Posts by JMBFan

    Wobei es auf anderen Seiten auch mit 4cm angegeben wird.




    Ich hab den BKA-Bescheid jetzt nicht gelesen.
    Bezieht sich der darauf, daß das Ding keine Waffe ist, oder daß das Ding keinen Vorschriften wie z.B. führverbot nach §42a unterliegt?

    Hab's an meinem Exemplar nachgemessen. Länge der geschärften Klinge = 3,7cm, Länge bis zum (beidseitigen) Daumenpin 4cm, Länge bis zum Griff = 4,3cm. Ergo: 4,3cm. Ohne Kürzen nicht führbar.


    Der BKA-Bescheid zum Urban Survival fiel in Richtung "Waffe" aus, das Verwaltungsgericht hat aber anders entschieden. Keine Waffe. Zusammen mit dem BKA-Feststellungsbescheid zu den Mini-Butterflys (so kurze Messer sind nicht geeignet Menschen anzugreifen oder abzuwehren) wird klar: Fällt nicht unter das WaffG, anders als ein Brotmesser. Beide sind nicht als Waffe bestimmt, nur das Brotmesser ist als Waffe geeignet. Deshalb darf das Brotmesser nicht geführt werden. Das Böker schon, wenn man es 3mm kürzt sogar in Verbotszonen.

    In der Tat, wir haben eine neue "Messergattung" - unter 4cm.


    Die 4cm-Grenze stammt übrigens meiner Meinung nach aus dem BKA-Feststellungsbescheid über die Mini- Springmesser und Butterflys.
    https://www.bka.de/SharedDocs/…_blob=publicationFile&v=1


    Damals wurde gesagt: Diese Messer sind aufgrund ihrer geringen Klingenlänge (4 cm ) NICHT geeignet um die die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit eines Menschen zu beeinträchtigen und somit keine Waffen. Das wurde auch in einem Urteil des VG Wiesbaden bestätigt, dass die kurzen Böker "Urban Survival" aufgrund der geringen Klingenlänge als Nicht-Waffe einstufte und damit den zuvor ergangenen Feststellungsbescheid aufhob.


    BKA und Verwaltungsgericht haben also bestimmt: Ein Messer bis 4 cm ist ungefährlich.


    Wir stellen uns nun die Frage ob diese kurzen Messer generell unter den 42a fallen.


    Dazu schauen wir uns den §1 WaffG an.


    (2) Waffen sind
    ...
    tragbare Gegenstände,

    a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;
    b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.


    Also: Ein Messer, das nicht als Kampfmesser deklariert ist, darf bei einer Klingenlänge von 4cm ÜBERALL frei geführt werden und fällt NICHT unter den 42a. Es darf einhändig verriegeln und sogar ein Springer oder ein Butterfly-Messer sein (siehe obigen BKA-Feststellungsbescheid).


    Denn wenn ein Messer nicht bestimmungsgemäß eine Waffe ist und auch nicht geeignet ist Menschen abzuwehren bzw. anzugreifen, dann fällt dieses Messer IN KEINER WEISE unter das Waffengesetz.


    Damit ist es auch nicht relevant für die Verbotszonen.


    Eigentlich müsste mal jemand ein geiles OTF-Springmesser mit einer kurzen Klinge herausbringen :)

    Die Frage ist wie das mit Altbesitz gehandhabt wird.Und als Bedürfnis sollte doch auch Silvester, Brauchtum oder sonst was funktionieren.

    Sind Platzpatronen nicht einfach Kartuschen?Kartuschenmunition sollte doch eigentlich auch ein Geschoss besitzen.

    Das Gesetz verwendet hier den Begriff "Zentralfeuermunition". Streng genommen wird das auch Platzpatronenwaffen betreffen. Aber wirklich viele SSWs mit >20 Schuss wollen mir gar nicht einfallen. Die MP40 vielleicht.


    Ich denke nicht, dass dies die Absicht des Gesetzgebers war. Hat man nur nicht bedacht, wahrscheinlich. Mal sehen was die neue AWaffV bringt, die sicher bald kommen wird.


    Bzgl. des Altbesitzes kommt auch hier das wirtschaftliche Bedürfnis in Frage, so wie damals bei den LEPs. Muss man abwarten. Im Zweifelsfall entscheidet die Behörde - hat man Glück und die SB sind einsichtig wird man das anerkennen. Aber entwertet sind die Dinger dann trotzdem, wer würde sie noch kaufen? Jetzt geschieht genau das, was man nicht will - die Dinger werden 6 Monate lange bei egun verhökert was das Zeug hält, und die Kriminellen decken sich auf Jahre mit den Dingern ein. Eine großzügige Regelung hätte das verhindert.

    Wie sieht es mit Altdeko- Karabiner aus den 1970er Jahren aus. Lauf, Verschluss unberührt, nur Schweißpunkt im Patronenlager?

    Kannst Du behalten, Du musst nichts tun. Aber wenn Du ihn weitergibst NACHDEM das Gesetz in Kraft getreten ist (in ca. sechs Monaten) musst Du das melden. Der Käufer braucht eine Erwerbsberechtigung (eine noch zu definierende "kleine WBK", ähnlich wie bei den 4mm Waffen mit F-Zeichen), es sei denn Du lässt die Waffe auf den neuesten Stand der Deko-Umbau-Vorschriften nachrüsten.


    Rein wirtschaftlich ist es sicher am besten das Schätzchen kurz vor "Toresschluss" bei egun anzubieten. Aber dann musst Du damit leben dass die Waffe in die Hände von Kriminellen gerät.

    Wie ich schon mehrfach erwähnte: Nur ausgewiesene SPIELZEUGE fallen unter die 0,5 Joule Grenze. Wenn ein Hersteller so eine Waffe als Sportgerät deklariert muss er auch bei 0,1 Joule ein F-Zeichen beantragen, sonst besteht WBK-Pflicht.


    Unterabschnitt 2:
    Vom Gesetz mit Ausnahme des § 42a ausgenommene Waffen
    1.
    Schusswaffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.1, ausgenommen Blasrohre), die zum Spiel bestimmt sind, wenn aus ihnen nur Geschosse verschossen werden können, denen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 0,5 Joule (J) erteilt wird,

    Sagt mal, wie ist das jetzt bei euch mit den Magazinen?


    Sind die großen Magazine komplett verboten oder mit Ausnahme erwerbbar?
    Sind Fake-HighCaps erlaubt?

    Die großen Magazine sind verbotene Gegenstände, aber das BKA kann Ausnahmegenehmigungen erteilen. Der Bundestag ermutigt das BKA für Sportschützen, die im Ausland an Turnieren teilnehmen und dort solche Magazine verwenden, Ausnahmen zu erlauben. Wir werden sehen.


    Fake is erlaubt, aber NUR wenn das Blechgehäuse entsprechend kurz ist. Also wenn das eigentliche Magazin höchstens 10 bzw. 20 Patronen aufnehmen kann, weil das Gehäuse einfach nicht lang genug für mehr Patronen ist. Dann kann man einen "Überzieher" anbringen der das Magazin rein optisch verlängert.


    Einfach eine Blockade ins Magazin reicht NICHT.

    Der Knackpunkt ist, auf den ich aufmerksam machen will, dass es bislang gar keine Airsoft < 0,5 J mit F gibt und man auch diese "Waffenklasse" nicht mit F versehen kann, weil das keine Schusswaffen sind.

    Stimmt, ich kenne auch keine Waffe unter 0,5 Joule mit F. Aber man kann diese "Waffenklasse" mit F versehen - wenn man sie nicht ausdrücklich als Spielzeug deklariert und bewirbt. Denn der "Spielzeugparagraf" bedingt die Zweckbestimmung "zum Spiel". Nur dann gilt die Grenze.

    Noch etwas eingefallen:Airsoft unter 0,5 J können gar kein "F" haben, denn das F kennzeichnet Schusswaffen mit einer Geschossenergie unter 7,5 J. Aber Airsoft unter 0,5 J sind nach bisherigem Recht keine Schusswaffen, daher darf da auch gar kein F drauf sein und das ist es auch nie.
    Wäre da ein F drauf, wären es Schusswaffen und die wiederum dürfen nicht vollautomatisch schießen.

    Also ich sehe nicht warum man eine 0,5 Joule Airsoft nicht dem BKA zur Prüfung vorlegen darf. Da gibt es keine Untergrenze, nur eine Obergrenze. Noch dazu gilt die 0,5 Joule Grenze nur für Gegenstände, die zum Spiel bestimmt sind. Bringt man eine sehr schwache Luftdruckwaffe als Sportwaffe heraus (zum Beispiel fürs lautlose Heimtraining) muss auch bei 0,1 Joule ein F drauf, sonst eben WBK-Pflicht.


    Ist aber eine eher theoretische Frage.

    Man hätte bei Erscheinen gleich eine passende, neue Kategorie schaffen können, und die eventuell mit Armbrüsten gleichstellen können. Und Alles wäre in Butter gewesen.
    ...
    Das BKA ist hier leider urdeutsch-behördlich vorgegangen und nicht mit gesundem Menschenverstand und hat Nashörner als zu den Elefanten zugehörig deklariert.

    Das steht dem BKA nicht zu, wegen der Gewaltenteilung. Das BKA MUSS dem Gesetzestext sklavisch folgen und hat keinen Spielraum. Sie können und dürfen keine "neuen Kategorien" schaffen, erst recht nicht eigenmächtig Gleichstellungen vornehmen. Sie können lediglich kommunizieren (in der Regel mit dem BMI) - und das haben sie ganz sicher getan.


    Natürlich hätte der Gesetzgeber eher reagieren und das Waffengesetz früher ändern können. Aber das ist nicht leicht, wie man am Werdegang des jetzigen Gesetzes sieht.

    Hier hat Er es deutlich übertrieben! Mit der Aussage, daß die Behörde die Pfeilgewehre als Spielzeug ansieht (was gar nicht stimmte (Sie waren nur noch nicht im Waffengesetz drin)) war ein sehr deuticher Schlag ins Gesicht der Verantwortlichen und ein Fundament für die Waffengegner.




    In der Summe ist dadurch die vermutliche Deliktrelevanz relativ gering.

    Also in Punkto "Spielzeug" hat Sprave schon nicht ganz unrecht. Das BKA hat den Feststellungsbescheid zum "Verminator" so eingeordnet:


    https://www.bka.de/SharedDocs/…n/Feststellungsbescheide/SchussSpielzeugwaffen/150325FbZ263FXVerminatorMkIIExtreme.html


    Immerhin ist das BKA für die waffenrechtliche Einordnung eines Gegenstands zuständig. Also eine "Schuss-Spielzeugwaffe". Das hat man dort sicher nicht gern getan, aber es ist die logische Konsequenz auf der damaligen (und auch noch der jetzigen) Gesetzeslage. Garantiert hat das BKA die Pfeilwaffen damals sofort auf die Änderungsliste für die nächste WaffG-Novelle gesetzt, und das wurde jetzt umgesetzt.


    Was die Eignung als Waffe betrifft, nun ja. Das ist so ein wenig zwischen einem einschüssigen Vorderlader (viel mehr Energie und Reichweite, aber laut und noch langsamer zu laden) und einer Armbrust (deutlich mehr Power, aber umständlicher zu laden und erheblich sperriger) angesiedelt. Nicht besonders geeignet für die Selbstverteidigung, aber in der Summe immer noch besser als die freien Alternativen.


    Anders ist dagegen der Airringer anzusehen. Zwei Schüsse, recht klein und genauso schnell nachzuladen wie ein echter Derringer. Davon haben die Behörden wohl noch gar nichts mitbekommen, jedenfalls finden sich in den Dokumenten rund um die Debatten zum neuen Waffengesetz keine einschlägigen Bemerkungen.

    Also komm, wer ein solches Produkt kauft obwohl damit geworben wird dass dies "die wohl größte Lücke im Waffengesetz ist", der wird sich wohl kaum beschweren wenn diese Lücke irgendwann geschlossen wird.


    Ich habe mein Benchmade-Balisong damals auch unter Tränen in Stücke geflext. Aber den Messerhändler habe ich trotzdem nicht mit Tomaten beworfen.

    Also sorry, aber hier hat Kentucky recht.


    Schusswaffen und gleichgestellte Gegenstände definieren sich gemäß Begriffsbestimmung so:


    "Gegenstände, die zum Angriff oder zur Verteidigung, zur Signalgebung, zur Jagd, zur Distanzinjektion, zur Markierung, zum Sport oder zum Spiel bestimmt sind"


    Die "Sportgeräte" sind also nur ein Teil des Begriffs. Es gibt sieben weitere. Dieses Forum ist doch für "freie Waffen", nicht für "freie Sportwaffen" gedacht. Also ist es doch ganz schön arrogant wenn man verlangt dass nur EINE der acht Arten von freien Waffen "en vogue" ist.


    Sprave kümmert sich immerhin ehrlich und ohne Heuchelei um eine andere Spielart der freien Waffen: Waffen für die Verteidigung. Diesen Markt gibt es. Auch Branchenriesen wie Umarex bedienen ihn sehr direkt.


    Sprave propagiert nicht die Benutzung von Sportwaffen für die Selbstverteidigung, sondern bringt speziell dafür entwickelte Produkte heraus. Was soll daran schlecht sein? Da finde ich es schlimmer wenn man zeigt welchen Schaden ein Spitzdiabolo aus einem freien Luftgewehr anrichten kann.


    Wenn man reiner Sportschütze ist kann einem die WBK-Pflicht für Pfeilwaffen doch egal sein, das sind keine Sportgeräte.


    Übrigens scheint die Strategie von Sprave ganz gut aufzugehen. In seinem Shop sind jedenfalls fast alle Pfeilwaffen ausverkauft.

    Das es Salut auf kurz oder lang an den Kragen geht war leider klar. Es ist unverständlich das z.B. ein LW-Verschluss oder ein Griffstück einer scharfen Waffe EWB-Pflichtig ist, in einer Salutwaffe sind diese identischen Teile aber "frei".
    Ich glaube das Salut-Verbot hat eher mit dieser Sache zu tun als mit der Befürchtung das Salut wieder scharf gemacht wird.


    In Alt-Deko sind auch unbearbeitete Verschlüsse vorhanden, da wurden nur die Patronenlager verschweißt.

    Für die "Scharfmacher" ist eine Salutwaffe sicher eine tolle Ausgangsbasis, vor allem die weiter im Umlauf befindlichen "Alt-Umbauten". Bei egun und Co. wird offen mit "winzige Laufsperre, wird heute so nicht mehr genehmigt. Kenner wissen das zu schätzen" und so geworben. Eine Salutwaffe ist eine vollkommen intakte Feuerwaffe, lediglich der Lauf ist verändert. Das rückgängig zu machen ist sicher auch nicht superleicht, aber garantiert ERHEBLICH leichter als eine Deko-Waffe wieder scharf zu machen oder gar aus einer Druckguss-SSW eine scharfe Waffe zu bauen.


    Bei den Salut-Regulierungen wurde aber einfach nur die in diesem Punkt eindeutige EU-Richtlinie umgesetzt. Die hat auf die Anschläge in Frankreich mit rückgebauten Salut-AKs aus Tschechien reagiert. Diese Umbauten waren lächerlich, einfach ein Stahlnagel quer durch den Lauf und fertig. Konnte man mit dem Hammer wieder scharfmachen (stand so oder so ähnlich jedenfalls im Spiegel).

    Ich glaube nicht dass die YouTuber so viel Macht haben.


    Fast alle signifikanten YouTube-Waffenkanäle aus Deutschland arbeiten doch mit "Durchschlagtests" und stellen die "Power" und die "Tödlichkeit" von freien Waffen in den Fokus.


    "Johnny Hand" hat über 700 Tsd. Subscriber, erreicht als rein deutscher Kanal damit viel mehr Deutsche als Jörg Sprave. "SCHUSSTESTS vs PANZERGLAS und mehr mit der NEUEN ARMBRUST! - 443 Km/h PFEILGESCHWINDIGKEIT!" - nicht gerade ein harmloser Titel für ein Armbrustvideo.


    "German Blank and Airgun Reviews" hält sich auch nicht gerade zurück mit Superlativen über die Gefährlichkeit freier Waffen.


    "Norbert Jaenisch / WPU" zeigt, dass ein freies (!) Luftgewehr den Pfeilpistolen in Punkto Zielwirkung nicht nachsteht.


    Bestimmt habe ich einige "Stars" vergessen, die auch so arbeiten. So ist eben der Umgangston im Internet. Mit leisen Worten reißt man keinen Hering vom Teller, und deswegen ist man da auch nicht leise. Im Gegenteil. Lauter hätten die vereinigten Waffen-YouTuber jedenfalls nicht für ein Armbrust-Verbot werben können.


    Trotzdem keine Gesetzesverschärfung für Armbrüste und Luftgewehre.


    Die Pfeilwaffen waren eine klare Gesetzeslücke, und die wäre sicher so oder so geschlossen worden. Sprave hat die Pfeilgewehre ja nicht erfunden, sie wurden in Deutschland zuerst von der Fa. Gehmann vertrieben. Die haben auch das BKA-Gutachten beauftragt, Jahre bevor Sprave sein erstes Video dazu gemacht hat.


    Überschätzt nicht die Macht von YouTubern und "Influencern". Ein einziger reißerischer "Bild"-Bericht über die Tödlichkeit von Armbrüsten, am besten aufgehängt an einem konkreten Fall, richtet mehr an als ein 2-Mio-Views Video auf einem YouTube-Kanal.


    Ein einziger Spinner, der ein Kind mit einer Armbrust tötet oder auch nur verletzt, und bumms ist es vorbei mit der Armbrust. So war das immer, auch als es YouTube noch gar nicht gab.