Feinwerkbau P70 (Alu)

  • Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen mit der FWB P70 mit dem Aluminiumschaft einbringen.
    Das P70 mit dem roten Aluschaft


    http://www.feinwerkbau.de/details/img/g603ra.jpg


    Die blaue Ausführung speziell für Auflageschützen. Man beachte die verlängerte Visierschiene, die gerade Handauflage sowie Schaftbacke und -kappe


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    Die FT-Version schießt mit 15 bis 20 Joule und sieht mit dem ZF richtig schön nach Zuhälterknarre aus ;)


    http://www.feinwerkbau.de/img/aktuell2207/field%20target.jpg


    Natürlich kann das System auch mit dem normalen Holzschaft verwendet werden und eine Version für Jungschützen existiert ebenfalls.


    Das Gewehr wird mit zwei bedienungsanleitungen (System P70 und Aluminiumschaft), Werkzeug, einer Tube Gleitfett, mit einer silbernen Pressluftkartusche für 200 bar, einem Füllstück für Pressluftflaschen, einer Ablassschraube und zwei einfachen Klarsichtkornen geliefert.


    Das System P70 wird der Schlagbolzen mit Hilfe eines Spannschiebers gespannt, den man einfach bis zum Anschlag in Laufrichtung schiebt. Daraufhin öffnet sich eine Klappe und man kann den Schieber zurückschnellen lassen. Man schiebt wie gewohnt ein Diabolo in den Lauf, schließt die Kammer und das Gewehr ist schussbereit.


    Für den Abzug gibt es zwei Montageschienen, eine links und eine rechts. Nach Belieben kann man auf ihnen den Züngel nach vorn oder hinten verschieben und ihn nach beiden Seiten hin bis ca. 90° drehen. Sollte die Längsverstellung des Züngels nicht ausreichen, so kann man den Hinterschaft um 10mm nach hinten versetzen. Mit zwei Rädelringen lassen sich Vorzugs- und Druckpunktgewicht jederzeit anpassen, eine separate Schraube bestimmt den Gewichtsbereich für den Druckpunkt. Die Bereiche werden mit 30 - 90 und 60 - 150 Gramm definiert. Wer möchte, kann den Abzug des P70 auch als Direktabzug einstellen. Der Züngel ist horizontal geriffelt und vermittelt ein gutes Abzugsgefühl.


    Die Handauflage wird an der Multifunktionsschiene angebracht und kann bis zu 7°(?) nach links oder rechts geschwenkt werden. Das soll das Verkanten der Waffe erleichtern. Als Sonderzubehör sind eine kurze Handauflage für das Dreistellungsschießen und ein Auflageschaft erhältlich. Deren Montage geschieht auf dieselbe Weise wie beim normalen Unterschaft.
    Anders als bei den Schäften von Anschütz, Hämmerli oder Walther lässt sich der Griff des FWB-Aluschaftes nicht weiter drehen, schwenken oder verschieben. Aber auch so liegt die Waffe mit dem Griff angenehm in der Hand. Vielleicht will man den glatten Schichtholzgriff nachträglich Punzieren, um ihn etwas griffiger zu gestalten.


    Die Aluminium-Schaftkappe ist, anders als die ältere Gummikappe von Feinwerkbau, eckig. Beim normalen Holzschaft ist das Hinterteil der Kappe aus Plastik und lässt an sich keine Verstellmöglichkeiten zu, was das Gefühl im Anschlag negativ beeinflussen kann. Beim Aluschaft hingegen kann man den Spannbereich (leider nicht stufenlos) verändern. Die ganze Kappe lässt sich nach links und rechts neigen und um die Hochachse schwenken. Außerdem kann man sie nach links und rechts versetzen.
    Die Verstelleinrichtung der Schaftkappe erlaubt das Schwenken nach oben oder unten und mit einem angenehm großen Stellrad lässt sie sich aus- oder einfahren.
    Leider hat man die Höhenverstellung der Schaftbacke nicht so elegant gelöst. Hierfür muss man zwei Inbusschrauben lösen und die Backe herausziehen.
    Die Kappe selbts lässt sich nach links und rechts verschieben, nach links, rechts, vorn und hinten kippen und verdrehen.


    Den Diopter kann man auf seiner Schiene einige Zentimeter zum Auge heran und von ihm weg verschieben. Hier muss man aber aufpassen, dass man ihn nicht zu weit nach vorn bewegt, denn dann kann sich die Kammer nicht vollständig öffnen.


    Hat man den Schaft erst einmal an die eigenen Bedürfnisse angepasst, so macht sich die Treffergenauigkeit von Feinwerkbau bemerkbar (wobei ich zugeben muss, noch nie mit Anschütz, Walther oder Hämmerli geschossen zu haben).
    Die Umgewöhnung vom Holzschaft der Vereinsgewehre 603 ist recht groß, aber umso dankbarer bin ich für die Nachladeprozedur einer Pressluftwaffe und das ganz besonders im kniedenden oder liegenden Anschlag.
    Der blaue Aluminiumschaft macht optisch ungemein was her, bietet allerdings nicht viel Platz für die Afkleber der Waffenkontrolle vor Wettkämpfen.
    Inzwischen habe ich ein Ringkorn Centra Vario Swing und ein 100g-Laufgewicht nachgerüstet. Das zusätzliche Gewicht war nötig, weil die Waffe bei mir ständig nach oben verzogen hat. Das sollte allerdings mit meinem Anschlag zusammenhängen, denn eine Freundin hat mit demselben Gewehr keine derartigen Probleme.


    Für ~ ¤ 1600 habe ich meine erste eigene Waffe mit reichlich Potential gefunden. Hier und da könnte man etwas verbessern ( vielleicht die Contact II Schaftkappe von MEC verwenden), aber im großen und Ganzen ist das FWB P70 Alu ein Top-Gewehr.

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