Was reizt euch am Schießen mit Luftgewehr und Luftpistole und warum nicht scharf...

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  • Mich würde einmal interessieren, was euch ganz grundsätzlich am Schießen mit Luftdruckwaffen reizt und warum ihr gerade bei Luftgewehr und Luftpistole gelandet seid.

    Wie ich zum Luftdruckschießen gekommen bin

    Bei mir war das keine bewusste Entscheidung nach dem Motto: Ich möchte Schießsport betreiben und suche mir jetzt die passende Disziplin aus.

    Das Interesse kam eher nach und nach. Erst ein paar Videos geschaut, sich mit der Technik beschäftigt und irgendwann selbst ausprobiert. Daraus wurde dann relativ schnell ein Hobby, bei dem ich gemerkt habe, dass mir gerade die Einfachheit daran ziemlich gut gefällt.

    Dabei interessieren mich sowohl Gewehre als auch Pistolen.

    Luftgewehr oder Luftpistole?

    Beim Luftgewehr gefällt mir dieses ruhige und konzentrierte Schießen. Man versucht, einen möglichst reproduzierbaren Anschlag hinzubekommen, achtet auf Atmung, Visierung und Abzug und ärgert sich dann trotzdem über einen Ausreißer, bei dem natürlich auf keinen Fall der Schütze schuld gewesen sein kann.

    Bei der Luftpistole finde ich dagegen gerade die zusätzliche Schwierigkeit interessant. Keine Schulterstütze, kürzere Visierlinie und jede kleine Bewegung wird sofort sichtbar.

    Auf dem Papier klingt es erst einmal simpel, eine Scheibe auf ein paar Meter Entfernung zu treffen. Wenn man dann versucht, wirklich enge Gruppen zu schießen, merkt man ziemlich schnell, wie viel Luft nach oben vorhanden ist.

    Genau das macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.

    Man braucht nicht zwingend enorme Leistung oder große Entfernungen, damit Schießen anspruchsvoll wird. Ein kleines Loch im Papier ist erst einmal nicht besonders spektakulär. Zehn kleine Löcher möglichst an derselben Stelle zu produzieren, ist plötzlich eine ganz andere Geschichte.

    Konzentration und Entspannung

    Dazu kommt für mich der Entspannungsfaktor.

    Wenn ich schieße, beschäftige ich mich für eine Weile nur damit: Haltung, Atmung, Visierung, Abziehen, Treffer anschauen und wieder von vorne.

    Das ist für mich eine ziemlich gute Möglichkeit, den Kopf freizubekommen.

    Der praktische Vorteil von Luftdruck

    Und dann gibt es natürlich noch den ganz praktischen Teil.

    Luftdruck ist vergleichsweise unkompliziert. Die Waffen und vor allem die Munition können verhältnismäßig günstig sein. Man kann sehr viel schießen, ohne nach jeder Dose Diabolos darüber nachzudenken, was die letzten Stunden gekostet haben.

    Unter den entsprechenden rechtlichen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen kann man seinem Hobby sogar zu Hause nachgehen. Gerade dieser letzte Punkt ist für mich nicht zu unterschätzen.

    Wenn ich Lust habe zu schießen, muss daraus nicht gleich ein halber Tagesausflug werden. Sachen raus, Scheiben aufhängen, schießen und anschließend wieder wegräumen. Dadurch greift man vielleicht auch häufiger zur Waffe und trainiert regelmäßiger.

    Warum eigentlich nicht scharf?

    Auf der anderen Seite frage ich mich natürlich trotzdem gelegentlich: Warum eigentlich nicht scharf?

    Der Reiz ist ohne Frage vorhanden. Ein richtiges Großkalibergewehr oder eine Pistole in einem entsprechenden Kaliber ist technisch und vom Schießerlebnis her etwas anderes als eine freie Luftdruckwaffe. Das kann und muss man gar nicht wegdiskutieren.

    Aber brauche ich das für das, was mich persönlich am Schießen interessiert?

    Da bin ich mir gar nicht sicher.

    Mich interessiert in erster Linie die Präzision und die Herausforderung, selbst besser zu werden. Ob das Geschoss dafür mit ein paar Joule oder mit einem Vielfachen davon unterwegs ist, ändert an meiner eigenen Aufgabe zunächst erstaunlich wenig.

    Natürlich hat Luftdruck auch Nachteile. Die Möglichkeiten zu Hause sind begrenzt. Die Entfernungen sind meist überschaubar und wer sich für größere Distanzen, andere Disziplinen oder die besonderen Eigenschaften verschiedener Kaliber interessiert, stößt irgendwann an Grenzen.

    Auch das Gefühl beim Schießen ist ein anderes. Rückstoß, Mündungsknall und generell das Erlebnis einer scharfen Waffe kann ein Luftgewehr oder eine Luftpistole nicht nachbilden.

    Die Frage ist nur, ob man genau das überhaupt sucht.

    Günstiges Hobby? Nicht unbedingt.

    Dazu kommt eine Sache, die ich am Anfang etwas unterschätzt habe: Luftdruck kann zwar ein günstiges Hobby sein, muss es aber definitiv nicht bleiben.

    Am Anfang denkt man vielleicht noch, dass ein Gewehr und eine Pistole vollkommen ausreichen. Dann möchte man plötzlich eine bessere Optik. Danach interessiert einen ein anderes System. Federkolben, Vorkomprimierer, CO₂, Pressluft – und schon hat man wieder etwas gefunden, das man unbedingt einmal ausprobieren möchte.

    Bei Pistolen ist es nicht anders.

    Erst reicht irgendeine einfache Luftpistole. Dann möchte man einen besseren Abzug. Dann vielleicht etwas mit Pressluft. Irgendwann schaut man sich Matchpistolen an und stellt fest, dass man für eine Luftpistole problemlos Beträge ausgeben kann, für die andere Leute eine scharfe Waffe kaufen.

    Von günstig kann dann irgendwann nur noch bei der Munition die Rede sein.

    Ist Luftdruck nur die Vorstufe zum „richtigen“ Schießen?

    Was ich außerdem interessant finde, ist die teilweise vorhandene Einstellung, Luftdruck sei so etwas wie die Vorstufe zum „richtigen“ Schießen.

    Das sehe ich inzwischen überhaupt nicht mehr so.

    Natürlich kann eine Luftpistole oder ein Luftgewehr ein Einstieg sein. Aber muss danach zwangsläufig etwas anderes kommen?

    Für mich eigentlich nicht.

    Wenn jemand Spaß daran hat, auf zehn Meter mit einer Luftpistole möglichst sauber zu schießen oder mit einem Luftgewehr kleine Gruppen zu produzieren, ist das doch nicht weniger Schießsport, nur weil es weniger knallt.

    Andererseits kann ich auch jeden verstehen, der irgendwann sagt, dass ihm genau das nicht mehr reicht und er auf größere Entfernungen und andere Kaliber möchte.

    Wie sieht es bei euch aus?

    Deshalb würde mich besonders die Meinung derjenigen interessieren, die beide Welten kennen:

    Schießt ihr Luftgewehr und Luftpistole, obwohl ihr auch scharfe Waffen besitzt? Wenn ja, warum? Was macht euch beim Luftdruck vielleicht sogar mehr Spaß?

    Und umgekehrt: Was kann euch eine scharfe Pistole oder ein Gewehr bieten, was ihr beim Luftdruck vermisst?

    Ebenso würde mich interessieren, wie es bei den reinen Luftdruckschützen aussieht. Habt ihr überhaupt Interesse daran, irgendwann scharf zu schießen, oder sagt ihr ganz bewusst, dass euch Luftgewehr und Luftpistole vollkommen reichen?

    Und dann natürlich die klassische Frage:

    Gewehr oder Pistole?

    Ich finde beide auf ihre Art interessant. Beim Gewehr reizt mich die Präzision und die Möglichkeit, wirklich kleine Gruppen zu schießen. Bei der Pistole gefällt mir, dass der Schütze noch gnadenloser gefordert wird und man sehr schnell merkt, wie viel die eigene Technik ausmacht.

    Vielleicht ist genau das für mich am Ende der größte Reiz an Luftdruck:

    Es ist relativ einfach, damit anzufangen. Aber verdammt schwer, wirklich gut darin zu werden.

    Wie ist das bei euch?

    Edited once, last by Seukendorfer: Neue Struktur zur besseren Lesbarkeit! (August 30, 2026 at 6:44 PM).

  • Warum Luftgewehr / LP nicht scharf? Weil es für den Spaß wegen Präzision reicht. Ob FT 25m oder GK 300-600m ist im Endeffekt egal.

    Und natürlich die leichtere Realisierbarkeit. Wobei LGs mittlerweile unsinnigerweise nahezu genau so reglementiert sind wie GK.

    D.h. die Ausübung genau so problematisch und schwer realisierbar ist. Wer mit dem LG etwas weiter schießen will, weil 10m (meiner Meinung nach) auf eine 10m Pappkarte wenig Spaß macht, der muß weiter fahren als Jermand, der GK schießt.

    Wird quasi schlimmer reglementiert!

  • Das ist so viel Text... was war noch mal die Frage? :S

    Also ich schieße alles was mir in die Finger kommt. Mein übliches Programm: LG, LP, KK Gewehr 50m und Compoundbogen. Wenn sich die Gelegenheit im Verein ergibt, auch mal GK. Bei der Vereinsmeisterschaft schieße ich auch immer alle Disziplinen. Außer Pistole 25m KK und GK. Die lasse ich den alten Herren die sonst nichts anderes schießen. Man muss auch gönnen können. :)

    Ob Heißgaser oder Kaltgaser ist für mich vom reinen Trefferehrgeiz her egal. Nur bei Heißgasern macht natürlich das reine Schusserlebnis mehr Spaß. Da passiert halt richtig was. Bei Kaltgasern geht es dann eher rein um die Präzision, da ist weniger Emotion drin. Es sei denn man hat mehrschüssige Freizeitwaffen und plinkt auf Stahlziele oder ähnliches, das ist dann auch wieder was völlig anderes.

  • Hallo Seukendorfer
    ... tschulligung für OT, aber es tut einem alten Mann wirklich weh ... ;(

    Soltest du jemals in den Besitz einer ECHTEN Luftdruckwaffe kommen,
    laß es mich wissen ... ;)
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    Manche "Trumpsche-Wahrheiten" halten sich hartnäckig und machen selbst bei renomierten Firmen
    wie RWS über Werbebeiträge zu Weltmeisterschaften nicht halt. :/

    Gruß und nichts für Ungut
    Wolf :saint:

  • Günstigere, leichtere Munition.

    Niedriges Verletzungs- und Beschädigungsrisiko (Knalltrauma, Querschläger).

    Weniger Behördenstress (Keine Scheine oder Prüfungen).

    Kann theoretisch in jedem Keller mit genug "Platz" ausgeübt werden.

    GmbH

  • EL LOBO

    Jetzt hat es bei mir auch Klick gemacht. 😄

    Du störst dich gar nicht an der Waffe, sondern an meiner „Luftdruckwaffe“.

    Druckluftwaffe wäre technisch also die korrekte Bezeichnung. Wieder etwas gelernt. 👍

    Wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass sich „Luftdruckwaffe“ offenbar ziemlich hartnäckig in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeschlichen hat. Selbst der Duden scheint mit uns sprachlichen Banausen inzwischen seinen Frieden gemacht zu haben. 😄

    Ich gelobe trotzdem Besserung und werde versuchen, einem alten Mann künftig keine unnötigen Schmerzen mehr zuzufügen. 😉

    Danke für den Hinweis!

  • Ich bin ja auch über eine SSW zum Schützenverein gekommen. Mittlerweile schieße ich dort recht passabel Luftpistole und auch SpoPi.

    Luftdruck macht Spaß, ist präzise und die Munitionskosten halten sich in Grenzen. Allerdings musste ich feststellen, dass vernünftige Luftpistolen auch nicht günstig sind. Am Ende ist es eine Feinwerkbau P8X geworden und ich bin damit sehr zufrieden.

    Jedoch trainiere ich auch regelmäßig mit scharfen Waffen vom Verein, um die Option auf die WBK zu haben. Im Winter kommt erstmal die Sachkunde und dann kann ich nächstes Jahr überlegen, ob ich eine WBK beantrage.

  • Ich schieße beides, Luftgewehr/Pistole hat halt die Vorteile dass es relativ günstig ist und dass man auch Zuhause wenn man mal gerade Lust aufs Hobby hat, mal eben ein paar Schuss machen kann. Die WBK Sachen gehen halt nur im Verein und gehen sobald es mehr als KK wird halt auch ganz gut ins Geld.

  • Natürlich kann eine Luftpistole oder ein Luftgewehr ein Einstieg sein. Aber muss danach zwangsläufig etwas anderes kommen?

    Tatsächlich war das bei mir auch so. Übers Plinken in Garten und Keller in den Verein. Seit ich die WBK habe, schieße ich nur noch selten Kaltgaser, ab und an in der Garage ein Paar Schuss auf Dosen oder Scheibe. Heisst aber nicht, dass ich das geringer schätzen würde. Zeit ist knapp und zur Zeit macht mir GK einfach mehr Spass.

    Das mit dem Preis ist natürlich auch ein Argument, aber bei meinen geringen Schusszahlen ist das gerade noch zu verkraften. Bald darf der Sohn LG schießen, zur Zeit noch oedes Lichtpunktschiessen. Mal sehen, vielleicht wird es dann wieder mehr damit.

  • Druckluftwaffe wäre technisch also die korrekte Bezeichnung. Wieder etwas gelernt. 👍

    Druckluft ist lediglich technisch komprimierter erhöhter Luftdruck im Vergleich zur Umgebung . Luftdruckwaffe ist also nicht falsch. Zumal einige Hersteller und/oder Händler die gleiche Terminologie verwenden. Mir schleierhaft warum man sich da echauffiert. ;)

    Schönen Gruß
    Michael
    Sommer ist solange die Pfütze nicht zufriert!

  • Mit dem Luftgewehr kann ich zu Hause schießen. Eine WBK will ich nicht (kein Platz für einen Tresor).

    Und natürlich ist das "Schießpulver" unschlagbar preiswert... :D

    Genügt das?

    Wenn man es richtig macht, genügt ein Schuss. Das ist der Weg.

  • Luftdruck ist der Druck durch die Luftsäule über der Erdoberfläche. Ca 1 Bar auf Meereshöhe. Je nach Wetter (Hoch und Tiefdruck und Höhe über dem Meer mehr oder weniger.

    Druckluft ist Luft, die komprimiert ist. Auf der Erde in der Regel über 1 Bar. Im Weltraum mehr als 0 Bar.

    Der Druck kann in div. Einheiten angegeben werden. Oft in Vielfachen oder Teilen vom Luftdruck (1 Bar).

    Grbt aber auch einige andere Einheiten mit anderer Skala.

  • Eben doch. Der ist ist nur höher als außerhalb des Systems.

    Aber dann ist es Druckluft.

    Das würde sonst heißen dass du auch mit Vakuum schießen kannst. Luftdruck ist ein Überbegriff. Ändere ich den Druck, ändert sich die Bezeichnung. Vakuum oder Nulldruck, Unterdruck, Luftdruck, Überdruck, Hochdruck. Sprechen wir im technischen Bereich von komprimierter Luft ist das bei Niederdruck Druckluft und bei Hochdruck Pressluft.

    Es sind also vollkommen verschiedene Begrifflichkeiten.

  • Es sind also vollkommen verschiedene Begrifflichkeiten.

    Das eine ist die Spezifikation des anderen. Völlig richtig. Damit ist der Oberbegriff aber trotzdem nicht falsch.

    Aber damit schweifen wir vom Thema ab.

    Schönen Gruß
    Michael
    Sommer ist solange die Pfütze nicht zufriert!

  • Das würde sonst heißen dass du auch mit Vakuum schießen kannst.

    Ich will ja das Oftopic nicht noch mehr anheizen, aber es gibt durchaus Vacuumkanonen :saint:


    Zum Thema:

    Das Schießen mit Luftdruck-/Druckluftwaffen hat für mich den Vorteil, dass ich jederzeit im Keller ein Paar Schuss ohne logistischen Aufwand machen kann. Vor ca. zwanzig Jahren habe ich die Waffen-Sachkundeprüfung abgelegt, jedoch hat mich die Vereinsmeierei und die gewünschte Teilnahme an Wettbewerben immer davon abgehalten in noch einem Verein Mitglied zu werden.

  • Nach dieser Definition hier wäre nur ein Federdruckgewehr ein Druckluftgewehr und ein Pressluftgewehr nicht, eine CO2 Waffe schonmal gar nicht...8o

    Ich schieße auch kaum noch mit freien Waffen, seit ich Jäger bin. Liegt aber nicht daran, dass es mir keinen Spaß macht, sondern das ich mit meiner Zeit haushalten muss. Und das Schießen mit den Jagdwaffen ist zur Übung, Kontrolle und Jagdausübung nötig. Da fällt das LG momentan hintenüber.
    Aber auch bei mir wird bald der Große alt genug, um schießen zu dürfen und dann wirds möglicherweise wieder mehr...

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson