Intuitiv - oder das Bogenschiessen neu lernen?

There are 11 replies in this Thread which has previously been viewed 3,507 times. The latest Post (December 31, 2025 at 12:42 PM) was by bolzenschuss.

  • Moin,

    mit dem FITA - hats angefangen, dann gings übers Abgreifen der Sehne beim Blankbogen... jetzt drückte mir ein türkischer Kollege einen 80 Jahre alten türkischen Bogen in die Hand, "probier mal, hat Uropa gebaut".

    Ich hab also den dargebotenen, lächerlich kurzen Pfeil genommen, mir einen saukomischen Ring aus Knochen erklären lassen und los gings.

    Mit dem Teil Zielen: Unmöglich. 5 Sekunden und du zitterst wie ein Alki auf Speed.

    Das Teil länger als 4-5 Sekunden gespannt halten: Unmöglich.

    Ich hab dann den Bogen sauschnell an meinen Ankerpunkt gezogen, zum Visieren war eh keine Zeit - und losgelassen, was meinen Muskeln unglaublich gut tat.

    Es hat geknallt - der Pfeil war im Zentrum, zwar nur auf 10 Metern, aber...was solls?

    Gibts hier Leute, die intuitiv schiessen - und nein, ich meine nicht Blankbogen.

  • Ja meinen kurzen Recurvebogen(Reiterbogen),allerdings bin ich noch am Anfang des Weges damit.
    Allerdings finde ich das was viele hierzulande als intuitives Bogenschiessen bezeichnen hat damit wenig zu tun.
    Sobald man die Pfeilspitze und oder Punkte auf dem Bogen für die Höhe(Entfernung) nimmt ist das schon zielen und hat mit intuitiven schießen meiner Meinung nach nichts mehr zu tun.
    Das japanische Bogenschießen und eigentlich alle Arten wo man nicht den Pfeil unters Auge bringt sondern daran vobei ist eher meine Deffinition davon.Das Auge konzentriert sich auf das Ziel und die Arme und Hände richten alles nach Gefühl und dem was das Auge beobachtet aus.
    Bis ich da ankomme wo ich hin will wird aber noch viel Zeit ins Land ziehen.

  • Tut zwar nur begrenzt zur Sache.
    Vor einigen Jahren gab es Diskussionen in unserem Airsoftteam über richtiges Training. Unsere Analysen haben ergeben, das 95% aller Schüsse nicht gezielt sondern intuitiv abgegeben werden. Unser Training wurde daraufhin abgeändert. Einige Freunde entfernen selbst die Kimme von den Pistolen, weil ihnen die Gewichtsersparniss auf beweglichen Teilen wichtiger ist wie die Möglichkeit wirklich gezielt zu schießen.
    Also schießen und trainieren wir fast ausschließlich intuitiv.
    Man wird besser.. warum auch immer. Tipps hab ich nicht, nur schießen, schießen, schießen… und mit den Jahren wird's unmerklich besser. Man merkt das eigentlich nur, wenn man mit Anfängern trainiert oder über Monate weg seine Ergebnisse überwacht.

    Hört mich, meine Häuptlinge! Ich bin müde. Mein Herz ist krank und traurig. Vom jetzigen Stand der Sonne an will ich nie mehr kämpfen – für immer.(Chief Joseph )

  • Intuitiv klappt erstaunlich gut. Habe das früher oft mit Dart versucht.
    Ich stellte mich mit dem Rücken zur Korkscheibe.
    Die Dartpfeile an der Spitze gehalten wie ein Wurfmesser.
    Dann schnell rumgedreht und ohne groß drüber nachzudenken in die Dartscheibe gepfeffert.

    Die Würfe waren oft besser als beim "normalen" Dart spielen :)

  • Interessantes Thema.

    Ich kenne intuitives Schießen nur beim Field Target mit 16,3J Luftgewehren bis 50m Zieldistanz.
    Regelmäßig gibt es bei Wettbewerben Situationen, in denen man nur mit Intuition treffen kann. Natürlich werden jetzt viele sagen: Nicht Intuition sondern Erfahrung und endloses Training bringt den Erfolg. Ich glaube das nicht. Ich glaube, Erfahrung und endloses Training verbessern die Intuition.
    Der Wind entscheidet bei größeren Entfernungen im FT über die Flugbahn des Diabolos, nicht nur ein hübscher konstanter Seitenwind auch Fallwinde oder gänzlich verwirbelte Windsituationen. Es ist unmöglich, diese sich ständig ändernden Windsituationen in unbekanntem Terrain "kalukatorisch" in den Haltepunkt abseits vom winzigen Ziel einfließen zu lassen. Bei Wettbewerben tickt die Stoppuhr, irgendwann muss man schießen oder der Punkt ist verloren. Bei wirklich üblen Windverhältnissen muss man vielleicht an die 50cm irgendwo neben das Ziel halten, bei 50-facher Vergrößerung des ZF ist es dann schon fast aus dem Zielfernrohr verschwunden. Bei heftigem Wind ist ein 10cm bis 20cm vom Ziel entfernter Haltepunkt nicht unüblich. Aber wo? Genau rechts? Oder etwas rechts oben? Ist der Wind direkt am Ziel (schon geringere Energie des Diabolos) anders als an meinem Schützenstandort und vielleicht durch Landmarken verändert?

    Erfahrung und 100.000de Trainingsschüsse helfen sicher, aber in der Situation im Wettbewerb unterstützen sie nur die Intuition.

    Bei den FT-Weltmeisterschaften, an denen ich teilnehmen konnte, habe ich mich über die Intuition britischer Schützen gewundert, mich gefragt wie man bei den Verhältnissen manchmal überhaupt treffen kann. Fest steht nämlich, dass es kein Zufall ist. Bei einem Ziel vielleicht ..... aber nicht bei 50 Zielen pro Tag über drei Tage.
    Auch bei mir selbst gab es voll intuitive Schüsse bei Wettbewerben, mit Treffer gegen die Vernunft. Leider höchstens so 10-mal ... meine besten Erinnerungen, vergess ich nie.

    Gruß
    Musashi

  • Es bleibt aber direktes zielen,die Intuition nimmt nur Einfluß auf den Haltepunkt.Es wird visiert und nicht intuitiv nur das Ziel erfasst ohne die Optik oder Geräteteile als Zielhilfe zu nutzen.

  • habe viele Jahre versucht mit meinem Holzrecurve intuitiv zu schiessen....ich habe es aufgegeben und alles verkauft.....ich bin Compounder und kann auch nur so richtig schiessen

    Tenpoint Stealth FX4 Xtra & Viper S400 Graphite - ZF AIA FR 101-12 - Pfeile .001 AOX 100 Tophat
    Deanbow - ZF AIA FR 101-12 - Pfeile .001 AOX 145 Tophat
    Matrix Bulldog 330 Blk & AXE 340 Blk - ZF Tactzone - Pfeile .0025 Excal Diabolo 100 Tophat & .001 AOX 125 Tophat

    Hoyt Carbon RX-1 Ultra - Visier AXT Carbon Carnivore - Pfeile .002 Carbon Express Maxima 250 90 NIBB Easton
    Hoyt Carbon RX-4 Ultra - Visier REDWRX Exceed - Pfeile .001 Carbon Express Select CX3D 200 90 NIBB Easton

  • Also, ich werde immer besser mit dem grossen Recurve.

    Das einzige Konstante bei mir ist der Ankerpunkt, in meinem Fall Mittelfinger im Mundwinkel.

    Schiesse aber auch täglich hinterm Haus.

    Gold ist schon lange keine Seltenheit mehr...

    Und auch meine Frau hat sich gewaltig verbessert.

  • Post by vadumsai (December 23, 2025 at 10:34 AM).

    This post was deleted by PR90: Spam (February 4, 2026 at 7:22 PM).
  • Es bleibt aber direktes zielen,die Intuition nimmt nur Einfluß auf den Haltepunkt.Es wird visiert und nicht intuitiv nur das Ziel erfasst ohne die Optik oder Geräteteile als Zielhilfe zu nutzen.

    Tja, Raziel ist schon länger weg, aber wenn der Thread hier schon aufgewärmt wird.:saint:

    Ich bin hier andere Meinung. Ich schieße seit Jahrzehnten intuitiv Zwille, nun seit über einem Jahr intuitiv Reiterbogen und seit ca. 3/4 Jahr Compound.

    Mit dem Compound ist alle Klar und bedarf auch keine weitere Erklärung. Zwille und Reiterbogen ordne ich in die gleiche Kategorie ein, was die Haltung, den Auszug und das Schießen an sich betrifft. Hier kann ich z.B. mit dem Reiterbogen auf 18 Meter "im dunkeln", wenn das Licht die Scheiben nicht beleuchtet und man nur etwas verschwommen das Gelb erahnen kann, sehr gut treffen. Es gibt fast keinen Unterschied zu beleuchteten Zielen. Genauso, wenn man die Augen kurz vor dem Release öffnet und dann gleich schießt. Mit der Zwille ist es noch extremer. Wenn ich mit meinen Kindern mal mit dem Hund Spazieren gehe, spielen wir eine Spiel. Einer von Ihnen schießt irgendwohin und ich schieße mit geschlossenen Augen auf den gleichen Punkt auf Gehör. Entfernung ist unbekannt. Kann 5 Meter oder auch 30 Meter betragen. Hier kann man vom Zielen nicht sprechen, aber die Kugeln landen in der Regle <1,5 Meter neben dem Ziel teilweise sogar deutlich näher im Umkreis von ca. 0,5 Metern. Der Spies wird auch mal umgedreht und die Kinder müssen das Ziel mit offenen Augen dort treffen, wohin ich vorschieße. Übung macht halt den Meister.

    Meiner Meinung nach ist intuitives schießen absolut möglich, wenn man die Möglichkeit hat es auf Gehör oder auch in relativ dunklen Räumen zu testen, wird man dessen bestätigt.


    Gruß,

    Walde

  • Ich glaube jeder hat eine andere Auffassung davon was intuitiv beim Bogensport bedeutet.

    Unsere Recurve-Schützen im Verein sollen immer erst mal ohne Visier lernen den Pfeil ins Gelbe zu bekommen. Erst mal intuitiv schießen lernen heißt es.

    Bei der Fachberatung zum ersten eigenen Bogen fragt der Experte meine Frau ob sie intuitiv oder technisch schießt. Sie sagt natürlich intuitiv, hat sie ja so gelernt. Der guckt sich nur einen Schuss von ihr an und sagt: "Nee, du schießt nicht intuitiv. Du suchst einen Haltepunkt, also schießt du technisch."

    Macht schon Sinn. Intuitiv wäre für mich wenn man einfach im Gefühl hat wo der Schuss hingeht. Ich kann mich noch erinnern als wir uns als Kinder Floppers gebaut haben, andernorts als Katschi bekannt. Wer es nicht kennt, ein Stück Rohr, ein Finger vom Gummihandschuh oder Luftballon, Panzertape und getrocknete Erbsen oder Mais als Geschosse. Mit den Dingern haben wir auch rein intuitiv geschossen und haben in den meisten Fällen auch ziemlich genau das getroffen was wir wollten. Ganz ohne einen Haltepunkt.