Hilft viel wirklich viel?

There are 7 replies in this Thread which has previously been viewed 2,858 times. The latest Post (November 11, 2005 at 3:04 PM) was by Filo.

  • Es gibt diese "Weisheit", wonach viel auch viel helfen würde.
    Das mag bei manchen Produkten auch zutreffen, aber bei Gaspatronen und deren Auswirkungen (in Form von Wolken) habe ich da so meine Zeifel.

    Kurzum: manche Leute denken, viele Gaspatronen, schnell hintereinander abgefeuert würden die Gaswolke(n) schneller und stärker nach vorne treiben:

  • Hallo!

    Ich hab früher immer an Silvester meine Schachtel mit 10 CS-Patronen verschossen (wegen Haltbarkeitsdatum) und dabei die erwähnte Schießtechnik verwendet. Bringt gelinde gesagt garnix. Vor dem Schützen bildet sich eine Wolke Reizgas. Schön, war zu erwarten. Jeder weitere Schuß macht die Wolke ein wenig dichter; aber nach vorne treiben tut da aber garnix. Im Gegenteil, die Gefahr selber in die Wolke zu geraten ist bei SSWs immens. Ein ganz klein bisschen Gegenwind oder -hauch langt da schon. Na ja, nach drei Silvestern konnte ich dann immerhin durchlaufen ohne groß drüber nachzudenken. Das Brennen in den Augen und im Hals wirkt eher durch den Überraschungseffekt als daß es wirklich aufhält. :crazy3:

    Fazit:
    Wirkung durch guten Eindruck, lauten Knall und Erschrecken. Das CS wird definitif nicht wirksamer wenn man mehrere abschießt.

    Gruß
    Heiko

  • Moin :)

    Na, da hab ich mal ne andere Theorie zu (ebenfalls dank Haltbarkeitsdatum / komischen Aussehen der Patronen getestet):

    Kann es sein, dass ich einen Vortrieb der Gaswolke mit abwechselnder Munitionsart bewirken kann?
    Im Prinzip hatte ich beim Abfeuern das Gefühl, die bereits abgegebene Gaswolke (CS) durch den anschließenden Abschuss einer FlashDefense-Patrone enorm nach vorn bewegen zu können. Vielleicht ist da ja was dran, immerhin hat die FD doch einen enormen Druck..?

    Grüße,
    Martin!

    :ptb: :[|]: Mauser HSc 90 :[|]: :ptb:
    ...und alle anderen im Avatar mal gehabt...

  • Ich habe auch lange Zeit gedacht, dass möglichst viele Patronen, nicht nur eine enorme Gaswolke erzeugen würden, sondern diese auch umso stärker nach vorne getragen wird.
    Der "Traum" also eine vollautomatische SSW.

    Mittlerweile habe ich da aber so meine Zweifel und würde auch eher zur Theorie tendieren, wonach sich die Wolke weiter lockert und weniger verdichtet.

    Man muss sich ja nur mal ansehen, was für Problemchen bei Luftdruckwaffen auftauchen, die ja tadellos gefertigte Läufe und Mündungen haben. Und dennoch scheinen Laufkompensatoren die Leistungen verbessern zu können.
    Aber wie sehen dagegen die Läufe und Mündungen von Gaswaffen aus! Die müssten ja Verwirbelungen ohne Ende erzeugen. Und dann noch ein bestehende Gaswolke weiter nach vorne treiben zu wollen - das kann ich mir kaum vorstellen.

  • Hallo Filo, Deine Theorie wird vernichtend zerschlagen, und zwar im "VISIER - SPECIAL" Nr. 8. In dem Artikel "Innere Werte" schreibt der Verfasser auf Seite 30: "Auch der Tip, hinter einer Reizstoff- sofort eine Knallpatrone zu verschießen, um die Gaswolke weiter von der Mündung "wegzuschieben", ist Mumpitz. In der Praxis führt der Druck der Knallpatrone lediglich zu einer schnelleren Verwirbelung. Der Wirkungsbereich des Reizstoffes dehnt sich dann zwar aus, die Konzentration läßt aber gleichzeitig nach." Kann man sich aber eigentlich auch an 5 Fingern abzählen.

    Gruß susanne

  • Noch ein Gedanke von mir dazu:
    Um etwas anschieben zu können muß ja etwas greifbares da sein. Analog zum ersten Bild zum Beispiel: 4 feste Körper hintereinander. Da kann man Kraft in eine bestimmte Richtung wirken lassen.

    Eine gewisse Menge Gas (CS) in einer anderen Menge Gas (Luft) hingegen wird sich immer nach allen Richtungen verteilen und vermischen, da der expandierenden Kraft hier keine Begrenzungen gesetzt sind; Sie wird nicht in eine bestimmte Richtung geführt. Sobald die Gaswolke den Lauf verlassen hat nimmt sie ja schließlich den Druck der Umgebung an, ist also Teil der Luft geworden und reagiert auf die nachfolgende Schüsse genauso wie die reine Luft zuvor: Sie wird vom CS-Gas durchdrungen und weicht dabei leicht zurück.

    Sicher wird die Wolke auch nach vorne etwas größer werden; Richtig Sinn macht es aber trotzdem nicht.

    Gruß
    Heiko

  • Hallo zurück,

    danke für die Aufklärung :)
    Sinn und Zweck der Selbstverteidigung mit Gasern ist ja eh umstritten, ich denke, wer wirklich Abstand und Sicherheit bei der Selbstverteidigung sucht, kann sich auf eine Wirkung von CS-Gas aus einer Pistole / einem Revolver nicht grundlegend verlassen, bzw. gar diesen Effekt kontrollieren oder verstärken.
    Mit ein bisschen Physik kann man letztendlich vieles erklären.

    Letztendlich entscheidet der Druck, mit dem ein Gas einen Behälter verlässt über die Reichweite, äußere Umstände wie Wind tun den Rest.

    Grüße,
    Martin!

    :ptb: :[|]: Mauser HSc 90 :[|]: :ptb:
    ...und alle anderen im Avatar mal gehabt...