Diana Model 23 - Restaurierung durch Bastelanfänger

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  • Hallo zusammen,

    habe noch ein altes Erbstück von meinem Opa auf dem Dachboden gefunden. Es handelt sich um eine Diana Mod 23, meinen Recherchen nach Baujahr vor 1969 (Kein F im Fünfeck, kein Datumsstempel links hinten auf dem Lauf, keine Seriennummer)

     


    Wie man sehen kann, befindet sich das gute Stück in keinem wirklich schönen Zustand. Den Schaft werde ich schleifen und neu lackieren oder ggf. einfach zum Testen als Ölschaft aufbauen (hab noch eine FWB 300S mit gutem Lauf, aber ruiniertem Schaft - da schadet etwas Übung nicht).

         

    Nachdem ich die Diana heute entschaftet hab, hab ich mich gleich ans Zerlegen gemacht. Dichtungssatz und Feder sind bereits bestellt - will also schon mal vorarbeiten.

    Ich hab ganz schön dumm geschaut, als mir beim Ausbau des Kolbens "Nägel" entgegengekommen sind. Haben die die Lederdichtungen damals zusammengenagelt ??

    Im ausgebauten Kolben waren dann auch noch zwei zu sehen (Links oben, rechts Mitte). Wo Teile der Dichtung fehlen, waren wohl noch die zwei weitere Nägel (nicht auf den Bildern) drin. Keine Ahnung wer die Schraube so zerlegt hat - ich schwöre ich war´s nicht ;)

    Der Kolben schaut auf der Dichtungsseite für meinen Eindruck noch brauchbar aus (muss nur sauber gemacht werden), auf der "Federseite" ist er beschädigt. Schaut für mich aus, als ob da schon mal wer versucht hatte, den Kolben auszubauen. Was meint Ihr, kann ich den Grat etwas abfeilen und den Kolben dann weiter verwenden?


    Hab mich noch nicht entschieden, ob ich den Lauf nur kalt brüniere / ausbessere oder doch zum heiß brünieren weg schicke.

    Sollte ich die Waffe heiß brünieren lassen, muss ich da die Kugel ("Verschluss vom Knicklauf") ausbauen? Wenn ja, kann ich die einfach mit nem Schraubenzieher oder ähnlichem raushebeln (ich weiß, Feder dahinter, also aufpassen). Wie schaut es mit der verstellbaren Kimme aus? Die bekomm ich so einfach nicht ab - schaut nach geschweißt/gelötet aus (muss ich Bild noch machen). Den Spannhebel müsste ich wohl auch noch ausbauen. Kann ich den Bolzen/Nietstift (Teilenummer 4) einfach rausklopfen? Der schaut aus, als ob ein Nietkopf platt geklopft wäre. Die anderen Zylinderstifte ließen sich ganz leicht austreiben.

    Soweit mal der aktuelle Stand meines ersten Versuchs, ein Luftgewehr zu restaurieren. Freue mich über eure Tipps und Ratschläge.

    Gruß Ragna

  • Die Vertiefung an dem Kolben muss man wieder auffüllen (Punktschweißen, Hartlöten)

    und dann wieder bündig rekonstruieren (feilen etc.) sonst reicht der Spannweg

    nicht zum Einrasten der Kolbenstange.

    - Vermutlich ist der Spannhebel auch verbogen, wenn der Kolben so aussieht.

    Die Kugel habe ich zum heißbrünieren dringelassen, ging einwandfrei.

    Unter dem Stellrad für die Kimme müsste eine Schraube sein, mit der das Visier befestigt wurde.

    Vorsicht, unter dem Stellrad ist eine Kugel + Feder.

    Den Nietstift am Spannhebel kann man vorsichtig austreiben, zuerst mittels Körner,

    dann mittels Durchschlag. Dort wo die anderen Ersatzteile herkommen, müsste

    man auch so einen in neu bekommen. Wäre halt schöner und man muss weniger aufpassen

    beim austreiben.

    Den Schaft könnte man Beizen und dann mit Hartöl behandeln, um aus dem nicht mit Maserung

    gesegneten Buchenholz noch wenigstens ein klein wenig herauszuholen.

  • Moin!

    Es handelt sich um eine Diana Mod 23, meinen Recherchen nach Baujahr vor 1969 (Kein F im Fünfeck, kein Datumsstempel links hinten auf dem Lauf, keine Seriennummer)

    Wenn dort nirgends ein Datum eingeschlagen wurde, ist das gute Stück definitiv vor 1966 hergestellt worden.

    Eventuell ist hinten am Schaft, an der Schulterstütze das Herstellungsjahr eingeschlagen worden.

    Schaut für mich aus, als ob da schon mal wer versucht hatte, den Kolben auszubauen. Was meint Ihr, kann ich den Grat etwas abfeilen und den Kolben dann weiter verwenden?

    Ich würde, wie Ballistic vorschlug, ein wenig aufschweißen und dann zurechtfeilen.

    Das sind für das Alter schon fast normale Verschleißspuren.

    Sollte ich die Waffe heiß brünieren lassen, muss ich da die Kugel ("Verschluss vom Knicklauf") ausbauen?

    Die Kugel ist an den beiden Schlitzen verpresst. Bzw. wurde der Kanal in dem die Kugel steckt dort verengt.

    Wenn Du die raushebelst bekommst Du das nie wieder vernünftig fest. Das brünieren klappt auch, wie von Ballistic erwähnt, mit der Kugel sehr gut.

    Kimme aus? Die bekomm ich so einfach nicht ab - schaut nach geschweißt/gelötet aus (muss ich Bild noch machen). Den Spannhebel müsste ich wohl auch noch ausbauen. Kann ich den Bolzen/Nietstift (Teilenummer 4) einfach rausklopfen? Der schaut aus, als ob ein Nietkopf platt geklopft wäre. Die anderen Zylinderstifte ließen sich ganz leicht austreiben.

    Zur Kimme: Das ist ein Kurven,- oder Schiebevisier. Das ist seitlich in die Schwalbenschwanzführung gesteckt. Sehr stramm damit es sich beim schießen nicht verstellt, aber lose genug um eine seitliche Verstellung zu ermöglichen.

    Die gammeln im Laufe der Jahre gerne fest. Viel WD 40 rauf, einwirken lassen und dann kann man es vorsichtig mit einem Austreiber und Hammer entfernen. Schrauben sind da keine vorhanden.

    Zum Spannhebel: Ja, den Stift kann man ausschlagen und ersetzen. Allerdings wird das nicht mehr so schön wie vorher werden.

    Die Kragen der Stifte wurden damals verpresst. Mit einem Hammer und Splinttreiber o.ä. wird das nicht so wirklich gut. Habe ich selbst erfahren müssen. :(

    Das heißbrünieren wird hier im Forum von einem Mitglied für wenig Geld angeboten. Das Ergebnis hängt natürlich von der geleisteten Vorarbeit ab.

    Meine FWB300s wurde wirklich gut brüniert.

    Heißbrünierung für Forenmitglieder - Basteln, Reparieren & mehr - CO2air.de

    Viel Spaß mit dem alten Schätzchen!

    Viele Grüße,

    Thorsten

    Früher war nicht alles besser, nur anders.

    Aber meistens ist anders einfach nur besser! ;)

    8) >>>VDB-Fördermitglied<<< 8)

    Edited once, last by Moorhuhn-FT (May 19, 2022 at 4:26 PM).

  • Die 23er ist ein sehr schönes und leichtes Gewehr. Frag doch mal bei Waffencenter Gotha nach ob die nicht

    noch ersatzteile haben. Sehe aber gerade dass die Teile ausverkauft sind https://www.waffencenter-gotha.de/shop/ERSATZTEI…48_265_378.html aber dennoch mal anschreiben wann wieder welche verfügbar sind.

    Ich selber hab 2 23er, eines aus den 70er Jahren mit F von meinem Dad und eines

    hab ich mal nen Arbeitskollegen abgekauft (ohne F ). Beide Systeme hatte ich damals bei DIANA in

    Rastatt (Original DIANA) neu brünieren lassen. Selber brünieren ist schwierig, entweder das Angebot

    hier im Forum Nutzen oder auch mal beim Waffencenter Gotha nachfragen ob die sowas mit machen.

    Zum teil machen das auch noch die Büchsenmacher (nicht Waffenhändler, das ist was anderes).

    Der Kolben ist auf jeden fall hinüber, so Ähnlich sah der von meinem Dad auch denn wenn wir keine

    Dias mehr hatten wurden eben Nägel geschossen :) Und as war eben der Fehler weil diese durch den

    Transferport in den Kolbenraum kamen.

    Es lohnt sich aber definitiv ein solches Gewer wieder zu Restaurieren.

    Gruß

    Thomas

  • Bevor Du an die Rostentfernung gehst, mach mal vorher folgendes:
    Entweder die rostigen Teile 15 Minuten in destilliertem Wasser kochen oder zumindest mit kochendem Wasser mehrfach übergießen.

    VORHER gründlich (!) mit Bremsenreiniger oder Aceton entfetten.

    Danach mit 0000-Stahlwolle den gelösten Rost abputzen. Wenn die Rostumwandlung mit dem heißen Wasser funktioniert hat (ein Frage der gründlichen Entfettung) dann sollte das wieder halbwegs schwarz sein. Eventuell kann man sich dann ein Neubrünieren sparen.

  • ...
    Danach mit 0000-Stahlwolle den gelösten Rost abputzen. die Rostumwandlung mit dem heißen Wasser funktioniert hat (ein Frage der gründlichen Entfettung) dann sollte das wieder halbwegs schwarz sein. Eventuell kann man sich dann ein Neubrünieren sparen.

    Danke für den Tipp, werde ich testen.

    Schaft ist mittlerweile abgebeizt und geschliffen. Bin gerade noch am überlegen, ob ich einen Teil des Schaftes punziere, da da Kratzer im Holz sind, die ich nicht komplett raus schleifen kann.

    Kolben- und Laufdichtungen sind diese Woche aus Gotha eingetroffen. Hoffe ich komm am WE dazu etwas weiter zu basteln.

    Walter LP 500

    Diana Mod. 23 (wird gerade wieder flott gemacht) und FWB 300 S

  • ...da Kratzer im Holz sind, die ich nicht komplett raus schleifen kann.

    Mach' mal den abgeschliffenen Schaft an den Stellen mit den Kratzern nass

    und lege ein feuchtes Leinentuch drauf.

    Dann mit dem Bügeleisen auf Stufe 'Leinen' drüber gehen. Immer wieder

    gut anfeuchten.

    Beulen und Kratzer gehen so ganz gut wieder raus.