Je länger der Lauf, desto präziser der Schuss - oder nicht?

  • hier im forum habe ich gegenteiliges gelesen, nämlich dass die lauflänge die wahrscheinlichkeit erhöht, dass das projektil durchs schleifen der innenwand von der bahn abkommt, was ich aber nocht nachvollziehen kann: gerade dann sorgt doch die lauflänge dafür, dass das projektil sich bis zur mündung einpendelt und gerade rausgeschossen wrd. hingegen müsste es bei einem kurzen lauf ein "alles oder nichts" sein, also entweder idealerweise die innenwand so gut wie gar nicht berühren, oder aber schief rauskommen. irre ich mich da etwa?

  • widdewiddewitt

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  • Die Richtung wird dem Geschoß auf den letzten cm

    vor der Mündung aufgeprägt. Das es in die Züge

    gedrückt wird ist die Toleranz = 0. Das kann durch

    eine leichte Verengung vor der Mündung (Choke)

    noch verstärkt werden.

    Die Länge des Laufs ist nur für die Beschleunigung

    relevant. Erfolgt diese zu heftig rutscht das Diabolo

    über die Züge. Entgegen oft verbreiteter Meinung

    bremst ein längerer Lauf nicht.

    Ein weiteres Argument ist die Länge der Visierlinie.

    Weise einen intelligenten Menschen auf einen Fehler hin und er wird sich bedanken.
    Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.

  • Die Richtung wird dem Geschoß auf den letzten cm

    vor der Mündung aufgeprägt.

    In der Form kann ich das nicht so stehen lassen, auch wenn ich glaube zu wissen, wie du es meinst.

    Die Richtung hat das Geschoss in dem Moment, in dem es sich durch einem ausreichend passenden Lauf bewegt.

    Wichtig ist dabei natürlich, dass das letzte Stück des Laufes das Geschoss sicher führt und es am Ende sauber austreten kann, idealerweise verliert das Heck des Geschosses rundum exakt gleichzeitig den Kontakt zur Laufwand.


    Das Geschoss drückt sich direkt nach dem Lager in die Züge, da erhält es seine Drehung (wenn die Startenergie nicht zu groß ist, dass es die Züge überpringt, aber dann stimmt sowieso was nicht) und passt dann auch leicht klemmend in den Lauf.

    Um das Geschoss sauber auf Drehung zu bekommen, reicht auch ein sehr kurzer Lauf.


    Nun ist es so, dass sich vom Geschoss immer ein wenig Material abreibt, wenn es sich durch den Lauf bewegt.

    Ein Lauf, welcher über seine Gesamtlänge einen immer gleichen Durchmesser hat, führt das Geschoss am Anfang des Laufs besser als gegen Ende.

    Daher wird bei manchen Waffen am Ende ein Choke verwendet, dort hat der Lauf einen minimal kleineren Durchmesser, dadurch wird das leicht kleiner geriebene Gechoss nun wieder sehr sauber geführt, das bringt die Präzision wieder zurück.

    Weiterer Vorteil am Choke:
    Man kann die zur Verfügung stehende Energie, speziell bei Luftdruckwaffen, besser ausnutzen, da man in der Mitte des Laufes nur gerade soviel Reibung benötigt, dass das Geschoss noch abdichtet und weiter den Zügen folgen kann.

    Aber es stimmt natürlich, für die Präzision sind die letzten zwei, drei Zentimeter vor der Mündung relevant.

    Wie weit die vom Lager entfernt sind, ist ziemlich irrelevant.

    Nun hat ein kurzer Lauf auch weniger Abrieb am Geschoss zur Folge, da braucht es dann keine Spielereien mit sich ändernden Innendurchmessern mehr.


    Ein Faktor bleibt noch, bei welchem auch die Lauflänge mitspielt:

    Sollte beim Austritt des Geschosses noch ein zu großer Gasdruck vorhanden sein, können die hinter dem Geschoss austretenden Gases dieses noch geringfügig beeinflussen.

    Da es aber eines gewissen Drucks bedarf, um ein Geschoss überhaupt in die Züge zu drücken, ist immer auch ein Gasüberschuss vorhanden.

    Idealerweise sind Gasmenge, Lauflänge und noch ein paar Faktoren wie Geschossgewicht, -härte und -reibung so abgestimmt, dass an der Mündung gerade genug Restdruck vorhanden ist, um das Geschoss nicht wieder langsamer werden zu lassen.




    Stefan

  • Also ohne weiter in's wissenschaftliche vorzustoßen.


    Ich habe Luftgewehre mit 550mm , 430mm und 310mm langen Läufen.

    Luftpistolen mit 230mm Lauf.

    Alle mit Pressluftantrieb, von der Präzision kann ich bei 7,5J keinen Unterschied feststellen. Selbst die Pistole trifft bis 50m 40mm große Ziele wenn man aufgelegt und mit Zielfernrohr schießt.


    Gruß Stefan

  • Bei Pistolen wird die Lauflänge vom Einsatzzweck und Vorgaben bestimmt (einfach gesagt).

    Beim Gewehr reichen ca. 30cm. Da ist die Energie schon gut genutzt und präzise ist es auch.

  • Einpendeln muss sich da nichts, sobald ein Geschoss vollständigen Kontakt mit der Laufwandung bzw. den Zügen hat, wird dieses in eine genaue Richtung geführt.

    Bei 7,5j bzw. ca.175m/s reicht tatsächlich ein relativ kurzer Lauf, soll weiter beschleunigt werden, zB. bei offener Leistung, macht ein dementsprechend längerer Lauf schon Sinn.

    Bei einem sehr langen Lauf und wenig Geschwindigkeit des Geschosses kann es sogar sein dass das Geschoss den Lauf noch nicht verlassen hat wenn der Prell bzw. Rückschlag das Gewehr bewegt, was zu Zielabweichungen führen kann.

  • Die Frage habe ich mir tatsächlich auch schon öfter gestellt. Moderne Match Gewehre haben einen sehr kurzen Lauf, nicht länger als der einer Pistole. Der Rest ist Laufmantel um die Visierlinie zu verlängern. Wäre ein längerer Lauf präziser, würde dort sicher ein längerer Lauf verbaut werden. Field Target Waffen hingegen, haben einen Lauf in Standart Länge . Geht es da wirklich nur um die Energie ?

  • Ein langer Lauf ist keine Garant für eine bessere Präzision .

    Matchwaffen ( Luftdruck) werden auch mit sehr kurzen Läufen gefertigt , und bekommen dann einen Laufmantel um die Visierlinie zu verlängern .


    Bei EWB Waffen kommt die Laufschwingung noch dazu .

    Ein langer dünner Lauf schwingt normalerweise schlechter als ein kurzer, dicker Lauf .

    Man schaue sich nur mal die BR Büchsen in 22lfB an .

    Extrem dicke Läufe sind da normal .

  • Bei den Silhouetten spielt das wohl weniger eine Rolle, da die Anforderungen an die Grundpräzision lange nicht so hoch sind wie beim 10m Schießen.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Die Lauflänge hat in gewissen Grenzen vor allem Einfluss auf die Geschossenergie.

    Wenn die das Geschoss antreibenden Gase das Geschoss noch beschleunigen könnten aber der Lauf zu Ende ist, geht halt Leistung verloren.


    Und bei offener Visierung auf die Visierlänge, sofern man keinen Laufmantel drüber hat.

    Vielleicht rührt daher die Erzählung vom Einfluss der Lauflänge auf die Präzision.


    Für die Präzision entscheidender ist die Mündung.

    Gibt es dort eine Macke, ist es schnell vorbei mit der Treffgenauigkeit.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!" Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom." Phil Robertson

  • Bei einem sehr langen Lauf und wenig Geschwindigkeit des Geschosses kann es sogar sein dass das Geschoss den Lauf noch nicht verlassen hat wenn der Prell bzw. Rückschlag das Gewehr bewegt, was zu Zielabweichungen führen kann.

    In dem Satz steckt viel Wahrheit :thumbup:


    Ich erziele mit meiner HW 77k deutlich bessere Ergebnisse als mit der HW 77.

    Die HW 97 wird kaum in der langen Version verkauft, zu 99 % die HW 97k

  • Bei den Silhouetten spielt das wohl weniger eine Rolle, da die Anforderungen an die Grundpräzision lange nicht so hoch sind wie beim 10m Schießen.

    Was ist eine Grundpräzision ?


    Br 50 ist kein Sihouettenschießen .

  • Was ist eine Grundpräzision ?

    Ich würde das Wort Grundpräzision im Zusammenhang mit Druckluftwaffen als jederzeit reproduzierbaren Streukreis der Waffe definieren :)

    Gruß

    Heiko


    --Alle Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Unterhaltung--

  • Field Target aber schon. :) Wie kommst du bei Silhouetten auf BR?


    Ich habe in meinem ersten Beitrag geschrieben , daß bei KK und BR .

    Also BR50 kurze Läufe verwendet werden .

    Die Silhouette hast du dann erwähnt.

  • Was ist eine Grundpräzision ?

    Ich würde das Wort Grundpräzision im Zusammenhang mit Druckluftwaffen als jederzeit reproduzierbaren Streukreis der Waffe definieren :)


    Diese Grundpräzision ändert sich aber mit jeder Sorte Geschosse und jeder Herstellungscharge .

    Also gäbe es eine unendlich hohe Anzahl von Grundpräzision.

    Wäre doch auch nicht die passende Bezeichnung .

    Für mich ist das so ei dehnbarer, aber leider nichts aussagender Begriff .


    Für mich macht das noch am ehesten Sinn , wenn die Aussage kommt , das ein Feinwerkbau Matchgewehr eine höhere Grundpräzision als ein Diana Knicklaufgewehr hat.


    Aber auch das ist sehr schwammig.

  • Diese Grundpräzision ändert sich aber mit jeder Sorte Geschosse und jeder Herstellungscharge .

    Also gäbe es eine unendlich hohe Anzahl von Grundpräzision.

    Richtig ! Und bei vergleichbaren Geschossen haben verschiedene Waffenqualitäten verschiedene Grundpräzisionen.

    Waffe und Geschoss muss man hier als Einheit betrachten

    Gruß

    Heiko


    --Alle Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Unterhaltung--

  • Zweifellos gibt es viele Einflussfaktoren. Plumbum fragte aber nach dem Einfluss der Lauflänge beim FT. Dieser Frage galt meine Antwort, dass beim FT auf die Lauflänge nicht entscheidend ist. Die Präzision der üblicherweise angebotenen Läufe reicht allemal um die Fläche der Klappziele abzustreuen.


    So möchte ich erklären, warum da kurze und längere Läufe gesichtet werden. Es ist unter den spezifischen Rahmenbedingungen dieser Wettkämpfe schlicht egal ob lang oder kurz.


    Bei echten Revolver sagt man längeren Läufen (so um die 6 Zoll) bei sonstiger Baugleichheit der Kanone eine höhere Wettkampfpräzision nach als einem Snubnose.

    Es grüßt der Ottokar :^)

  • Bei unseren "F" - Luftgewehren ist ein anderer Einfluss wohl am wichtigsten, welcher - bei sonst gleichen Waffentypen - durch die Lauflänge mitbestimmt wird: Wie lange ist das Geschoss eigentlich im Lauf, nachdem der Schuss ausgelöst worden ist? Oder andersherum gefragt: Wie lange können ein ruckendes Luftgewehr (Prellschlag & Co.) und/oder ein sich bewegender Schütze das Ziel noch verreissen (Nachhalten!)? Einer der Gründe, warum PCP - Waffen moderner Machart mit superschnellen Verschlüssen (Ventilen) eine günstige, weil "schnelle" Schussentwicklung haben sollen. Und einer der Gründe, warum kürzere, aber präzise gefertigte Läufe gerade auch bei Federdruckwaffen im Vorteil sein können. Und warum manche von ihnen eine "runde" Abstimmung von Antriebssystem, Federdruck, Transferport und Lauflänge mitbringen, andere aber nicht so (HW 30 gegen HW 35). Obwohl die Läufe mit Sicherheit gleich gut sind. Und warum grundsätzlich (über Schussserien gesehen) eine FWB 600 eine 300 einfach übertrifft (ich weiss, wovon ich rede...).


    Dass ich persönlich lieber sowohl der 35 als auch der 300s auf dem Meyton-Stand gute Ergebnisse abringe als den "besseren", ist mein persönliches Problem....