Old fashioned Brünieren mit Anstreichbrünierung

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    • Old fashioned Brünieren mit Anstreichbrünierung

      Weiter geht es mit der Bergmann-Restaurierung.
      Zum Brünieren:
      Das heute übliche Heißbrünieren ist erst in den 1920ern/1930ern aufgekommen. Bis dahin wurde die Anstreich- oder Ankochbrünierung benutzt, die auch heute noch für weichgelötete Flinten-Läufe Anwendung findet, da die Laugen der Heißbrünierungen das Lötzinn wegfressen.
      Ich nutze in diesem Fall als Rostbeschleuniger Trioxydin der Firma Triebel. Eigentlich geht alles, was das Rosten von Stahl beschleunigt inklusive Energydrinks, Katzenpixxe, Salzsäure, gebrauchte Platinenätzlösung etc., die Nachbarskatze war aber unwillig und das Trioxydin war grade zufällig zur Hand.
      Vorbereitung: ENTFETTEN!!!!!!!!!!!!
      Ich spüle kräftig mit Bremsenreiniger und reibe dann noch einmal mit Aceton ab (die Sauerei mit Schlämmkalkbrei spare ich mir im Regelfall)
      Einstreichen: Mache ich gern mit sogenannten Applikatoren, da verbraucht man nur Tropfen.
    • Nachdem alles schön ordentlich verrostet war, bin ich ab in die Küche.
      Wenn es nicht Quickanddirty sein soll, bräuchte man jetzt ein Becken mit kochendem Wasser. Notfalls geht aber auch das Vorheizen mit dem heißen Leitungswasser und zwei laaaangsame Güsse aus dem Wasserkocher. (Wer es ganz richtig machen möchte, nimmt destilliertes Wasser)
      Siehe da, der braune Rost geht in Richtung schwarz...
    • Dann folgt das „Kratzen“. Mit ner alten Jeans, 0000-Stahlwolle oder einer Drahtbürste mit 0,1mm-Draht (gibt es im Juwelier-Bedarf) kommt der schwarze Belag runter. Für den ersten Durchgang sieht das schon richtig gut aus. Ich werde aber noch einen zweiten Durchgang machen. Also wieder entfetten, einstreichen, Rosten lassen, kochen, kratzen...
    • Nach dem Überbrühen, nach dem Kratzen, geölt und eingebaut.
      Wenn das noch schwärzer und gleichmäßiger sein soll: Einfach noch zwei, drei Durchgänge machen...
      So, wie es ist, passt es jetzt für mich und vor allem zum Zustand des Holzes...da war nicht mehr raus zu holen.
      Viel Spaß beim nachkochen. :D
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    • Sieht gut aus!
      Kannst du was zu den Kosten für das Trioxydin sagen?
      Online kann ich dazu leider nix finden.
      Und wie steht es mit der Widerstandsfähigkeit, verglichen mit Heissbrünierung und einfacher Kaltbrünierung?
    • Ich hab das Zeug vor etlichen Jahren bei Triebel-Guntools gekauft. Die haben das aber nicht mehr im Programm, das läuft jetzt wohl hier rüber: shot-flon.de/14.html
      Generell lässt sich aber alles verwenden, was Rost beschleunigt.
      Die Widerstandsfähigkeit ist größer als Heissbrünierung. Von der Schwarzmachpampe Kaltbrünierung schweigen wir mal lieber...
    • Shot Flon hatte ich gefunden, hat nur leider keine Preisinfos auf der Seite.
      Ich hoffe mal, dass das kein schlechtes Vorzeichen ist und frage mal den Preis an.
      Muss die alte Brünierung eigentlich runter oder könnte ich die bestehende Brünierung einfach auffrischen?
      Ich hab da noch ein, zwei Dinge rumliegen, wo ich mich evtl. mal dran wagen möchte...