder sogar vorgeschrieben werden sind die klassischen Kino-Waffen. Wo sind denn die großkalibrigen Büffelgewehre? Die Armeegewehre? Zwei Revolver machten bei Perkussionswaffen wirklich Sinn, später bei Patronenrevolvern war es die absolute Ausnahme. Das Problem des authentischen Westernpioniers war es in Wirklichkeit bewegliche Ziele zu treffen. Wyatt Earp soll in einem Interview die Frage woran man einen guten gunfighter erkenne so beantwortet haben: das er nicht wild in der Gegend herum ballert, sondern die Nerven behält und gescheit zielt. Die wilde Ballerei hat sich damals offensichtlich nicht bewährt. Wenn man sich also bei 1890 an das tatsächlich überwiegend Übliche gehalten hätte, dann hätte der Schütze nur einen Revolver. Dann gehörte aber das Nachladen des Revolvers zum festen Bestandteil und das bedeutet eines: wer mit dem heiß geliebten Peacemaker unter diesen Umständen bei 1890 antritt hat schon verloren bevor es losgeht. Eine Chance hätte nur ein Schütze mit einen S&W 3 Schofield, nicht umsonst war er auch der bevorzugte Revolver von Earp. Um das zu vermeiden musste das Nachladen des Revolvers umgangen werden. Also hatte jeder Cowboy plötzlich zwei Revolver. Einerseits propagiert man die Waffen müssten zu dem Zeitfenster passen, aber andere Waffen die ebenso authentisch wären werden unterdrückt. Damit man bei wild bunch weiter mit der Winchesterbüchse schießen kann, dürfen plötzlich Gewehre nur bis 1899 eingesetzt werden ( nur Röhrenmagazin, nur Außenhahn) obwohl das Zeitfenster für wild bunch eigentlich 1900/10 bis 1920 ist. Es soll also mit Gewalt wieder die Winchester durchgeboxt werden. Das Mauser G-98 Gewehr das in Mexiko im großen Mengen eingesetzt wurde ist natürlich nicht erlaubt, obwohl es das ja schon im 1890-Fenster gab. Revolver wurden nach wie vor eingesetzt, Pistolen gibt es diverse andere und teilweise bereits im 1890-Fenster neben und vor der Colt 1911 ( Mauser C 96, Luger Parabellum, FN Browning usw. ) Die Winchester 97 Flinte war innerhalb von wild bunch eigentlich schon eine veraltete Waffe und wurde von der Winchester Modell 1912 abgelöst. usw, usw.... Das ließe sich jetzt noch stundenlang fortsetzen.

      Wie man sieht, man stößt auf Ungereimtheiten und Inkonsequenzen ohne Ende. Es geht doch ganz klar darum mit den legendären Filmwaffen, dem Colt Peacemaker, dem Winchester 73 Gewehr und der Colt 1911 schießen zu können und dann wird die Geschichte halt etwas zurecht gebogen. Ich rate daher dringend, werft euch das nicht gegenseitig vor. Da kommt keiner ungeschoren davon. Die Leute wollen halt die alten Mythen hochhalten, etwas Western-Filmromantik leben und dann in den Sonnenuntergang reiten. Verdammt noch mal, dann lasst sie doch. ( Wenn sie euch auch lassen )

      Grüße
      Rodriguez
    • Hallo John,
      Pardon, das mit der "verschwundenen Seite" war mein Fehler!
      Ich hatte in meinem Browser die Skripte deaktiviert und deshalb wurde bei mir oben die Menüleiste nicht angezeigt.
      Dadurch schien es keine Verlinkung zu geben. Mit eingeschaltetem Skript funktioniert das alles.

      Mein Nörgeln war daher völlig unbegründet, tut mir Leid.
      Grüße
      Rodriguez

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rodriguez el seco ()

    • Hey Cowboys,
      dieser Thread ist zwar schon 2 Jahre alt, aber ich habe die Diskussion jetzt erst gefunden und finde Sie noch immer interessant.

      Zu meiner Geschichte:
      Wir hatten vor kurzem eine Wild West Motto Party. Vor der Party hatte ich an Waffen nicht wirklich Interesse. Als kleiner Bengel war ich zwar im Schützenverein und schoss auch mit KK und konnte auch Erfahrungen im Umgang mit Waffen sammeln aber dazu später mehr... wie auch immer. Ich freute mich auf die Wild West wie ein kleines Kind, weil ich mal wieder Cowboy sein durfte :). Ich versuchte die Kleidungsstücke so zu wählen, dass ich wie ein Cowboy aus den guten alten Westernfilmen aussah, nicht unbedingt authentisch wie es wirklich mal war.

      Während ich nach einem Dekorevolver für mein Holster suchte, traf ich nichtsahnend auf einen billigen Plastikrevolver mit Federstoß, der kleine Plastikkugeln verschoß. Dann kam mir der Einfall: "Dosenschießen! Just for fun. Das könnte auf der Party ein großer Spaß werden."

      Ich wurde neugierig und durchforstete das Netz und BÄM!, da war es um mich geschehen.

      Der Umarex Colt Single Action

      Wow, was für ein Replika! Den musste ich haben! Damit würde ich mich ganz sicher wir ein Cowboy fühlen und jeder andere, der damit schießen darf, auch. Also kaufte ich mir den Colt.

      Aus der Idee mit dem Dosenschießen wurde am Rande der Party ein richtiges Event mit Dosenschießen und einem Wettbewerb mit "aus der Hüfte schießen", auf Zielscheiben. Nach der anschließenden Punktewertung erfolgte die Kür zur "Legend of the Wild West" mit einer originellen Trophäe.
      Alle machten mit und hatten dabei einen riesigen Spaß. Mir persönlich ging es dabei nicht nur um dem Spaß, sondern auch um die Sicherheit, mal so am Rande erwähnt ;). Ich war schließlich für die Sicherheit aller Personen verantwortlich.

      Nun ist die Party gelaufen und ich bin in meinem Herzen bin ich trotzdem noch ein Cowboy. Die nächste Anschaffung ist bereits ebenfalls geplant:

      Walther Lever Action ;)

      Gut, dachte ich mir. Was machst du dann damit? Der Colt und die Lever Action kommen schön geschmückt in die Vitrine. Ab und zu mal zuhause etwas plinking. Das füllt mich aber noch nicht so aus.

      Nach wildem gesurfe im Netz stieß ich auf den nächsten Knaller:

      Western schießen bzw. Cowboy Action Shooting.

      "Schießen unter Gleichgesinnten mit antiken Waffen, dass ist es!", dachte ich mir. Ich recherchierte und wurde enttäuscht. Western schießen mit Co2... Fehlanzeige! :( Da wird nur mit den richtigen Bollermännern geschossen.

      Heute stieß ich auf den Eintrag von Rodriguez, der mit seiner Vorstellung "Western schießen mit Luftdruckwaffen" versucht hat was zu bewegen.

      Würde es in meiner Nähe einen Verein geben, der Western schießen für Luftdruckwaffen ausübt, dann hätte ich mich bereits angeschlossen. Nach langen suchen finde ich aber nichts.

      Jetzt gehts mir glaube ich ähnlich wie Rodriguez. Ich suche etwas, wofür es kein Angebot gibt und ja, ich wäre sogar bereit etwas zu erschaffen.
      Ich fühle mich mit meiner Denkweise irgendwie alleine auf diesem Planten und stelle mir die Frage:

      Hat Western schießen mit co2 überhaupt eine Daseinsberechtigung?

      Hat irgendwer Neuigkeiten zu diesen Thema oder hat sich in den zwei vergangenen Jahren nichts geändert?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Markossos ()

    • Ich finde es auch toll...

      Wobei man das auch mit IPSC verbinden kann..
      Die Japaner machen das auch mit Colt & Co... Da geht es ja um Zeit, was beim Action Shooting auch der Fall ist..

      Ich selber schieße in meiner Freizeit und in meinem Verein IPSC mit Airsoft und CO2..
      Habe eine Heckler & Koch HK45 und eine Tokyo Marui Hi-Capa 5.1..
      Die TM ist aber unschlagbar..sie wurde mit nem 6" 6.01 PDI Lauf versehen inkl. Gummi..Alu-Schlitten, 150% Recoil-Spring und Hammer-Spring..Damit treffe ich auf 10-15 Meter immernoch alles um die 5-10cm problemlos..
      Im Luftdruck-Bereich gibt es nicht so ein qualitativ brauchbares Waffenangebot, ich denke daher gibt es auch kaum Anhänger in dem Bereich..

      Im Verein bin ich damit alleine, aber keiner stört sich dort dran wenn ich auf der 25 oder 50m Range meine Ziele aufstelle und mit Timer & Holster los lege..
      Das geht auch mit nem Colt..
      Die verdienen Geld mit meiner Anwesenheit und bin auch Mitglied seit einem Jahr..

      Einfach mal in den nächsten Verein gehen..mal nachfragen ob die dir dort so ne Möglichkeit einräumen würden..
      Leider sind hier alle immer sehr weit verstreut..ich wäre sofort mit dabei, aber wir wohnen alle zu weit auseinander..

      Einfach mal selber in Facebook nen Aufruf machen..Leute bitten, diesen zu teilen..Da kommt dann vielleicht noch der eine oder andere zusammen..

      LG Michi
    • Mittlerweile gab es im BDS übrigens eine relativ umfangreiche Regeländerung im Westernschießen, das Regelwerk entspricht nun weitestgehend der SASS.
      Auch bei 97/11 Wild Bunch wird nun ebenfalls nach SASS Regeln geschossen, es kam somit zur 1911er und 97er noch die Rifle dazu.
      Mein Link führt mittlerweile ins leere, hier das die aktuelle Sportordnung:
      bdsnet.de/downloads/bds_spo_western_13-10-2016.pdf
    • Bei Western Action Shooting muß ich sofort an Bill Munden denken. :)

      youtube.com/watch?v=XsU5AMxvlKg

      youtube.com/watch?v=iZD-A3utGlI

      Gruß Play.
      Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW77, HW40, HW 75), Zoraki: (914, 918, R1), Colt (1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: (586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Hatsan: (Hercules, Carnivores), Diana: (D75, Chaser), Excalibur (Exomax, Matrix Mega405, Bulldog400).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von the_playstation ()

    • :D Ja, Bill Munden ist schon ein Knaller. Vor allem der Doppelschuss... unglaublich

      Auch sehr empfehlenswert Wert: Howard Darby

      https://youtu.be/c0PmzI6BEzg

      https://youtu.be/eOfr6hU5fic


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    • Meiner Meinung nach hat der 1911er wenig mit dem Thema "Western" zu tun.

      Die wohl besten und brauchbarsten co2 Repliken origineller Wild West Guns sind wahrscheinlich

      der Umarex Colt Single Action Army

      und

      Das Umarex Walther Lever Action (Winchester 1894)

      In dieser Kombination könnte man bei einem Western Action Shooting sicherlich schon spass haben ;)

      Folgende Repliken habe ich noch gefunden:

      Revolver:
      HWS Remington 1858 New Model Army
      http://airsoftgunreviews79.blogspot.de/2013/06/hws-remington-1858-new-model-army.html?m=1

      Crosman Model 1861 Shilo (Remington Model 1861 Army Revolver)
      http://www.co2airguns.net/collection/Crosman%201861%20Shilo/index.htm

      Schofield #3 Vintage CO2 BB Revolver
      http://www.sportsmansguide.com/product/index/schofield-3-vintage-co2-bb-revolver-177-caliber?a=2049598

      Gewehre
      A&K GSG WINCHESTER M1892
      https://www.shoot-club.de/AK-GSG-Winchester-M1892-Holzschaft-Softair-NBB-Gewehr.htm?websale8=shoot-club&pi=16470

      Dong San KTW M1873
      http://www.redwolfairsoft.com/redwolf/airsoft/Classic_Rifles_K_T_W_KTW_Winchester_M1873_Randall.htm

      Daisy Model 1894
      http://www.muzzle.de/N3/Druckluft/Daisy_1894__Spittin__Image_-_W/daisy_1894__spittin__image_-_w.html


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