Fehlzündungen bei Zink Signalmunition

There are 21 replies in this Thread which has previously been viewed 1,655 times. The latest Post (January 7, 2026 at 4:09 PM) was by leuss.

  • An Silvester (25/26) verschoss ich Leuchtkugeln der Marke Zink Leuchtsterne, Orchidee und Twin Colors. Mit einer ansonsten hervorragend funktionierenden Walther P88 Compact mit hervorragender Gecco Munition.
    Zu 80 % Fehlzündungen.
    Das Rätsel war mir einigermaßen groß.
    Bis ich heute das Kleingedruckte las: nur geeignet für die Kaliber 6mm Flobert, .22 knall und .315 knall.
    Somit war das Rätsel gelöst.
    Wo aber kommen auf einmal Leuchtkugeln her oder überhaupt Signalmunition, die für die Kaliber 8 und 9mm nicht geeignet sind?
    :/
    PS. Die weitverbreitete These, dass die früher von Röhm und jetzt von Umarex produzierten Modelle, eine miese Qualitär haben, konnte ich zumindest für die Walther P88 nicht bestätigen. Sehr wohl aber für die PP, die mir am letzten Sylvester um die Ohren flog, als Pyromunition mehrfach direkt im Abschussbecher explodierte. Recht interessant, wenn eine Knallpatrone ohne Gehörschutz im Abschussbecher explodiert, aber auch lebensgefährlich. Fast unglaublich heutzutage: Der Händler stritt die Probleme nicht ab, sondern zahlte das Geld anstandslos zurück.

    Edited once, last by Eiselein (January 3, 2026 at 3:56 AM).

  • Eine lange Zeit lang, stand auf allen Pyros drauf, nur geeignet für 6mm Flobert. ( früher:-)

    Die Erweiterung .22 knall und .315 knall habe ich auch vor kurzen zum ersten Mal erst gesehen.

    Geeignet für 8mm und 9mm habe ich noch nie gelesen.

    Habe mich aber auch lange Zeit nicht damit befasst. :/

    Nachtrag:

    Mein Favorit war ein 15mm Ratter die hieß "Cracker Sirene" , die war richtig laut . Die zerlegte sich schon mal gerne kurz vor der Mündung mit 9mm Knall. Das war dann sehr unangenehm für den Schützen.

    Allerdings waren die Platzpatronen auch noch stärker geladen zu der Zeit.

    Wenn mal etwas nicht gezündet hat, war noch Öl im Lauf , darum habe ich erst immer eine Trommel /Magazin ohne Pyros durch geblasen.

    Die zuverlässigste Zündung hatte ich immer mit 6mm Flobert :thumbup:

    Da sind so meine Erfahrungen zu dem Thema.

    Grüße

    Dampf

    Edited once, last by Dampfmaschine (January 3, 2026 at 6:33 AM).

  • Normalerweise haben Abschussbecher für die 9mm PAK eine Entlastungsbohrung die den Druck reduziert.

    Hier zum Angucken:
    Der Abschussbecher einer Walther P99 im 9mm PAK mit Entlastungsbohrung.

    Und hier der Abschussbecher einer Röhm RG300 in 6mm wo man sieht das er keine Entlastungsbohrung hat.


    Das deine Pyros nicht gezündet haben kann an verschiedenen Sachen liegen und das muss wegen der oben genannten Sachen dann nicht am Kaliber liegen.
    Vielleicht schlecht geladene Platzpatronen, falsch gelagerte Pyros oder wie ich es einmal erlebt habe das im Lauf oder bei der Laufsperre Ölrückstände von der Reinigung/Konservierung drinnen waren die anscheinend die Zündung des Pyros verhindert haben.

    Edited 2 times, last by Heavy (January 3, 2026 at 8:52 AM).

  • Was ist wohl mit Knallpatrone gemeint........
    Er hat seine Erfahrung damit gemacht und gut ist.


    Zum Thema zurück, du kannst auch Pyros mit 8mm/9mm ohne Probleme verschießen.
    Die Abschussbecher haben Entlastungsbohrungen wo der überschüssige Druck entweicht.

    Wichtig ist auch immer das der Abschussbecher schön frei ist.
    Guck dir mal das kleine Loch in der Mitte an, manchmal sammeln sich dort viel Pulverreste.

    Deswegen auch den Abschussbecher immer gründlich reinigen.

  • Auch nicht immer, mein ME 900 SA hat keine.

    Interessant, merkt man da irgendwas bezüglich der Steighöhe der Pyros?
    Zünden die Pyros besser/schlechter als in anderen kalibergleichen SSW mit Entlastungsbohrung am Becher?

    Da der ME 900 SA ein Revolver ist so könnte da nicht der Trommelspalt die Entlastungsbohrung am Becher überflüssig machen?
    Ist bei dem Revolver der Trommelspalt größer als bei anderen SSW Revolver?

    Edited 3 times, last by Heavy (January 3, 2026 at 1:25 PM).

  • oder es war ganz schlicht der falsche Abschussbecher montiert? (zu viel Druck?)

  • Ich empfehle, den passenden Becher zu nehmen. Bei zu viel Druck auf den Pappröhrchen Pyroeffekt kann der schon mal durchzünden und im Becher explodieren. Signalsterne fliegen bei hohen Druck dagegen ohne zu Zünden weg.

    Besser auch Brille und Gehörschutz tragen

  • @Heavy

    Die Steighöhe ist etwa wie bei einer Röhm Little Joe, also eher mittel hoch, die Zündung war einwandfrei bei Signalsternen.

    Der Trommelspalt ist relativ gering, die Laufsperre ebenfalls, dafür hat aber die Trommel eine Fräskante, ähnlich wie beim Weihrauch WSA, da geht dann schon einiges an Sidefire raus und verloren.

  • ...da geht dann schon einiges an Sidefire raus und verloren.

    Das könnten die Konstrukteure vielleicht berücksichtigt haben als sie den passenden Abschussbecher ausgesucht haben.

  • So ein Problem kenne ich zwar nicht aus eigener Erfahrung, aber ein alter Schulkollege hatte etwas ähnliches 1993 auch. Bei seiner Reck PK 800 war ein Span vom Drehen / Fräsen genau in der Zentralbohrung verkeilt - da, wo der Zündfunke durchzischt. Nachdem wir den mit einer Reißnadel aus seiner Werkzeugkiste rausgeprokelt haben, war das Problem vom Tisch. Das kann hier auch passiert sein. Oder, falls es ne ältere Waffe ist, daß Rost die Bohrung zugesetzt hat.

    Ich bitte darum, mir in Zukunft keine Fragen mehr zu stellen (auch nicht per PN!!!), warum ich Neu-Usern hier immer wieder die gleichen Fragen beantworte - das ist allein MEINE Entscheidung! X(
    User, die von mir eine Rechtfertigung für meine Hilfestellungen verlangen, werden AB SOFORT komplett ignoriert!!!!!

  • Warum das passiert

    Bei hochwertigen Herstellern wie Zink oder Funke wird das Schwarzpulver (die Verzögerung) sehr stark verdichtet (gepresst). Das hat zwar Vorteile für die Lagerstabilität und eine gleichmäßige Brenndauer, führt aber zu zwei Problemen:

    Glatte Oberfläche: Durch den hohen Druck entsteht eine fast spiegelglatte Oberfläche auf dem Satz. Der Feuerstrahl der Platzpatrone findet kaum "Angriffspunkte", um die Verbrennung zu starten.

    Abstand im Becher: Wenn die Munition locker im Zusatzlauf sitzt, entweicht der Druck oft seitlich, bevor die Hitze den hart gepressten Satz entzünden kann.

    Das "Anreissen" – Ein zweischneidiges Schwert

    Meine Methode mit dem Messingstift (oder früher oft auch mit einer Nadel) vergrößert die Oberfläche des Pulvers und schafft kleine Vertiefungen, in denen sich die Hitze fangen kann.

    Physikalisch logisch: Es funktioniert tatsächlich besser, weil die Zündenergie effektiver übertragen wird.

    Sicherheitsrisiko: man sollte es eigentlich nicht machen. Durch mechanische Einwirkung auf den Zündsatz kann es im schlimmsten Fall zu Mikrorissen kommen. Das kann dazu führen, dass der Satz nicht verzögert, sondern sofort im Becher durchzündet (Deflagration).

    Was man stattdessen tun kann

    Wenn du heute Probleme mit harten Sätzen bei Zink-Feuerwerk oder Funke hast, gibt es ein paar sicherere Wege:

    Wahl der Platzpatronen: Manche Kartuschen (z.B. PPU oder Victory) sind "dreckiger" geladen und produzieren einen heißeren Funkenstrahl als sehr saubere Sorten (wie z.B. Walther).

    Reinigung des Zusatzlaufs: Oft sind die Entlastungsbohrungen im Becher leicht verschmutzt. Wenn dort zu viel Druck entweicht, reicht die Hitze nicht für den harten Satz.

    Setztiefe: Achte darauf, dass die Pyros bis zum Anschlag im Becher sitzen, damit kein unnötiger Totraum entsteht.

    LG