Das wurde hier ja schon mehrfach diskutiert. "Tactical Dad" hat heute die Antwort gefunden, in einer uralten Drucksache von 1968.
"Versuche haben gezeigt, daß Geschosse mit einer Bewegungsenergie von 1 kpm [= 10 Joule] eine tödliche Kopfverletzung hervorrufen können."
Dann noch eine Sicherheitsgrenze von 25% und schwupps, 7,5 Joule. Eine Quelle für die "Versuche" ist aber nicht bekannt. Möglicherweise sollte mal jemand diese Versuche wiederholen.
https://dserver.bundestag.de/btd/05/005/0500528.pdf
Endlich die Antwort: Warum ausgerechnet 7,5 Joule?
There are 14 replies in this Thread which has previously been viewed 1,655 times. The latest Post (
-
-
Möglicherweise sollte mal jemand diese Versuche wiederholen.
Besser nicht, soweit ich noch weiß, bezogen sich die Versuche auf die Kalotte. Der Schädel hat aber ein paar deutlich schwächere Stellen. Wenn sie die Augenhöhle nehmen ist es mit 7,5J vorbei.
-
Das ist eigentlich gemeinhin bekannt. Zumindest in diesem Forum.
Getestet wurde an toten Schweinen. Das Verfahren wurde schon vor Jahren kritisiert, weil sich totes Gewebe eben gänzlich anders verhält, als lebendes.
-
weil sich totes Gewebe eben gänzlich anders verhält, als lebendes.
Ja, Muskelgewebe. Bei frisch entnommen Knochen, gibt es kaum einen Unterschied zu lebendem Gewebe. Wen (Ziel)Ballistik interessiert, da gibt es ein nettes Buch von Beat Kneubuehl.
-
Das wurde hier ja schon mehrfach diskutiert. "Tactical Dad" hat heute die Antwort gefunden, in einer uralten Drucksache von 1968.
Das erinnert mich gerade an Christoph Kolumbus. Der hat auch etwas entdeckt was Millionen von Menschen schon vorher kannten.

-
Tactical Dad also, ein wahres Genie...
was wären wir ohne ihn?Die Werte gehen unter anderem auf die Versuche bzw. Erkenntnisse des damals berühmten Ballistikers Prof. Karl Sellier zurück. Der hat zusammen am bereits erwähnten Kneubühls Buch Wundballistik geschrieben. Sellier galt als Standardexperte auch für die Regelungen des 1972er Waffengesetzes. Die immer wieder zitierte Begründung für die 7,5 war tatsächlich das Eindringen von Geschossen in den Schädel. Aber es kommt, wie mein Vorredner anmerkt, eben auf die Eingangsstelle an...
Selbst in Kneubühls weiterem Buch "Irrtümer in der Wundballistik" von 2010 steht es noch nicht viel besser drin - ich kenne allerdings das gesamte Buch nicht, sondern nur diese Zusammenfassung - wobei dies im Zitat verwirrenderweise schon Irrtümer zu sein scheinen:
QuoteIn der Wundballistik gibt es eine Vielzahl von tradierten Irrtümern, die jedoch bei objektiver naturwissenschaftlicher Betrachtung rasch ausgeräumt werden können. Als Gewebesimulanzien für wundballistische Experimente sind aus Gründen der Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit nur Glyzerinseifen und Gelatine zu verwenden. Bei Einschussverletzungen sollte man den „Schürfsaum“ nur noch Kontusionsring nennen, da er nicht durch Schürfung bedingt ist. Abpraller und Querschläger sind nicht dasselbe. Schüsse steil in die Luft sind gefährlich, da die herabfallenden Projektile genügend Energie haben, um in den Kopf einzudringen (Ausnahme Luftdruckwaffen- und Schrotschüsse bis 5-mm-Durchmesser). Knochensplitter können aufgrund der an sie übertragenen relativ geringen Energie nicht als „Sekundärgeschosse“ wirken. Mit Schüssen aus Faust- oder Handfeuerwaffen kann man keine „Mann-Stopp-Wirkung“ erreichen. Schreckschusswaffen sind bei absoluten Nahschüssen gefährlich, weil der Gasstrahl aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit eine Energiestromdichte erreicht, die ihn, physikalisch betrachtet, zum Massenstrom und somit zum quasi-soliden Geschoss werden lässt. Die Wirkung eines Schusses ist ein Einzelereignis, das von einer Vielzahl individueller Faktoren abhängt; die Wirksamkeit hingegen beschreibt das grundsätzliche Verletzungspotenzial, das einem Geschoss bzw. System innewohnt. Die Wirksamkeit ist in erster Linie von der Auftreffenergie des Geschosses und der Fähigkeit, diese Energie entlang des Schusskanals abzugeben, abhängig.
-
Also, die von TD gefundene Textstelle habe ich in den alten Threads zum Thema nicht finden können.
-
Wenn für den Test ein eingemessenes, modernes, hochwertiges LG mit Hartkern-Spitzdiabolos benutzt wird, dann sinkt die Joule-Grenze noch weiter ab. Da hat keiner was von.
-
Da kommt eher eine EU weite Vereinheitlichung, auf 14 oder 16 Joule. Eine weitere Reduzierung der Energie haben ja nicht mal die Grünen gefordert. Also bitte keine Panik verbreiten.
-
Erst mal wird hier keine Panik verbreitet.
Und eine Erhöhung der Joulegrenze wird es niemals geben. Da wird nichts angeglichen. Was hätte da schon alles angeglichen werden können, stattdessen werden die Zügel immer weiter angezogen. Also soviel Realität muss man wenigstens sehen.
Und diese Partei, ja die fordern keine Reduzierung der Energie. Die fordern ein Verbot aller Waffen.
-
Genau so was hätten auch viele über "Polenböller" gesagt. Und dennoch darf man inzwischen viele BKS Böller seit ein paar Jahren als dem Ausland einführen.
Solche Formulierungen wie "wird es niemals geben" sollte man niemals verwenden. Wer an nichts glaubt, wird schließlich auch niemals was erreichen.
-
Der Vergleich hinkt etwas. Zwischen Feuerwerk und Schusswaffen ist das Verhältnis der allgemeinen Akzeptanz ein ganz anderes.
Glauben und Hoffen hat uns seit Jahrzehnten kein liberaleres WaffG beschert. Das Gegenteil ist der Fall und es ist eher mit einer Verschlechterung zu rechnen. Ich wünschte es wäre anders, aber das sind die kalten Fakten.
-
Vllt. sollte der Bürger einfach mal einwenig mehr auf seine verbieften Bürgerechte pochen, als sie bloß in die Hand anderer zu legen.
-
Vllt. sollte der Bürger einfach mal einwenig mehr auf seine verbieften Bürgerechte pochen, als sie bloß in die Hand anderer zu legen.
Genau so sehe ich das auch. Die Waffengesetze in, ich glaube, Polen, Tschechien und Litauen, wurden in den letzten Jahre massiv liberalisiiert. Und wenn man einem Deutschen das sagt, meinen viele gleich, dass das bei uns wegen diesem oder jenem nicht möglich wäre. Und genau da ist doch das Problem.
Und sorry, aber als ob Feuerwerk und BKS Böller ein besseres Image hätten?
-
Preußische Tugenden reichen weit, auch wenn im Grunde die öffentliche Meinung dagegen zu sprechen scheint.
Ich fand (finde) es jedenfalls interessant (nachvollziehbar) zu erfahren, woher die Grenze (7,5J.) zu rühren scheint.
