1250 Dominator vs. Röhm Desperado

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  • 1250 Dominator vs. Röhm Desperado

    Ich habe vor dem Kauf beider Luftgewehre viel hier im Forum recherchiert welche Waffe ich mir denn nun kaufen soll. Da es kaum Vergleiche zwischen Pressluft- und CO2 Gewehren gibt, ist dieser Vergleich der beiden Gewehre bestimmt als Grundlage für eine Kaufentscheidung für Viele von Interesse.

    Bei einem Bekannten bin ich wieder in Berührung mit dem Luftgewehrschießen gekommen. Sein Vater hatte eine HW35 Anfang der 70er gekauft und die Waffe ist seit dem nicht mehr benutzt worden. Wir haben mit dem guten Stück viel Spaß gehabt und das Alter ist dem alten Stutzen, der ja so auch neu erhältlich ist, nicht anzumerken. Wohl noch richtig deutsche Wertarbeit.

    Dies war der Einstieg für mich, ein Luftgewehr anzuschaffen. Für mich waren aber zwei Punkte in der Erfahrung mit der HW35 klar geworden.

    1. Es muß ein Gewehr ohne diesen Hammer Prellschlag der HW 35 sein
    2. Es muß ein Mehrlader sein


    Bild 1: Die Desperado mit dem großen ZF

    Gekauft habe ich deswegen die Röhm Desperado. Wie im Forum empfohlen habe ich die Desperado „nackt“ gekauft und mir ein Zielfernrohr „meiner“ Wahl, sowie den Schalldämpfer von Röhm dazubestellt.

    Meine Einschätzung zur Desperado:

    Im Forum wurde schon gesagt: „ist die aber klein“ und das ist vorteilhaft! Armstütze und Schalldämpfer abgeschraubt und das gute Stück passt mit allem drum und dran in einen „Standard Werkzeugalukoffer“. Das ist wirklich von Vorteil wenn man die Waffe transportieren möchte. Man läuft nicht mit einem riesen Koffer durch die Gegend (oder man holt sich den passenden Gitarrenkoffer?) und alles passt auch bequem in jeden Kofferraum.

    Die Qualität der Röhm ist hinlänglich beschrieben worden und ich kann das nur unterstreichen, was die Schießleistung angeht.
    Super ist auch die individuell einstellbare Schulterstütze. Damit sind gleich bleibende „Auge-Optik“ Einstellungen möglich.



    Bild 2 Verstellbare Schulterstütze und Schaftbacke der Desperado

    Aber wo so viel Licht ist, ist auch Schatten. Und diesen Schatten hätte ich nicht ohne die Dominator gesehen. Wichtig bei allen folgende Anmerkungen: Die Desperado ist in meinen Augen eine sehr tolle Waffe mit der jeder sehr viel Spaß haben kann.

    Der Schalldämpfer der Röhm ist mit ca. 65-70 Euro ziemlich teuer, und dämpft nicht so richtig. Das liegt meines Erachtens an zwei Gründen.
    1. Der Auslass des Schalldämpfers ist ziemlich groß und ich frage mich ob es da systembedingte Gründe gibt, den „Durchlass“ so groß zu halten
    2. Systembedingt geht bestimmt viel Druck und damit Lärm am Magazin vorbei. Das System transportiert die Diabolos „nur“ vor das Ventil, hier gibt es kein „geschlossenes“ System wie bei der Dominator.

    Ein weiteres „Problem“ stellt das Magazin oder die Diabolos dar. Entweder gibt es entsprechende Fertigungsdifferenzen bei den Diabolos oder bei den Magazinen. Beim Einlegen des Magazins fällt dann entweder ein Diabolo raus oder sie verkannten sich. Das kommt bei mir bei fast jedem zweiten Magazin vor. Ich werde auf alle Fälle auch mal die Diabolos wechseln.


    Ich finde auch den Sicherungshebel nicht optimal. Der Sperrschieber ist hakelig und rutsch sofort von Magazinwechsel über Sicherung auf Feuern durch. Dass könnte bestimmt besser gelöst werden aber hierzu gibt es ja in den Foren auch unterschiedliche Meinungen.

    Angenehm ist der Spannhebel der mit dem linken Zeigefinger schön durchgezogen werden kann.

    Was mir allerdings schon mehrfach passiert ist, ist das sich ungewollt ein Schuß gelöst hat, weil die Röhm keinen geschlossenen Schutz für den Abzug hat. Nach dem Spannen unvorsichtig am Abzug vorbeigekommen und der Diabolo ist raus. Das verlangt einen umsichtigen Umgang!

    Aber der Abzug ist ansonsten wirklich toll. Guter Druckpunkt und das trägt bei mir zum exakteren Schußbild bei. Sehr gut gelöst bei der Röhm.

    Was ich ebenfalls nicht besonders gut gelöst finde, ist der Anstechmechanismus der CO2 Patrone.
    Da kommt zunächst da Gefühl einer Pump-Action auf. Die 12 g. CO2 Patrone in die solide Überhülse und dann in die Öffnung unter den Lauf geschoben. Der „Repetierspanner“ fixiert die Patrone im ersten Schritt. Im Forum wurde vom einfachen Anstechen der Patrone gesprochen, ich habe beim ersten mal die halbe Patrone leer gemacht und muß immer mit den mitgelieferten Inbusschlüsseln nachhelfen. Da könnte eine bessere Lösung den positiven Gesamteindruck der Desperado für mich noch mal verbessern.

    Zentrales Defizit für mich ist das Druckmittel 12 Gramm CO2 Patrone. Die Waffe musste nach jedem Zusammenbauen neu eingeschossen werden (Zielfernrohr blieb dran) und dafür habe ich dann doch so 2-3 Magazine benötigt. Ab dem 7. Magazin leidet der Druck gewaltig und das 8. Magazin kann eigentlich nur noch zum Druckablassen verwendet werden.
    Hierfür habe ich mal ein Trefferbild eingefügt.



    Bild 3: Schußbild eine 12 Gramm CO2 Patrone mit der Desperado und mit eingeschossenem ZF, wie man sieht ist das 8. Magazin nicht mehr „zielgerichtet“ zu verschießen.

    Aber das ist ja auch ziemlich genau das, was Röhm für die Schußleistung einer CO2 Patrone angibt, hätte ich also auch vorher wissen können! Aber das hat mir nicht gereicht und mich ziemlich angenervt.

    Das war für mich der Beweggrund eine Druckluftwaffe anzuschaffen.

    Nach kurzem hin und her habe ich mich für eine Dominator entschieden. Zu klären war dann nur noch in welchen Set. Hierbei habe ich mich dann für die Field Target Version entschieden Wegen des Fernglases und dem zusätzlichen Schalldämpfer. In dieser Kombination habe ich das Luftgewehr nicht preiswerter gefunden.

    Super der Koffer, damit hat das Luftgewehr immer seinen richtigen Platz und kann auch gut transportiert werden. Aber die Waffe ist ja um einiges größer als die Desperado und im Kombi muß man bestimmt die Rücksitzbank umlegen um die 160 cm unterzubringen. Also nicht „ist die aber klein“ sondern „man ist die lang“. Der Vorteil auf alle Fälle! Ich habe jetzt einen Koffer in den alles rein passt!



    Bild 4: Der mit gelieferte Koffer der Dominator, genügend Platz auch für die „kleine“ Desperado.

    Die Verarbeitung ist hinlänglich beschrieben worden, viel Plastik, aber die Dominator liegt alles in allem gut in der Hand.

    Das FT-Zielfernrohr ist auch schon in den Foren kritisiert worden. Schwergängig, wackelig, qualitativ nicht so gut….?

    Ich habe zwischen Verstellrad und ZF etwas Plastik gelegt und das wackelige ist weg. Die Frage ist ja wie viel muß man sonst für so ein ZF mit 8-32 Vergrößerung in „guter“ Qualität bezahlen? Ich habe an dem mitgelieferten ZF Spaß! Das Zielen bekommt jetzt eine ganz neue Dimension und jeder Herzschlag lässt das Fadenkreuz beim Zielen hin- und herspringen.

    Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich die ZF’s inzwischen gewechselt. Für mich war in der gelieferten Konstellation bei der Dominator das Zielen sehr schwierig. Das ZF ist wegen seiner Bauhöhe sehr hoch über dem Lauf. Ich habe die verstellbaren Schaftbacken der Desperado vermisst. Der Kopf kann sich nicht anlegen und die „Auge Optik“ Position könnte ich so nicht mehr richtig wiederholen. Zusätzlich könnte der Schaft, in Kombination mit dem mitgelieferten FT-ZF, für mich länger sein, weiter nach vorne konnte ich das ZF nicht mehr verstellen.



    Bild 5: Die Dominator mit dem „kleinen“ ZF

    Also in dieser Kombination war das für mich nicht das Optimum und eigentlich unpraktikabel. Mit dem anderen, hier montiertem ZF hat sich dies aber verändert. An der Desperado kommt das große ZF gut zur Geltung und mit der verstellbaren Schaftbacke geht das für mich sehr gut. Dort ist das FT ZF jetzt perfekt.

    Der Schalldämpfer der Dominator reduziert den Schuß wirklich gut. Das Schlagen des Ventils ist bald lauter und der Einschlag des Diabolos ebenfalls. Im Vergleich zur Desperado ist das subjektiv sehr viel leiser. Der leisere Schuß ist aber bestimmt auch Systembedingt bei der Dominator. Der „Druckluftdorn“ schiebt den Diabolo beim Repetieren in den Lauf. Hier entweicht keine/wenig Luft und der längere Lauf soll ja auch dämpfend wirken.

    Den Sicherungshebel fínde ich persönlich angenehm, ein unbeabsichtigtes Lösen des Schusses wird auf ein Minimum reduziert.

    Die Repetierfunktion ist vielleicht auch nicht jedermanns Sache. Mein Kumpel (der mit der HW 35) hat prompt zwei Mal repetiert. Wie schon in den Foren beschrieben ist ein Diabolo dann beim lösen mit einer Kunststoffstange aus dem Lauf ins Gehäuse gefallen. Also für alle die einen Diabolo aus dem Lauf rausholen müssen, aufgepasst! Der Diabolo im Gehäuse ist glücklicherweise rausgekommen und hat sich nicht irgendwo verirrt, so dass keine längeren Arbeiten notwendig geworden wären. Danach hat mein Kollege den Repetierhebel nur noch ängstlich hin und her geschoben und hat nur noch Probleme gehabt. Anschließend wollte er nur noch mit der Desperado schießen ……

    Die Magazine der Dominator sind angenehm leicht zu befüllen und die Diabolos rasten gut in die Sicherung ein. Das wirkt hier besser gelöst.

    Der Abzug der Dominator ist ja auch schon beschrieben worden und das Tuning kann sich wohl bemerkbar machen. Das ist bestimmt ein Punkt der hier nicht so gut gelöst ist und für mich das Schußbild verschlechtert.

    Der Vorteil liegt aber meines Erachtens im Treibmittel Druckluft. Die Druckluftkartusche wird ja nicht leer geschossen und mit wenigen Pumpzügen wird die Kartusche aufgefüllt, wenn ein mal Druck aufgebaut worden ist. Das reicht immer locker für 10-15 Magazine, also genau was ich will und der Druck bleibt gleichmäßig

    Zum Vergleich hier mal Schußbilder mt der HW35, der Desperado und der Dominator von den Schützen T und U, aufgelegt geschossen auf 15 Meter.




    Bild 6: Schußbild HW 35 mit ZF 4-fach



    Bild 7: Schußbild der Dominator mit ZF 4-fach




    Bild 8: Schußbild Desperado mit ZF 8-32-fach


    Fazit:
    Rückblickend ist das Konzept Druckluftwaffe (ein mal pro Woche zehn Magazine schießen) für mich das bessere. Gleichmäßiger Druck und Unabhängigkeit von ständig zu kaufende Treibmitteln sind für mich hier der Ausschlag. Schlagen aber natürlich mit höheren Anfangsinvestitionen zu Buche Der Sniper-Look und das verstellbare Konzept der Röhm sprechen mich aber vom Aussehen und von der Anpassungsfähigkeit mehr an und der Abzug scheint für mich das bessere Schußbild zu liefern. Allerdings sind hier die CO2 Patronen für meine angestrebte Schußanzahl nicht das richtige und der Schalldämpfer könnte für das Geld besser sein. Wie die Schußbilder zeigen, sind aber beide Waffen exakter zu schießen als die gute alte HW 35.

    Zur Zeit überarbeite ich die Dominator zu einem Sniper-Look. Bilder hiervon werde ich dann auch zur Verfügung stellen.
    Bilder
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