Schert nicht alle über einen Kamm, nicht jeder Verein ist so.
Hätte man mich vor Zehn Jahren gefragt, hätte ich auch gesagt, nie im Leben den Aufwand für die WBK und den Quatsch mit der Brauchtumspflege.
Und ich hatte die ganze Zeit einen Verein quasi fast vor der Haustür, wo es eben keinen Zwang in irgendeine Richtung gibt. Du kannst an der Brauchtumspflege teilnehmen, du musst es aber nicht. Dir werden Wettkämpfe und Lehrgänge angeboten, wenn du das aber nicht möchtest nimmt dir das keiner übel.
So sehr ich mich auch davor gesträubt habe, das Miteinander und der Zusammenhalt den ich dann dort erlebte, hat mein Denken verändert. Nun bin ich aktiv in mehreren Disziplinen, bin Uniformträger, war letztes Jahr Schützenkönig und Vereinsmeister, hab die Sachkunde und Standaufsicht abgeschlossen, helfe im Verein wo ich kann. Zusammen mit meiner Frau waren wir die ersten Schützen in der damals neuen Bogensparte, sie vertritt jetzt sogar die Bogenschützen im Vorstand. Das alles hätte ich sicher nicht unter Zwang gemacht. Der Verein hat mir einfach so viel gegeben, dass ich etwas zurückgeben möchte. Ich hab auch nach kurzer Zeit schon einen eigenen Schlüssel bekommen und kann hinfahren wann immer ich möchte. Zwei Minuten Fahrt und ich bin da. Ein Traum. Das Vereinsheim mit Küche, Tanzsaal, Bühne, Tresen usw. darf ich für Familienfeste nutzen. Ich hab mir vorher alles autodidaktisch erarbeitet. Die Tipps die ich dort beim Training bekam haben mich in einem Bruchteil der Zeit zehn mal weiter gebracht.
Vielleicht habe ich mächtig Glück mit dem Verein. Aber irgendwo wird es noch andere geben die auch so sind.
Natürlich kenne ich auch Vereine in der Gegend, in denen Hardliner den Ton angeben und regelmäßig junge Mitglieder vergraulen. Aber die werden dann halt irgendwann weg sein. Moderne und Brauchtum schließen sich nicht gegenseitig aus. Aus dem Zwang muss nur eine Option werden. Dann schreckt es auch niemanden mehr ab.
