Wiederladen von Kartuschen

There are 45 replies in this Thread which has previously been viewed 3,347 times. The latest Post (February 1, 2026 at 2:41 PM) was by black_friday.

  • Die Druckwelle der Rakete.

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    :ironie:

    Ist doch das Hauptargument für das Wiederladen. Die Faszination, mit eigenen Händen ein präzises Geschoss herzustellen.

    :modo:

  • Bei dem Beitrag aus dem ich zitiert habe, ist kein Ironie Button :/ :?:

    Ja, meinen hast du auch übersehen. WilliWedel ging wohl davon aus des man es auch so erkennt.

    Ein Hauptgrund zum Wiederladen: Handgeladene Patronen sind allerdings viel Präziser. Da sitzt dann Loch in Loch.

    Ironie, da kein Geschoss: Handgeladene Kartuschen sind allerdings viel Präziser. Da sitzt dann Knall in Knall.

    Ich weiß, erklärt ist es nicht mehr witzig.

  • Ich bin schon lange kein Wiederlader mehr, habe das aber über ca. 20 jahren sehr intensiv betrieben. Und ich weiß wie schwer es ist SRS Waffen auf Funktion abzustimmen. Dies ist bei Patronenwaffen einfacher. Bei der Kartuschenmunition gegenüber Patronen mit Geschoss ist das schwieriger aufgrund der sich unterscheidenen Verdämmung der verschiedenen Modelle.

    Kartuschenmunition darf nur einen relativ geringen Maximaldruck erzeugen , dieser muss bei allen möglichen SRS Waffen auch so bleiben. Ja, ist bei Patronenwaffen ähnlich, aber doch etwas anders. Allein schon wegen der für Kartuschenmunition doch recht niedrigen Druckgrenze. Die Komponenten für die Hülse zu bekommen ist das eine. Aber die Treibladungspulver dafür zu bestimmen, ist wesentlich schwerer. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, das bei einigen Herstellern noch ein Zusatz zum Pulver in der Hülse eingebracht ist. Dieser unterscheidet sich schon optisch von dem verwendeten Pulver. Jemand , der sich mit sowas auskennt (beruflich) sagte mir dass wäre ein Verzögerer. ?

    Es ist schon beim "normalen" Patronenladen schwierig, Rückschlüsse auf den erreichten Gasdruck zu erzielen. Immerhin kann man dort die Geschoßgeschwindigkeit messen . Die üblichen Verdächtigen, Zündhütchenabdruck, Ringfuge oder Liderungsspuren auf dem Hülsenmaterial geben nur unzureichend Kenntnis von dem erreichten Gasdruck.

    Bei Platzwaffen wären Gasdruckmessungen unabdingbar, wenn man denn wirklich diese Kartuschen selber laden würde/dürfte.
    Bei Patronen mit Geschoss, also allgemeiner Munition, gibt es klar definierte Angaben der Hersteller, welche Sorte und wieviel davon zu verwenden ist.
    Die Abrandgeschwindigkeit wird durch den Energiegehalt (ein-oder auch zweibasig ) des jeweiligen Pulvers und seiner Oberfläche gesteuert. Dazu muss man wissen, das Nitrozelluose Pulver stark Druckabhängig verbrennen also expotentiell zum Druck. Man spricht im allgemeinen von einer Deflagration beim Abbrand von Treibladungspulvern, jedoch ist es möglich das ganze bis zur Explosion zu treiben. Dies wäre dann sehr schlecht!

    Mir persönlich ist vor vielen Jahren mal eine HW 94 in der Hand explodiert ! Das war alles andere als Lustig. Der Schlitten ist mir am Kopf verbeigeflogen, der Hülsenboden abgerissen. Die Hülse steckte unlösbar im Patronenlager. Aus Sympathie zündeten noch drei weitere Kartuschen im Magazin und sprengen die Griffschalen ab. Ich trug nur geringe Verletzungen davon, eine angekohlte geprellte Hand, welche ich den Rest von Sylvester gekühlt habe. Und das war normale Fabrikmunition! Was da schief ging, keiner wusste es.

    Wenn am über die Beschaffenheit von NC Pulvern etwas Bescheid weis, (Wiederlader) , den Unterschied von offensiven und progressiven Pulvern und ihre Besonderheiten beim Druckaufbau kennt. (Es gibt Pulver die vertragen keine Unterladungen!)
    Dann kommt man unweigerlich zu dem Schluß, so etwas nicht zu versuchen!

    Die Unterschiede bei der Art der Initialzündung habe ich jetzt noch garnicht erwähnt.

    Wenn ich dann einen Waffensachverständigen bei Youtube sehe, der Hiltikartuschen als Pulverquelle nennt, und ja, er warnt ausdrücklich davor!

    Und die Ladung dann nur an der Pulvermenge festmacht, dem wünsche ich das er nicht schneller fliegt als sein Schutzengel!

    Wenn man sich das CIP Datenblatt dieser für den industriellen Bedarf hergestellten Kartuschen ansieht, dort ist ein Gasdruck angeben der scharfen Patronen gleicht.

    Man muss allerdings wissen, das jedes Pulver für die jeweilige Patrone unter Berücksichtigung des Geschossgewichtes hinsichtlich der Druck/Zeitverlaufkurve hergestellt ist. Um eben unangenehme Übersachungen zu verhindern. Das alles lernt man als Wiederlader.

    Lange Rede kurzer Sinn, Knallpatronen kaufen , Experimente sein lassen, und man lebt gesünder 8)

    Denn wie beim scharfen Schuss, gilt auch bei der Platzpatrone = Kein Schuss lässt sich zurückholen :!:

    VG

    Dampf

  • Wie ich auch festgestellt habe, es gibt durchaus Menschen die öffnen Geco 9mm RK SP Kartuschen und nutzen das SP für Ihre Vorderlader, mangels Pulverschein, ich käme nie auf so einen Gedanken.

    Edited 3 times, last by mroemer (January 31, 2026 at 1:00 PM).

  • Man muss allerdings wissen, das jedes Pulver für die jeweilige Patrone unter Berücksichtigung des Geschossgewichtes hinsichtlich der Druck/Zeitverlaufkurve hergestellt ist. Um eben unangenehme Übersachungen zu verhindern. Das alles lernt man als Wiederlader.

    Lange Rede kurzer Sinn, Knallpatronen kaufen , Experimente sein lassen, und man lebt gesünder 8)

    Aus meiner Sturm und Drang Zeit habe ich noch im Hinterkopf.....

    Die Patrone 8*57, Standartkaliber Wk2 ....

    Es gab wohl 15- 25 verschiedene Kombinationen nur aus den Hauptteilen- Geschoss, Hülse, Zünder.

    Insgesamt "sollen" über 1400 verschiedene Kombinationsmöglicheiten in der Muna Lübeck getestet und Erprobt worden sein......

    Okay, anderes Thema, aber verdeutlicht auch die Menge an Möglichkeiten da was falsches zu machen....😬

  • Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, das bei einigen Herstellern noch ein Zusatz zum Pulver in der Hülse eingebracht ist. Dieser unterscheidet sich schon optisch von dem verwendeten Pulver.

    Bei in Massen hergestellter Munition ist so etwas unüblich. Manche Wiederlader verwenden Füllstoffe bei Ladungen, die einen zu kleinen Teil der Hülse auffüllen (wegen kritischer Unterladungen).

    Dazu muss man wissen, das Nitrozelluose Pulver stark Druckabhängig verbrennen also expotentiell zum Druck.

    Das ist ein wichtiger Punkt. Für Patronen mit Geschossen gibt es Simulationsprogramme, mit denen man zumindestens ungefähr abschätzen kann, ob man druckmäßig in einem sicheren Bereich liegt. Zur Sicherheit kommt man oft nicht drum herum, Patronen zur Druckmessung zu schicken. Bei Platzpatronen ließe sich das schwer simulieren. Deswegen käme hier nur Schwarzpulver in Frage.


    Wenn ich dann einen Waffensachverständigen bei Youtube sehe, der Hiltikartuschen als Pulverquelle nennt, und ja, er warnt ausdrücklich davor!

    Zu diesem gefährlichen Mist sage ich lieber nichts. Zumal er in dem Video auch den Beweis schuldig bleibt, dass das verwendete Pulver wirklich vergleichbar mit dem in den Kartuschen ist. Die Chancen, auf diese Art und Weise Extremitäten oder ein Auge zu verlieren sind hoch!


    "There is only one good, knowledge, and one evil, ignorance." - Socrates

  • Mit so einem "Simulationsprogramm" habe ich lange und viel gearbeitet und auch seltene Kaliber "neu entwickelt". An den Platzern war ich aber nie interessiert. Wenn die DEVA Messläufe für die 9mm RK und PAK hätten, könnte man die dort prüfen lassen, haben die aber nicht. Habe ich mal mit wiedergeladener 12/70 mit dem Lyman Slug/Diabolo für Repetierflinte/BDMP dort prüfen lassen. Drei verschiedene Laborierungen von jeweils 15 Patronen, die lt. Messprotokolle innerhalb der Laborierung erstaunlich gleichmäßig im Druck und Geschwindigkeit waren. Aber bei der Rechnung bekam ich Augenblutungen...

  • Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, das bei einigen Herstellern noch ein Zusatz zum Pulver in der Hülse eingebracht ist. Dieser unterscheidet sich schon optisch von dem verwendeten Pulver.

    Bei in Massen hergestellter Munition ist so etwas unüblich. Manche Wiederlader verwenden Füllstoffe bei Ladungen, die einen zu kleinen Teil der Hülse auffüllen (wegen kritischer Unterladungen).

    black_friday

    Du , habs selbst gesehen, und es handelte sich dabei nicht um Füllstoff um die Hülse aufzufüllen, das wäre in der Tat unüblich bei solch offensiven Treibladungen. Der Zusatz sorgte chemisch für einen verzögerten Abrand. wie mir versichert wurde. Ich könnte jetzt den Hersteller benennen, aber das hat hier nichts zu suchen.