Ölschaft von Aufkleberresten befreien

  • Hallo,
    ich habe vor kurzen ein Diana 75 bekommen. Das Gewehr wurde aber anscheinend gerne auf Wettkämpfe mitgenommen. Es schien viele Aufkleber aufgeklebt gehabt zu haben.
    Der Vorbesitzer hat diese schon entfernt. Aber es sind Klebereste übrig geblieben.
    ich wollte euch mal fragen wie ich sowas am besten entfernen kann, ohne das ich den ganzen Schaft neuölen muss.
    Ich finde die originale Farbe an sich echt gut, und will nicht einen so großen Aufwand betreiben. Ich habe es schon mit einen Feuchten Tuch und Wasser versucht, das hat zwar etwas funktioniert, nimmt aber auch Öl mit und dauert dazu noch Ewigkeiten. Vielleicht hättet ihr ja Ideen wie man sowas auch noch schnell machen könnte.
    Vielen Dank für eure Ideen.

  • Terpentin wäre das Mittel der Wahl.

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  • Kleberrückstände löse ich mit Solvent 50 von Kontaktchemie. Das Ölfinish wird wohl immer leiden, egal, was Du nimmst.
    Problematisch war bei einem meiner Schäfte, dass sich die Konturen der Aufkleber auch nach dem Schleifen noch abgezeichnet haben. Das musste ich vor dem Ölen mit Beize etwas egalisieren.

  • Der Weichmacher des Klebstoff des Aufklebers könnte das größere Manko sein, dieser geht je nach Alter tief in das Holz
    und hinterlässt blasse Flecken.
    Anderes lässt sich spielend z.B mittels Fön entfernen ohne gleich wild die Chemiekeule auszupacken.
    Wenn man solch einen Schaft umfassend nachbehandeln / färben möchte, hilft nichts anderes als Abbeizen
    und Schleifen + gg.f. beizen oder lasieren und Ölen.

  • Einfach die Folie-bildchen mit einem Heißluft-föhn erwärmen. Mit etwas Glück lassen sie sich noch erweichen.
    Mit einem Kunststoff-spachtel vorsichtig zusammen schieben.
    Nach meiner Erfahrung geht das super.


    Nicht zu nah gehen damit da nichts verbrennt. Nur weich machen !!
    Wenn es nicht geht kann man immer noch die Chemie-keule versuchen.

  • Vielen Dank für die Tipps.
    Ich werde es erstmal mit den Föhn probieren, wenn das nicht klappt mit Butter.
    Ansonsten muss ich mal schauen was von den anderen Sachen ich nehme ohne den Schaft dabei neuölen zu müssen.
    Bevor ich mir die Arbeit mache lasse ich die Rückstände lieber dran.
    Es kann aber wirklich gut sein das es mehr die Weichmacher sind die so Aussehen. Was ich dann mache muss ich mal sehen

  • Wenn man solch einen Schaft umfassend nachbehandeln / färben möchte, hilft nichts anderes als Abbeizen

    Er schrieb Ölschaft. Da kann man nichts abbeizen.
    Allerdings wäre das auch sein Glück, denn einen Ölschaft kann man leicht schleifen und dann wieder mit Schaftöl behandeln. Ob sich aber die Aufkleber rückstandlos entfernen lassen, ist fraglich. Zudem müsste man gründlich schleifen um die Farbunterschiede des Holzes unter und neben den Aufklebern zu entfernen.


    Nachtrag: Ballistol ist kein Schaftöl!. Kauft billige Leinölfirnis oder das teure Scherell Schaftöl oder ähnliches.
    Einen Schaft nach dem Schleifen zu ölen ist Arbeit und das dauert.

  • Zumal Leinölfirnis nicht so lange klebt und ranzt.


    Das härtet aus, "polymerisiert".

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  • Zumal Leinölfirnis nicht so lange klebt und ranzt.

    Das ist ja der Grund, warum man keine anderen Pflanzenöle nimmt. Diese werden ranzig und gehen mit der Holzfaser keine Bindung ein. Vielmehr machen sie das Holz auf Dauer weich. Leinöl ist das ausgepresste Öl aus Leinsamen und hat in Verbindung mit Holz besondere Eigenschaften. Deswegen nimmt man Leinöl, was mit Hilfsstoffen zu Leinölfirnis versetzt wird.
    Was das kleben betrifft, so muss man auch beim Schaftöl etwas aufpassen und in Etappen arbeiten. Also satt einölen und das überschüssige Öl wieder abwischen, was das Holz in wenigen Stunden nicht aufgenommen hat. Diese Prozedur später alle paar Tage mehrfach wiederholen. Zum Abschluss mit einem altem Geschirrhandtuch kräftig polieren.
    Wenn man Holz zu satt einölt und das einfach stehen lässt, bleibt das über Monate klebrig und man muss das wieder abschleifen.
    Ich würde Ölschäfte immer den Lackschäften vorziehen. Ölschäfte lassen sich gut und einfach ausbessern und ölen kann jeder. Es gibt keine Pinselstriche oder Pinselhaare in der Lackierung. Nur den perfekten Glanz bekommt man mit Öl nicht hin. Dafür ist ein Ölschaft unempfindlicher, auch gegen Nässe.

  • Ja, den Schaft abzuschleifen wäre eine gute Idee.
    Aber dann müsste ich den Schaft ja komplett neu ölen. Ich bin mal kurz mit etwas Wasser und einen Lapeen über das Holz gegangen.
    Die Aufkleber sind da nicht verschwunden, deswegen denke ich das da irgendwas ins Holz eingezogen ist. Wahrscheinlich werde ich uns neuölen nicht herumkommen.
    Das werde ich ein andermal machen, vorher werde ich das Gewehr neu ausprobieren
    Man muss ja wenn man so tief schleift danach mehrere Schichten Öl auftragen oder?

  • Man muss die Aufkleber unterscheiden. Es gibt zwei grundlegende Sorten. Papieraufkleber, die meistens mit wasserlöslichem Leim (!) verklebt werden. Das sind z.B. Briefmarken.
    Andere Aufkleber aus Papier oder Kunststofffolie, die mit einem Adhäsionskleber haften. Das sind z.B. Preisschilder, Tesafilm, Autoaufkleber usw.
    Erstere kann man mit Wasser einweichen und simpel entfernen. Da der Leim i.d.R. wasserlöslich ist, geht das rückstandsfrei.
    Bei den anderen Aufklebern kann das schwierig werden. Ein Haarföhn ist da schon mal ein guter Test. Mit Glück kann man den Kleber mitsamt der Kunststofffolie weich machen und es im Ganzen vorsichtig abziehen. Wenn der Kleber aber auf dem Gegenstand verbleibt, bleibt nur eine chemische oder mechanische Entfernung. Die eingesetzte Chemie kann die Oberfläche angreifen, muss aber nicht. Ich teste so was mit Reinigungsbenzin. Die meisten Kunststoffe vertragen Benzin. Es gibt auch Etikettenlöser. Aber damit habe ich schon Polystyrol (CD-Hüllen) blind gemacht. Das muss man an unauffälliger Stelle testen. Aceton (Nagellackentferner), wie auch Nitroverdünnung löst so ziemlich jeden Kunststoff und Lack an. Man kann auch Waffenöl testen. Das dauert aber deutlich länger, jedoch verträgt sich Waffenöl mit fast jeder Oberfläche.
    Grundsätzlich gilt aber - je länger der Aufkleber gesessen hat, desto schwieriger wird die restlose bzw. unsichtbare Entfernung. Es ist ja auch zu bedenken, dass ein Aufkleber die Stelle lichtdicht abdeckt. Das verhindert ein Nachdunkeln des Materials an dieser Stelle und diese wird sich nach Entfernung des Aufklebers deutlich abheben.
    Wurde etwas auf das Holz geklebt, so werden sich Kelberrückstände in den Holzporen wiederfinden. Das ist aber abhängig von der vormaligen Holzbehandlung.

  • Bremsreiniger greift Gummi an. Da er rasend schnell verdampft, ist er weniger gut geeignet. Erstens braucht die Anlösung des Klebers Zeit und wenn das Zeugs schnell verfliegt, atmet man das auch mehr davon ein.

  • Vergiss' es,


    der Pfusch wird siegen. Wie gehabt.

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  • Bremsreiniger greift Gummi an.

    Wenn er das täte dürfte man damit keine Bremsen reinigen,
    da sind einige Teile aus Gummi (Dichtungen, Schläuche).


    Bremsenreiniger ist am wenigsten aggressiv, danach Alkohol
    und Reinigungsbenzin. In der Reihenfolge versuchen.
    Auf Lack funktionieren die Klebeetikettenentferner auch ganz
    gut. Aber nur kurz einwirken lassen! Vorher an verdeckter Stelle
    testen ob der Lack angegriffen wird.

    Weise einen intelligenten Menschen auf einen Fehler hin und er wird sich bedanken.
    Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.

  • Wie verhält sich das denn mit chemischen Mitteln? Dringen die nicht in das Holz ein? Ich hätte bei den meisten eurer Ideen die Sorge das diese Mittel Flecken im Holz hinterlassen.
    Bei einen Lackschaft hätte ich das ganze ja schon ausgetestet, , aber da hätte ja wahrscheinlich auch Qasser gereicht, da ja die Oberfläche dichtet.
    Ich habe ein wenig Sorge, das Kunststofflöser im Holz Flecken hinterlassen. Hat jemand diese Sachen vlt. schon mal auf einen Ölschaft ausprobiert?