Reparaturvorschlag für Hülsen: Umarex Legends SAA / Cowboy


  • Howdy y'all!


    Vielleicht kennen manche das Problem, dass nach einem intensiven Feuergefecht mit Dosen und Scheiben die Hülsen in der Gegend rumliegen und die kleine Projektilfixierung hinten in der Hülse verschwunden ist. Quasi genau so unerklärlich und unauffindbar wie ein Gitarrenplektrum, das runterfällt. Oder der Whisky von gestern abend. Einfach WEG!



    Natürlich könnte man jetzt sagen "Egal, kaufe ich mir halt ein neues 6er oder 10er Paket." aber ich möchte euch gerne meine kleine Interimslösung vorstellen...


    Nach einigen Fehlversuchen mit Dübeln, Heißkleber-Rumgesaue und whatnot habe ich durch Zufall in der Garage einen alten Aquarienschlauch gefunden, nachgemessen und bei 4mm Innendurchmesser war mein Interesse geweckt.



    Da der Außendurchmesser aber zu gering war, schlackerte dieser nur in der Hülse rum... Gut, dass viele Kunststoffe durch Zugabe von Hitze verformbar sind ;) Also zwei etwa gleichlange Stücke abgeschnitten und mit Hilfe einer Pinzette und eines Feuerzeugs eines davon langsam und vorsichtig aufdehnen.




    Dadurch kann man das unveränderte Stück in das geweitete Stück einpassen. Ein Ende habe ich begradigt und das Ganze in die Hülse geschoben. Erst nach der Beschneidung einführen!


    Zusammen passt das Päckchen PERFEKT in die Fixieraufnahme der Hülse! Mit einer Rasierklinge habe ich die überstehende Schlauch-Kombi bündig abgeschnitten:



    Dann habe ich einen beliebigen Putzstab für 4,5mm-Läufe ein wenig erhitzt und den Innendurchmesser nur gaaaanz sanft und wenig geweitet. Die erste Sitzprobe war sowohl mit BB als auch mit Diabolo gelungen.


    Ein massiver Vorteil ist hierbei die Elastizität des Materials.



    Danach habe ich alles nochmal kurz demontiert und mit einem Tröpfchen Sekundenkleber mit spezieller Stoß- und Reißfestigkeit fixiert, damit die Sucherei nicht wieder von Vorne losgeht. Da ich keine Werbung machen möchte, habe ich den Hersteller des Sekundenklebers verpixelt :thumbsup:;)



    Soweit von mir! Vielleicht interessiert es ja jemanden. Ist auch mehr eine Notlösung, ich werde mir trotzdem neue Hülsen anschaffen. Immerhin ist es faktisch nicht möglich, "zu viele Hülsen" zu haben :)




    See ya!


    -R.K.D.

    Fortes Fortuna Adiuvat

  • Starke Idee!
    So spart man sich ne Menge Kohle, die für Whiskey verwendet werden kann. ;)


    Gruß
    Der Doc

    "Lasst mich als ersten starten, dann sehen die Anderen die Stages vorab in Zeitlupe!"
    Mein legendärer Spruch vom CO2CAS 18.05.2019 in Amberg bei der Red River Trail Crew 1968 e.V.

  • Sehr schöner Beitrag zum Einstand hier im Forum @Robert_K_Deeplake !
    Du hast eine wirklich angenehme Art zu schreiben, liest sich sehr unterhaltsam. :thumbup:



    Grüße vom Major

                                    


    :cowboy: A cowboys work is never done! :knicker:

  • Aquarienschlauch kostet ja fast nichts.
    Da stellt sich doch die Frage, ob die Reparaturlösung so gut wie
    das Original ist, oder sogar besser/schlechter.
    Behalte das bitte mal im Auge.


    Ja, ein guter Schreibstil. Das liest sich gut. Guter Einstand.

    Gruß, Ralf
    Alt, aber bewaffnet. :thumbsup:


    Orbis non sufficit quod Omnia tempus habent.

  • Zuerst: Willkommen im Forum.


    Deine Idee ist klasse, die du auch super ge- und beschrieben hast.
    Bleib weiter dran und berichte uns, z.B.: wie der Schusstest war, etc.
    Ist auf jedenfall mehr als nur eine "Alternativlösung" :thumbsup::)

    m.f.G.


    Lui :-)

  • Nachdem @Robert_K_Deeplake die eine Seite der Hülse repariert hat, habe ich heute etwas festgestellt, das ich im Auge behalten werde:


    die Mündungen der Hülsen sind mitnichten einheitlich. Ist mir aufgefallen, als ich sie nach einem ereignisreichen Vormittag
    vom Sand der Schleswig-Holsteinischen Marschen befreien wollte. Insbesondere die kleine Gummimanschette wollte ich dazu entfernen. Dazu habe ich sie mit einem 4,5 mm Bohrer aus der Hülse gedrückt, stumpfes Bohrerende voran. Das Reinigen ging bei den Hülsen von Moshe Silvergun und mir wie folgt:

    • 211 ließen den Bohrer durchrutschen, so wie ich es erwartet hatte
    • 24 Hülsen machten Probleme:

      • 6 waren mit einem Tropfen Öl und nach ganz sanftem Drehen des Bohrers gängig
      • 15 sind eng, da geht der Bohrer nicht durch, aber eine BB rollt ihres Weges
      • 3 sind besonders eng, da rollt eine BB noch nicht mal ohne nachhelfen durch

    Hier ein paar Bilder. (Anmerkung vorweg: ich habe Augenmerk darauf gelegt, dass ich mit der Brünierung nicht den Lauf der Hülse bearbeite. Daher "pinseln und nicht dippen".)


    So ließen die 211 und die 6 gesäuberten den Bohrer durch




    So reagierten die 15 engen Hülsen (in der Mündung das Bohrerende zu sehen, nicht eine BB)



    So eng sind die 3 besonders engen Hülsen, da fällt noch nicht mal ein BB freiwillig rein



    Man könnte vermuten, dass etwa 10% zu enge Mündungen aufweisen, wenn meine Menge einen Rückschluss zulässt. Dann wäre ein Prozent sogar sehr eng (bevor jemand fragt, wieso zwei Menschen so viele Hülsen brauchen: dafür ;) ).
    Und es sind Hülsen vom "alten" und "neuen Typ im Verhältnis 4:5 betroffen, wobei die drei "besonders engen" vom "neuen" Typ sind, siehe letzes Bild... 8| Bei den "alten" ist das ja für die Zukunft egal, aber bei den "neuen"...


    Obwohl mir klar ist, dass ich bei der Konstruktion C02 + Ladehülsen + Spottpreis keine Präzisions-Scharfschützen-Waffe erwarten kann, wundert es mich doch, was da so als 4,5 mm im freundlichen Zehnerpack angerauscht kommt.


    Frage nun, sanft aufbohren oder bleiben lassen? Was denkt Ihr?

  • Nicht aufbohren. Besser eine feine, dünne Rundfeile oder besser ein Stück Schleifpapier um einen dünnen Stab gewickelt nutzen. Zumindest bei Nichtmetall / dem Dichtungsteil. Metall kann man eingespannt gut bohren. Allerdings nur in Schritten. 4,4mm 4,5mm oder 4,6mm.


    Gruß Play

    Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)

    Edited once, last by the_playstation ().

  • Aufreiben mit einer Reibahle.
    Dann wird es auch glatt.

    Weise einen intelligenten Menschen auf einen Fehler hin und er wird sich bedanken.
    Zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.

  • Bei mir sind wieder einige dieser kleinen, braunen Dichtungen verschütt gegangen. Ich hab' mir neue gebastelt (Anleitung folgt). So sieht das ganze nun aus:



    Ich habe sie im Vergleich gegen Dichtungen vom Hersteller getestet: eine Original-Hülse, eine mit Ersatzdichtung, eine Original-Hülse, eine mit Ersatzdichtung, etc. in die Trommel und dann ab durch den Chronographen damit, das ganze solange, bis die CO₂-Kapsel leer war. Fazit: kein signifikanter Unterschied festzustellen.


    Braucht noch jemand welche? Ich habe ein paar zuviel gebastelt. Bei Interesse bitte PM an mich.

  • Kleiner Tipp - evtl mal im 3D Drucker Tröt nachfragen, ob jemand TPU oder Ninjaflex Drucken kann - damit könnte ich mir vorstellen dass es genauso gut, schneller und ohne manuelle Arbeit funktioniert ;)


    Grüße
    Domi

    FWB 300 S :love: FWB lp65 :love: Röhm RG 76 :love: