Erfahrungen mit bleifreier Munition in .308 und .243Win

  • Hallo zusammen,


    wie aus der Überschrift zu erahnen ist, suche ich zur Zeit nach guter bleifreier Munition.
    Da ich wohl in Zukunft die Möglichkeit habe, in NRW im Staatsforst zu jagen, ist Bleifrei Pflicht.
    Nach bisherigem Kenntnisstand scheint das Barnes TTSX recht gut zu sein. In .308 z.B. in der RWS Hit verladen. Nur un .243 finde ich so schnell nix.
    Wo ist dasTTSX in .243 verbaut?
    Welche Alternative gibt's mit ohne Pb?
    Und bevor jemand moppert: in den Forenregeln steht: Jagd mit Luftgewehr ist kein Thema! Allerdings geht es hier nicht um Luftgewehre, daher habe ich die Frage hier einfach mal gestellt.
    Ach so, fast vergessen: Rehwild ist Hauptwildart.


    Gruß,


    Esti

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Man fängt ja erst an Erfahrungen mit bleifreier Munition zu sammeln. Ich habe das nicht, zumal ich auch noch nicht so viel Rehwild auf der Strecke hatte. Die sind noch an Bleivergiftung gestorben :rolleyes:
    Ich kann dir nur den Rat geben, decke dich nicht mit einer bestimmten Patronensorte ein und kaufe keine Mengen, die du nicht innerhalb eines Jahres verbrauchen kannst. Denn die Novelle des BJagdG kommt noch diesen Sommer und nach einer gewissen Übergangsfrist muss die Munition dann für das Wild zertifiziert sein, was man bejagen möchte.

  • Hi Floppyk,


    einen größeren Vorrat werde ich mir so schnell noch nicht anlegen. Zuerst soll mal jeweils eine 20er Packung mit auf den Stand. Wenn sie da schon nicht ordentlich läuft, will ich sie auch nicht mit rausnehmen.
    Aber danke für deinen Hinweis mit der BJG-Novelle. Die hatte ich in dieser Richtung gerade nicht auf dem Schirm.


    Gruß,
    Esti

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    Pippi Langstrumpf

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    Phil Robertson

  • wie aus der Überschrift zu erahnen ist, suche ich zur Zeit nach guter bleifreier Munition.
    Da ich wohl in Zukunft die Möglichkeit habe, in NRW im Staatsforst zu jagen, ist Bleifrei Pflicht.
    Nach bisherigem Kenntnisstand scheint das Barnes TTSX recht gut zu sein. In .308 z.B. in der RWS Hit verladen. Nur un .243 finde ich so schnell nix.
    Wo ist dasTTSX in .243 verbaut?
    Welche Alternative gibt's mit ohne Pb?
    Ach so, fast vergessen: Rehwild ist Hauptwildart.

    Das RWS HIT ist kein Barnes sondern eine RWS Eigenkonstruktion, macht aber nix, es funktioniert genauso und ist ebenfalls ein Deformationsgeschoss wie die meisten Bleifreien.
    Es ist erstmal grundsätzlich zu klären ob es ein Deformationsgeschoss oder ein Teilzerleger sein soll, bei der Hauptwildart Rehwild würde ich vor allem in der 243 zum Teilzerleger tendieren wenn du denn Haltepunkt hinter dem Blatt nicht wechseln möchtest.


    Die meisten Bleifreien Fabrikpatronen in 243 Win. stammen von US Herstellern und haben Deformationsgeschosse. Ich mache dir in der 243 Win. eine kurze Auflistung der verfügbaren Fabrikpatronen, tlw. handelt es sich um gewerblich wiedergeladene Munition, die Liste ist vermtl. nicht vollständig.
    Deformationsgeschosse:
    Barnes 80grs TTSX
    Sako 80grs Powerhead II (Das Geschoss ist ein Barnes TTSX)
    Lapua 90grs Naturalis
    Winchester 90grs Power Core
    Federal 85grs Trophy Copper
    Hornady 80grs GMX (Hornady hat mehrere Munotionsserien mit diesem Geschoss im Angebot)
    Skadi 90grs HDB http://www.skadi-waffen.de/epa…Products/243WinSkadi-0001


    Teilzerleger:
    Skadi 100grs Reichenberg Spezial Jagd http://www.skadi-waffen.de/epa…Products/243WinSkadi-0002
    Labor für Ballistik Jaguar 72grs http://jaguar-geschosse.de/img/jaguar2015_web.pdf
    Sax KJG 77grs http://www.sax-munition.de/sax…-win-kjg-hs-patronen.html


    Die meisten der aufgelisteten Patronen gibt es auch in der 308 Win und noch einige mehr, bei Interesse dazu mehr.

  • Hi John Matrix,


    Danke, das sind ja schon mal ordentlich Infos.
    Mal als Frage, warum würdest du auf Teilzerleger gehen?
    Wegen besserer Augenblickswirkung? Ich dachte eigentlich eher an nen Deformator, weil mir Splitter im Wildkörper nicht so lieb wären. Ist aber eher ne Gefühlssache.
    Was ist bei den Teilzerlegern mit dem Geco Zero? Hast du damit Erfahrungen? Das wichtigste wäre mir keine oder kurze Fluchtstrecken, zwecks Vermeidung von Nachsuchen. Von daher kann ich auch gut aufs Blatt gehen.
    Vom RWS Hit hatte ich halt gelesen, dass es ein modifiziertes/beschichtetes TTSX sei.
    Und ja, das stimmt, um ordentliche Munitionsversorgung bei der .308 muss man sich keine Gedanken machen. Die .243 ist da schon seltener.


    Gruß,
    Esti

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    Pippi Langstrumpf

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    Phil Robertson

  • Hallo,


    die bleifreien können sehr zickig sein, Geschosse lieber leichten wählen. Die R8 eines Bekannten war erst mit 150grs (30-06) zu brauchen, vorher 180grs H Mantel, 168grs diverser Hersteller brachten große Streukreise. Die große Masse benötigt mehr Geschosslänge und die lässt sich nicht mehr stabilisieren, je nach Drall.


    Die Geschosse brauchen Geschwindigkeit, V100 und V200 beachten.


    Gerade die alten langsamen Kaliber sind hier im Nachteil.
    Ein langer Übergangs Konus ist problematisch. Kommt bei alten Kalibern oft von der Abstammung vom Ogival.


    Wiederlader sind hier im Vorteil, die können das event. korrigieren.


    MfG David

    Bankenkrise ?
    Wäre Monopoly schon lange verboten, so wie es in der DDR schon damals war, gäbe es heute keine Bankenkrise !!!
    BDMP, WSB/DSB, FvLW, FWR

  • Mal als Frage, warum würdest du auf Teilzerleger gehen?
    Wegen besserer Augenblickswirkung? Ich dachte eigentlich eher an nen Deformator, weil mir Splitter im Wildkörper nicht so lieb wären. Ist aber eher ne Gefühlssache.
    Was ist bei den Teilzerlegern mit dem Geco Zero? Hast du damit Erfahrungen? Das wichtigste wäre mir keine oder kurze Fluchtstrecken, zwecks Vermeidung von Nachsuchen. Von daher kann ich auch gut aufs Blatt gehen.

    Viele Jäger bemängeln die tlw. schlechtere Augenblickswirkung wenn sie ohne Änderung des Haltepunktes hinter dem Blatt vom regulären Teilmantel zu einem bleifreien ( reinen Deformations)Geschoss wechseln, gegen ein Deformationsgeschoß spricht aber auch in der 243 Win grundsätzlich nichts, schon gar nicht wenn du eh vor hast den Haltepunkt aufs Blatt zu verlegen.
    Das Geco Zero ist dem RWS H-Mantel vom Aufbau und der Wirkungsweise her ähnlich, nur eben in Bleifrei, die einem mögen es wegen der Augenblickswirkung, die anderen nicht weil es schon mal mehr Zerstörung verursacht, und der Restbolzen bei schwererem Wild nur einen etwa kalibergroßen Auschuß bringt der sich vor allem bei Sauen schnell zusetzt und so eine evtl. erforderliche Nachsuche bei schlechten Schüssen erschwert.


    Was Josywells schrieb stimmt auch im großen und ganzen, es gilt auf jeden Fall die Präzi zu testen.

  • Mir waren die H-Mantelgeschosse als Teilzerleger stets unsympathisch. Da fliegen eine Menge winziger Splitter durchs das Wildbret und bleiben teilweise dort. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass man da Teile von mit isst.
    Zu Anfang habe ich die RWS Evolution verwendet. Aber davon bin ich auch wieder weg, weil die viel Schaden macht. Zwar fällt da Reh im Knall, aber der Schaden ist beträchtlich. Bislang hatte ich das auf einen schlechten Treffer abgeschoben, aber im WO-Forum gab es mehrere Meldungen über genau dieses Verhalten.
    Bei nächster Gelegenheit teste ich mal die Hornady SST Geschosse, die ich auf 30-06 verladen habe. Generell sind mir diese Hornady Geschosse mit der Kunststoffspitze sympathisch, weil sie nicht das Problem der weichen Bleispitze haben, die bei häufigen wieder raus repetieren Schaden nimmt. Zudem dient die Kunststoffspitze als Deformationsstarter.
    Aber das SST Geschoss soll auch nicht ideal sein. Hornay hat auch sog. gebondete Geschosse, die ein nahezu 100 %iges Restgewicht versprechen sollen.
    Das ist zumindest mein Wissen bei Geschossen mit Bleikern.

  • Nachdem ich mich noch wenig umgesehen habe, hab ich jetzt mal mit meinem örtlichen BüMa gesprochen. Der hat mir für die .243 von der von mir erst favorisierten Barnes Vortex abgeraten, weil die nach seiner Erfahrung nur in sehr wenigen Waffen gute Präzision bringt. Er hat mir dafür jetzt erstmal eine Packung Jaguar Classic vom Labor für Ballistik empfohlen und bestellt. Die sollen gut laufen. Für die .308 teste ich nach seiner Empfehlung mal die RWS HIT.
    Bin mal gespannt, wie die sich auf dem Stand machen. Wenn das passt, kommt die neue Munition auch raus in den Pirschbezirk. Ich werde berichten.


    Gruß,
    Esti

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    Phil Robertson

  • Ich jage seid mehr als 10 Jahren mit bleifreier Munition, bin dabei geblieben, weil die Präzisision der von mir verladenen HDB Geschoße phänomenal ist, worauf ich bei der Jagd natürlich besonderen Wert lege. Allerdings, die Fluchtstrecken können
    durchaus schon mal beim Rehwild bis zu 100m betragen, und das sogar aus einer 9,3 x 62. Der Treffer saß klassisch 3 Finger breit hinter dem Blatt, das Herz lag am Anschuß und der Hund mußte 100m nachsuchen.
    Daher experimentiere ich auch z.Z. mit Teilzerlegen. In der 8x57 IS macht sich das TUG nat + von Brenneke sehr positiv aus. relativ kurze Fluchten ( 10-20 m) und minimale Wildbretverluste. In .308 bleibe ich vorerst noch beim HDB. zur .243 kann ich keine Aussage machen, da ich keine habe.

  • relativ kurze Fluchten


    Ich habe noch nicht viel Rehwild erlegt, aber was ich geschossen habe, lag allesamt im Knall. Verwendet hatte ich RWS Evolution in 30-06. Im WO Forum wurde berichtet, dass dieses Geschoss viel Schaden im Wildbret anrichtet. Das kann ich allerdings bestätigen.
    Gute Berichte las ich von dem bleifrei-Geschoss Hornady GMX.
    http://www.hornady.com/store/30-Cal-.308-165-gr-GMX/
    Als herkömmliches Geschoss wurde das Hornady gebondete Geschoss genannt. Das habe ich nun mal bestellt.
    http://www.hornady.com/store/30-Cal-.308-165-gr-InterBond/


    (Ich bevorzuge die Gewichtsklasse ~ 168 grn, verladen auf 30-06.)

  • Nach nunmehr 70 Stück Rehwild und Stücker 180 Stück Schwarzwild, bin ich mit Bleifrei hoch zufrieden, ich schieße Bleifrei in .308, 8x68S, 9,3x64, .223, und .338LM bin hochzufrieden. Immer Ausschuss wenig Wildbretzerstöung, auch bei Knochentreffer. Präzision ist hervorragend. Auf 100m unter 23mm meine Frau schiesst die .270 Win. selbige Präzison. Ich lade gerne das Hornady GMX oder in 9,3 und .338LM das Lapua Naturalis 14,3 g und 15 g .308 und .223 Hornady GMX
    Kann ich beide nur empfehlen auch als fertige Munition. Ach und Fluchten lagen zwischen 20 und 30 Gängen max zu 76% lag das Stück im Feuer.

  • Wo ich die aktuellen Antworten lese, fällt mir ein, dass ich ja noch ein Feedback zur bestellten Munition geben wollte.
    Also die RWS Hit in der .308 läuft recht ordentlich auf dem Stand. Streukreis von 30mm (geschätzt) auf 100m. Leider waren die auf dem Stand verfügbaren Sandsäcke eher Mangelware und wir hatten selbst nichts mit, da wir keine Kenntnis von diesem Umstand hatten. Wir waren zum ersten Mal dort, weil unser "Heimatstand" leider vormittags geschlossen ist und wir nur da die Gelegenheit hatten.
    Darum war die Auflage eher suboptimal und ich denke, das Ergebnis dafür schon gut. Vor allem war eine Abweichung der Treffpunktlage gegenüber den vorher genutzten Geco Teilmantel nicht zu erkennen.
    Die Jaguar in .243 hinterliess einen eher zwiespältigen Eindruck. Irgendwie wollte sich kein rechtes Schussbild einstellen. Treffer 1 rechts mittig> ZF eingestellt> 2.Schuss leicht rechts von 1. Doppelte Klickzahl in Gegenrichtung > 3. Treffer weit links mittig.
    Dann zurück auf Ursprungseinstellung> mittig mit leichtem Hochschuss, wie gewünscht. Aber auch die restlichen 6 Schuss aus der 10er Packung brachten kein aussagekräftiges Bild hin. Nun sind 10 Schuss nicht viel, aber da die Jaguar mit knapp 4€ pro Schuss nicht wirklich günstig sind und keine Tendenz zur Besserung erkennbar war, werde ich wohl erst mal weitere Munitionssorten testen. Hornady GMX stehen noch auf der Wunschliste und dann wohl trotz negativer Meldung seitens des Büma auch noch mal Barnes Vortex.
    Aber zur Zeit stehen erst mal grössere Gartenarbeiten an. Da muss das noch ein wenig warten.


    Gruß,
    Esti

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    Phil Robertson

  • Das aktuelle Visier-Sonderherft # 81 Wiederladen III geht auch recht ausführlich über bleifreie Geschosse ein und was es für Besonderheiten der verschiedenen Materialien und Beschichtungen dieser Geschosse gibt. Man muss danach auch so manche Putzgewohnheit des Laufes anpassen. Das ist auf jeden Fall lesenswert.

  • Danke dir für den Tip.
    Dann werd ich mal schauen, wo ich das Sonderheft kaufen kann. Notfalls bestell ich das online.

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    Pippi Langstrumpf

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    Phil Robertson

  • Also als Grundregel hab ich mir gemacht, bevor ich auf Bleifrei umschiesse, den Lauf erst Chemisch reinigen, um den alten dreck rauszubekommen. Dann ca. 5 schuss ohne das ZF einzustellen erst danach wird das ZF eingeschossen. Hat bisher immer gepasst. Auch bei meiner Frau, also alles schick. Das umschiessen auf Bleifrei, gestaltet sich nicht wirklich schwierig, und wie gesagt bisher hat alles gepasst, von teilzerlegern würde ich auch abstand nehmen, die von uns verwendeten Geschosse, sind homogene Geschosse mit Fahnenbildung, die jedoch bisher noch nie abrissen, und den Querschnitt des Projektils auf mind. 1,8fach aufmacht. Immer Ausschuss, kurze Fluchten, wenig bis keine Hämatombildung.

  • So, kleiner Nachtrag. Heute morgen erster Jagderfolg mit bleifrei. 30kg Frischling auf 96m. Ging mit sauberem Kammertreffer (Herz und beide Lungenflügel) genau hinters Blatt noch 5m. Ausschuss und Schweiss waren am Anschuss genügend vorhanden. Zumindest hier gab es keine Probleme durch bleifrei. Bin gespannt, ob sich dieser positive erste Eindruck weiter bestätigt.


    Gruß,
    Esti

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    Phil Robertson