Röhm RG 600 - durchzündendes Magazin, gesprengte Waffe?

  • Im Internet habe in unlängst etwas über die Röhm RG 600 gelesen, von dem ich nicht veriffizieren kann, ob es sich nur um eine Urban Legend handelt, oder ob da ein Fünkchen Wahrheit mit bei ist. Behauptet wurde:

    Die RG 600 wurde vom Markt genommen, weil bei einer schlecht gereinigten Waffe schlimmstenfalls das ganze Magazin auf einmal durchzünden kann. Die .22er Kartuschen sind nur gecrimpt und deshalb nicht hunderprozentig dicht. Wenn die Waffe auf Grund von Verschmutzung verstopft ist, können alle 10 Kartuschen auf einmal gezündet werden, was beim Kaliber .22 zur Sprengung der Waffe führt. Deshalb gibt es nur noch die RG 300 in dieser Konstruktionsweise.

    Soweit die Behauptung. Dass RG 3 und RG 300 ziemlich schnell verschmutzen, und dass irgendwann die Pyropatronen ungezündet aus dem Abschussbecher geschleudert werden, weiß ich aus eigener Erfahrung. Dann hat sich aber meist ein Ring aus Verschmutzung direkt vor dem Zusatzlauf gebildet. Einmal durchgestoßen, und gut ist es. Kann die Waffe tatsächlich derart verschmutzen, dass alle Kartuschen gleichzeitig zünden? Und würde das bei der RG 600 tatsächlich zur Sprengung führen?

    Sonst noch was? - Ein phasenkoordiniertes Plasmagewehr mit einer 40er Reichweite!

  • Ausschließen würde ich es nicht, weder die daraus resultierende, ungeplante Demontage, noch und erst recht nicht das Durchzünden (hatte ich mal bei einem 6mm-Teil).

    Die Pulvermenge in einer .22Knall dürfte ähnlich groß sein wie die der scharfen .22Short aus der Schwarzpulverzeit, der erste S&W-Revolver war in dem Kaliber und als Taschen-Verteidigungsrevolver nicht unbeliebt, eine gewisse Wirkung kann man ihm also attestieren, ein paar Mal die Pulvermenge in doch recht geschlossenen Kammern sollte sich durch Druckguss nicht wirklich aufhalten lassen.


    Ob dies aber tatsächlich der Grund war?

    Es ist bei allen SSW nun so, dass sich in diese keine Patronenmunition zündfähig laden lassen darf (vgl. 8mmK und 6,35Br u.ä.), in ein .22Knall-Lager passt aber nun eine 6mmFlobRundkugel-Patrone rein (.22 ist ja nur eine verlängerte Flobert), dies alleine wäre schon ein Versagensgrund der weiteren Zulassung (auch wenn es Gegensatz zu anderen SSW auf Grund des Konstruktionsprinzips keiner auch nur ansatzweise auf die Idee käme, Patronen in RG600 oder Em-Ge 65 zu laden).



    Stefan

  • Die RG 600 wurde vom Markt genommen

    Das hatte ich gar nicht mitbekommen. Mist. Das war wohl die letzt Waffe in Deutschland, die noch in diesem Kaliber produziert wurde.



    weil bei einer schlecht gereinigten Waffe schlimmstenfalls das ganze Magazin auf einmal durchzünden kann. Die .22er Kartuschen sind nur gecrimpt und deshalb nicht hunderprozentig dicht.

    Das stimmt teilweise, die von Dynamit Nobel haben zusätlich noch eine Wachs - Versiegelung (zumindest die, die ich hier habe).

    Bei anderen Sorten habe ich auch schon Crimpungen gesehen, die nicht 100% zu waren. Da wäre es schon möglich, dass bei verstopftem Lauf sich die heißen Gase einen Weg am Magazin entlang suchen und andere Patronen zünden.

    Ob das wirklich zur Waffensprengung führen kann weiß ich nicht.


    in ein .22Knall-Lager passt aber nun eine 6mmFlobRundkugel-Patrone rein (.22 ist ja nur eine verlängerte Flobert), dies alleine wäre schon ein Versagensgrund der weiteren Zulassung

    Könnte man laden, vorne könnte aber nichts rauskommen. Deshalb durfte der RG600 auch weiter produziert werden.


    "Si vis pacem evita bellum"

  • Die 8mm und die 22er sind einem gesetzlichen Rundumschlag zum Opfer gefallen.

    Die Geschichte der "Sprengung" ist mit Vorsicht zu genießen und imho eher ein Internet Mythos.

  • Alleine die Tatsache, DASS eine scharfe Patrone geladen werden KANN, reicht als Versagensgrund vom Gesetz her aus.

    Ich gebe dir allerdings insofern recht, dass die Zulassung auch zur Gesetzesnovelle 1993 nicht widerrufen wurde.

    Es würde mich aber dennoch nicht wundern, wenn der Gesetzesumstand, das daraus resultierende Sterben von .22K-SSW und dadurch sinkende Munitionsverfügbarkeit im Allgemeinen, die aufgrund der Schmutzigkeit von SP eher problematische Konstruktion reinigungsabhängige Funktion (unabhängig vom hier thematisierten Gefahrenpotential!!!) auch ein Faktor waren.



    Stefan

  • Von welcher Munition ist hier jetzt die Rede? .22 lang Knall gibt es doch noch massenhaft und neu auf dem Markt.

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  • Von sich zerlegenden RG 600 habe ich noch nie gehört, von (teilweisen) Durchzündungen bei anderen 6 mm Reihenmagazinrevolvern jedoch schon öfters, bzw. auch schon selbst erlebt, bei einer EM-GE.


    Keine Ahnung, warum die RG 600 eingestellt wurde, aber meistens ist dies eine unternehmerische Entscheidung aufgrund schlechter Verkaufszahlen.


    Ich kann die Begeisterung für .22 lang Knall auch nicht nachvollziehen. Entweder die Munition ist mit SP geladen und die Waffe ruckzuck verdreckt bis zur Blockade, oder neuerdings mit NC, und erzeugt wohl reihenweise Zündversager.


    Ich hatte selbst schon mal eine RG 600, und diese nach einem Silvester damit wieder verkauft, eben wegen der Dreckproblematik.


    Die RG 3 habe ich jahrzehntelang ohne größere Probleme genutzt. Zuletzt stattdessen die Record B1S, die macht auch viel Spaß.

  • Wenn man die 600 oder 300 ohne Reinigung lange benutzt verstopft der Durchlass von Magazinkanal zum Lauf.

    Wenn man dann weiter macht zünden die durch.

    Allerdings glaube ich das die Eher einen Spalt aufgedrückt werden oder das Endststück raus fliegt als das sie bersten.


    Bei Sylverstergebrauch mit meinen 30 Magazinen kriege ich die irgendwann nicht mehr sauber rein und muss Die Bürste durchziehen.

    Von daher klemmt es zuerst am Ladeschacht.

    StGB §328, Absatz 2.3


    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.

  • Von daher klemmt es zuerst am Ladeschacht.

    Was ist mit dem "Verbindungsloch" zwischen Magazinschacht und Lauf? Das bekommt man ohne Zerlegung der Waffe ja kaum mechanisch gereinigt.

    Dazu ergänzende Frage: Was spricht eigentlich dagegen, Zinkgusswaffen mit heißem Wasser zu reinigen? Bei Spielzeugwaffen (Amorces-Revolver) aus Zinkguss wird das ausdrücklich von den Herstellern so empfohlen.

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  • Hab da einen gebogenen Draht gerichtet.


    Reinigen heißt komplett zerlegen und unter heissem Wasserstrahl alles reinigen,grobes mit der Messingbürste.

    StGB §328, Absatz 2.3


    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.

  • Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass zumindest die Umarex Platzer aus der weissen Dose von vor 10 Jahren die Waffe nicht sprengen. Meine RG600 war als ich sie kaufte defekt und ich habe sie eingeschickt, kam gereinigt und repariert zurück. Die 2. war dermaßen zu, dass beim ersten Schuss alle losgegangen sind. Hat tierisch gerumst, hörte sich komisch an und es gab ne riesen Stichflamme aus dem Magazinkasten und die Klappe war auf, Schmauch an der Hand. Explodiert, verformt oder gerissen ist nichts, habe sie danach zerlegt und gereinigt. Der Lauf und der Gaskanal waren fast komplett zu...

    Die Schraube oben auf dem Schlitten rausdrehen, den Block entfernen, dann ist der Lauf von hinten offen und man kann auch die Bohrung reinigen.

    Meine funktioniert immernoch bestens, allerdings scheint die Munition deutlich nachgelassen zuhaben, kaum mehr ein Unterschied zur Flobert...

    When I was just a baby, My Mama told me, "Son, Always be a good boy, Don't ever play with guns"


    by Johnny Cash "Folsom Prison Blues"

  • Irgendwie schwindet bei mir grad die Bereitschaft, auf eGun einen Sammlerpreis zu bezahlen. Die alten .22er hatten doch einen ziemlichen Druck im Vergleich zu den 6 mm Flobert? Ach Mensch, das ist ja zu ärgerlich ...

    Gingen eigentlich Multishooter an den alten .22 Long Blanc? Ich hatte damals nur kurz- und zwischenzeitig einen Revolver für das Kaliber, aber keinen dazu passenden Multishooter.

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