Frage zur Einfuhr einer Backplate aus den USA nach Deutschland

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  • Moin zusammen,

    ich möchte eine Backplate aus den USA bestellen, um sie an einer Schreckschusspistole zu verwenden. Diese Backplate ist ursprünglich für normale Glocks gedacht und ich bin mir unsicher, ob das rechtlich ein Problem darstellt.

    Hier meine Fragen:

    1. Wird eine Backplate als "wesentliches Waffenteil" eingestuft, auch wenn sie nur für eine Schreckschusspistole genutzt werden soll?
    2. Darf ich diese Backplate ohne Probleme nach Deutschland einführen, oder brauche ich dafür eine Genehmigung?
    3. Was sollte ich für den Zoll als Produktbeschreibung angeben, um Missverständnisse zu vermeiden?:/

    Ich möchte natürlich sicherstellen, dass alles legal abläuft und keine Probleme beim Zoll entstehen. Hat jemand Erfahrungen mit dem Import solcher Teile aus den USA?

    Vielen Dank schoneinmal :D

    Grüße

  • Die Backplate ist kein relevantes Teil, und darf problemlos nach D eingeführt werden. Aber sie darf dank der ITAR Bestimmungen nicht aus den USA gebracht werden, da es ein Waffenteil ist, und das Ausfuhrverbot gilt selbst für Schrauben, die an einer Waffe verbaut werden können. Deshalb findest du auch keinen Seller aus den USA die nach Europa versenden. Du muss die Seller persönlich anschreiben, und drum bitten, ob die das machen. Die meisten haben keinen Bock darauf, da sie sich dann sehr weit aus dem Fenster lehnen. Habe das mit einem ähnlichen Teil schon durch. Die machen das nur, wenn sie dir absolut Vertrauen

    .

    Der Versand aus den USA war damals schnell. Aber das Teil hing sechs Wochen im Zoll in Frankfurt fest (konnte man über die Tracking Nr verfolgt). Also war alles nach sieben Wochen hier. Mit saftiger Zollgebühr. Der Versand war 40 Euro, das wird dich auch erwarten. Und dann Zoll drauf, womöglich 20 Euro. Ist dir das alles wert?

    Nachdem mein Päckchen ankam, schrieb mir der Seller folgende Worte. Es ist also nicht leicht, Teile wie die Backplate herzbekommen:


    "Glad you received and glad you like. We try not to get involved with duties as many call it because I really have no way to know what they would even run. People order parts from many countries and this is one of the reasons dealers in the US don't want to sell outside. Partially because if ever changing laws in countries, hard to keep up with, but also there's no way fir us to know what all the fees are in order to properly quote a price. Some countries keep a list of restricted citizens also which we have to rely on the customers honesty there. We also have the threat hanging over our heads that if we falsify documents or pricing we can be punished by law in the US. So these are the reasons most will no longer ship out of the US."

    Meine größte Angst: Dass ich irgendwann sterbe und meine Frau meine Revolver zu den Preisen verkauft, die ich ihr mal gesagt habe.

  • Zu deiner dritten Frage: der Seller wird auf das Päckchen genau den Inhalt schreiben und den Warenwert. Der Zoll addiert den Warenwert mit dem Versand und berechnet dir dann die Zollgebühren. Die musst du dann dem Postmann in die Hand drücken, wenn er vor deiner Tür steht, ansonsten händigt er dir das Paket nicht aus.

    Meine größte Angst: Dass ich irgendwann sterbe und meine Frau meine Revolver zu den Preisen verkauft, die ich ihr mal gesagt habe.

  • Gib uns mal bitte den Link zum Händler und der Backplate.

    Da ich sehr viel importiere kann ich die Erfahrung von Hephaistos06 in Einzelfällen bestätigen. Meist ruf ich den Händler direk an und bespreche das direkt und dann geht das durch. Einzelne kleine Händler haben keinen Bock auf die schreiberei und Formulare.

    Grundsätzlich schau dich bitte erst in Europa um, preislich meist unterm Strich etwas günstiger.

  • Dem Zoll in Deutschland ist das egal, einzig bei der Ausfuhr aus den USA kann es bei Waffenteilen und Zubehör Probleme geben.

    Was heißt Probleme bzw. wie groß wären die? Bin mir halt nicht sicher, habe das zu einer Firma bestellt, die das für mich nach Deutschland bringt per Flugzeug soweit ich weiß.... Machen die da jedes Packet auf?

  • Gib uns mal bitte den Link zum Händler und der Backplate.

    Da ich sehr viel importiere kann ich die Erfahrung von Hephaistos06 in Einzelfällen bestätigen. Meist ruf ich den Händler direk an und bespreche das direkt und dann geht das durch. Einzelne kleine Händler haben keinen Bock auf die schreiberei und Formulare.

    Grundsätzlich schau dich bitte erst in Europa um, preislich meist unterm Strich etwas günstiger.

    https://milspin.com/products/cross-glock-slide-back-plate das ist die Backplate die ich bestellt habe
    https://www.shipito.com/de/ habe das zu einem Postfach auf meinen Namen in Amerika bestellt, von dem ich das nach Deutschland bringen lassen kann. Habe nur halt bedenken ob der Zoll das öffnet und was dann ggf. auf mich zukommt

  • Ja, auch diese Paketdienstleister machen das Paket auf und geben dem Zoll weiter, was drinnen ist

    Du hättest bei solchen Waffenteilen eigetlich erstmal vorher den Umpackservice fragen müssen, ob das für sie okay ist. Aber sie hätten die eh mit ja geantwortet, also mach dir keinen Kopf. Das Teil ist zu klein und unbedeutend. Also, es wird schon gut ausgehen!

    Aber diese Backplate muss es dir schon echt wert sein.. Zoll, Flug-Versand, Umpackgebühren..... Sieht auf jeden Fall cool aus. :)

    Meine größte Angst: Dass ich irgendwann sterbe und meine Frau meine Revolver zu den Preisen verkauft, die ich ihr mal gesagt habe.

  • Dem Zoll in Deutschland ist das egal, einzig bei der Ausfuhr aus den USA kann es bei Waffenteilen und Zubehör Probleme geben.

    Was heißt Probleme bzw. wie groß wären die? Bin mir halt nicht sicher, habe das zu einer Firma bestellt, die das für mich nach Deutschland bringt per Flugzeug soweit ich weiß.... Machen die da jedes Packet auf?

    In den USA (je nach Gebiet) wird mit Waffen relativ einfach/locker umgegangen. Allerdings gibt es dort für den Export von Waffen und Zubehör strenge Regeln. Darum verschicken viele Händler nichts außerhalb der USA. Der US-Zoll schaut bei Waffenzubehör halt genauer hin. Hab aber auch schon Mal Griffschalen aus den USA bekommen, war Problemlos, aber auch teurer als vorher gedacht. Die deutsche Märchensteuer + Postverzollungsgebühren hatte ich bei den hohen Versandkosten nicht auf dem Zeiger.

  • Das du beim Zoll antanzen darfst, ist bei Waren aus Amerika so gut wie sicher. Es sei denn, der Versanddienstleister übernimmt die Abwicklung gegen Entgelt.

    Hier kannst du dir deine Abgaben recht genau ausrechnen. Waffenteile wird von dem Rechner abgelehnt, da muss man bisl tricksen mit der Bezeichnung z.B. 'Ziergegenstände aus unedlen Metalle'

    Abgabenrechner für Postverkehr

    Das macht die Abgabenhöhe nicht besser, aber man ist wenigstens etwas darauf vorbereitet. Durfte letztes Jahr rund 200€ Abgaben für ein Paket hinlegen, kein Pappenstiel, jedoch wenigstens vorhersehbar. Ich persönlich bestelle nicht gerne aus den USA. Genau wegen dem besagten Aufwand.

    Achso, wenn der Absender etwas verfälscht wie z.B. Waffenteile als Kronkorken benennen, dann sind auch max. Kronkorken versichert.

  • Ja, auch diese Paketdienstleister machen das Paket auf und geben dem Zoll weiter, was drinnen ist

    Du hättest bei solchen Waffenteilen eigetlich erstmal vorher den Umpackservice fragen müssen, ob das für sie okay ist. Aber sie hätten die eh mit ja geantwortet, also mach dir keinen Kopf. Das Teil ist zu klein und unbedeutend. Also, es wird schon gut ausgehen!

    Aber diese Backplate muss es dir schon echt wert sein.. Zoll, Flug-Versand, Umpackgebühren..... Sieht auf jeden Fall cool aus. :)

    Sicher? Weil ich müsste auf der Website die Zollerklärung selber ausfüllen, deshalb denke ich nicht, das die das noch einmal extra öffnen.

    Der Flug-Versand usw sind garnicht meine bedenken sondern eher was der Ami-Zoll macht wenn die das aufmachen bzw. wie warscheinlich das ist

  • Das du beim Zoll antanzen darfst, ist bei Waren aus Amerika so gut wie sicher. Es sei denn, der Versanddienstleister übernimmt die Abwicklung gegen Entgelt.

    Hier kannst du dir deine Abgaben recht genau ausrechnen. Waffenteile wird von dem Rechner abgelehnt, da muss man bisl tricksen mit der Bezeichnung z.B. 'Ziergegenstände aus unedlen Metalle'

    https://www.zoll.de/DE/Privatperso…-post_node.html

    Das macht die Abgabenhöhe nicht besser, aber man ist wenigstens etwas darauf vorbereitet. Durfte letztes Jahr rund 200€ Abgaben für ein Paket hinlegen, kein Pappenstiel, jedoch wenigstens vorhersehbar. Ich persönlich bestelle nicht gerne aus den USA. Genau wegen dem besagten Aufwand.

    Achso, wenn der Absender etwas verfälscht wie z.B. Waffenteile als Kronkorken benennen, dann sind auch max. Kronkorken versichert.

    Dann antanzen wäre für mich persönlich nicht das große Problem, ich würde dann in der Zollerklärung wie du schon meintest "Ziergegenstände aus unedlen Metalle" angeben (halt auf Englisch weil die das so haben wollen) und dann würde mich das nicht stören soweit es in Deutschland ist....

    Für mich ist halt immernoch das bedenken, was die in Amerika damit machen wenn die das aufmachen und eine Backplate auffinden bzw. wie hoch überhaupt die Chance für sowas ist.....:/

  • Beim Zolltarif sollte man bedenken, dass die USA eigene Zolltarufnummern haben. Nur die ersten (ich glaube) sechs Stellen sind international gleich, danach unterscheiden sich EU und USA.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Wie ich Polo111 verstanden habe ist er Exporteur (Postfach in den USA) als Privatperson.

    D.h. er muss sich erstmal die Exporterlaubnis in den USA einholen.

    How do I export defense articles, including firearms and ammunition? | Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives

    BIS Website - What is the Export Control Classification Number (ECCN) for shotguns and components

    Brownells hat unter seinen US Artikeln den Hinweis für eine Backplate: US-Exportklassifizierung: 0A501.x

    https://www.brownells-deutschland.de/Slide-Plate-Cover-GLOCK-Universal-Handguns-100002684

  • Ohne jetzt die Links komplett durchgelesen zu haben, würde ich mir gründlich überlegen, ob mir die Backplate den Aufwand wert wäre. US-(Re-)Exportkontrollrecht ist nicht ganz ohne, dann noch Dinge wie ITAR oben drauf, da lauern schon ein paar Fallstricke. Und man möchte im Worst Case nicht auf einer US-Sanktionsliste landen. Die Folgen sind umfassender, als man sich das vorstellen kann.

    Einfacher wäre es, sich eine andere Backplate zu kaufen und nach dem US-Vorbild ändern zu lassen.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

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