Diabolo Durchschlagstest auf 50m mit 7,5 Joule

  • Hallo Ballistiker ^^


    kurz zu mir: bin der Schießkollege und beste Freund von HaDeS
    Name: René
    HW100
    soviel zu meiner Person. ^^


    Wollte kurz unser Testgelände näher erläutern. Wir dürfen einen ca. 10 Hektar großen Platz nutzen. Auf dem unter anderem ein defekter Protalkran steht. Diesen werden wir nutzen um die HW100 zu befestigen, mit der Hoffnung das es Schwingungsfrei funktioniert, wovon wir mal ausgehen. Der Kran wiegt weit mehr als 30 Tonnen. Mal gucken was wir so hinbekommen.


    Bespielbild (so ähnlich sieht der aus)



    unser Schiessstand :^)



    MfG René

  • Ich wollte mich eigentlich nicht mehr zu dem geplanten Test äußern und ihn machen lassen, weil man so ein Vorhaben auch sehr schnell zerreden kann.
    So von mir nur ganz kurz:

    Bei der Matrize dürfte entscheidend sein, das das Diabolo sich beim Einführen nicht verkanten kann und der Kelch immer gleichen Druck auf einer möglichst gleichen Fläche bekommt, selbstverständlich mit festen Anschlägen.

    Eine Idee die sich einfach anhört, aber mit der höchsten feinmechanischen Akrebie durchgeführt werden muß, was Mittelpunkt und Lagerung des Preßstocks betrifft.

    Das Messen der Schwingung mit den Uhren scheint zu gehen, obwohl die Werte im 1/1000 mm Bereich liegen.
    Diese Uhren haben m.W. auch Min-/Max-Indikatoren, die bei der Messung verschoebnwerden, oder ?

    Ne Uhr mit Scheppzeigern hätte ich gerne. Es gibt so Uhren für die Kraftmessung.

    Die fotografische Erfassung des Austritts mit einer 1000 fps Kamera dürfte auf dieselben Probleme wie bei Technixx treffen.
    17000 cm/s bei 1000 fps heißt 17 cm Flug pro Bild. Ist schon cool, das man überhaupt ein Schemen des Fluges sieht.

    Bei dem Filmen parallel zur Flugbahn scheint das ja zu gehen. Man kann das Dia gut erkennen.
    Wenn ein Filmen quer zur Flugbahn nötig ist, wird die Bildrate nicht ausreichen, was mich ja nach der HighSpeed - Profikamera schreien ließ, grins.

    Dem schrägen Wegkippen des Diabolos beim Austritt, wenn sich die Mündungsschwingung gerade in eine Richtung bewegt aufgrund einer daraus folgende Schräganströmung glaube ich nicht so sehr. Das hängt davon ab, wieweit die da schon sehr gerichtete Massenträgheit des Diabolos auf den letzten Laufcentimetern einen Seitwärtseinfluß erfährt. Das dürfte sich eher beim weiteren Flug auswirken, denn da hat die in Seitenrichtung auferlegte Bewegung der trägen Masse keine "eigene" Gegenkraft und viel Zeit zum Wirken.

    Ich laß mich da überraschen, finde aber die Überlegung vom Ansatz her logisch. Wenn sich das bewahrheiten sollte wäre das sicher eine kleine Sensation.

    Den Kopf nicht nur zum Haare schneiden nutzen

  • Es wird natürlich schwierig werden das alles so wie gewollt hinzubekommen.
    Daher hatte ich ja auch im Video gesagt das es mein Wunsch ist das so Umzusetzen.
    Unsere Technischen Möglichkeiten dort vor Ort auf dem Platz sind leider auch nur auf die üblichen Hausmittel begrenzt.
    Aber wir versuchen da mal unser bestes, dass irgendwie brauchbar hinzubekommen.
    Es ist natürlich durchaus möglich das wir an der einen oder anderen Hürde scheitern, aber den Versuch müssen wir beide vor Ort ja erstmal machen.
    Wie erwähnt kann es auch sein das ich mich da voll zum Deppen mache, aber allein schon der Versuch wird uns große Freude bereiten.
    Irgendeine Erkenntniss egal welcher Art sie auch sei, wird bei rauskommen


    mfg Thomas

  • ....
    Wie erwähnt kann es auch sein das ich mich da voll zum Deppen mache....

    Deine Überlegungen sind logisch und nachvollziehbar aufgebaut.
    Selbst wenn das Resultat nicht sein sollte wie erwartet, wer dich da als Depp bezeichnen sollte, auf den fällt der Depp voll zurück.

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  • Das mit der Schräganströmung wird sicherlich auf die ersten Meter keine größe Auswirkung haben.
    Ich vermute das das Dia im Flug eigendlich die ganze Zeit durch seine Eigenrotation diesem Kippeln entgegenwirken will.
    Es wird eine Grenze geben ab der die abnehmende Bewegungs- und Rotationsenergie, unter ein bestimmtes Level fällt und
    schlussendlich nicht mehr ausreichen um die ungünstigen Einflüsse auszugleichen.
    Zumal auch jede ich wills jetzt mal Kurskorrektur nennen, die das Dia machen muss um solche Fehleinflüsse auszubügeln,
    auch das eine oder andere an Energie verbrauchen.


    Nunja kurzum wir werden mal schauen was sich da machen lässt.


    mfg Thomas

  • Hi,


    ist nun eigentlich ein Freischwingender Lauf von Vorteil ( Kleinerer O-Ring in der Laufhalterung ) , oder soll der O-Ring von der Laufhalterung das Schwingen vermeiden :?:

  • Hiho
    Meines Wissens nach ist der O-Ring am HW100 eine Sicherheitsmaßnahme.
    Da die HW100 als reine Jagdwaffe für den Ausländischen Markt entwickelt wurde.
    Der O-Ring soll den Lauf beim rauen Einsatz in Wald und Flur zusätzlich Schützen.


    mfg Thomas

  • Hallo Thomas,


    das habe ich glaube ich auch schon mal gelesen.Aber durch den O-Ring minimiert sich auch das Schwingen oder :?:


    Ist das Schwingen des Laufes nun eher negativ zu deuten :?:


    Oder positiv :?:


    Oder ist es wie so oft von HW100 zu HW100 unterschiedlich :?:


    Der Volker hat seinen Original O-Ring auch noch drinnen.Wie sieht es bei Dir und Deinem Freund aus :?: .


    Gruß Robert

  • Robert, Thomas


    Der O-Ring in der Laufhalterung ist im Forum oftmals diskutiert worden. Als Quintessenz konnte ich aus den Freds herausziehen: "Ausprobieren und selber entscheiden, welche Variante das bessere Ergebnis bringt".


    In meinem Falle war es halt mit O-Ring. Vielleicht sitzt er gerade an der richtigen Stelle ... und Robert, Du hast mir per PN ein Foto mit übereinander aufgestapelten Pellets, die Du aus dem Entenkasten geholt hast, gepostet. Ich glaube so an die 8 - 10 Stck. waren es wohl. Mach Dir über den O-Ring keine Gedanken. :thumbsup:


    Volker

    Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.

  • Bei den meisten Gewehren entferne ich die Laufhalterung (der Teil der die Kartusche stützt darf bleiben) weil sich bei unterschiedlichen Aussentemperaturen der Schaft in verschiedene Richtungen verbiegt und somit den Lauf verdrückt.


    Der O-Ring an sich ist meiner Meinung nach selten ein Problem, die Geschichte mit dem Schaft habe ich viel öfter bemerkt. Aber natürlich kann es sich auf das Trefferbild auch positiv auswirken wenn der drin oder draussen ist. Das muss man probieren. Da gibts so viele Varianten und Möglichkeiten.. Das sieht man schon daran das es offensichtlich HW100 gibt die mit klappernden Schlagstück (=0 Schlagfeder-Vorspannung) konstante v0 machen. So gibts innerhalb einer Hersteller-Serie Differenzen, wie es sie bei den verschiedenen Herstellern untereinander auch noch gibt.

  • Du sagst es, Marc! Man darf nicht experimentierfaul an der eigenen Waffe sein. Glücklicherweise ist Experimentierfreude in diesem Fred reichlich vorhanden. Viele Teilaspekte fließen zu einem Ganzen hier ein und ich bin mir sicher, dass so manche Überraschung noch auf uns wartet.


    Die Sache mit dem Schwingungsverhalten des Laufes ist faszinierend. Also doch wieder Innenballistik, die ich eigentlich schon abgeschieben habe.


    Volker

    Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.

  • Nochmal eine naive :( Zwischenfrage:
    Mal angenommen,Du HaDeS,kannst Deine These der Schräganströmung durch Laufschwingungen untermauern...
    Heißt das denn,daß das Dia aus einem starren Lauf nicht wobbeln würde? (die gleiche Vorabbehandlung in der Matritze vorrausgesetzt...)
    Und was,wenn doch :?:
    Müßte man nicht eigentlich zur Absicherung der These eine zweite Versuchsreihe mit fixiertem/starren Lauf machen?....falls das möglich ist... :wogaga:
    (Um auszuschließen,daß nicht doch irgendwelche Einflüsse,die das Dia betreffen mit einfließen)

  • Das Diabolo ist eigentlich Gewichtsstabilisiert, wie ein Pfeil. Der Drall spielt meiner Meinung nach weniger eine Rolle bei einem Luftgewehr, das beweisen nicht zuletzt die FX Smooth Twist-Läufe die so gesehen gar keinen Drall haben, sondern nur auf den letzte 15-20mm vor der Mündung eine spiralförmige Verengung mit verhältnismäßig flachen Winkel.


    Der Lauf wird immer schwingen, egal wie steif man ihn macht. Das ist beim Presslüfter m.E.n. sowieso recht wenig.


    Eins hatte ich vergessen: Ein freischwingender Lauf ist natürlich auch unempfindlich gegen unterschiedliches Auflegen des Schaftes oder Druck des Zweibeines. Man zielt zwar gleich und richtig, aber der Lauf ist minimal nach oben, unten, links, rechts verbogen, folglich trifft man nicht mehr. Freischwingend muss er also nicht grundsätzlich wegen irgendwelcher Schwingerei sein, sondern einfach um ihn unempfindlich gegen äussere Einflüße zu machen.

  • Hier mal ein Link zu einem Artikel von Alexander Kullak der einiges in Sachen Drall und Dia anreißt.


    https://sites.google.com/site/…aezision-von-luftgewehren


    Er nimmt da auch Stellung zu den Pelletresizern.


    Anmerkung: Das man ein Dia ohne die Abdrücke der Felder und Züge in den Windkanal steckt um das Strömungsverhalten darzustellen, wie auf dem Bild des Artikels zu sehen, ist natürlich eine Albernheit.

    Den Kopf nicht nur zum Haare schneiden nutzen

  • Anmerkung: Das man ein Dia ohne die Abdrücke der Felder und Züge in den Windkanal steckt um das Strömungsverhalten darzustellen, wie auf dem Bild des Artikels zu sehen, ist natürlich eine Albernheit.


    Bei dem Windkanalbild handelt es sich meiner Meinung nach um ein Bild zur Verdeutlichung, hergestellt mit einem vergrösertem Modell eines Diabolos welcher auf einem Draht steckt der vom Betrachter weg zeigt.
    Sollch feine laminare Rachschlieren lassen sich sehr schwer erzeugen, die feinsten die ich bisher gesehen habe sind deutlich größer:

    [url]http://modulus.zhdk.ch/img/46986.jpg
    [/url]


    Nächste Frage ist, welche Strömungsgeschwindigkeit ist hier dargestellt? Sehr schnell scheint es mir nicht zu sein, da der Abriss am Kelch wenig turblent zu sein scheint. Da siehts beim Star schon anders aus und das OBWOHL er den besseren CW-Wert hat und auch nicht mit 170 m/s in der Strömung gehangen haben wird.



    Am Rande: Eure Ansprengungen in allen Ehren, aber der Fred driftet ein wenig ab hab ich das Gefühl. Klar ist es ein Traum genau zu wissen warum der Dia Trudelt. Zum Thema "Präzision - Günde, Ursachen, Folgen..." gibt es ja schon mehr als genug in diesem und anderen Foren.
    Aber ging es nicht darum zu beweisen, dass ein unpräziser Schuss weniger durchschlagskräftig ist als sein exakt plaziertes Pendant?


    Grüße
    christoph


    EDIT:


    Ich würde mit derart manipulierten Dias gegen unmanipulierte (welche Gute Streukreise erzielen) antreten und das Trudeln mittels Skope-Cam dokumentieren und die Eindringtiefen in ein Medium messen.
    Es wurde mit einer Nadel ein aussermittiges Loch in den Boden des Kelches gedrückt. So ändert sich die Masseverteilung aber nicht die MAsse. Und die Äußere Form (Kopfmaß und Kelchdurchmesser) bleibt erhalten.


  • Naja - hat schon 'was mit der Schräganströmung.....und was die Kompensatoren angeht: Laut einigen Artikelbewertungen von Käufern haben sich nach dem Einsatz die Streukreise erheblich verengt.In wie weit das Marketing der Shop's ist,weiß ich nicht!Die Dinger sollen doch die nachströmenden Gase abbremsen,so daß sie nicht mehr so stark negativ auf das Dia einwirken können!


    Falls das stimmt,könnte man eventuell bei dem Test so ein Teil einsetzen,um die "präzise Hälfte" des Test's im Gegensatz zum möglichst stark trudelnden Dia noch markanter herauszustellen!......falls das überhaupt etwas bringt und gewünscht ist!
    Falls Eure HW100 ein halb Zoll Gewinde an der Laufmündung haben.....ich hab' hier noch so einen Kompensator rumliegen,den ich nicht nutze und zur Verfügung stellen würde....

    Aber ging es nicht darum zu beweisen, dass ein unpräziser Schuss weniger durchschlagskräftig ist als sein exakt plaziertes Pendant?


    Ich denke,daß man das quasi "nebenbei" mit beweisen könnte(so denn richtig).....wenn erstmal die Sache mit dem Trudeln herausgefunden wurde....ich bin gespannt drauf!

  • ....
    Am Rande: Eure Ansprengungen in allen Ehren, aber der Fred driftet ein wenig ab hab ich das Gefühl. Klar ist es ein Traum genau zu wissen warum der Dia Trudelt. Zum Thema "Präzision - Günde, Ursachen, Folgen..." gibt es ja schon mehr als genug in diesem und anderen Foren.
    Aber ging es nicht darum zu beweisen, dass ein unpräziser Schuss weniger durchschlagskräftig ist als sein exakt plaziertes Pendant?

    :?:


    Um zu beweisen was die Ursache der unpräzisen Schüsse ist muß man sich zwangsläufig mit allen dafür in Frage kommenden, möglichen Ursachen in der Innenballistik, der Außenballistik, und eben auch mit dem Geschoß selber befassen.

    Den Kopf nicht nur zum Haare schneiden nutzen

  • Na, ich dachte was wir beweisen wollen wäre klar.


    Ausgegangen sind wir doch von dem Brettchen, welches vom päzisen Schuß gelöchert wurde und von den Unpräzisen nicht.
    Da haben wir uns gefragt warum nicht.
    Die nächste Frage war dann was dazu führt das es zu diesen unpräzisen Schüssen kommt, und das ist die Frage die uns nun die ganze Zeit beschäftigt.
    Und um über Vermutungen für die möglichen Ursachen hinaus zu kommen, sind wir dabei, durch die Visualisierungen zu einem nachvollziehbaren, unumstößlichen Beweis zu gelangen.

    Den Kopf nicht nur zum Haare schneiden nutzen

  • Tja, Rolf, das habe ich mir auch gedacht und habe heute einen Test durchgeführt mit 2 Chronys (auf V1 und auf V50 ) und ´ner Scopecam für ein Ziel vor weißem Hintergrund.


    Ich wollte die Flugbahnen filmen und die Geschwindigkeiten messen. Nach 3 Schüssen war Sense und mein Chrony auf 50m im A---imer. ( Das war der unpräzise Schuss ) !


    So, jetzt habe ich mich öffentlich zum Horst gemacht. Es geht weiter, wenn das neue Chrony ( diesmal mit externem Display ) eingetroffen ist.


    Volker

    Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.