Rasenmäher Vergaser?

There are 29 replies in this Thread which has previously been viewed 4,173 times. The latest Post (May 18, 2025 at 7:07 PM) was by PR90.

  • Hab da Mal ne Frage zu einem B&S Rasenmäher Vergaser.

    Ich hab früher in meiner Jugend ja viel an Mofas gebastelt, aber irgendwie ist hier was anders oder ich hab nach über 35 Jahren einiges vergessen.

    Wofür ist diese Schraube am Vergaser:

    Der Rasenmäher springt nach längerer Standzeit nicht an, frisches Öl und neues Benzin sind drin, die Kerze ist sauber und trocken. Beim Mofa konte man die Schwimmerkammer per Schraube leeren/reinigen, ist diese Schraube evtl. auch dafür, sieht halt irgendwie anders als damals am Mofa aus.

  • Das ist die Leerlaufdüse. Diese Vergaserbauform ist mir aber noch nicht untergekommen. Von Briggs kenne ich eigentlich hauptsächlich den üblichen runden Vergaser, den aus Kunststoff und den Doppelvergaser. Der da sieht exotisch aus.

    Wenn der Mäher lange gestanden hat wird der Vergaser verharzt sein, dann muss er einmal zerlegt und optimalerweise im Ultraschallbad (manchmal reicht auch Bremsenreiniger und Druckluft) gereinigt werden. Dazu müssen alle Düsen und das Mischrohr raus, Schwimmerkammer auf, Nadelventil raus, alle Kanäle müssen offen sein. Die feinen Bohrungen in den Düsen und im Mischrohr werden vorher mit einem passenden Draht mechanisch gereinigt.

    Edit: Jetzt hab ich es erkannt, das ist noch einer von den Alten die direkt auf den Tank montiert sind. Einer der letzten Membranvergaser die bei Rasenmähern verwendet wurden. Da ist der Wartungsaufwand etwas größer, die Membran muss halt noch erneuert werden.

    Briggs & Stratton 112202-0826-01 - Wolfswinkel Groentechniek Webshop

  • Ja, sitzt direkt auf dem Tank, hab oben Rasenmäher geschrieben, genau genommen ist es ein Vertikutierer, ist ein Briggs & Stratton 091212-1240-e1 Motor, ist Schätzungsweise knapp 20 Jahre alt, soll aber nur sehr selten benutzt worden sein (insgeamt wohl etwa 10x 500m², also 5.000m²) und hat die letzten, geschätzt 7 Jahre nur im Keller gestanden, optisch sieht das Ding noch wirklich gut aus, da sehen manche Geräte nach 1-2 Jahren schlimmer aus. Selbst der Tank sieht von innen noch gut aus, kein Rost.

    Die Schraube (wenn das die Leerlaufdüse ist) ist bis auf Anschlag reingedreht, muss das so sein? Ich vermute dass sich da schon Mal jemand dran versucht hat.

    Beim Mofa war die Leerlaufschraube wenn ich mich richtig erinnere, immer mit einer Feder unterlegt, an diesem Motor sieht das nur wie eine normale Messing Schlitzschraube aus.

    Ich habe jetzt erstmal nen Ölwechsel gemacht, den etwa halben Liter altes Benzin im Tank abgesaugt und neu betankt. Die Zündkerze sieht fast neuwertig aus, ist aber optisch schon gelaufen und ist trocken.

    Hatte ja die Hoffnung dass ich den so wieder zum laufen bekomme.

  • Die "Schraube" hat eine empfindliche Spitze, daher Mal rausdrehen, dabei die Feder nicht verlieren und anschauen ob's arg vergurkt ist, dann möglichen Grat mit Schlüsselfeile oä entfernen, es braucht hier eine Kegelform und keine Zurückhaltung, da landwirtschaftliche s Gerät mit viel Humor. Grundeinstellung ist einigermaßen Universal: mit Gefühl auf Block, dann 1,5 Umdrehungen zurück.

    Wenn der Motor warm ist stabilen Leerlauf mit Mindestgasanschlag herstellen, dann an Leerlauf schraube drehen bis Motor akustisch am schnellsten läuft, Standgasdrehzahl abermals einstellen und wahrscheinlich reduzieren. In seltenen Fällen patscht der Motor an steilen Lastverläufen, da sie auch für Teillastübergang zuständig ist, dann solange bei fraglicher Drehzahl und Last in kleinen Schritten unter 1/8 Umdrehungen an Leerlauf schraube drehen bis kraftvolles zubeißen möglich ist. Fertig

  • Ultraschall hilft bei den Vergasern sehr gut. Die versotten gerne. Um das zu vermeiden lass den Vertikutieter vor längeren Standzeiten leer laufen. Und kein E10 verwenden!

    Bitte auf keinen Fall die Düsennadel mit der Feile bearbeiten. Die kannst sonst wegwerfen.

    Die Einstellung wurde bereits korrekt beschrieben👍

    Gruß Wolle

    -jage nicht was Du nicht töten kannst-

  • Moin Ingo.

    Wenn die Zeit nicht drängt, dann schmeiß den Vertikutierer in den Kofferraum und komm nach OS. Ich habe die nächsten Wochenenden leider keine Zeit, aber im Juni geht bestimmt wieder was. Gartengeräte sind ja mein Hobby und wir kriegen das Teil ganz sicher wieder an den Start. Die wesentlichen Tipps wurden ja schon gegeben. Und Wie jemand schon sagte KEINE FEILE!!!

    Schönen Gruß
    Michael
    Sommer ist solange die Pfütze nicht zufriert!

  • Warte mal das Ultraschallbad ab. WIe oben schon erwähnt wurde solltest du die Membran tauschen. Wenn die solange trocken stand dürfte die hart sein, zumindest zu hart.

    Luftfilter unbedingt prüfen. Die Dinger reagieren sehr sensibel auf zu wenig Luft.

    Edit

    Auf Falschluft übrigens auch.

    Schönen Gruß
    Michael
    Sommer ist solange die Pfütze nicht zufriert!

  • Bis auf die Feile kann man allem hier zustimmen.

    Vielleicht noch erwähnenswert dass man nach der Reinigung nicht das Benzin benutzt das man seit letztem Sommer im Kanister hat. Wenn da kein Stabilisator untergemischt wurde ist das Zeug hinüber.

    Ich hatte heute erst wieder einen Fall. Ein erzürnter Kunde kommt mit seinem Mäher, den hatte er vor drei Wochen bei uns zur Vergaserreinigung. Nun sprang er wieder nicht an. Tatsächlich schon wieder zugesetzt. Aus der Schwimmerkammer stieg ein Geruch der nicht mal entfernt an frisches Benzin erinnert. Eine Mischung aus Verdünnung, altes Pommesfett und irgendwas undefinierbarem, rein vom Duft her.

    Also Anweisung an den Kunden: neues Benzin holen, altes entsorgen, neuen Kanister benutzen. Da geht die Diskussion los... Das könne ja gar nicht sein, er würde immer gutes Benzin holen, den Kanister hat er extra dafür gekauft und nur ein mal für etwas anderes benutzt sonst war immer gutes Benzin drin und das hat immer funktioniert... Auf die Frage wann genau "immer" gewesen ist, erst mal schweigen im Walde. Später präsentierte er mir noch stolz seinen Kanister. Ein schwarzer 20L Kunststoffkanister der sein Haltbarkeitsdatum seit vier Jahren überschritten hat. Auf dem Kanister und am Gewinde des Verschlusses loser Dreck. Der Inhalt eine üble Mixtur die sogar einen minimalen Ölanteil hatte. Also so ziemlich alles fasch gemacht was geht.

    Erst mal sollte der Kanister von der Größe her nur die Menge fassen die man in drei, besser noch zwei Monaten verbraucht. So wird er gar nicht erst alt. Dann benutzt man ausschließlich Stahlkanister. Die haben kein Verfallsdatum und es diffundieren keine Stoffe hindurch. Der Kanister ist außen genau so sauber zu halten wie innen. Loser Dreck landet beim Kippen sonst im Tank oder gerät in den Kanister selbst. Wenn die Maschine eingelagert wird, Benzin ablassen und Motor laufen lassen bis er aus geht. Wenn Benzin gelagert werden soll, z.B. als Vorrat für einen Notstromer, Stabilisator beimischen.

    Das darf ich den Kunden regelmäßig vorbeten.

  • Das wahrscheinlich 7 Jahre alte Benzin hab ich ja komplett abgesaugt und gegen frisches Super Plus getauscht (ich lagere kein Benzin, der Rest aus dem Kanister geht wenn er nicht gebraucht wird, ins Auto). Das alte Benzin roch tatsächlich noch nach Benzin und sah auch noch so aus, erstaunlich nach so langer Zeit. Daher hatte ich ja noch die Hoffnung dass ich den so wieder zum laufen bekomme.

    Wenn ich demnächst Zeit finde, werde ich den Vergaser ausbauen und mal beim Kumpel ins Ultraschall Bad legen.

  • Ich weiß nicht, ob es das auch hier gibt, aber in den USA gibt es das: Benzin mit langer Haltbarkeit, enthält auch keine Ethanolbeimischung (z.B. TruFuel).
    Hier evtl. dort zu bekommen, wo professionell mit Generatoren gehandelt wird, die Dinger müssen ja immer startklar sein, auch die kleinen, die ja nicht so häufig Diesel sind.
    Vorteil an etwas Restsprit im Blechtank: Der Boden rostet nicht so leicht. Kondenswasser kann sich zwar trotzdem absetzen, aber da kommt dann wenigstens kein Sauerstoff dran.

    Wenn ich dran denke, werde ich wohl vor dem Winter unsere Schneefräse mal prüfen, die steht nun schon ein paar Jahre...


    Stefan

  • Mit alten Benzin haben unsere Rasenmäher/Traktor kein Problem. Unsere Schneefräße hingegen hatte nach dem ersten Winter
    im Folgejahr einen defekten Vergaser. Diese bekommt jetzt nur noch diesen Spezialkraftstoff mit Stabilisator. Was die Kanister
    angeht so sind die ältesten älter als ich :D Und die benutzen wir immer noch ohne Probleme. Natürlich sollte auf den Kanistern
    kein loser Schmutz liegen der beim befüllen in den Mäher kommt. Wer da nicht drauf schaut ist selber schuld :D

  • Ich hab auch noch zwei 5 Liter Kanister (Kunststoff) aus Mofa/Rollerzeiten stehen, die dürften jetzt auch schon 35 Jahre alt sein, da hätte ich jetzt auch keine Bedenken Benzin mit zu transportieren. So lange man sowas ordentlich lagert, hält sowas auch recht lange.

    Die aufgedruckten Verwendungsdaten sind halt eine Art Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei Wind und Wetter in der prallen Sonne gelagert, altert so'n Kunststoff halt deutlich schneller.

    Meine Rasenmäher hab ich bis jetzt im Herbst sauber mit leerem Tank in die Garage geschoben, im Frühjahr neu betankt und los gelegt, noch nie Probleme gehabt.

    Diesen Vertikutierer hab ich jetzt halt als Dank fürs helfen (Haus entrümpeln/räumen) von einer älteren Nachbarin bekommen.

  • Ich hab glaube ich min 20 Kunststoff Kanister die um die 20 Jahre alt sind.
    Und es waren noch viel mehr, das erste was an den Dingern schlecht wird ist normal der Deckel.
    Da brechen dann die "Nasen" ab die man zum öffnen und schließen braucht.
    Dann fliegen die bei mir auch weg.
    Aber sonst gibts damit eigentlich keine Probleme.

    Mit Blech Kanistern hab ich schon sehr viel mehr Probleme gehabt.
    Seit im Sprit Nahrungsmittel und damit Wasser drin ist rostet das Zeug von innen ohne Ende.
    Genau wie Blechtanks auf diversen Maschinen.
    Da bin ich froh wenn da kein Blechtank drauf ist.

    Sprit lasse ich übern Winter nie ab, wenn das Gerät nicht über nen Jahr steht laufen die Geräte in der Regel auch ohne Probleme auch mit dem älteren Sprit.
    Ablassen gibt eher noch mehr Probleme weil manche Dichtungen und Membrane austrocknen und dann undicht werden.
    Ich mach das jetzt seit 40 Jahren so und bin damit bis jetzt gut gefahren.

    Wenn man sich mehr Arbeit machen will kann man das natürlich gerne machen.
    Ich mach das nicht.

    Es mag sein das es Geräte gibt die da extrem empfindlich sind, ich hab aber noch keine gefunden.
    Egal ob Rasenmäher Aufsitzmäher Kettensäge Benzinsense Vertikutierer Generator Fräse Trekker oder sonst was.
    Wenn ein Gartengerät Probleme macht weil es ein halbes Jahr steht ist meist was anderes Schuld und nicht der Sprit. ;)

  • War heute noch mal am Gerät, die besagte Schraube hat keine Feder drauf, läßt sich sobald losgeschraubt extrem leicht drehen, würde sich also durch Vibrationen auch verstellen. Ums Vergaser zerlegen komme ich wohl nicht drum herum, der Motor macht keinerlei Anstalten eines Startversuchs, Luftfilter hatte ich vorhin auch noch nachgeschaut, oben auf der feinen Matte war eine schwarze Staubschicht (hab ich entfernt), der eigentliche Papierfilter ist schneeweiß, aktuell habe ich aber weder Lust noch Zeit, wird dann wohl eher ein Winterprojekt werden, muss wahrscheinlich auch erstmal ein paar Teile besorgen.

    Achso, die Schraube sieht so aus:

    hat also keine Spitze.

    Edited once, last by Ingo.M (May 17, 2025 at 6:27 PM).