An die Holzwürmer: Pflege + Reinigung Ölschaft

  • Mahlzeit!


    Wie ich mitbekommen habe gibt es hier auch einige Holzwürmer, und Leute mit Erfahrung im Umgang mit Holzschäften. Bei einer Neuanschaffung bin ich hin und her gerissen, unter anderem geht um den Schaft.


    Zur Auswahl stehen Walnussschäfte. Einmal lackiert und einmal geölt. Ich habe bereits beide Varianten in anderen Waffen, beide haben ihre Vor- und Nachteile.


    Der lackierte Schaft ist mir irgendwie zu glänzend und fühlt sich zu glatt an, lässt sich jedoch unkompliziert mit einem Multi-Flächenreiniger abwischen. Druckstellen und Kratzer fallen schnell ins Auge.


    Der Ölschaft sieht schön matt und edel aus, und greift sich angenehm stumpf. Hier bin ich aber immernoch auf der Suche nach der passenden Pflege und nach einem Reinigungsmittel um Schmutz von schwitzigen und öligen Händen zu beseitigen, sonst wird aus stumofer heftig klebrig. Ich habe einmal "Scherell's" Schaftöl aufgetragen, einwirken lassen und mit einem Baumwolltuch nachgerieben. Sah sehr schön aus, aber nach dem ersten feuchten Tag draußen roch der Schaft leicht nach Fisch ?( Außerdem habe ich ein Schaftöl von Ballistol hier, nach Studium des Kleingedrucktem weiß ich es ist Silikon drin - probier ich besser nicht aus.


    Beide Varianten haben außerdem eine Laser-Punzierung an Griff und Vorderschaft. Wie kriege ich die sauber, wenns sich mal klebrig anfühlt?


    Am einfachsten wäre ein Synthetik-Schaft, steht aber nicht zur Auswahl und außerdem steh ich auf Holz ^^


    Ich brauch ein bischen Brainstorming. Was nutzt ihr zur Reinigung und Pflege? Kann man aus dem lackierten Schaft einen Ölschaft machen und umgedreht? Was passiert dabei mit der Laser-Punzierung?

  • Hallo,


    du hast viele Fragen, die du hier gestellt hast schon selbst beantwortet. Einen lackierten Schaft kann man für eine Machtwaffe nehmen, die auf dem Schießstand benutzt wird. Als FT oder Jagdschaft ist ein lackierter Schaft sehr schlecht geeignet, weil zu empfindlich. Jeder Kratzer und Delle sieht man sofort. Außerdem ist die Griffigkeit draußen bei einem Lackschaft schlechter. Jagdschäfte sind ausnahmslos geölt.


    Einen Schaft, der geölt wurde kann man mit Verdünner bearbeiten und das überschüssige Öl wegnehmen. Mehrfach anwenden aber nicht ertränken, danach kann man lackieren. Umgekehrt kann man einen lackierten Schaft abbeizen und ölen.


    Die Punzierung kann man auch mit Verdünner und Zahnbürste reinigen, wenn sich hier irgendetwas hineingesetzt hatte. Bei den Verdünnern gibt es auch weniger aggressive Mittel bis zu ganz anlösend. Man muss abwägen, was man nehmen möchte.


    Gruß Viper

  • Könntest Du "Verdünner" näher spezifizieren?
    Bei mir steht demnächst die Renovierung zweier geölter Diana 75 Schäfte an und ich bin noch unsicher, wie ich die vorbereiten soll.

  • was nach fisch riecht .ist vom leinöl....... das sagt mir auch , das du ein offenes öl benutzt hast .


    ich benutzt sehr harzhaltige öl das harz wandert in die poren und schliesst die und trocknet aus. das hat 2 vorteile, die oberfläche ist minimal härter und die poren zu, sodas es etwas wasserabweisender ist als ein offenes leinöl.


    man nimmt das gerne für echtholzparkett und heißen tut sowas hartöl. anwendung wie gehabt mehrere scjhichten über die tage mit abnahme des überschußes nach 15-20 minuten mit nem lappen.


    gruß eike


    aber gleich kommt wieder der nächste und behauptet das gegenteil...... und ich hab dann wieder lebenszeit verschwendet ....

  • Hallo,


    Von weniger intensiv bis intensiv:


    Isopropylalkohol bzw. Spiritus 70% - Rest Wasser, die Steigerung ist Brennspiritus, der weitgehend wasserfrei ist.


    Kunstharzverdünner


    Nitroverdünner. Kann auch schon Lack anlösen. Ggf. kurz einwirken lassen wenn mehr nicht nötig ist.


    Aceton ist aggressiv. Kann Lack anlösen.



    Gruß Viper

  • Jagdschäfte sind ausnahmslos geölt.

    Da widerspreche ich mal. Auch Jagdwaffen haben ab und an lackierte Schäfte. Bei mir haben oder hatten (je nach Zustand, in dem ich sie bekommen habe) alle Jagdwaffen lackierte Schäfte. Wenn die Lackierung intakt ist, ist der Pflegeaufwand auch etwas geringer.
    Allerdings gebe ich dir im Bezug auf höherpreisige, europäische Jagdwaffen schon Recht. Da findet man in der Regel Ölschäfte vor.
    Und im gesamten ist das auch vorteilhafter als Lack.
    Man kann besser ausbessern und das Gefühl ist auch angenehmer.
    Bei Fischhaut und Punzierung ist es in der Regel so, dass diese erst nach dem Ölen des Schaftes angebracht werden und ggf. noch mal dünn eine feine Schicht Öl bekommen, eben um die Griffigkeit zu bewahren.
    Reinigen klappt mit einer Bürste mit Kunststoffborsten, z.B. der von Viper genannten Zahnbürste oder einer Nagelbürste. Metalldrahbürsten sind aber zu aggressiv und beschädigen das Holz.
    Beim Öl schliesse ich mich edwin an.
    Klassische Leinölfirnis oder ein Hartöl z.B. von Clou sind sehr gut geeignet.
    Wenn der Wunsch nach mehr Glanz besteht, kann man einen Ölschliff mit Bimsmehl machen, was den Schaft noch glättet und mehr Glanz bringt oder zu Rustins Danish Oil oder Tru Oil greifen. Damit bekommt man auch Hochglanzoberflächen hin.
    Allerdings wolltest du ja eher matt bleiben.
    Schaftol ist nicht wirklich geeignet zur Oberflächenbehandlung, weil es nicht aushärtet und sich bei Feuchtigkeit oder Handschweiss schnell wieder auswäscht.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson


  • Hallo,


    Leinöl riecht zwar eigentümlich, eben nach Leinöl aber für mich zumindest nicht nach Fisch. Die Herkunft ist ja klar das Öl wird aus Leinsamen oder halt Flachssamen gewonnen. Fisch oder Trananteile sind für mich zumindest keine enthalten.


    Gruß Viper

  • dein leinöl wird irgendwann mal gammelig, sprich ranzig dann riecht es nach fisch. da muß kein fisch in der nähe sein.
    aber leinöl hat was , was fisch auch hat ,jede menge omega 3 fettsäuren


    haltbarkeit ist nicht so gegeben bei leinöl, man muß das auch kühlen und geschloßen halten, um die haltbarkeit etwas zu verlängern...


    es gibt leute die haben mit leinöl ganze möbel versaut, weil sie kein leinölfirnis genommen haben und dann den überschuß nicht richtig abgewischt nach benm ölen und dann wurde das nach paar wochen fischig das möbel. da sag ich herzlichen glückwunsch.


    deswegen nehm ich hartöle, die härten wenigstens in den poren aus


    gruß edwin


    insgesamt hab ich das die letzten jahre bestimmt 15 mal hier geschrieben.... und das ist jetzt das letztemal

    INVICTUS

    Edited 2 times, last by edwin2 ().

  • Edwin:
    Ist Leinölfirnis nicht wie Hartöl? Oder wie Leinöl (ohne -firnis)?


    Gruß Play

    Feinwerkbau: (FWB 600, 601,602, 603, 300S, 65, 100, 150), Steyr 110, Anschütz SA 2001, Walther: (LGM2, LG90, LGR, WLA, P88), AR20, Air Magnum, Single, Weihrauch: (HW30, HW77, HW40, HW 75), Colt ((CO2):1911, M45 CQBP, SAA), Umarex: (MP40, C96, HPP, SA177), Smith & Wesson: ((CO2): 586, Chiefs Spezial), GSG: (M11, CP1-M, CR600W, PR900W, P08), Crosman: (2240, 1377), Norconia: (P1, QB78d), Diana: (D75, Stormrider, Chaser), Jandao (Tomahawk, Chase Star, Pony)

  • Ich sag mal so; Leinölfirnis ist eher was für draussen, Gartenmöbel, Zäune, Terassen etc.


    Produktbeschreibung von CLOU: Wetterfeste Tiefenimprägnierung für Hölzer aller Art.
    Volle Belastung bei guter Belüftung nach ca. 14 Tagen. !!!!!!!


    Hartöl wird im Möbelbau gerne verwendet. Nach ca. 24 Stunden ist die Oberfläche auf jeden Fall trocken,
    fischig wird es auch nie riechen. Hartöl ist aber recht teuer.

  • Hartöl enthält neben Leinöl noch mehr Zusatzstoffe und wird dadurch etwas widerstandsfähiger.
    Aber man kann es bedenkenlos für Schäfte nutzen. Nach der Trockung ist es problemlos und ist auch für Spielzeug zugelassen.

    "Büchsen kann man nie zuviele haben!"
    Pippi Langstrumpf

    "A shotgun, in my opinion, must have three things: Boom, Boom, Boom."

    Phil Robertson

  • Hartöl im Möbelbau ist aber deutlich problematischer als Nitro-oder 2K Lacke.
    Während letztere nach Aushärtung kaum noch ausgasen,
    geben Hartöle wirklich lange noch div. Stoffe an die Raumluft ab (Kohlenwasserstoffe etc.)
    Es riecht zwar nicht unangenehm, im Gegensatz zum Nitrolackgeruch, ist aber recht ungesund.
    Fazit : tolle Oberflächenergebnisse mit Hartöl, hört sich ökologisch an, ist aber für den Anwender wie auch dem Nutzer des Möbels nicht ganz ohne.

  • Danke für die Antworten, das hat mir weitergeholfen. Der Öl-Schaft ist bestellt. Gibt es große Qualitätsunterschiede bei Hartöl? Habe jetzt "Hermann Sachse Hartöl" im virtuellen Einkaufswagen.


    Habe vor, das Holz einmal mit 70% IPA abzuwischen, trocknen lassen und dann das Öl nach Anleitung verarbeiten.

  • Ich will keine Werbung machen,
    aber es wurde nur BIOFA-Hartöl in der Tischlerei verwendet, wo ich gearbeitet hatte.
    Da gibt es aber bestimmt noch einiges anderes gutes zu finden. :)


    Von allen möglichen Baumarkt-Artikeln rate ich grundsätzlich ab !!
    Die sind meistens nur deshalb günstig/billig,
    weil sie nichts taugen.

  • Clou Hartwachsöl war der Tipp, den ich hier für meine Schäfte bekommen habe und den ich guten Gewissens weitergebe.
    Egal welches, kaufe die kleinste Gebindegröße, die Du bekommen kannst. Für einen Schaft braucht man kaum mehr, als zwei Eierbecher voll.

  • Hallo,


    wenn ihr euch einmal einig seid, was ist in Hartöl enthalten? Ein User ist der Meinung, dass Leinöl mit enthalten ist, was ist der Rest?


    Mein Leinöl ist übrigens gekocht, obwohl nur Leinöl auf der Dose steht und nicht Leinölfirnis.


    Gruß Viper

  • in meinen ein übergroßer harzanteil, mit ner art orangenöl als verdünner ....das man das auftragen kann.
    das ist dann ein hartöl , und kein hartwachsöl und der harz härtet in den poren aus


    was clou und andre in ihre sachen schmieren , weiß ich nicht, wills auch gar nicht wissen, weil ich schon das beste hab


    ich hasse schmiertkram wie wachse und offene öle, die wie schlotze auf dem holz rumseieren und nie wirklich schutz geben


    ein parkethartöl dagegen steckt aucxh leute weg die mal aus versehen mit schuhen auf dem echtholzparkett rumtrampeln.....


    irgendwie liest keiner mehr texte ganz duch. oder ich kann das was ich sagen will nicht richtig ausdrücken. ic h geb auf


    gruß edwin

    INVICTUS

  • Aliphatische Kohlenwasserstoffe, Ricinenöl, Kolophoniumharzester, Safloröl, Kieselsäure, Mikrowachs, Quellton, Bernsteinsäureester, Cobalt- bis(2-ethylhexan-oat), Zirkonium- und Manganoktoat-Trockner, Antioxidans.


    Das betrifft BIOFA Hartöl.