HW35 Höhenstreuung Ursache und Bitte um Lösungsvorschläge

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  • Schönen guten Abend, ich wende mich an alle HW35 Erfahrenen und alle Weihrauch-Bastler mit einer Bitte:

    Nach mehreren Wochen der Fehlersuche vermute ich nun die Ursache für die Höhenstreuung meiner HW35 Kal. 4,5mm (neu gekauft im August 2025) gefunden zu haben.

    Zur Vorgeschichte:
    Unmittelbar dem Kauf testete ich die Waffe im Originalzustand (auf 25m eine Streuung von ca.15mm und eine Geschwindigkeitsstreuung am Chrony von 2,4m/s).
    Da ich in Österreich zuhause bin und es für dieses Kaliber hier keine Joule-Beschränkung gibt bestellte ich bei TBT-Tuning einen Maxi-Power-Kit (Feder und Führungen).
    Leider kam ich erst wieder im März 2026 dazu mich mit der Waffe weiter zu beschäftigen.
    Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:
    Zerlegen, Entfetten, Polieren von Feder und Kolben und weiteren Kontaktflächen, Neuschmierung mit TBT-Moly-Grease (Bumslide). Die Feder musste gekürzt werden damit sich die Waffe auch wieder spannen lässt.
    Der Rekord Abzug wurde entfettet, zerlegt, poliert und ebenfalls mit Bumslide geschmiert.

    Ausser dass sich die Waffe natürluch wesentlich schwerer spannen lässt als mit der 7,5 J Originalfeder geht sie nach dieser Kur wirklich fein.

    Nach dem Zusammenbau ergaben die Tests die besten Ergebnisse mit JSB Exact 0,547g/8,44gr.
    Der Crony zeigt im Mittel 243 m/s (ca. 16 Joule) eine Streuung von 2,7 m/s - ABER - Das Trefferbild streut senkrecht um bis zu 12cm auf eine Schussdistanz von 25m.

    Haltepunkt beim obenstehenden Foto ist in der obersten Reihe. Pro Zielpunkt wurden 5 Schüsse abgegeben.

    Mittlerweile wurde die Waffe mehrfach zerlegt, alle Teile auf Spiel, Schabespuren etc. kontrolliert. Ich habe 3 verschiedene Zielfernrohre und 3 unterschiedliche ZF-Montagen probiert. - Alles ohne Erfolg.
    Die Waffe streut weiterhin im gewohnten Muster.
    Dazu wäre eventuell zu bemerken dass oft 3 Schüsse auf einem Streukreis von max. 15mm liegen und unmittelbar darauf der Trefferpunkt wieder nach oben oder unten ausreißt (5cm und mehr).
    Bis jetzt wurden aus der Waffe ca. 250 Schuss abgefeuert.
    Von der Schützenseite her - ich schieße auf diese Distanz mit meinen anderen Springern bei guter Form je nach Waffe und Tagesverfassung Streukreise von ca. 10mm bis max. 20mm.

    Heute habe ich bei einer weiteren Testserie folgendes versucht: Nach dem Schließen der Waffe habe ich den Lauf nach oben gedrückt - die Treffer lagen auf der Scheibe im oberen Bereich.
    Habe ich nach dem Schließen den Lauf nochmals nach unten gedrückt lagen die Treffer im unteren Bereich (Streudistanz bis max. 15cm !).
    Ich klemmte daher die (ungeladene ;-))) Waffe senkrecht zwischen die Knie und probierte am Laufende nach oben oder unten zu wackeln. Dabei ist eine ganz leichte Toleranz zu spüren (1mm ?).
    Ich habe die Waffe anschließend zerlegt und hier einige Bilder vom Verschlusskeil und den damit in Kontakt stehenden Teilen reingestellt.

    Hat jemand einen Vorschlag wo ich ansetzen könnte das Ding Spielfrei zu kriegen?
    Ich bitte um eure Ideen und Vorschläge!

  • Ich hatte an einer meiner HW35er ein ähnliches Problem, der Lauf hatte Spiel in der Veriegelung. Ich hatte damals den Haltekeil nachgeschliffen (vorsichtig, wenig Material wegnehmen). Läuft wie ne eins.


    Gruß Michel

    Ich kann beides: PCP und Preller..........gell da guggsch!!!

  • Auch aber nur wenig weg nehmen. Ich mußte auch etwas die schräge Fläche nacharbeiten. Wenn du mit dem Zapfen hin kommst ist gut. Ob du an die Fläche muß erkennst du an einem Test:

    Schließe das Gewehr, danach drücke den lauf etwas fester nach unten (als wolltest du spannen). Schau dabei auf den Verschlußkeil. Bewegt sich dieser nach hinten stimmt der Winkel der Schrägen nicht.

    Ich kann beides: PCP und Preller..........gell da guggsch!!!

  • Der Schusstest nach einem ersten behutsamen Abschleifen an der Vorderseite des Zapfens ergab keine positive Änderung. Das Spiel ist nach wie vor vorhanden.

    Ich habe auch probiert durch einen leichten Klaps mit der Hand den Lauf abzuknicken ohne den Haltekeil zu entriegeln - da öffnet sich die Waffe ohne großen Widerstand - ähnlich wie bei meiner HW30!

    Wenn ich den verriegelten Lauf mit Kraft nach unten drücke bewegt sich der Haltekeil nach vorne, verstärke ich den Druck kickt das Gewehr ab.

    Habe ich zu wenig abgeschliffen oder sollte ich an anderer Stelle feilen?

  • Wie machst Du das Gewehr denn zu? Mit Schwung oder sehr vorsichtig? Eventuell ist die Laufdichtung eine Spur zu dick. Dann ist das Ergebnis des Schließens irgendwo in der Elastizität der Dichtung begründet. Probier doch mal den Unterschied zwischen den beiden Umgangsweisen.

  • Bedauerlicherweise habe ich nun bei meiner HW35 einen 'Supergau'.

    Nachdem ich durch vorsichtiges Feilen am Verschlusskeil bisher keine Änderung in der Höhenstreuung bewirken konnte habe ich nun die Feder des Verschlusskeils gedehnt. Sie war vorher 29,4mm lang und ist besitzt nun eine Länge von 36,5mm.

    Nach den ersten 20 Testschüssen gestern war ich hoch erfreut - die Streuung im Trefferbild war in einem 15-20mm Kreis bei 25m Schussdistanz.

    ABER..... bereits seit einigen Tagen merkte ich dass beim Abknicken des Laufes scherende Geräusche hörbar waren und ich das Gefühl hatte dass beim Spannen, vor allem im letzten Abschnitt der Bewegung, der Widerstand immer größer wurde.

    Bei einem neuerlichen Schusstest heute streute die Waffe wieder in der Höhe um ca. 15cm!!!

    Das Spannen ging nun immer schwerer, an den Werten am Chronometer änderte sich nichts.

    Nun habe ich das Gewehr vor einer Stunde zerlegt und dabei bot sich ein erschreckendes Bild - Systemhülse inne und Kolben am hinteren Ende sind schlimm abgeschert. -> SIEHE Bilder.

    Bin am Überlegen was ich nun weiter machen soll. Reicht Abschleifen und Polieren oder sind Ersatzteile notwendig?

    Der Schock ist jedenfalls groß, vor allem frage ich mich was die Ursache für das Verreiben ist. Systemhülse und Kolben sind vor allem an der dem Schlitz in der Systemhülse gegenüberliegenden Seite verrieben. Ist da der einseitige Druck des Spannhebels schuld?

  • Ich bin zwar nicht der Spezialist aber für mich sieht der rot Umrandete Bereich auf dem BIld aus als würde er überstehen. Kann natürlich täuschen.

    Hier ein Bild von Weihrauch aus dem Netz zum Vergleich.

    Wenn die Kratzer in der Systemhülse nicht in den Bereich der Dichtung kommen kann man es mit Feinschleifen probieren. Polieren würde ich nicht da dann kaum Fett haften bleibt. Auch am Kolben nur planschleifen und hoffen.

    Ich vermute aber dass Schmutz in das System gelangt ist.

  • Hi,

    wenn die Riefen nur durch das Kolbenende entstanden sind sollte der eigentliche Kompressionsraum verschont geblieben sein.

    Bei den Ursachen sehe ich drei Möglichkeiten:

    Fehlerhaft gefertigter Kolben

    Verunreinigungen

    Keine anstatt wenig Schmierung

    Die extremen Unebenheiten müssen auf jeden Fall, wie schon beschrieben, vorsichtig beigeschliffen, nicht poliert, werden.

    Ich würde den Kolben ohne ichtung vorsichtig durch die Hülse gleiten lassen um zu sehen wann, wo, was klemmt.

    Ich ich bin mir aber nicht sicher das die Höhenstreuung da her rührt da Vo konstant.

    Ich kann beides: PCP und Preller..........gell da guggsch!!!

  • Danke für den Tipp. Was meinst du mit dem rot umrandeten Bereich?

    Ich bin mir sicher dass kein Schmutz im System war.

    Das Gewehr ist neu, TBT-Kit habe ich eingebaut und gehe beim Zusammenbau immer sehr sorgfältig vor. Ich vermute eher dass der Spannhebel irgendwie verkantet oder einen großen einseitigen Druck ausübt.

    Die Riefen sind schon ziemlich tief, hoffe dass das mit Schleifen dann kein zu großes Spiel verursacht.

    Würde mich auch freuen wenn Unfallchirurg oder Ferrobell etwas dazu sagen könnten.

  • Igelmichel ich vermute auch dass die Höhenstreuung nicht durch das Kolbenproblem verursacht wird.

    Morgen steht halt Schleifen am Programm und wieder Zusammenbau und testen.

    Möchte nicht klein beigeben und weiter an der Behebung der Probleme tüfteln.

    - irgendwann hab ich das Ding hoffentlich dort wo es hin soll....

  • Ich vermute eher dass der Spannhebel irgendwie verkantet oder einen großen einseitigen Druck ausübt.

    Schau mal dein Bild vom Inneren der Hülse an. Zwischen zwei Schleifflächen steht scharf abgegrenzt eine unberührte Bahn, das spricht gegen den Spannhebel. Das Schadensbild erinnert mich an eine HW30 (nicht meine) mit einer Titan X (?) Feder (Ich hab noch nie so eine krumme Feder gesehen). Zunderreste oder Beschichtung lösten sich von der Feder und zerrieben sich zwischen Kolben und Hülse, allerding klemmte da irgendwann der Kolben (selber schuld). War ne interessante Denksportaufgabeb das Teil dann raus zu bekommen und dat Gewehrchen wieder fit zu machen (mit vernünftiger Feder und 7,5J)

    Ich kann beides: PCP und Preller..........gell da guggsch!!!

  • Die Höhenstreuung hat da nichts mit zu tun.

    Das Kolben dort Riefen erzeugen ist fast normal, in diesem Fall war da keine geeignete Schmierung, daher ist es ausgeartet. Der Kolben wird dort an die Wandung gedrückt vom Spannhebel, das kann man nicht verhindern. Es gibt Kolben die dort aufgeweitet und gehärtet sind. Wenn man diesen Bereich dann noch poliert hat und mit einer Molypaste bestrichen hat , hatte man Ruhe.

    Ich habe persönlich so schon sehr viele Luftgewehre zerstört ,während diverser Dauertests. Also ohne Härtung und geeigneter Schmierung. Das geht soweit das sie sich nicht mehr spannen lassen!

    Die bessere Methode ist dort ein Kolbenring anbringen, wie es z.B. hochpreisigere LG haben.

    Kann man mit Hilfe einer Drehbank selber machen. Habe irgendwo noch so einen HW35 Kolben mit einem Kolbenring aus Bronze rumliegen, kann Morgen ein Bild machen.

    Musashi hat hier mal vor langer Zeit einen Tuningbericht eingestellt , in dem er gezeigt hat wie man Führungsnoppen aus Delrin in diesem Bereich einsetzt.

    Der Bericht bezog sich allerdings auf die 97k, Dort wird der Kolben stirnseitig nach hinten von der Kommpressionshülse geschoben, so daß dort keine Druckriefen wie in diesem Fall entstehen.

    Habe dieses jetzt nur erwähnt, weil man dort mit den Augen klauen kann :) Wie man eine Führung in den Kolben bekommt.

    Ein Kolbenring ist aber einfacher zu fertigen, so man denn die Gelegenheit dazu hat.

    Grüße

    Dampf

    Nachtrag: Wie Igelmichel schon weiter oben schrieb, bleibt der Kompressionsraum davon unberührt.

    Der würde nur beschädigt werden, wenn der Kolbenkopf schlecht befestigt ist, also z.B. der Zylinderstift dort übersteht , welcher den Kolbenkopf/Dichtungsaufnahme hält. Weis aber nicht ob da aktuell noch ein Stift verbaut wird? Hat jetzt aber auch hiermit nichts zu tun.