Guten Morgen zusammen,
nochmal kurz zur Erinnerung weshalb ich mich seinerzeit hier angemeldet habe: Meine Frau hatte mir zum Geburtstag ein Luftgewehr geschenkt, das sie nach der Optik und nach dem Preis ausgesucht hatte. Und tatsächlich hat mir das Gewehr - eine Ruger Black Hawk mit einer 4 x 32 Zielfernrohr zunächst gut gefallen. Bis ich die ersten Schüsse abgegeben habe und bemerken konnte, dass daran (für mich) so einiges nicht stimmte.
1. Das kleine Zielfernrohr ließ sich für mich in der 11mm Schwalbenschwanz-Führung nicht weit genug nach hinten montieren, so dass ich den Kopf nach vorne recken und eine verkrampfte Haltung einnehmen musste um das Absehen im vollen Kreis sehen zu können. Zwischenzeitlich habe ich ein anderes Glas mit Hilfe eines Adapters von 11mm auf 20mm weiter hinten montier, so dass es jetzt für mich passt. Die höhere Position des Glases hat noch einen weiteren Vorteil: Ich sehe das Korn der Waffe nicht mehr verschwommen im Zielfernrohr.

Das Zweite Unangenehme was mir aufgefallen ist, war der minimale Kriechweg ab dem Druckpunkt und das enorm hohe Abzugsgewicht. Ich habe das nicht gemessen, schätze das Gewicht am Züngen um den Schuß auszulösen auf etwa 2kg - 2,3kg. Für meinen Geschmack macht es die Handhabung der Waffe zwar sicher, für ruhiges und gleichmäßiges Abziehen und einen sauberen Schuss (aus meiner Sicht) jedoch ungeeignet.
Um zu schauen ob ich daran etwas ändern kann, habe ich das Gewehr wie gesagt ausgeschäftet. Dazu mussten die beiden Schrauben links und rechts am Schaft herausgeschraubt und samt den darunter sich befindenden Zahnscheiben entnommen werden. Die dritte Schraube unmittelbar vor dem Abzugsbügel (sh.Foto) muss nur gelöst aber nicht ganz herausgeschraubt werden, sie kann im Schaft verbleiben. Die kleine Bohrung in der Unterseite des Abzugsbügels dient dazu die Schraube zur Einstellung des Abzugsweges zu erreichen.

Nach dem Ausschäften zeigte sich dann folgendes Bild, dieses mit dem serienmäßig mitgelieferten Glas:

Man erkennt am Schloss, direkt hinter dem Abzugszüngel, eine kräftige Druckfeder mit einer Länge von ca. 15mm und einer Drahtstärke von 0,7mm. Beim Betätigen des Abzugs muss diese gegen erheblichen Federwiderstand zusammengedrückt werden um den Schuss auszulösen.

Meine Befürchtung, um diese Feder (die ich von Fotos eines DIANA-Abzuges in ähnlicher Anordnung bereits kannte) austauschen zu können das Schloss zerlegen zu müssen hat sich nicht bestätigt. Fasst man diese Feder an einer der oberen Windungen mit einer Spitzzange, kann man sie nach unten drücken und seitlich ohne Probleme entnehmen:

Auf dem nächsten Foto sieht man warum die Entnahme so leicht möglich ist: Oben sitzt die Feder nur in einer tellerartigen Vertiefung, einer Aussparung ohne Führungsdorn. Es ist also ein Leichtes hier eine Feder gleicher Abmessung mit nur 0,5mm..., 0,4mm..., 0,3mm Drahtstärke usw. einzusetzen und dadurch das Abzugsgewicht nach Wunsch in gewissem Umfang zu verringern. Solche Federn habe ich bestellt, sie sind aus Asien auf dem Weg zu mir, aber...
...ich überlege ersthaft die Feder ganz wegzulassen

Was ist nun die Folge wenn man diese Feder weglässt...?
- im nicht gespannten Zustand "schlackert" das Abzugszüngel auf dem Abzugsweg nun vor und zurück, da keine Feder es von oben nach vorne drückt. Dies ließ sich bei mir minimieren, indem ich den Vorzugsweg fast auf null gedreht habe. Der Vorzugsweg zwischen Ruhestellung und Druckpunkt beträgt jetzt nur noch etwa 1mm.
- im gespannten Zustand "schlackert" das Abzugszüngel nicht mehr vor und zurück, so dass das Weglassen der Feder vor oder bei der Schussabgabe keinen Nachteil mehr darstellt.
Dann ist mir noch etwas aufgefallen: das gesamte Schloss hat so weit ich es erkennen konnte noch nie einen Tropfen Öl oder ein anderes Schmiermittel gesehen. Es scheint so zu sein, dass da tatsächlich trockenes Metall auf Metall läuft. Eigentlich unverzeihlich wenn ihr mich fragt...
Also habe ich beschlossen das zu ändern. Aber wie, ohne das Schloss zerlegen zu müssen...? Der Zufall ist mir dann ein wenig zu Hilfe gekommen. Einer der drei Stifte, die quer durch den Kasten des Schlossen führen, vorn der untere, klemmte nicht gut in seiner Führung und ist mir beim Umdrehen der Waffe herausgefallen. Damit fiel auch das Abzugszüngel heraus..., das durch wieder Einsetzen des Züngels in den Kasten und Einschieben des Stiftes schnell in Ordnung gebracht werden konnte.
Aber bei entferntem Züngel konnte ich von unten die Innereien des Schlosses besser sehen und Spalten zwischen Schlosskasten und innerer Mechanik erkennen. Dies brachte mich auf eine Idee: Mit Druck in das gesamte Schloss Silikonöl einzubringen um damit die gesamte innere Mechanik gängiger zu machen, und den Überschuss mit Druckluft wieder herauszublasen. Was dabei herausgekommen ist berichte ich dann im nächsten Beitrag.
Zuvor möchte ich mich aber nochmal ganz herzlich für eure Hilfestellung und für eure Geduld bedanken. Zu einem früheren Zeitpunkt habe ich mich schlicht nicht getraut das Ganze in Angriff zu nehmen...
Viele Grüße: Wolfgang