Pps43 Deko

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  • So, das Abi ist fast rum, jetzt ist endlich Zeit mein Versprechen gegenüber Sgt Elias einzulösen und ein paar Deko-Testberichte zu schreiben. :n17:
    Dies ist mein erster Testbericht, also bitte verzeiht mir eventuelle Ungereimtheiten als Anfängerfehler.

    Zunächst stelle ich mal die kleine aber feine PPS 43(Pistolet Pulemjot Sudajeva 1943) vor.

    Mit eingeklappter Schulterstütze:



    Mit ausgeklappter Schulterstütze:


    Ich habe das schöne Stück mitsamt dem abgebildeten Zubehör - weiterhin lagen Putzutensilien und Kleinteile(Auszieher, etc.) bei - günstig bei eGun erstanden.

    Geschichte:
    Doch bevor ich das schöne Stück näher beschreibe etwas zur Geschichte:
    Generell kann man sagen dass die Sowjets nach einer einfacheren, schnelleren und günstigeren Herstellungsvariante für Maschinenpistolen suchten. Zwar war bereits die PPD40 1941 durch die deutlich unkompliziertere und günstigere PPSh41 abgelöst worden, jedoch wurde der Bedarf an Maschinenpistolen durch den Einmarsch deutscher Truppen seit Sommer 1941 immer dringlicher.

    Ab September 1941 wurde Leningrad fast 3 Jahre lang von deutschen Truppen belagert und ausgehundert, dass heißt es konnten nur dünne Nachschublieferungen über den Ladogasee gebracht werden. In dieser prekären Situation entstanden die ersten Pläne für die PPS43, einer kleinen und leichten Maschinenpistole, sowohl in Fertigung als auch in Handhabung und Wartung. Durch die Anwendung von Stanz und Prägetechniken mussten lediglich noch die Verschlüsse und Läufe gefräst beziehungsweise gedreht werden. Insgesamt wurde der Arbeitsaufwand - verglichen mit der PPSh41 - um bis zu 50% verringert. Auch wurden statt einem Holzschaft eine klappbare Schulterstütze und Kunststoffgriffschalen verwendet. Die Maschinenpistole wurde gleich nach der Entwicklung an die am Stadtrand kämpfenden Truppen ausgegeben und erwies sich glücklicherweise sofort als funktionstüchtig und einsatzfähig. So konnte die PPS43 nun in großen Stückzahlen direkt in den Leningrader Fabriken hergestellt und sofort an die Soldaten ausgegeben werden. (*)

    Nachdem sich der deutsche Griff um Leningrad langsam lockerte wurde die gesamte rote Armee ungefähr 1943 mit der PPS43 ausgestattet, jedoch wurde sie nie in so großen Stückzahlen gebaut, dass sie als kompletter Ersatz für die PPSh41 in Frage gekommen wäre.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die PPS43 auch von weiteren Mitgliedsstaaten des Warschauer Pakts gebaut.


    Aufbau/Funktionsweise:
    Wie gesagt ist die PPS43 noch simpler aufgebaut als die PPSh41, dass heißt es gibt keinen Feuerwahlhebel (folglich schießt die Waffe nur Dauerfeuer). Auch gibt es für die PPS43 keine Trommelmagazine, da diese nicht so komfortabel und zuverlässig waren wie Stangenmagazine.


    Zerlegen:
    Die Waffe wird auch mit wenigen Handgriffen zerlegt. Man entriegelt die obere Gehäusehälfte durch Drücken der Halterung (siehe Pfeil) hinten über dem Pistolengriff. Nun kann man die obere Gehäusehälfte abschwenken und den Verschluss daraus entnehmen.



    Sicherung:
    Die Sicherung ist simpel aber effektiv; ein einfaches flaches Metallstück (nicht sehr fingerfreundlich wenn man nicht über ausreichend Hornhaut verfügt ;-), erstens wegen der dünnen kantigen Form, zweitens ist sie recht schwergängig) von dem sich lediglich eine kleine Nut abhebt, die den Abzug sperrt. Die Waffe kann sowohl mit gespanntem Verschluss (1), als auch entspannt (2) gesichert werden, wobei jeweils der Verschluss und der Abzug gesperrt werden.

    Gespannter, ungesicherter/feuerbereiter Zustand:


    (1) Gespannter, gesicherter Zustand:


    (2) Entspannter, gesicherter Zustand:



    Visier:
    Das Visier ist im Gegensatz zu den geläufigsten PPSh41-Ausführungen verstellbar. Die 20 steht vermutlich für 200 Meter, klappt man es um steht eine 10 vermutlich für 100 Meter, jedoch kann ich das aus keiner Quelle belegen. Durch den roten Pfeil und die rote Ellipse wollte ich den Arretierungsknopf, der für das Wiedereinklappen der Schulterstütze nötig ist hervorheben, jedoch sieht man ihn jetzt wahrscheinlich noch schlechter. Bei dem Gesamtansichtsbild mit ausgeklappter Schulterstütze kann man ihn besser sehen.



    Stempel/Markings:
    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich hierzu nichts sagen kann, außer dass es sich bei der Waffe um eine Nachkriegsfertigung von 1955 handelt. Ob jetzt die 53 eine Bezeichnung für ein neues PPS43 Modell oder die Nummer einer Waffenfabrik ist kann ich ebenfalls nicht sagen. Der KM-5879 Stempel befindet sich auch auf dem Verschluss (siehe unten). Also falls sich jemand mit den Bestempelungen auskennt könnt ihr mir ja Bescheid sagen, dann kann ich das noch überarbeiten.
    *AKTUALISIERUNG*

    Haenel Hanni wrote:

    Es handelt sich um eine polnische Fertigung, und so wie ich das richtig verstanden habe aus der Waffenfabrik in Lodz. - bei Lodz bin ich mir aber nicht sicher, aber auf jeden Fall stammt sie aus Polen.




    Deaktivierungsmaßnahmen:
    Die Deaktivierungsmaßnahmen sind bei Dekowaffen meist von großem Interesse, also möchte ich detailiert und bilderreich auf die Umbaumaßnahmen eingehen. Was ich noch extra erwähnen muss - da ich es nicht fotografiert habe - ist, dass das Patronenlager zugegossen/verschweißt ist.

    Der Verschluss ist um 45° abgeschliffen und somit nicht mehr nutzbar, außerdem ist der Auszieher hier nicht angebaut (er lag aber als Zubehör bei).


    Der Lauf ist im hinteren Drittel unten sechsfach, kalibergroß durchgebohrt und vorne - nahe der Mündung - verstiftet.


    Dekos brauchen keine Rautennummer, besonders nicht vom Beschussamt (Köln: Kronenwappen). Glücklicherweise kommt es in Deutschland hauptsächlich auf die Korrektheit der Umbaumaßnahmen an und diese sind hier erfreulicherweise gegeben.




    Abschließend kann ich sagen, dass ich die PPS43 aufgrund ihrer Geschichte höchst interessant finde, die sich ja in der Bauweise unmittelbar niederschlägt. Während der Belagerung von Leningrad entwickelt, ist die Bauweise weit nicht so komofortabel wie beispielsweise bei der PPSh41, sondern deutlich an die eingeschränkten Nachschubverhältnisse der belagerten Stadt angepasst; dass heißt hier überwiegt Sparsamkeit gegenüber Bedienerfreundlichkeit.
    Und was gibt es Beeindruckenderes als eine Maschinenpistole die schon fast direkt an der Front entwickelt und sogleich in die Schlacht geworfen wurde?

    Grüße aus Franken
    Paul_Baeumer

    (*)Quelle: John Weeks: II. Weltkrieg - Handfeuerwaffen, S. 113f, Orbis Publishing Limited, London 1979
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